An der Peripherie (11)

Früher war nicht alles schlecht. Betrüger zum Beispiel hatten noch Phantasie und haben sich Mühe gegeben. Da bekam man eine Privatvorstellung, in der einem wegen einer Notlage der Eiffelturm zum Kauf angeboten wurde. Heute klingelt einer an der Tür und quakt durch die Gegensprechanlage: „Internet. Bitte aufmachen!“ „Zu wem wollen Sie denn?“, frage ich und bekomme die unverschämte Antwort: „Ich hab doch bei dir geklingelt.“ – Da hat jemand wirklich überhaupt keine Lust auf seine Arbeit. Traurig.

On the Periphery – Not everything was bad in the old days. Con artists, for instance, still had imagination and actually put some effort into their work. You’d get a private performance—a whole song and dance—where, citing some dire emergency, they’d offer to sell you the Eiffel Tower. Nowadays, someone just rings the doorbell and squawks through the intercom: “Internet. Open up!” “Who are you looking for?” I ask, only to receive the insolent reply: “Well, I rang *your* bell, didn’t I?” — Clearly, someone has absolutely no desire to be doing their job. Sad.

Hedys Rache

In der Mariahilferstraße wurde einige Jahre lang gebaut und dann einige Jahre lang nicht. Nun wird seit einigen Jahren abgerissen, was daran liegt, dass der Bauherr ein Ungustl war, der es verdienen würde, im tiefsten Verließ der Hofburg zu vergammeln. Aber gut, dass ein Immobilienspekulant kriminell ist, ist ja keine Nachricht. Sein eigentliches Vergehen war vielmehr, dass sein Luxuskaufhaus auf eine ekelerregend schmierige Weise mit dem Namen und dem Gesicht von Hedy Lamarr geworben hat. Die Lamarr war eine Hollywooddiva, die aus einer Wiener jüdischen Familie stammend in die USA ausgewandert und dort zu Ruhm gekommen war. Außerdem hat sie eine Funkfernsteuerung für Torpedos erfunden und maßgeblich dazu beigetragen, den Nazis in den Arsch zu treten und den Krieg zu gewinnen. Das daraus entwickelte Frequenzsprungverfahren hat später dann Bluetooth möglich gemacht. Die Frau ist also nicht irgendwer, sondern ziemlich einzigartig.

Das Lamarr jedoch wäre nicht mehr als irgendwas geworden, das kein Mensch braucht, weil es davon schon viel zu viel gibt. Das Grundstück wird nun von der „Stumpf-Gruppe“ bebaut. Der Name passt viel besser in die Gegend. Und darum wird in der Mariahilferstraße fleißig demoliert. „Ben-ko Ben-ko Ben-ko“ macht der Presslufthammer. Ein schönes Geräusch!

Hedy’s Revenge – For several years, construction was underway on Mariahilferstraße—and then, for several years, it wasn’t. Now, for the past few years, demolition has been the order of the day; this is due to the fact that the developer was a total scoundrel—the kind who deserves to rot in the deepest dungeon of the Hofburg. But then again, the fact that a real estate speculator turns out to be a criminal is hardly news. His true offense, rather, was that his luxury department store traded on the name and face of Hedy Lamarr in a disgustingly slimy manner. Lamarr was a Hollywood diva who, hailing from a Viennese Jewish family, had emigrated to the USA and achieved fame there. Furthermore, she invented a radio-controlled guidance system for torpedoes and played a pivotal role in helping to kick the Nazis in the ass and win the war. The frequency-hopping technology developed from this invention later paved the way for Bluetooth. So, this woman isn’t just *anyone*—she is truly unique. „The Lamarr,“ however, would have amounted to nothing more than just another piece of *stuff* that nobody needs, simply because there is already far too much of it in the world. The site is now being developed by the „Stumpf Group.“ That name fits the neighborhood much better. And that is why demolition work is proceeding apace on Mariahilferstraße. „Ben-ko, Ben-ko, Ben-ko,“ goes the jackhammer. A beautiful sound!

