Eines Tages erreichte Pavel Havel, der berühmte tschechische Abenteurer und Großmeister aller Klassen, den Rand der Welt. Was er dort fand, überraschte und schockierte ihn dermaßen, dass er beinahe über den Rand hinaus gefallen wäre. Es sei unvorstellbar, spektakulär, ja nahezu außergewöhnlich, was man da sehen könne. Um genau zu sein: Es sei schlichtweg wunderbar und ungeheuer. Ein so einzigartiger Anblick, dass man drüber irre werden könne, wenn man nicht von robuster Konstitution sei, was er von sich behaupten dürfe. Der Mensch könne ein so außerordentliches Schauspiel gar nicht begreifen, es sei buchstäblich und ausgesprochen beeindruckend. Der Eindruck habe einen tiefen Eindruck in ihm hinterlassen, man könne die Delle noch sehen, sie selbst sei beeindruckend groß. Mehr könne er gar nicht dazu sagen, er habe eh schon mehr gesagt als er zu sagen im Stande sei, da ihm angesichts des Unbeschreiblichen verständlicherweise die Worte fehlen würden.
The Adventures of Pavel Havel – One day, Pavel Havel—the famous Czech adventurer and grandmaster of all trades—reached the edge of the world. What he found there surprised and shocked him to such an extent that he nearly tumbled over the brink. It was, by all accounts, unimaginable, spectacular—truly extraordinary. To be precise: it was simply wonderful and immense. A sight so unique that it might well drive a person mad, unless one possessed a robust constitution—which, he felt, he certainly did. Such an exceptional spectacle was beyond human comprehension; it was, quite literally, profoundly impressive. The experience left a deep dent in him—one could still see the indentation, which was, in itself, impressively large. He could say no more; in fact, he had already said more than he was truly capable of expressing, for, faced with the indescribable, he was—understandably—left entirely without words.
Gestern wurde ein Nachfolger für den neulich verstorbenen Höllenfürsten gewählt. Als nach dreitägigem Konklave am frühen Abend weißer Rauch aufstieg, konnte man vereinzelt feiernde Satanisten auf den Straßen beobachten und der Vatikan schickte ein Glückwunschtelegramm: Ohne den Teufel könne man den Leuten schließlich keine Höllenangst einjagen. Der Rest der Welt tat derweil, was er immer tut.
Habemus Satanam – Yesterday, a successor was elected for the recently deceased Prince of Darkness. When white smoke rose early in the evening following a three-day conclave, scattered groups of celebrating Satanists could be seen in the streets, and the Vatican sent a congratulatory telegram—noting that, without the Devil, it would be impossible to strike a fear of Hell into people. Meanwhile, the rest of the world did what it always does.
Die Bäume können uns tatsächlich in vielem ein Vorbild sein: Sie machen keinen Lärm, rauchen nicht und verbrennen kein Benzin, weil sie gar nicht das Bedürfnis haben, ständig den Ort zu wechseln. Sie atmen, wachsen, werfen im Herbst ihre Blätter ab, damit die Igel darunter Winterschlaf halten können, und wenn sie dann alt und schwach werden, wächst ein Junger nach, ihnen für den Rest ihrer Tage ein wenig Halt zu geben.
News from the Forest – Trees can truly serve as role models for us in many ways: they make no noise, do not smoke, and burn no gasoline, because they have no desire to constantly change their location. They breathe, grow, and shed their leaves in autumn so that hedgehogs can hibernate beneath them; and when they eventually grow old and frail, a young tree grows up to provide them with a little support for the rest of their days.
Vor 80 Jahren zum Beispiel war in der Markuskirche in Venedig anscheinend so wenig los, dass man ungestört seinen Namen in den Stein ritzen konnte. Heute treten einem die anderen Touristen auf die Füße und wenn man sein Messer auspackt, fangen sie an zu schreien und trampeln sich gegenseitig zu Tode. Wie soll man denn in so einer Welt noch Spuren hinterlassen?
Not everything used to be bad – Eighty years ago, for instance, St. Mark’s Basilica in Venice was apparently so quiet that one could carve one’s name into the stone undisturbed. Today, other tourists step on your feet, and if you pull out your knife, they start screaming and trample each other to death. How is one supposed to leave a mark in a world like that?
Weil Gottvater eher so der Outdoortyp ist, verbringt er die Sommerferien gerne auf der Weide, wo man nichts anderes zu tun hat als in die Landschaft zu schauen, zu grasen, ab und zu einen bisschen zu traben und am Nachmittag ein paar Äpfel fallen zu lassen. Weil seine beiden anderen Personen das wie immer zu langweilig finden und schon nach ein paar Stunden anfangen zu maulen, achtet er darauf, immer dort zu äpfeln, wo die beiden gerade grasen. Wenn sie dann ein langes Gesicht machen, könnte er wiehern vor Freude, aber Gottvater ist eben doch eher ein stiller Genießer.
