Gestern wurde ein Nachfolger für den neulich verstorbenen Höllenfürsten gewählt. Als nach dreitägigem Konklave am frühen Abend weißer Rauch aufstieg, konnte man vereinzelt feiernde Satanisten auf den Straßen beobachten und der Vatikan schickte ein Glückwunschtelegramm: Ohne den Teufel könne man den Leuten schließlich keine Höllenangst einjagen. Der Rest der Welt tat derweil, was er immer tut.
Habemus Satanam – Yesterday, a successor was elected for the recently deceased Prince of Darkness. When white smoke rose early in the evening following a three-day conclave, scattered groups of celebrating Satanists could be seen in the streets, and the Vatican sent a congratulatory telegram—noting that, without the Devil, it would be impossible to strike a fear of Hell into people. Meanwhile, the rest of the world did what it always does.
Als der dänisch-spanische Edelmann Kalle del Becher im Frühjahr 1699 im Auftrag des spanischen Königs Karl II, nach Venedig kam, um in großen Mengen kommende Getreideernten für das an einer Hungersnot leidende Spanien aufzukaufen, musste er einerseits feststellen, dass die ihm zur Verfügung gestellten Mittel zwar beachtlich waren, aber zu gering, um die Venezianer zu überzeugen, die Handelsverträge mit Frankreich und Österreich zu kündigen, die ebenfalls unter Getreidemangel litten. Andererseits war er sehr geschmeichelt, als er eines Tages durch die Stadt irrend, entdeckte, dass man, ohne ihm etwas zu sagen, eine Gasse nach ihm benannt hatte, die zwar unscheinbar und schmal war, aber ohne Zweifel seinen Namen trug. Als er sich während der nächsten Audienz im Dogenpalast für die große Ehre bedankte, sah man ihn verständnislos und belustigt an und schickte ihn mit einem Schulterklopfen und der Empfehlung, das nächste Mal eine größere Börse mitzubringen, wieder nach Hause. In Spanien angekommen, musste er gestehen, keinen Erfolg gehabt zu haben, schmückte seine Erzählung aber mit der ihn betreffenden Anekdote, was den geistesschwachen König Karl in solches Entzücken versetzte, dass er in lautes Lachen und Frohlocken ausbrach und eine ganze Woche lang nicht damit aufhören wollte. Der Hofstaat musste natürlich, ob er wollte oder nicht, darin einstimmen. Die Nachricht, dass der König und der Adel sich trotz der furchtbaren Hungersnot so prächtig amüsierten, führte kurz darauf zu einem Aufstand in Madrid, dem Sturz des regierenden Ministers, der Stärkung der profranzösischen Fraktion am Hofe und nach dem Tode des kinderlosen Karl im Jahr darauf schließlich zum Spanischen Erbfolgekrieg, in dessen erster Schlacht bei Carpi der Conte del Becher, der, ohne es je erfahren zu haben, aufgrund seiner Unkenntnis des venezianischen Dialekts und seiner Eitelkeit einen mehr als 13 Jahre langen gesamteuropäischen Konflikt ausgelöst hatte, von einem herabfallenden Ast erschlagen wurde.
How it really was – When the Danish-Spanish nobleman Kalle del Becher arrived in Venice in the spring of 1699—commissioned by King Charles II of Spain to purchase large quantities of upcoming grain harvests for a famine-stricken Spain—he found, on the one hand, that the funds placed at his disposal, while substantial, were insufficient to persuade the Venetians to cancel their trade agreements with France and Austria, both of which were also suffering from grain shortages. On the other hand, he was deeply flattered when, while wandering through the city one day, he discovered that—without anyone having told him—an alleyway had been named after him; it was admittedly narrow and unassuming, but it undoubtedly bore his name. When he expressed his gratitude for this great honor during his next audience at the Doge’s Palace, he was met with looks of bewilderment and amusement; he was then sent on his way with a pat on the back and a recommendation to bring a larger purse next time. Upon his return to Spain, he had to admit his failure, yet he embellished his account with the anecdote concerning the alleyway—a story that delighted the feeble-minded King Charles so much that he burst into loud laughter and rejoicing, refusing to stop for a full week. Naturally, the courtiers were obliged to join in, whether they wished to or not. The news that the king and the nobility were amusing themselves so lavishly despite the terrible famine led shortly thereafter to an uprising in Madrid, the fall of the ruling minister, and the strengthening of the pro-French faction at court; following the death of the childless Charles the next year, it ultimately resulted in the War of the Spanish Succession—during the first battle of which, at Carpi, the Conte del Becher was killed by a falling branch, having—without ever realizing it—triggered a pan-European conflict lasting more than thirteen years due to his vanity and his ignorance of the Venetian dialect.
Als mich mein Lebensweg immer weiter ins Moor hineinführte, das mich aggressiv anblubberte und darauf wartete, dass ich einen falschen Schritt täte, war ich eigentlich ganz froh, mich auf dem Holzweg zu befinden. Es gibt Schlimmeres, als sich zu verirren.