Heraus zum 1. Mai!

Während der Kanzler gerade herauszufinden versucht, wie weit man Arbeitnehmerrechte beschneiden kann, bis der Arbeiter den Schmerz bemerkt, versammeln sich die letzten Gewerkschafter in einer kleinen Seitenstraße mit in die Zukunft weisendem Namen.

Out on May Day! – While the Chancellor is trying to figure out how far workers‘ rights can be curtailed before the worker feels the pain, the last of the union members are gathering in a small side street with a name that points toward the future. („Street of Defeat“)

Weitermachen!

Heute vor einem Jahr starb Papst Franziskus. Am Tag zuvor besuchte ihn der heutige USianische Vizepräsident J.D. Vance. Dieses Jahr am 13. April verlor der ungarische König der Diebe die Parlamentswahl. Ein paar Tage zuvor hatte ihn J.D. Vance besucht. Ich denke, die Welt sollte zusammenlegen und J.D. Vance eine Weltreise spendieren. Erst nach Moskau, dann Pjöng Jang, weiter nach Peking und dann unangekündigt in Mar-A-Lago vor der Tür stehen. Es gibt so viele Idioten auf dieser Welt. J.D. sollte sie alle besuchen!

Carry on! – One year ago today, Pope Francis died. The day before, he was visited by the current US Vice President, J.D. Vance. This year, on April 13th, the Hungarian king of thieves lost the parliamentary election. A few days earlier, J.D. Vance had visited him. I think the world should pool its resources and give J.D. Vance a trip around the world. First to Moscow, then Pyongyang, on to Beijing, and then show up unannounced at Mar-a-Lago. There are so many idiots in this world. J.D. should visit them all!

Fuck You! – Eine Menschheitsbeschimpfung (7)

Was für ein Elend!
Es gibt keine ethische-moralische Art reich zu werden. Wer eine Idee hat und ein Unternehmen gründet und Menschen beschäftigt, übernimmt damit Verantwortung für sie. Unternehmer sein bedeutet, Ressourcen effektiv und sozial und ökologisch zu verwenden, aber nicht, Menschen auszubeuten oder Kunden zu bescheißen oder Gesellschaften zu zerstören oder gar die ganze Welt. Wer als Unternehmer reich wird, hat sich mindestens eines dieser Vergehen schuldig gemacht. Alle anderen sind sowieso nur erbärmliche Erben. – Kurz gesagt: Wer Millionen oder gar Milliarden besitzt, ist schlicht und einfach geldsüchtig und bereit, über Leichen zu gehen. Und die Politiker, die anders als unser Kanzler selbst keine Überreichen sind, und dennoch nach wie vor an diesem lebensfeindlichen System der Ausbeutung und Welt- und Menschheitszerstörung, das sie freie Marktwirtschaft nennen, festhalten, sind als coabhängig zu betrachten. Beide, der Süchtige wie seine coabhängigen Angehörigen, müssen wie Kranke behandelt werden. Der geldsüchtige und darum kriminelle Überreiche muss von seinem Stoff getrennt und auf kalten Entzug gesetzt werden, bis er am Fließband oder als Pizzabote wieder ins normale Arbeitsleben eingegliedert werden kann. Diejenigen, die ihn in seiner Sucht unterstützt haben, müssen aus ihren Ämtern entfernt werden, damit sie seelisch heilen können. Und Ihr armen Schwachköpfe, die Ihr von dieser Kaste verarscht werdet und sie trotzdem immer wieder wählt, Ihr dürft Euch alle in einer Reihe aufstellen und Euch bei mir eine Watschn abholen, bis Ihr wieder bei Groschen seid!

