Das Warten hat ein Ende!

Hervorgehoben

Ich freue mich mitteilen zu dürfen, dass mein neues Buch „Wien von Alt bis Zartl“ erschienen ist. In den vergangenen drei Jahren habe ich die schönsten und schrägsten Wiener Kaffeehäuser besucht und dabei Zeichnungen und Texte angefertigt, die nun auch gedruckt vorliegen. Falls Sie jetzt schon ein Weihnachtsgeschenk benötigen oder sicher sind, dieses Jahr keines erwarten zu dürfen: Machen Sie sich selbst eine Freude und erwerben Sie dieses Buch. Oder besser noch: Nehmen Sie es mit nach Wien! – Auch als e-book und bald in englischer Sprache. – Bestellbar im lokalen Buchhandel oder hier im BoD-bookshop.

The wait is over! – I am delighted to announce the release of my new book, *Wien von Alt bis Zartl*. Over the past three years, I have visited Vienna’s most beautiful and quirky coffeehouses, creating drawings and texts that are now available in print. Whether you need a Christmas gift right now or are certain you won’t be receiving one this year, treat yourself to a copy. Or better yet: take it along with you to Vienna! – Also as an e-book and, before long, in English as well. – Available to order from local bookstores or here in the BoD bookshop.

Neues aus der Musik (1)

Nicht nur die Technik treibt immer seltsamere Blüten, auch in der Musik gibt es unerhörte Entwicklungen. Herkömmliche Musik war maximal zweidimensional und konnte gelesen oder gehört werden. Nun jedoch hat ein Tonsetzer aus Wien (Name ist dem Verfasser entfallen, um ehrlich zu sein: heruntergefallen und dabei in lauter winzige Scherben zersprungen, die nicht mehr zu entziffern sind) eine dreidimensionale Musik erfunden, die eine solche Dichte aufweist, dass sie mit den Augen und Ohren gar nicht aufgenommen werden kann, sondern vielmehr gegessen werden muss. Man kann sie auch an die Wand hängen, denn um nochmals ehrlich zu sein: Diese Musik hat keinen Pfeffer, nicht einmal Salz ist enthalten, kurz: Sie schmeckt nach gar nichts. Darum ist es auch nicht weiter tragisch, dass der Name des Tonsetzers heruntergefallen ist. Kauen Sie ein Stück Pappe und denken Sie sich selbst einen aus.

Music News – It is not just technology that is producing increasingly bizarre offshoots; the realm of music, too, is witnessing some truly unheard-of developments. Conventional music was, at most, two-dimensional—something that could be read or heard. Now, however, a composer from Vienna (the author has forgotten his name—or, to be perfectly honest, the name fell and shattered into countless tiny shards that can no longer be deciphered) has invented a three-dimensional form of music. It possesses such density that it cannot be perceived by the eyes or ears; instead, it must be eaten. You could also hang it on a wall—for, to be honest once again, this music lacks any „spice“; it contains not even a grain of salt. In short: it tastes of absolutely nothing. That is why it is no great tragedy that the composer’s name fell and shattered. Just chew on a piece of cardboard and invent a name for him yourself.

Die neueste Hundemode

Sehr befremdlich finde ich, dass die aktuelle Hundemode völlig farblos ist. So ein Tier wird vor einer weißen Wand doch unsichtbar und man muss es in hässliche Deckchen stecken, damit man nicht aus Versehen drauf tritt. Was für eine absurde Welt!

The latest in dog fashion – I find it very strange that current dog fashion is completely colorless. An animal like that becomes invisible against a white wall, and you have to dress it in ugly little covers just to avoid accidentally stepping on it. What an absurd world!

Schauen Sie mal!

Wenn es da irgendetwas Interessantes zu sehen gibt, das einen nicht zur Weißglut treibt: Herzlichen Glückwunsch. Mehr kann man in Zeiten wie diesen gar nicht verlangen.

Take a look! – If there’s anything interesting to see—something that doesn’t drive you absolutely up the wall—well, congratulations. In times like these, you really couldn’t ask for more.

Neues aus der Wissenschaft (66)

Wie die technische Universität Wien mitteilt, habe eine Gruppe des Instituts für Angewandte Physik das erste und einzige nichttheoretische Modell gebaut, das die Ideen der Stringtheorie anschaulich und anfassbar mache. Leider sei die Hälfte der Ingenieure während der Anfertigung des Modells in dem Stangengewirr verloren gegangen. Wie das Institut für theoretische Physik mitteilt, sei die Menge an Energie, die benötigt werde, um die verloren gegangenen Ingenieure wieder aufzufinden, so gigantisch groß, dass man sich mit dem Verlust der Ingenieure wohl abfinden müsse, was aus Sicht der theoretischen Physik aber schon mit geringstem Energieaufwand leicht zu bewerkstelligen sei.

