Na endlich!

Es kommt am Ende doch zusammen, was zusammen gehört: Das FDP-geführte Verkehrsministerium und der ADAC haben sich getraut! In den einschlägigen Gazetten munkelte man ja schon seit Jahrzehnten, dass da mehr ist als nur eine Seelenverwandtschaft. Nun endlich ist es offiziell: Die nicht mehr ganz so jungen Leute haben es getan und sich in der wunderschönen Kathedrale St. Lambsdorff auf Christian Lindners Privatinsel da Ja-Wort gegeben. Anschließend ging es im knallgelben Panoramabus auf Hochzeitsreise nach Panama, wo sich die Offshore-Konten schon auf Besuch aus der Heimat freuen.

Well finally! – In the end, what belongs together comes together: the FDP-led Ministry of Transport and the ADAC dared to do it! In the relevant gazettes it has been rumored for decades that there is more than just a soul mate. It’s finally official: the not-so-young people did it and tied the knot in the beautiful St. Lambsdorff Cathedral on Christian Lindner’s private island. Then they went on their honeymoon to Panama in the bright yellow panoramic bus, where the offshore accounts are already looking forward to visitors from home.

Deutscher Herbst

In Deutschland gibt sich sogar die Natur größte Mühe, die Spuren der Vergangenheit nicht sogleich zu tilgen, aber was auch immer am Ende übrig bleibt, ist irgendwie bräunlich.

German autumn – In Germany, even nature tries very hard not to immediately erase the traces of the past, but whatever remains in the end is somehow brownish.

Lästige Pflicht

Heute beginnt der Karneval. Das ist uns Altbayern zwar völlig wurscht, denn wir haben den Fasching im Februar und der dauert drei Tage und das reicht völlig, um die schlechte Laune aufzufrischen, aber für die Franken und die anderen Norddeutschen beginnt die Leidenszeit eben schon im November. Ab heute bis Aschermittwoch müssen sie sich in lächerliche Kostüme kleiden und auf furchtbaren Festveranstaltungen zu grässlichen Schunkelschlagern klebrige Alkoholika trinken, bis die Ohren bluten und das Magengeschwür platzt. Deutsch sein heißt eben, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun.

Chore – Today the carnival starts. We Bavarians don’t give a damn about that, because we have Fasching in February which lasts for three days and that’s enough to freshen up the bad mood, but for the Franconians and the other North Germans the suffering begins in November. From now until Ash Wednesday, they have to dress up in ridiculous costumes and drink sticky alcohol to ghastly music at horrible festivals until their ears bleed and stomach ulcers burst. To be German means just to do something for its own sake.

Grenzöffnung

Heute vor 32 Jahren wurde aufgrund eines Versprechers die Grenze zum Westen geöffnet, aber weil das Schloss schon damals extrem verrostet war, hat man es seither nicht mehr schließen können. Inzwischen hat man auf beiden Seiten gemerkt, dass das alles Blödsinn war, doch wo zum Teufel soll man nun ein geeignetes Schloss finden, da es selbst im Fachhandel nur noch Ramschprodukte aus China zu kaufen gibt. Es scheint so, als müssten die Deutschen wohl doch lernen, miteinander auszukommen. Tja.

Opening of the border – 33 years ago today, the border to the west was opened due to a slip of the tongue, but because the lock was already extremely rusty at the time, it has not been possible to close it since then. In the meantime, both sides have noticed that it was all nonsense, but where the hell are you supposed to find a suitable lock, since even in specialist shops you can only buy junk products from China. It seems as if the Germans have to learn to get along with each other after all. Well.

Einheitswurst

Inzwischen ist die deutsche Einheit trotz gegenteiliger Presseberichte völlig hergestellt: Außen Schwarz-Rot-Gold, innen bräunlich mit grünen Kotzbrocken.

Sausage of Unity – Meanwhile, German unity has been completed, despite press reports to the contrary: black, red and gold on the outside, brownish on the inside with green puke chunks.

