Und jetzt, deutsches Bürgertum?

Dein fester Glaube, dass Putin und seine Kamarilla wie Du nur an Geld interessiert seien, weil das für Dich die einzig vorstellbare Alternative zum Faschismus ist, als sei Kapitalismus nicht ebenfalls eine irrationale, menschenverachtende Ideologie – der wird gerade in der Ukraine in Trümmer gelegt. Schlimm, schlimm. Wo genau tut’s denn weh? Links, wo das Herz sein sollte, befindet sich bei dir doch nur die dicke Brieftasche. Investiere die Kohle halt in die Rüstungsindustrie, dann fühlst Du Dich gleich besser. Ach, hast Du eh?

And now, German bourgeoisie? Your firm belief that Putin and his camarilla as you are only interested in money, because this is the only imaginable alternative to fascism for you, as if capitalism is not also an irrational, inhuman ideology – it is put in rubble in Ukraine right now. That’s bad. Where exactly does it hurt? To the left, where your heart should be, there is only the thick wallet. Invest the loot in the armaments industry, then you feel better instantly. Oh, you did anyway?

Neulich in Versailles (4)

An dieser Stelle stand am 18. Januar 1871 der preußische König Wilhelm im eiskalten weil unbeheizten Spiegelsaal des Schlosses von Versailles und wartete darauf, dass ihn die versammelten Würdenträger endlich zum deutschen Kaiser ausrufen würden. Auf dem Gemälde von Anton von Werner ist deutlich zu sehen, dass Wilhelm keine glückliche Mine macht und das lag daran, dass er schon den ganzen Morgen über einen riesigen Furz verdrücken musste. Seit Tagen hatte es nur französischen Stinkekäse und Baguette zum Essen gegeben und er litt unter furchtbaren Blähungen. Endlich war Bismarck mit seinem Geschwätz an ein Ende gekommen und die Menge rief Hurra und klapperte mit ihren Säbeln. Auf diesen Moment hatte Wilhelm gewartet und erleichterte sich. Niemand merkte etwas, außer seinem Sohn Friedrich, der hinter ihm stand und hörbar nach Luft schnappte. Eines der wenigen Ereignisse der deutschen Geschichte, das keine Spuren hinterlassen hat, wie man auf dem Bild deutlich sehen kann.

Recently at Versailles – At this spot, on January 18, 1871, the Prussian King Wilhelm stood in the ice-cold, unheated Hall of Mirrors of the Palace of Versailles, waiting for the assembled dignitaries to finally proclaim him German Emperor. In Anton von Werner’s painting, it’s clear to see that Wilhelm isn’t making a happy face, and that’s because he’s had to hold back an enormous fart all morning. For days the only food he had had was french stinky cheese and baguette, and he was suffering from terrible flatulence. At last Bismarck had come to an end with his chatter, and the crowd cheered hurrah and clattered their sabers. Wilhelm had been waiting for this moment and relieved himself. Nobody noticed anything, except for his son Friedrich, who was standing behind him and audibly gasped. One of the few events in German history that left no traces, as you can clearly see in the picture.

Wie es wirklich war (9)

Als heute vor 73 Jahren das Grundgesetz in Kraft trat, hatten die Preußen schon dafür gesorgt, dass der Vorschlag der bayerischen Abgeordneten zurückgewiesen worden war, das passive Wahlrecht auch auf alle Rindviecher auszuweiten, denn schließlich habe sich das in Bayern bewährt. Wie bekannt, hat Bayern dann das Grundgesetz abgelehnt und die Rindviecher dürfen hier immer noch in die Regierung gewählt werden. Es ist halt eine Tradition.

How it really was – When the Basic Law came into force 73 years ago today, the Prussians had already ensured that the proposal by the Bavarian MPs was rejected to extend the right to stand for election to all cattle, because after all that had proven its worth in Bavaria. As is well known, Bavaria then rejected the Basic Law and cattle can still be elected to the government here. It’s just a tradition.

Heraus zum 1. Mai!

Wie immer am Tag der Arbeit erheben sich die Gewerkschaften aus ihren Gräbern und wandeln untot einen sonnigen Tag lang über Straßen und Plätze, ihre roten Leichentücher auslüftend, bis sie dann am Abend wieder zurückkehren müssen in die dunklen Grüfte. So ist der Lauf der Natur, da kann man nix machen, Genosse.

Happy Labour Day! – As always on Labour Day, the unions rise from their graves and roam the streets and squares undead for a sunny day, airing their red shrouds, until they have to return to the dark tombs in the evening. That’s the way nature goes, there’s nothing you can do about it, comrade.

