Wie es wirklich war (11)

Als Voltaire das Reich der Schatten betrat, war er gewiss, dass es sich um einen Irrtum handele und er sogleich auf den Olymp geführt werde, wo er als Vergöttlichter seinen ihm gebührenden Platz neben den Göttern einnehmen dürfte. Noch als er auf der Affodillwiese vor den drei Totenrichtern stand, hielt es er für sicher, zumindest mit einem Gruß in die elysischen Gefilde entlassen zu werden, um auf dem Elysion in ewiger Glückseligkeit zu existieren. Umso niederschmetternder war es, feststellen zu müssen, dass die drei Götter weder seinen Namen kannten, noch auch nur ein Wort an ihn richteten. Mit einer Handbewegung deuteten sie ihm an, sich zu den anderen Schatten zu begeben, die in steter Freudlosigkeit auf der Wiese lagerten. Voltaire konnte es nicht fassen, doch was ihm den Rest gab, war der Umstand, dass es schon wieder ausgerechnet der verfluchte Rousseau war, der mit seiner blöden Fackel die Schatten, und auch Voltaires, erzeugen durfte.

How it really was – When Voltaire entered the realm of shadows, he was convinced that it was a mistake and that he would be led straight away to Mount Olympus, where, as a deified one, he would be allowed to take his rightful place alongside the gods. Even as he stood in front of the three judges of the dead on the asphodel meadow, he thought it safe to be released at least with a salute to the Elysian realms in order to exist on Elysion in eternal bliss. It was all the more devastating to find out that the three gods neither knew his name nor said a single word to him. With a wave of their hands they motioned for him to go to the other shadows, who were lying in the meadow in perpetual joylessness. Voltaire couldn’t believe it, but what put him over the edge was the fact that it was the damned Rousseau who was allowed to create the shadows, including Voltaire’s, with his silly torch.

Technik von gestern (4)

Wie einer Pressemitteilung des Vatikans zu entnehmen ist, sollen demnächst sämtliche Zugänge zum Himmel modernisiert werden. Die Pläne sind noch nicht veröffentlicht, doch aus gut unterrichteten Kreisen ist zu erfahren, dass die bisher verwendeten Fahrsteige gegen eine Art Rohrpost ausgetauscht werden sollen. Vertreter der anderen christlichen Konfessionen versichern, von solchen Plänen nichts zu wissen. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland wird allerdings deutlicher und droht mit „einer weiteren Reformation, sollten die Papisten Ernst machen mit diesem Blödsinn.“

Yesterday’s Technology – According to a Vatican press release, all access points to heaven are to be modernized in the near future. The plans have not yet been published, but well-informed circles have learned that the previously used moving walkways are to be replaced by a kind of pneumatic tube. Representatives of the other Christian denominations affirm that they know nothing of such plans. The chairwoman of the council of the Evangelical Church in Germany, however, is clearer and threatens „another reformation if the papists get serious about this nonsense.“

(gesehen in Paris / seen in Paris)

Famose Erfindungen (6)

Neulich hat jemand bei der NASA endlich gemerkt, dass es völliger Blödsinn ist, riesige Raketen zu bauen, die enorm viel Treibstoff verbrauchen, nur um ein paar Astronauten auf den Mond zu bringen oder auf irgendeinen anderen Felsen da draußen. Darum wurde nun eine Technik entwickelt, die den Astronauten selbst als Treibstoff verwendet. Bisher hat man auf diese Weise zehn Männer und Frauen auf die ISS befördern können und wurde so unabhängig von russischen Raketen, allerdings kamen alle zehn ziemlich verbraucht auf der Raumstation an. Andererseits sind Beine und Unterleib in der Schwerelosigkeit sowieso überflüssig.

Brilliant Inventions – The other day someone at NASA finally realized that building huge rockets that use a lot of fuel just to get a bunch of astronauts to the moon or some other rock out there is utter nonsense. Therefore, a technique has now been developed that uses the astronauts themselves as fuel. So far it has been possible to transport ten men and women to the ISS in this way and thus become independent of Russian rockets, although all ten arrived at the space station quite exhausted. On the other hand, legs and abdomen are superfluous in weightlessness anyway.

Neues aus dem Wald (14)

Wie erst jetzt bekannt geworden ist, haben die Vögel es gerichtlich durchgesetzt, dass in allen Wäldern Flugkorridore geschlagen werden müssen. Ein Uhu sagt: „Wir haben es satt, im Wald ständig Slalom fliegen zu müssen, nur weil diese Bäume überall herumstehen. Die könnten ihre Äste ja auch einfach anlegen statt sie in alle Richtungen auszustrecken, aber das haben sie abgelehnt.“ Ein Sprecher der Bäume meinte dazu: „Die Drecksviecher scheißen uns voll und jetzt sollen wir ihnen auch noch Platz machen! Unverschämtheit!“ Die ersten Bäume haben schon damit gedroht, auszusterben. Die Forstwirte stehen nun vor einem ernsten Problem.

