Das Warten hat ein Ende!

Hervorgehoben

Ich freue mich mitteilen zu dürfen, dass mein neues Buch „Wien von Alt bis Zartl“ erschienen ist. In den vergangenen drei Jahren habe ich die schönsten und schrägsten Wiener Kaffeehäuser besucht und dabei Zeichnungen und Texte angefertigt, die nun auch gedruckt vorliegen. Falls Sie jetzt schon ein Weihnachtsgeschenk benötigen oder sicher sind, dieses Jahr keines erwarten zu dürfen: Machen Sie sich selbst eine Freude und erwerben Sie dieses Buch. Oder besser noch: Nehmen Sie es mit nach Wien! – Auch als e-book und bald in englischer Sprache. – Bestellbar im lokalen Buchhandel oder hier im BoD-bookshop.

The wait is over! – I am delighted to announce the release of my new book, *Wien von Alt bis Zartl*. Over the past three years, I have visited Vienna’s most beautiful and quirky coffeehouses, creating drawings and texts that are now available in print. Whether you need a Christmas gift right now or are certain you won’t be receiving one this year, treat yourself to a copy. Or better yet: take it along with you to Vienna! – Also as an e-book and, before long, in English as well. – Available to order from local bookstores or here in the BoD bookshop.

Aus dem Familienalbum (86)

Als mein kürzlich verstorbener Onkel Knut in Pension gegangen war, erfüllte er sich einen Kindheitstraum und kaufte sich einen Öltanker. Leider war das Schiff zu groß für den Gartenteich, darum kaufte er den Atlantik gleich dazu. Es sei praktisch, dass der Verkäufer des Tankers auch einen Ozean im Angebot habe, denn die seien ja bekanntlich ziemlich selten. Der Mann habe zugesagt, dass beides innerhalb von zwei Tagen geliefert werden könne, wenn er bar bezahle. Zufällig hätten Schiff und Atlantik genauso viel gekostet, wie er gerade im Haus gehabt habe. Seine Frau und seine Kinder drohten damit, ihn zu entmündigen, wenn er nicht sofort Anzeige erstatte, aber Knut blieb stur. Die Familie staunte nicht schlecht, als der vermeintliche Trickbetrüger zwei Tage später mit einer Armee aus Baggern und Lastwagen anrückte, die halbe Nachbarschaft abriss und das so entstandene Loch mit Wasser füllte. Später rollte dann ein Schwertransport an und am Abend hätte Knut schon an Deck seines Tankers stehen können. Er jedoch weigerte sich nun rigoros, den Empfang zu bestätigen, da das Loch zwar eindrucksvoll groß sei, wenn auch zum Verdruss der Nachbarschaft, aber auf keinen Fall sei er so blöde zu glauben, dass es sich hier um den Atlantik handele. Leider kam er nicht mehr dazu, den Betrüger anzuzeigen, da ihn aufgebrachte ehemalige Nachbarn in Atlantik ertränkten.

From the Family Album – When my recently deceased Uncle Knut retired, he fulfilled a childhood dream and bought himself an oil tanker. Unfortunately, the ship was too big for the garden pond, so he bought the Atlantic in addidtion. He reasoned that it was convenient for the tanker’s seller to also have an ocean on offer, given that such things are notoriously rare. The man had promised that both could be delivered within two days, provided Knut paid in cash. As it happened, the ship and the Atlantic cost exactly the amount of money he had in the house at the time. His wife and children threatened to have him declared legally incompetent unless he immediately reported the matter to the police, but Knut remained stubborn. The family was utterly astonished when, two days later, the alleged con artist arrived with an army of excavators and trucks, demolished half the neighborhood, and filled the resulting hole with water. Later, a heavy-haul transport rolled in, and by evening, Knut could have been standing on the deck of his tanker. However, he now flatly refused to sign for the delivery; while the hole was impressively large—albeit to the neighbors‘ great annoyance—he certainly wasn’t stupid enough to believe it was actually the Atlantic. Sadly, he never got the chance to report the fraudster, as irate former neighbors drowned him in the Atlantic.

(erschienen / published in Titanic 9/2026)

Goethe hat Geburtstag

Anlässlich des 277. Geburtstags des großen deutschen Schriftstellers und Universalgelehrten soll daran erinnert werden, dass sich die Klassik Stiftung Weimar nach wie vor weigert zuzugeben, dass Goethe keineswegs in der Weimarer Fürstengruft bestattet worden ist, sondern testamentarisch bestimmt hatte, dass sein Leichnam nach Brooklyn überführt werden solle, wo er heute noch ruht. Warum er diesen Wunsch hatte, ist nicht überliefert. Das gilt in Germanistenkreisen als eines der großen ungelösten Rätsel, ebenso wie die Frage, warum Goethes Mutter, die ebenfalls in Brooklyn bestattet worden ist, erst einhundert Jahre nach ihrem Sohn geboren wurde. Aber bei Goethes darf man sich bekanntlich über gar nichts wundern.

