Finde den Unterschied

Der US-amerikanische Präsident Trump ist ohne Frage eine Zumutung in jeder Hinsicht. Das haben nun anscheinend auch die Amis verstanden, weshalb er wohl im November aus dem Amt gewählt werden wird. Aus dem gleichen Grund musste man sich in den vergangenen vier Jahren aber auch immer wieder anhören, wie sehr sein Vorgänger vermisst werde. Obama war tatsächlich nicht in jeder Hinsicht eine Zumutung und darum haben ihn nicht nur in Europa alle geliebt, die Liberalen, die Sozialdemokraten, die Konservativen und nicht wenige Linke. Für jeden hatte er etwas im Angebot, das hat er von P.T. Barnum gelernt. Dabei wurden unter keinem anderen Präsidenten mehr Mexikaner aus den USA abgeschoben und keiner seiner Vorgänger, nicht einmal sein Nachfolger, hat es geschafft, ihn bei der Anzahl der illegalen Tötungen durch Drohnen zu übertreffen. – Der vermutlich einzige Präsident, der im Amt nicht zum Massenmörder wurde, war Nr. 14, William Henry Harrison, der im April 1841 nach nur einem Monat an einer Lungenentzündung starb, die er sich bei seiner überlangen Amtseinführungsrede zugezogen hatte. Sein Soll hatte er schon zuvor als Soldat in den Kriegen gegen Indianer und Briten erfüllt.

Find the difference
US-President Trump is undoubtedly an imposition in every respect. The Americans apparently understood that, which is why he probably won’t be reelected in November. For the same reason, over the past four years, one had to listen to how much his predecessor was missing. In fact, Obama was not an impertinence in every respect, and that is why it was not only in Europe that everyone loved him: the liberals, the social democrats, the conservatives and quite a few leftists. You have to have something for everyone, that’s what he learned from P.T. Barnum. Under no other president more Mexicans were deported from the United States, and none of his predecessors, not even his successor, managed to outdo him in the number of illegal drone killings. – Probably the only president who did not become a mass murderer in office was No. 14, William Henry Harrison, who died in April 1841 after just one month in office from pneumonia which he contracted during his lengthy inaugural speech. But he had previously met his target as a soldier in the wars against Indians and British.

No future

Gestern las ich in der Zeitung, daß morgen die Zukunft beginne. Heute früh habe ich prompt verschlafen, die Milch war alle und beim Bäcker gab’s keine Semmeln mehr. Wenn Sie jetzt sagen, daß früher alles besser war, dann würde ich nicht widersprechen.

No future
Yesterday I read in the newspaper that tomorrow the future begins. This morning I promptly overslept, the milk bottle was empty and the bakery ran out of rolls. If you now say that everything was better in the past, then I would not disagree.

Aus / from „Glöcklein der Albernheit“, Bd. 1

Paviane

Zwei mal drei Schwaben brechen schwäbelnd ein in meine Ruhe (oder badensernd bzw. badenernd, wer kann das wissen?). Zwei Jungschwaben tollen lärmend um mich herum, teddybärteddybärdrehdischum, während ich an grünem Salat kaue. Es ist ja eigentlich noch zu früh für grünen Salat, für Schwaben aber auch. Häusle, natürlich, was sonst? Warum eigentlich noch früh aufstehen? Da, sie bestellen: Oppulentle! Vielleicht sind’s ja doch keine Schwaben? Die Bälger wollen Spätzle, alles klar. Ich wusste gar nicht, dass die Eiche so etwas führt. Wieder konzentriere ich mich auf das Blattgrün, ein fader Salat, gutbürgerlich eben. Ob ihm auch Liebe beigemengt wird? Wie auch immer, ich werde es schon verdient haben, und sei es nur für meine spontane Abneigung gegen alles Schwäbische (dabei hat kein Suebe mir je ein Leids getan). Um mich zu bestrafen, bestelle ich ebenfalls Spätzle, und spüle den Ärger mit warmem Bier hinunter.
Es geht auf Mittag zu, die Sonne lässt eine Schwabenglatze erglühen. Die Blagen dösen nach Eisfraß im Schatten, die Herren rauchen, ich atme flacher. Zwei Mausgraue verabschieden sich aufs Klo. Oho, jetzt wird es interessant, man öffnet Knöpfe, tätschelt liebevoll, was dabei zutage tritt, macht Ordnung dort, wo es klemmt, und stößt alle möglichen Sattheitsbekundungen geräuschvoll aus. Bier wird verlangt und prostata geht es dahin. Die Glatze doziert über Schweinkram:–! Was es alles gibt. Der Contraschwabe kontert – seine Perversion scheint jedoch eine spezifisch schwäbische zu sein. Eine Leidenschaft, die nur auf Schwäbisch zu beschreiben ist, kann nicht sehr lustvoll sein. – Schon wieder so ein suebophober Reflex, doch die Karte weist kein weiteres schwäbisches Gericht auf, das mir zur Bestrafung dienen könnte. – Das Näschen frisch gepudert kehrt man vom Örtchen wieder, gutlaunig (angeschickert?), Männergespräch verstummt. Eben noch anzüglich, wird sich eilig wieder angezogen, damit nicht schweißnass in die Landschaft glänzt, was nur Mutti gehört. Zahlen bitte! Hat’s geschmeckt? Oh, mein Gott, es hat ihnen tatsächlich geschmeckt! Was tun, wenn sie wiederkommen?
Sie wuchten ihre Leiber in die Höhe, scheuchen die Kinder auf; ach, man ist mit dem Rad unterwegs, deshalb diese furchtbaren Beinkleider. Was macht sie denn nun? Ah, das riesige Gürteltäschchen vorne, das darf natürlich nicht fehlen; neonpink. Was hat man da bloß drin? Und hinten hängt der rosa Rucksack über den Steiß. Woran erinnert mich das nur? Abfahrt. Vati rudert mit den Armen, gibt flugs die Marschrichtung an. Da, wo er gerade hindeutet, steht jetzt nächtens der Pegasus. Fest angetreten, Leerlauf, erster Gang, vor die Sonne schiebt sich gnädig eine Wolke und ein rosafarbener Hintern leuchtet noch kurz auf, eh auch er hinterm Horizont verschwindet.