News from the forest – As has only just become known, the birds have enforced the law that flight corridors must be cleared in all forests. An owl says, „We’re tired of having to slalom in the woods all the time just because these trees are all over the place. They could also just lay their branches instead of stretching them out in all directions, but they refused.“ A spokesman for the trees said: „The bastards are shitting all over us and now we should also make room for them! Outrageous!” The first trees have already threatened to die out. The foresters are now faced with a serious problem.

Hochmut kommt vor dem Fall

Neulich im Louvre.
B: „Schau nur, die kommen alle, um mich zu sehen!“
A (denkt): „Keine Sau kommt, um deinen vermoderten Schädel zu sehen, du Depp. Deswegen stehen wir doch hier draußen im Regen. Ach, was habe ich es satt! Irgendwann schmeiße ich ihn da runter.“

Pride goes before the fall – Recently at the Louvre. B: „Look, they’re all coming to see me!“ A (thinks): „No sow comes to see your rotten skull, you idiot. That’s why we’re standing out here in the rain. Oh, how tired I am! At some point I’ll throw him down there.“

Wie es wirklich war (10)

Dem alten Rousseau wurde ja immer vorgeworfen, er habe mit der Fackel der Aufklärung Feuer an die alte Ordnung gelegt und das habe uns schlussendlich zwei Weltkriege eingebracht. Wie jeder Blödsinn hat auch dieser einen wahren Kern, doch tatsächlich hat Rousseau bei den wiederholten Versuchen, die Welt in Brand zu setzen aufgrund seines Unvermögens, das Schreibzimmer zu verlassen, ein Haus nach dem anderen abgefackelt und musste deshalb ständig umziehen. Die Philosophen haben es auch nicht einfach.

How it really was – The old Rousseau was always accused of setting fire to the old order with the torch of enlightenment and that ultimately brought us two world wars. Like all nonsense, this one has a kernel of truth, but the fact is that Rousseau’s repeated attempts to set the world on fire because of his inability to leave his writing room burned down house after house and kept him moving. Philosophers don’t have it easy either.

Neulich im Louvre (4)

Isis und Osiris waren sehr enttäuscht und wütend, weil der einzige Whirlpool im Louvre ständig von diesen vulgären römischen Göttern belegt war.

Recently at the Louvre – Isis and Osiris were very disappointed and angry because the only whirlpool in the Louvre was constantly occupied by these vulgar Roman gods.

Ärgerlich!

Merken Sie es auch? Kaum ist Corona vorbei, können die Leute keinen Abstand mehr halten. Nicht nur im Supermarkt kommt es darum immer wieder zu Zusammenstößen.

Annoying! – Do you notice it too? As soon as Corona is over, people can no longer keep their distance. It’s not just in the supermarket that clashes happen again and again.

Neulich im Louvre (3)

B: „Du, sag mal, sind das da zwei riesige Warzen auf deinem Kopf oder bist du Mickey Maus?“
A (denkt): Mein Gott, was muss ich ihm noch alles reinstecken, damit er endlich das Maul hält?

Recently at the Louvre – B: „You, tell me, are those two giant warts on your head or are you Mickey Mouse?“ A (thinks): My God, what else do I have to stab into him so that he finally shuts up?

Neulich in Versailles (4)

An dieser Stelle stand am 18. Januar 1871 der preußische König Wilhelm im eiskalten weil unbeheizten Spiegelsaal des Schlosses von Versailles und wartete darauf, dass ihn die versammelten Würdenträger endlich zum deutschen Kaiser ausrufen würden. Auf dem Gemälde von Anton von Werner ist deutlich zu sehen, dass Wilhelm keine glückliche Mine macht und das lag daran, dass er schon den ganzen Morgen über einen riesigen Furz verdrücken musste. Seit Tagen hatte es nur französischen Stinkekäse und Baguette zum Essen gegeben und er litt unter furchtbaren Blähungen. Endlich war Bismarck mit seinem Geschwätz an ein Ende gekommen und die Menge rief Hurra und klapperte mit ihren Säbeln. Auf diesen Moment hatte Wilhelm gewartet und erleichterte sich. Niemand merkte etwas, außer seinem Sohn Friedrich, der hinter ihm stand und hörbar nach Luft schnappte. Eines der wenigen Ereignisse der deutschen Geschichte, das keine Spuren hinterlassen hat, wie man auf dem Bild deutlich sehen kann.

Recently at Versailles – At this spot, on January 18, 1871, the Prussian King Wilhelm stood in the ice-cold, unheated Hall of Mirrors of the Palace of Versailles, waiting for the assembled dignitaries to finally proclaim him German Emperor. In Anton von Werner’s painting, it’s clear to see that Wilhelm isn’t making a happy face, and that’s because he’s had to hold back an enormous fart all morning. For days the only food he had had was french stinky cheese and baguette, and he was suffering from terrible flatulence. At last Bismarck had come to an end with his chatter, and the crowd cheered hurrah and clattered their sabers. Wilhelm had been waiting for this moment and relieved himself. Nobody noticed anything, except for his son Friedrich, who was standing behind him and audibly gasped. One of the few events in German history that left no traces, as you can clearly see in the picture.