Fuck You! – An Insult to Humanity – What a mess! There is no ethical or moral way to become rich. Anyone who has an idea, starts a business, and employs people assumes responsibility for them. Being an entrepreneur means using resources effectively, socially, and ecologically, but not exploiting people, cheating customers, destroying societies, or even the entire world. Anyone who becomes rich as an entrepreneur has committed at least one of these offenses. Everyone else is just pathetic heir anyway. – In short: Anyone who owns millions or even billions is simply money-addicted and willing to walk over dead bodies. And the politicians, who, unlike our Chancellor, are not themselves super-rich, yet still cling to this life-denying system of exploitation and global and human destruction that they call a free market economy, should be considered codependent. Both the addict and their codependent relatives must be treated like patients. The money-addicted and therefore criminal super-rich man must be weaned off his drug and put through cold turkey until he can be reintegrated into normal working life, perhaps on an assembly line or as a pizza delivery driver. Those who supported his addiction must be removed from their positions so they can heal. And you poor fools who are conned by this caste and yet keep voting for them, you can all line up and get a good slap from me until you’re back to basics!

Neues vom Nachbar (1)

Der neue Nachbar arbeitet angeblich bei einer Abrissfirma und nimmt sich gerne Arbeit mit nach Hause. Damit habe ich grundsätzlich kein Problem, aber am Sonntag ist das eine Frechheit!

News from the neighbor – The new neighbor apparently works for a demolition company and likes to take work home with him. I don’t generally have a problem with that, but doing it on a Sunday is outrageous!

Verordnungswahnsinn

Wer sich fragt, weshalb in Deutschland so wenig gebaut wird, obwohl so großer Wohnungsmangel herrscht, sollte nicht denen glauben, die behaupten, das liege an der Gier der Immobilienbesitzer und Vermieter, die die Politik dahingehend beeinflussen, den Mangel zu einem Dauerzustand zu machen. Das ist nichts als ein Märchen. Tatsächlich liegt es an den sinnlosen Vorschriften, die sich herzlose Bauaufsichtsbehörden ausdenken, um die Bauherren daran zu hindern, den Wohnungs- und Obdachlosen zu helfen. Neuerdings beispielsweise müsste auch den Baumaterialien Sicherheitsausrüstung zur Verfügung gestellt werden. Würde eine Kontrolle der Baustelle ergeben, dass der Sand nicht vor herabfallenden Gegenständen geschützt sei, würde dies mit hohen Geldstrafen geahndet. Sind die denn alle bescheuert?

Regulatory Madness – Anyone wondering why so little is being built in Germany despite the severe housing shortage shouldn’t believe those who claim it’s due to the greed of property owners and landlords who influence politicians to perpetuate the shortage. That’s nothing but a fairy tale. The real culprit is the senseless regulations dreamed up by heartless building inspectors to prevent developers from helping the homeless. For example, safety equipment now even has to be provided for building materials. If a site inspection reveals that the sand isn’t protected from falling objects, this would be punished with hefty fines. Are they all crazy?

Personenkult (4)

Möglicherweise ist es ein kleiner Schritt Richtung Frieden, dass amerikanische Trumpisten und andere Schwachköpfe sich im arabischen Teil Jerusalems eine alberne Kopfbedeckung kaufen können, vielleicht aber auch nicht. Interessant ist es aber auf jeden Fall, dass es immer noch Dinge gibt, die man nicht für möglich gehalten hätte.

Cult of personality – It may be a small step towards peace that American Trump supporters and other idiots can buy themselves a silly head covering in the Arab part of Jerusalem, but perhaps not. What’s certainly interesting, though, is that there are still things that one wouldn’t have thought possible.

Alternative Geografie

In Zeiten, in denen Orwells schlimmste Fantasien durch die Realität noch übertroffen werden, ist es fast schon läppisch, die Erde für flach zu halten oder Canada für ein indisches Restaurant. Tatsächlich ist die Zahl der Inder in Canada in den letzten Jahren so angestiegen, dass eine solche Behauptung mehr Evidenz besitzt als irgendetwas, das Trump aus dem Munde fällt.

Alternative Geography – In times when reality surpasses even Orwell’s worst fantasies, it’s almost ludicrous to think the Earth is flat or Canada is an Indian restaurant. In fact, the number of Indians in Canada has increased so dramatically in recent years that such a claim carries more weight than anything Trump says.