Goethe’s Birthday – On the occasion of the 277th birthday of the great German writer and polymath, it is worth recalling that the Klassik Stiftung Weimar still refuses to admit that Goethe was by no means buried in the Weimar Princely Crypt; instead, he had stipulated in his will that his remains be transported to Brooklyn, where he rests to this day. There is no record of why he harbored this wish. In circles of German studies scholars, this is considered one of the great unsolved mysteries—much like the question of why Goethe’s mother, who was also buried in Brooklyn, was born a full hundred years after her son. But, as is well known, when it comes to the Goethes, nothing should come as a surprise.

Neues aus der Gastronomie (5)

Der luftgetrocknete Pferdeapfel am Stil ist zwar grundsätzlich zum Verzehr geeignet, aber angeboten wird diese bayerische Spezialität nur in seltenen Fällen. In travel- und food-Influenzer-Kreisen ist er darum ziemlich bekannt, wenn auch nicht sehr beliebt.

Restaurant news – Although the air-dried horse dropping on a stick is technically edible, the Bavarian specialty is rarely offered. For this reason, it is quite well-known—albeit not particularly popular—within travel and food influencer circles.

Wie es wirklich war (44)

Nachdem Gott Noah endlich überzeugt hatte, die Arche zu bauen und der alte Trunkenbold es tatsächlich geschafft hatte, sich aus sämtlichen Zoos ein Paar jeder Spezis zu besorgen, außer ein paar wenigen, die schon bei der Schöpfung misslungen waren und um die es nicht schade sein würde, konnte Gott endlich mit der Sintflut beginnen. Doch als er die Himmelsschleusen öffnete, kam da nicht mehr als ein Rinnsal heraus. Anscheinend hatte man ihm das Wasser abgestellt! Das war ja unerhört. Natürlich hatte er die Rechnungen immer sofort weggeworfen, denn wo käme man denn da hin, wenn ER, der alles erschaffen hatte, für sein eigenes Wasser auch noch zahlen sollte? Diese Menschen waren wirklich durch und durch verkommene, undankbare Vollidioten! Damit sich diese peinliche Episode nicht herumsprach, ertränkte er Noah und seine blöden Viecher im Schwarzen Meer und erzählte später eine Version der Geschichte, die ihn in besserem Lichte dastehen ließ.

How it really was – After God had finally convinced Noah to build the Ark—and the old drunkard had actually managed to round up a pair of every species from all the zoos (except for a few botched creations from the dawn of time that wouldn’t be missed)—God could finally unleash the Great Flood. But when He opened the floodgates of heaven, nothing more than a trickle came out. Apparently, His water supply had been cut off! It was outrageous. Of course, He had always thrown the bills away immediately; after all, where would things end up if *He*—the Creator of everything—were expected to pay for His own water? Those humans were truly depraved, ungrateful morons, one and all! To keep word of this embarrassing episode from getting out, He drowned Noah and his stupid beasts in the Black Sea and later told a version of the story that cast Him in a better light.

Neues aus der Wissenschaft (63)

Britische Regenforscher haben erstmals mit versteckter Kamera gefilmt, wie Regentropfen gegen ein Naturgesetz verstoßen und sich weigern nach unten zu fallen. Die Ursache für dieses seltsame und widernatürliche Verhalten bleibt noch zu erklären. Die Aufnahme hat eine Dauer von mehreren Tagen, in denen die Wassertropfen regungslos in der Luft verharren, bis sie schließlich verdunsten. Wenn Ihnen das zu langweilig ist, spulen Sie das Video nach vorne oder machen Sie etwas völlig anderes.

Science News – British researchers studying rain have used a hidden camera to capture—for the first time—raindrops defying a law of nature and refusing to fall. The cause of this strange and unnatural behavior remains unexplained. The footage spans several days, during which the water droplets remain motionless in the air until they finally evaporate. If you find that too boring, fast-forward the video or do something else entirely.

Neues vom Sport (1)

Dem neuen Weltmeister im Degenfechten wird von seinen unterlegenen Kontrahenten vorgeworfen, sie durch einen permanent erschrockenen Gesichtsausdruck so abgelenkt zu haben, dass sie sich mehrmals unwillkürlich umgedreht hätten, um zu sehen, was sich scheinbar hinter ihnen befunden habe. Das ist natürlich wenig glaubhaft, denn Fechtmasken sind viel zu dicht, um das Gesicht darunter erkennen zu können. Schlechte Verlierer halt.

Sports News – The new épée world champion has been accused by his defeated opponents of distracting them with a permanently startled facial expression—causing them to involuntarily turn around several times to see what appeared to be behind them. This is, of course, hardly credible, as fencing masks are far too opaque to reveal the face underneath. Just sore losers, really.

Andere Länder, andere Sitten (9)

Was kaum jemand weiß, ist, dass es in Italien verboten ist, irische Volkstänze in der Öffentlichkeit zu praktizieren. Das hat schon einige irische Touristen in Verlegenheit gebracht, aber Unwissenheit schützt bekanntlich nicht vor Strafe. Ein, wie ich finde, äußerst vernünftiges Verbot.

Different countries, different customs – What hardly anyone knows is that performing Irish folk dances in public is prohibited in Italy. This has caused embarrassment for quite a few Irish tourists, but as the saying goes, ignorance is no excuse. A ban that I, for one, find extremely sensible.