(Aus meinem Archiv. Irgendwann aus dem letzten Jahrtausend)

Baboons
Two times three Swabians break into my peace and quiet (or natives of Baden, who can know that?). Two young Swabians frolic noisily around me, teddy bear teddy bear turn around while I chew on green salad. It is actually too early for green lettuce, but also for Swabians. Häusle, of course, what else? Why wake up early? There, they order: Opulent! Maybe it’s not Swabians after all? The brat wants spaetzle, all right. I didn’t even know that the Eiche had something like that. Again I concentrate on the leafy green, a bland salad, plain bourgeois. Was love be added to it? However, I deserve it, if only for my spontaneous aversion to everything Swabian (no Suebe has ever harmed me). To punish myself, I also order spaetzle and wash down the anger with warm beer.
It is approaching noon, the sun is making a bald man glow. The kids doze in the shade after guzzling icecream, the gentlemen smoke, I breathe shallowly. Two wallflowers are off for the toilet. Oho, now it’s getting interesting, you open buttons, patting lovingly what comes to light, tidies up where it gets stuck, and makes noises of satiety. Beer is requested and Bottom up! it goes. The bald man lectures on buggery: -! It takes all kinds. The Contra Swabian counters – but his perversion seems to be a specifically Swabian one. A passion that can only be described in Swabian cannot be very pleasurable. – Another suebophobic reflex, but there is no other Swabian dish on the menue that could serve as a punishment. – Freshly made up they come back from the smallest room, good-humored (tipsy?), The conversation among the men falls silent. One moment a little bit swanky, is now dressed again in a hurry, so that does not shine oily what belongs to mom. Check please! Did you enjoy? Oh my god, they actually did! What to do when they come back?
They heave their bodies up, rouse the children; oh, you’re on a bike, that’s why these horrible trousers. What is she doing now? Ah, the huge belt pouch at the front, of course that shouldn’t be missing; neon pink. What do you have in there? And the pink backpack hangs over the rump. What does that remind me of? Departure. Dad rows his arms, quickly indicates the direction of the march. Wherever it indicates, the Pegasus now stands at night. Firmly started, idle, first gear, a cloud graciously pushes in front of the sun and a pink butt still lights up briefly before it disappears behind the horizon.

(From my archive. Sometime in the last millennium)

Impertinent

Heute auf dem Friedhof kam ich an einem frischen Grab vorbei, aus dem mir jemand aufdringlich zuwinkte und, als ich mich, ihn geflissentlich ignorierend, schon entfernt hatte, mit Klopfen auf den Grabhügel und das Holzkreuz belästigte. Ich tat weiter so, als hörte ich nichts und entfernte mich. Dass die Leute nicht einmal nach ihrem Tode Ruhe geben können!

Impertinent
Today in the cemetery I came across a fresh grave, from which someone waved to me intrusively and, having ignored him, bothered me with knocking on the burial mound and the wooden cross. I continued to pretend to hear nothing and walked away. That people can’t even rest after their death!