Dumme Frage

Was haben Bratkartoffeln und die deutsche Justiz gemeinsam? – Leicht angebräunt mag der Deutsche sie am liebsten. Sonst haben sie nichts gemeinsam, weder in Geschmack noch Konsistenz. Dass die deutsche Justiz beispielsweise außen hart und innen weich sei, kann man ihr wirklich nicht zugutehalten.

Stupid question – What do fried potatoes and the German judiciary have in common? – Germans like them best when they are slightly brown. Otherwise they have nothing in common, neither in taste nor consistency. One really cannot suggest that the German judiciary is hard on the outside and soft on the inside.

Ach, Polizei!

Nicht dass wir es toll finden, wenn du Gewalt anwendest, aber wer sich noch erinnern kann, wie es sich angefühlt hat, in Wackersdorf, im Wendland oder an der Startbahn West von dir verprügelt zu werden, der kann nur staunen, wie zärtlich du mit Querdenkern, Spaziergängern und anderen Nazis umgehst. Kann es sein, dass du am Ende erfolgreich resozialisiert wurdest? Frag bitte mal deinen Bewährungshelfer.

Oh, police! Not that we think it’s great when you use violence, but anyone who can still remember what it felt like to be beaten up by you in Wackersdorf, in Wendland or at Startbahn West can only be amazed at how tenderly you are with those anti-Corona-activists and other Nazis. Could it be that you were successfully rehabilitated in the end? Please ask your probation officer.

Deutschtümelei

Als 1913 dieses Denkmal für den 1911 verstorbenen Geografen errichtet wurde, war die Verteidigung des Tums nicht nur in Deutschland noch etwas, wofür einem ein Denkmal errichtet werden konnte. Ein Jahr später konnten die Tümler Europas schon froh sein, wenn sie ein eigenes Grab bekommen haben, wobei es ihnen wohl eh wurscht war. Die meisten waren auch keine Geografen und viel gesehen von der Welt haben sie sowieso nicht. Ein paar Meter vor und wieder zurück, von einem Schützengraben in den anderen. Da hätte man sich die Geografen auch sparen können. Dabei hört sich ‚Weltkrieg’ so herumgekommen an. Mehr als umkommen war dann aber nicht drin. Alles ein großer Beschiss, wie immer.

Teutomania – When this memorial was erected in 1913 for the geographer who died in 1911, the defense of ze fazerland was not only in Germany something for which a memorial could be erected. A year later, the patridiots of Europe could be happy when they got their own grave, although they probably didn’t care. Most of them weren’t geographers either, and they haven’t seen much of the world anyway. A few meters back and forth, from one trench to the other. One could have spared the geographers. ‚World War‘ sounds like getting around. But then there was no more than getting underground. It was all a big scam, as always.

Deutscher Schicksalstag

Bekanntlich wird am 9. November an diverse Ereignisse in der deutschen Geschichte erinnert, sogar an unschöne wie den sog. Mauerfall. Was kaum einer weiß, ist, dass an einem 9. November auch die Invasion der Windräder begonnen haben soll. Dies steht so in einer alljährlich herausgegebenen Pressemitteilung des Hausbesitzervereins Landshut, in der die bayerische Staatsregierung dazu aufgerufen wird, die Gebirgsjäger zu mobilisieren und endlich gegen die die Landschaft verschandelnden Ungetüme vorzugehen, notfalls auch mit Atomwaffen. „Unsere Immobilien sind es doch, welche die öde niederbayerische Landschaft erst erträglich machen, daher müsse Naturschutz in erster Linie Immobilienschutz sein!“, so der Vereinsvorsitzende. Weil aber die erste Windkraftanlage tatsächlich schon an einem 24. August in Betrieb genommen wurde, der Verein also auch dieses Jahr wieder mehr als zwei Monate zu spät dran ist, stößt die Initiative auf nur geringes Interesse. Einzig das „Straubinger Intelligenzblatt“ druckt die Mitteilung regelmäßig, weil „unsere Leser sich inzwischen daran gewöhnt haben.“

Germanys fateful day – As is well known, November 9th will commemorate various events in German history, even unpleasant ones like the so-called fall of the Berlin Wall. What hardly anyone knows is that the invasion of the wind turbines is said to have started on November 9th. This is stated in an annual press release by the Landshut House Owners‘ Association, in which the Bavarian state government is called upon to mobilize the mountain troops and finally to take action against the monsters that are spoiling the landscape, if necessary with nuclear weapons. „It is our real estate that makes the desolate Lower Bavarian landscape bearable in the first place, so nature conservation must first and foremost be real estate protection!“ But because the first wind turbine actually went into operation on August 24th, so the association is more than two months late again this year, the initiative has met with little interest. Only the „Straubinger Intelligenzblatt“ prints the message regularly, because „our readers have got used to it by now.“