News from God – Since God the Father is something of an outdoorsy type, he likes spending his summer holidays out in the pasture, where there is nothing to do but gaze at the landscape, graze, trot a little now and then, and drop a few apples in the afternoon. Because his other two personas find this boring—as always—and start grumbling after just a few hours, he makes sure to drop his apples right where the other two happen to be grazing. When they pull long faces, he could neigh with delight, but God the Father is, after all, the sort who prefers to savor things quietly.
Man muss mit Respekt betrachten, dass hier jemand ganz offensichtlich extrem unentspannt gewesen sein muss und es dennoch geschafft hat, sich davon frei zu machen. Ich bezweifle aber, dass sich einer findet, der Bedarf hat.
Free to a good home – One has to respect the fact that the person involved was quite obviously extremely uptight at the time, yet managed to break free from that state. I doubt, however, that anyone will be found who has a use for it.
Als der dänisch-spanische Edelmann Kalle del Becher im Frühjahr 1699 im Auftrag des spanischen Königs Karl II, nach Venedig kam, um in großen Mengen kommende Getreideernten für das an einer Hungersnot leidende Spanien aufzukaufen, musste er einerseits feststellen, dass die ihm zur Verfügung gestellten Mittel zwar beachtlich waren, aber zu gering, um die Venezianer zu überzeugen, die Handelsverträge mit Frankreich und Österreich zu kündigen, die ebenfalls unter Getreidemangel litten. Andererseits war er sehr geschmeichelt, als er eines Tages durch die Stadt irrend, entdeckte, dass man, ohne ihm etwas zu sagen, eine Gasse nach ihm benannt hatte, die zwar unscheinbar und schmal war, aber ohne Zweifel seinen Namen trug. Als er sich während der nächsten Audienz im Dogenpalast für die große Ehre bedankte, sah man ihn verständnislos und belustigt an und schickte ihn mit einem Schulterklopfen und der Empfehlung, das nächste Mal eine größere Börse mitzubringen, wieder nach Hause. In Spanien angekommen, musste er gestehen, keinen Erfolg gehabt zu haben, schmückte seine Erzählung aber mit der ihn betreffenden Anekdote, was den geistesschwachen König Karl in solches Entzücken versetzte, dass er in lautes Lachen und Frohlocken ausbrach und eine ganze Woche lang nicht damit aufhören wollte. Der Hofstaat musste natürlich, ob er wollte oder nicht, darin einstimmen. Die Nachricht, dass der König und der Adel sich trotz der furchtbaren Hungersnot so prächtig amüsierten, führte kurz darauf zu einem Aufstand in Madrid, dem Sturz des regierenden Ministers, der Stärkung der profranzösischen Fraktion am Hofe und nach dem Tode des kinderlosen Karl im Jahr darauf schließlich zum Spanischen Erbfolgekrieg, in dessen erster Schlacht bei Carpi der Conte del Becher, der, ohne es je erfahren zu haben, aufgrund seiner Unkenntnis des venezianischen Dialekts und seiner Eitelkeit einen mehr als 13 Jahre langen gesamteuropäischen Konflikt ausgelöst hatte, von einem herabfallenden Ast erschlagen wurde.
How it really was – When the Danish-Spanish nobleman Kalle del Becher arrived in Venice in the spring of 1699—commissioned by King Charles II of Spain to purchase large quantities of upcoming grain harvests for a famine-stricken Spain—he found, on the one hand, that the funds placed at his disposal, while substantial, were insufficient to persuade the Venetians to cancel their trade agreements with France and Austria, both of which were also suffering from grain shortages. On the other hand, he was deeply flattered when, while wandering through the city one day, he discovered that—without anyone having told him—an alleyway had been named after him; it was admittedly narrow and unassuming, but it undoubtedly bore his name. When he expressed his gratitude for this great honor during his next audience at the Doge’s Palace, he was met with looks of bewilderment and amusement; he was then sent on his way with a pat on the back and a recommendation to bring a larger purse next time. Upon his return to Spain, he had to admit his failure, yet he embellished his account with the anecdote concerning the alleyway—a story that delighted the feeble-minded King Charles so much that he burst into loud laughter and rejoicing, refusing to stop for a full week. Naturally, the courtiers were obliged to join in, whether they wished to or not. The news that the king and the nobility were amusing themselves so lavishly despite the terrible famine led shortly thereafter to an uprising in Madrid, the fall of the ruling minister, and the strengthening of the pro-French faction at court; following the death of the childless Charles the next year, it ultimately resulted in the War of the Spanish Succession—during the first battle of which, at Carpi, the Conte del Becher was killed by a falling branch, having—without ever realizing it—triggered a pan-European conflict lasting more than thirteen years due to his vanity and his ignorance of the Venetian dialect.
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