Zur Abkühlung: Deutscher Winter

Leise rieselt der Schnee
Der Wald steht still und schweiget
kein Schiff auf hoher See
kein Mann sein Weib besteiget

Der Mond ist aufgegangen
Horch! Dort stirbt ein Reh
Rote Fahnen empfangen
an den Grenzen die rote Armee

Weißt du, wieviel Sternlein stehn?
Weißt du´s, dann tu keinen Mucks
Der rote Stern steht über Bethlehem

Sieh! Dort frisst die Gans den Fuchs
Über Mülhausen kreist ein Geier
Trauert ein Stück weit um Hanns Martin Schleyer

(Aus meinem Archiv von 1997)

For cooling down: German winter
Snow falls softly
The forest stands still and is silent
no ship on the high seas
no man mounts his wife

The moon has risen
Listen! A deer dies there
Red flags are receiving
the red army at the borders

Do you know how many little stars there are?
If you know, be quiet
The red star is over Bethlehem

See! There the goose eats the fox
A vulture circles over Mulhouse
Mourns a bit for Hanns Martin Schleyer

(From my archive of 1997)

Aus dem Familienalbum (23)

Meine Tante Gertrud wurde nach dem Tode ihres Mannes etwas wunderlich. So behauptete sie, ihr Mann sei ihr im Keller an der Wand neben dem Heizungskessel erschienen. Dort scheine es ihm zu gefallen, denn obwohl sie ihn mehrfach gebeten habe, nach oben ins Wohnzimmer zu kommen, mache er keine Anstalten, so zu tun. Er sei schon immer ein sturer Kopf gewesen, habe aber auch stets gefroren, weshalb sie durchaus Verständnis für sein Benehmen habe.

From the family album
My aunt Gertrud became a little strange after the death of her husband. So she claimed that her husband appeared to her in the basement on the wall next to the boiler. There he seemed to like it, because although she had asked him several times to come upstairs to the living room, he made no move to do so. He had always been a stubborn head, but he was also always freezing, which is why she understood his behavior.

„Familie“, August Storck KG,

„ist alles und alles kann Familie sein“, teilst Du uns via Werbespot für den Plombenzieher Toffifee mit. Das ist doch gar nicht wahr. Uns fällt einiges ein, das nicht Familie ist: Mülldeponien, Björn Höcke, Du etc. Doch Du meinst: „Und wer das für dich ist, sagt dir dein Herz“. Auch das stimmt so nicht. Unser Herz hat uns noch nichts darüber gesagt, das wäre ja noch schöner. Das entscheiden wir doch gerne selbst! Was hast Du denn für ein vorlautes Herz? Nicht genug damit, am Ende gestehst Du, dass es bei dir generell ziemlich klebrig zugeht: „Toffifee. So fühlt sich Familie an“. Das tut uns leid.

„Family“, August Storck KG,
„is everything and everything can be family“, you tell us via a commercial for the jawbreaker Toffifee. It’s not true at all. We can think of some things that are not family: landfills, Björn Höcke, you etc. But you mean: „And who that is for you tells your heart“. That is also not true. Our heart hasn’t told us about it yet, that would be to much. We like to decide that ourselves! What kind of cheeky heart do you have? Not enough, in the end you admit that at yours it’s generally pretty sticky: “Toffifee. This is how family feels ”. We’re sorry.

Sagt mal, Raketentechniker,

wie habt Ihr es eigentlich geschafft, zum Vergleichsmaßstab für scheinbar unterkomplexe Tätigkeiten zu werden? „Das ist ja keine Raketentechnik!“ sagt das Gesicht im Fernsehen, um einem Gegenüber deutlich zu machen, dass er ihn für zu blöde hält, um einen vermeintlich einfachen Sachverhalt zu verstehen. Niemand aber sagt „Das ist ja keine Herzchirurgie!“ oder „Das ist ja kein Haareschneiden!“, denn wie man seit Corona weiß, waren viele Leute der Meinung: Haare schneiden? Kein Problem!, um dann freiwillig weitere sechs Wochen nicht aus dem Haus zu gehen, bis sich die Katastrophe ausgewachsen hat. Wie aber nun wirklich jeder weiß, steckt man die Rakete in eine Flasche, zündet sie unten an und Peng! Was soll jetzt daran so schwer sein?

Say, rocket scientists,
how did you actually manage to become the benchmark for apparently under-complex jobs? „It’s not rocket science!“ says the face on television to make it clear to someone that he’s too stupid to understand what is supposed to be a simple matter. But nobody says „This is not cardiac surgery!“ or „It is not hair cutting!“, because, as has been known since Corona, many people thought: Cutting hair? No problem!, in order to voluntarily stay in the house for another six weeks until the disaster has grown out. But as everyone really knows, you put the rocket in a bottle, ignite it at the bottom and Boom! What should be so difficult about it now?