Und jetzt, deutsches Bürgertum?

Dein fester Glaube, dass Putin und seine Kamarilla wie Du nur an Geld interessiert seien, weil das für Dich die einzig vorstellbare Alternative zum Faschismus ist, als sei Kapitalismus nicht ebenfalls eine irrationale, menschenverachtende Ideologie – der wird gerade in der Ukraine in Trümmer gelegt. Schlimm, schlimm. Wo genau tut’s denn weh? Links, wo das Herz sein sollte, befindet sich bei dir doch nur die dicke Brieftasche. Investiere die Kohle halt in die Rüstungsindustrie, dann fühlst Du Dich gleich besser. Ach, hast Du eh?

And now, German bourgeoisie? Your firm belief that Putin and his camarilla as you are only interested in money, because this is the only imaginable alternative to fascism for you, as if capitalism is not also an irrational, inhuman ideology – it is put in rubble in Ukraine right now. That’s bad. Where exactly does it hurt? To the left, where your heart should be, there is only the thick wallet. Invest the loot in the armaments industry, then you feel better instantly. Oh, you did anyway?

Neulich in Versailles (4)

An dieser Stelle stand am 18. Januar 1871 der preußische König Wilhelm im eiskalten weil unbeheizten Spiegelsaal des Schlosses von Versailles und wartete darauf, dass ihn die versammelten Würdenträger endlich zum deutschen Kaiser ausrufen würden. Auf dem Gemälde von Anton von Werner ist deutlich zu sehen, dass Wilhelm keine glückliche Mine macht und das lag daran, dass er schon den ganzen Morgen über einen riesigen Furz verdrücken musste. Seit Tagen hatte es nur französischen Stinkekäse und Baguette zum Essen gegeben und er litt unter furchtbaren Blähungen. Endlich war Bismarck mit seinem Geschwätz an ein Ende gekommen und die Menge rief Hurra und klapperte mit ihren Säbeln. Auf diesen Moment hatte Wilhelm gewartet und erleichterte sich. Niemand merkte etwas, außer seinem Sohn Friedrich, der hinter ihm stand und hörbar nach Luft schnappte. Eines der wenigen Ereignisse der deutschen Geschichte, das keine Spuren hinterlassen hat, wie man auf dem Bild deutlich sehen kann.

Recently at Versailles – At this spot, on January 18, 1871, the Prussian King Wilhelm stood in the ice-cold, unheated Hall of Mirrors of the Palace of Versailles, waiting for the assembled dignitaries to finally proclaim him German Emperor. In Anton von Werner’s painting, it’s clear to see that Wilhelm isn’t making a happy face, and that’s because he’s had to hold back an enormous fart all morning. For days the only food he had had was french stinky cheese and baguette, and he was suffering from terrible flatulence. At last Bismarck had come to an end with his chatter, and the crowd cheered hurrah and clattered their sabers. Wilhelm had been waiting for this moment and relieved himself. Nobody noticed anything, except for his son Friedrich, who was standing behind him and audibly gasped. One of the few events in German history that left no traces, as you can clearly see in the picture.

Wie es wirklich war (9)

Als heute vor 73 Jahren das Grundgesetz in Kraft trat, hatten die Preußen schon dafür gesorgt, dass der Vorschlag der bayerischen Abgeordneten zurückgewiesen worden war, das passive Wahlrecht auch auf alle Rindviecher auszuweiten, denn schließlich habe sich das in Bayern bewährt. Wie bekannt, hat Bayern dann das Grundgesetz abgelehnt und die Rindviecher dürfen hier immer noch in die Regierung gewählt werden. Es ist halt eine Tradition.

How it really was – When the Basic Law came into force 73 years ago today, the Prussians had already ensured that the proposal by the Bavarian MPs was rejected to extend the right to stand for election to all cattle, because after all that had proven its worth in Bavaria. As is well known, Bavaria then rejected the Basic Law and cattle can still be elected to the government here. It’s just a tradition.