
Vermummter Zwerg vandalisiert Baustelle. Wo soll das alles nur enden?
Outrageous! – Hooded dwarf vandalizes construction site. Where will it all end?
Texte und Bilder /// Texts and Images

Da aufgrund der extensiven Landwirtschaft die Anzahl der Insekten um 70% zurückgegangen ist und daher auch die Anzahl der Vögel entsprechend abgenommen hat, sind Pflanzen, die bisher auf Vögel und Insekten angewiesen waren, um sich zu verbreiten, vermehrt dazu übergegangen, sich mittels des ÖPNV zu verbreiten. Bisher ist es allerdings noch nicht nachgewiesen, dass Busse und Bahnen Pflenzen ebenso effektiv bestäuben können, wie es bei den Insekten der Fall war. Dass die deutsche Autoindustrie diese Marktlücke noch nicht entdeckt hat, zeigt ein weiteres Mal, wie strunzdumm die deutsche Autoindustrie ist. Das kann man gar nicht oft genug sagen!
Botanical News – Since insect populations have plummeted by 70% due to intensive farming—leading to a corresponding decline in bird numbers—plants that previously relied on birds and insects for dispersal have increasingly turned to public transport to spread. However, it has not yet been proven that buses and trains can pollinate plants as effectively as insects once did. The fact that the German automotive industry has not yet discovered this market niche demonstrates, once again, just how incredibly stupid that industry is. It cannot be said often enough!

Ich freue mich mitteilen zu dürfen, dass mein neues Buch „Wien von Alt bis Zartl“ erschienen ist. In den vergangenen drei Jahren habe ich die schönsten und schrägsten Wiener Kaffeehäuser besucht und dabei Zeichnungen und Texte angefertigt, die nun auch gedruckt vorliegen. Falls Sie jetzt schon ein Weihnachtsgeschenk benötigen oder sicher sind, dieses Jahr keines erwarten zu dürfen: Machen Sie sich selbst eine Freude und erwerben Sie dieses Buch. Oder besser noch: Nehmen Sie es mit nach Wien! – Demnächst auch als e-book und bald in englischer Sprache. – Bestellbar im lokalen Buchhandel oder hier im BoD-bookshop.
The wait is over! – I am delighted to announce the release of my new book, *Wien von Alt bis Zartl*. Over the past three years, I have visited Vienna’s most beautiful and quirky coffeehouses, creating drawings and texts that are now available in print. Whether you need a Christmas gift right now or are certain you won’t be receiving one this year, treat yourself to a copy. Or better yet: take it along with you to Vienna! – Coming soon as an e-book and, before long, in English as well. – Available to order from local bookstores or here in the BoD bookshop.

Vor dem Armeemuseum in Wien werden derzeit die Waffen der Zukunft ausgestellt, denn anderes als es scheint, ist es effektiver, den Gegner statt mit Drohnen zu bewerfen, einfach niederzuwalzen.
News from the neighbor – The weapons of the future are currently on display in front of the Army Museum in Vienna; for contrary to appearances, it is more effective to simply steamroll the enemy than to pelt them with drones.

Was hier noch fehlt, fehlt eigentlich nur denen, die kaum jemandem fehlen würden, wenn sie endlich den Weg allen Fleisches gingen: Das Denkmal für den antisemischen Wiener Bürgermeister Karl Lueger wurde restauriert, um nun am ursprünglichen Ort am Stubentor um 3,5 Grad geneigt wieder auf den Sockel gestellt zu werden. Lueger ist zwar schon seit 1910 nicht mehr im Amt, aber es scheint immer noch Leute zu geben, die gerne an ihn erinnert werden wollen und andere, die zu glauben scheinen, dem Faschismus und Rassismus sei mit Konzeptkunst beizukommen. Wenn das stimmt, dann wird es höchste Zeit, überall im Land, in jedem Dorf, in jeder Stadt, ein künstlerisch verfremdetes Hitlerbildnis aufzustellen.
Turning shit into art—or vice versa – What is missing here is something only those would miss who themselves would hardly be missed if they finally went the way of all flesh: the monument to the antisemitic Viennese mayor Karl Lueger was being restored, only to be placed back on its pedestal these days at the original site near Stubentor—tilted at an angle of 3.5 degrees. Although Lueger has been out of office since 1910, there still seem to be people who want to be reminded of him, as well as others who apparently believe that fascism and racism can be tackled through conceptual art. If that is true, then it is high time to erect artistically altered images of Hitler all over the country—in every village and every city.

Man soll ja bekanntlich nicht alles glauben, was in der Presse steht. Eine Wiener Wochenzeitung zum Beispiel weiß über das Weidinger zu berichten, dass es in seinem Untergeschoß über Räumlichkeiten verfügt, vermutlich im Gegensatz zu anderen Lokalen, deren Keller mit Beton verfüllt sind. Und was soll ich sagen, die Wochenzeitung hat Recht. Ich bin aber nicht wegen des Kellers hingegangen und auch nicht deswegen geblieben, sondern weil sich im Geschoß über dem Untergeschoß ein sehr charmantes, weil schon arg angeranztes Café befindet, das sich als Bühnenbild für „La Bohème“ hervorragend eignen würde. Eigentlich ist es egal, weshalb man hingeht, weil man eh so lange hocken bleibt, bis einen die Schwindsucht in ein anderes Untergeschoß befördert.
At Café Weidinger in Vienna – As the saying goes, you shouldn’t believe everything you read in the press. One Viennese weekly, for instance, reports that the Weidinger actually has usable rooms in its basement—presumably unlike other establishments where the cellars have been filled with concrete. And what can I say? The weekly is right. Yet I didn’t go there for the cellar, nor did I stay for that reason; I stayed because the floor above the basement houses a café that is charming precisely because it is so wonderfully shabby—a place that would make a perfect set for *La Bohème*. In the end, it doesn’t really matter why you go, because you’re bound to sit there until consumption carries you off to a different kind of underground.