Science News – According to the Vienna University of Technology, a team from the Institute of Applied Physics has constructed the first and only non-theoretical model that renders the concepts of string theory both vivid and tangible. Unfortunately, half of the engineers involved in building the model became lost within the tangled web of rods. The Institute for Theoretical Physics reports that the amount of energy required to locate and retrieve these missing engineers is so colossal that their loss must simply be accepted—a conclusion which, from the perspective of theoretical physics, is easily reached with a negligible expenditure of energy.

So etwas macht man nicht!

Heute Nacht weckte mich ein Geräusch und als ich das Licht anmachte, sah ich ein seltsames Wesen, das den schmalen Kopf durch den Vorhang in mein Schlafzimmer schob und mich aus leeren Augenhöhlen anglotzte. Ich war natürlich empört und beschwerte mich. Es solle verschwinden, denn es gebe hier nichts zu sehen, rief ich, worauf das Wesen „Unverschämtheit!“ sagte und seinerseits anfing mich zu schelten. Ob ich denn nicht sehen könnte, dass es keine Augen habe und gar nichts sehen könne, selbst wenn es etwas zu sehen gäbe. Ob ich mich etwa absichtlich über sein Gebrechen lustig machen würde. Ich erkannte meinen Fehler und bat um Entschuldigung. Manchmal vergesse ich meine Manieren. Peinlich.

You just don’t do things like that! – Last night, a noise woke me up; when I turned on the light, I saw a strange creature pushing its narrow head through the curtain into my bedroom, staring at me from empty eye sockets. Naturally, I was indignant and voiced my objection. I told it to leave—insisting there was nothing to see here—to which the creature replied, „How rude!“ and began to scold me in return. It asked if I couldn’t see that it had no eyes and was completely unable to see anything at all, even if there were something to look at. It even accused me of intentionally mocking its infirmity. I realized my mistake and apologized. Sometimes I forget my manners. How embarrassing.

Guter Rat (18)

Wenn Sie bisher immer unter ihrem Niveau bei Tante Gerda gesoffen haben, wissen Sie jetzt Bescheid!

Sound Advice – If, until now, you’ve always been drinking beneath yourself at Aunt Gerda’s place—well, now you know better! („Uncle Otto. The Pub with Class“)

Irgendetwas mache ich falsch!

Seit geraumer Zeit trinke ich alkoholfreien Kaffee zum Frühstück, esse nur noch glutenfreies Schweinefleisch zu Mittag und trinke abends zu den fettfreien Nudeln koffeinfreies Bier, und trotz allem steigt der Blutdruck und die Wampe wächst.

I must be doing something wrong! – For quite some time now, I’ve been drinking non-alcoholic coffee for breakfast, eating only gluten-free pork for lunch, and having decaffeinated beer with fat-free pasta in the evening—yet, despite all this, my blood pressure keeps rising and my gut just keeps growing.

Die Abenteuer von Pavel Havel (8)

Eines Tages erreichte Pavel Havel, der berühmte tschechische Abenteurer und Großmeister aller Klassen, den Rand der Welt. Was er dort fand, überraschte und schockierte ihn dermaßen, dass er beinahe über den Rand hinaus gefallen wäre. Es sei unvorstellbar, spektakulär, ja nahezu außergewöhnlich, was man da sehen könne. Um genau zu sein: Es sei schlichtweg wunderbar und ungeheuer. Ein so einzigartiger Anblick, dass man drüber irre werden könne, wenn man nicht von robuster Konstitution sei, was er von sich behaupten dürfe. Der Mensch könne ein so außerordentliches Schauspiel gar nicht begreifen, es sei buchstäblich und ausgesprochen beeindruckend. Der Eindruck habe einen tiefen Eindruck in ihm hinterlassen, man könne die Delle noch sehen, sie selbst sei beeindruckend groß. Mehr könne er gar nicht dazu sagen, er habe eh schon mehr gesagt als er zu sagen im Stande sei, da ihm angesichts des Unbeschreiblichen verständlicherweise die Worte fehlen würden.

The Adventures of Pavel Havel – One day, Pavel Havel—the famous Czech adventurer and grandmaster of all trades—reached the edge of the world. What he found there surprised and shocked him to such an extent that he nearly tumbled over the brink. It was, by all accounts, unimaginable, spectacular—truly extraordinary. To be precise: it was simply wonderful and immense. A sight so unique that it might well drive a person mad, unless one possessed a robust constitution—which, he felt, he certainly did. Such an exceptional spectacle was beyond human comprehension; it was, quite literally, profoundly impressive. The experience left a deep dent in him—one could still see the indentation, which was, in itself, impressively large. He could say no more; in fact, he had already said more than he was truly capable of expressing, for, faced with the indescribable, he was—understandably—left entirely without words.