On the Periphery – As my life’s path led me ever deeper into the moor—which bubbled aggressively at me, waiting for me to take a wrong step—I was actually quite glad to find myself on the wrong track. There are worse things than getting lost. (in German: to be on the wooden track)
Ein Sprecher der Bundeswehr hat heute die neueste Geheimwaffe vorgestellt, mit der sich einerseits die Jugend leichter für den Kriegsdienst begeistern lässt und mit der andererseits der potenzielle Gegner sicher nicht rechnen wird. Der Überraschungseffekt dürfte nach der Pressekonferenz allerdings nicht mehr sehr groß sein.
On Future Wars – A Bundeswehr spokesperson today unveiled the latest secret weapon—one that makes it easier to get young people excited about military service while also being something a potential adversary would certainly not anticipate. However, the element of surprise is unlikely to remain very significant following the press conference. („missile“)
Nachdem Gott Noah endlich überzeugt hatte, die Arche zu bauen und der alte Trunkenbold es tatsächlich geschafft hatte, sich aus sämtlichen Zoos ein Paar jeder Spezis zu besorgen, außer ein paar wenigen, die schon bei der Schöpfung misslungen waren und um die es nicht schade sein würde, konnte Gott endlich mit der Sintflut beginnen. Doch als er die Himmelsschleusen öffnete, kam da nicht mehr als ein Rinnsal heraus. Anscheinend hatte man ihm das Wasser abgestellt! Das war ja unerhört. Natürlich hatte er die Rechnungen immer sofort weggeworfen, denn wo käme man denn da hin, wenn ER, der alles erschaffen hatte, für sein eigenes Wasser auch noch zahlen sollte? Diese Menschen waren wirklich durch und durch verkommene, undankbare Vollidioten! Damit sich diese peinliche Episode nicht herumsprach, ertränkte er Noah und seine blöden Viecher im Schwarzen Meer und erzählte später eine Version der Geschichte, die ihn in besserem Lichte dastehen ließ.
How it really was – After God had finally convinced Noah to build the Ark—and the old drunkard had actually managed to round up a pair of every species from all the zoos (except for a few botched creations from the dawn of time that wouldn’t be missed)—God could finally unleash the Great Flood. But when He opened the floodgates of heaven, nothing more than a trickle came out. Apparently, His water supply had been cut off! It was outrageous. Of course, He had always thrown the bills away immediately; after all, where would things end up if *He*—the Creator of everything—were expected to pay for His own water? Those humans were truly depraved, ungrateful morons, one and all! To keep word of this embarrassing episode from getting out, He drowned Noah and his stupid beasts in the Black Sea and later told a version of the story that cast Him in a better light.
Da die Bundeswehr sparen muss, wurde neulich ein neues Flugabwehrsystem installiert, das jedoch große Lücken aufweist. Aber immerhin war es billig.
Upgrading – Since the Bundeswehr needs to cut costs, a new air defense system was recently installed—though it has major gaps. But at least it was cheap.
Heute vor 65 Jahren wurde mit dem Bau der Mauer in Berlin begonnen. Als noch niemand die Absicht hatte, eine Mauer zu errichten, sah der erste Entwurf etwas anders aus. Erst als der zuständige Parteiuntersekretär an die Wand gestellt worden ist, wurden Ulbricht vernünftige Vorschläge für eine befestigte Grenze vorgelegt. Der Rest ist bekanntlich Geschichte.
How it really was – Construction of the Berlin Wall began 65 years ago today. Back when no one yet intended to build a wall, the initial design looked somewhat different. It was only after the responsible party official was „put up against the wall“ that sensible proposals for a fortified border were presented to Ulbricht. The rest, as they say, is history.
Als Batman einmal vergessen hatte, dass er Batman war, und sich stattdessen für Superman hielt, musste er schmerzhaft erfahren, dass so eine kleine Verwechslung unangenehme Folgen haben kann. Da ist es gut, wenn man eine gute Krankenversicherung hat. Denken Sie das nächste Mal daran, bevor auch Sie sich so dumm anstellen.
Good Advice – When Batman once forgot he was Batman and thought he was Superman instead, he learned the hard way that such a mix-up can have unpleasant consequences. That’s when having good health insurance comes in handy. Keep that in mind next time, before you do something just as foolish.
Die Bundesregierung gibt eine weitere Sparmaßnahme bekannt: Künftig seien aufgrund der wirtschaftlichen Lage alle Notfälle verboten. Man könne sich diesen Luxus nicht mehr leisten, schließlich leide darunter hauptsächlich die deutsche Wirtschaft. Die Leute sollten sich nicht so anstellen und sich ein Vorbild an früheren Generationen nehmen, die zwei Weltkriege überstanden hätten, ohne sich über die Folgen zu beklagen. Wenn das Dach in Flammen stehe oder der Krebs die Lunge zersetze, müsse man sich eben zusammenreißen und künftig besser aufpassen.
Emergency Measure – The federal government has announced another cost-cutting measure: henceforth, all emergencies are prohibited due to the economic situation. The country can no longer afford such a luxury; after all, it is primarily the German economy that suffers as a result. People should stop making a fuss and take a leaf out of the book of earlier generations, who survived two world wars without complaining about the consequences. If the roof is ablaze or cancer is eating away at one’s lungs, one simply needs to pull oneself together—and be more careful in the future.
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