Das Warten hat ein Ende!

Hervorgehoben

Ich freue mich mitteilen zu dürfen, dass mein neues Buch „Wien von Alt bis Zartl“ erschienen ist. In den vergangenen drei Jahren habe ich die schönsten und schrägsten Wiener Kaffeehäuser besucht und dabei Zeichnungen und Texte angefertigt, die nun auch gedruckt vorliegen. Falls Sie jetzt schon ein Weihnachtsgeschenk benötigen oder sicher sind, dieses Jahr keines erwarten zu dürfen: Machen Sie sich selbst eine Freude und erwerben Sie dieses Buch. Oder besser noch: Nehmen Sie es mit nach Wien! – Demnächst auch als e-book und bald in englischer Sprache. – Bestellbar im lokalen Buchhandel oder hier im BoD-bookshop.

The wait is over! – I am delighted to announce the release of my new book, *Wien von Alt bis Zartl*. Over the past three years, I have visited Vienna’s most beautiful and quirky coffeehouses, creating drawings and texts that are now available in print. Whether you need a Christmas gift right now or are certain you won’t be receiving one this year, treat yourself to a copy. Or better yet: take it along with you to Vienna! – Coming soon as an e-book and, before long, in English as well. – Available to order from local bookstores or here in the BoD bookshop.

Neues aus der Botanik (12)

Da aufgrund der extensiven Landwirtschaft die Anzahl der Insekten um 70% zurückgegangen ist und daher auch die Anzahl der Vögel entsprechend abgenommen hat, sind Pflanzen, die bisher auf Vögel und Insekten angewiesen waren, um sich zu verbreiten, vermehrt dazu übergegangen, sich mittels des ÖPNV zu verbreiten. Bisher ist es allerdings noch nicht nachgewiesen, dass Busse und Bahnen Pflenzen ebenso effektiv bestäuben können, wie es bei den Insekten der Fall war. Dass die deutsche Autoindustrie diese Marktlücke noch nicht entdeckt hat, zeigt ein weiteres Mal, wie strunzdumm die deutsche Autoindustrie ist. Das kann man gar nicht oft genug sagen!

Botanical News – Since insect populations have plummeted by 70% due to intensive farming—leading to a corresponding decline in bird numbers—plants that previously relied on birds and insects for dispersal have increasingly turned to public transport to spread. However, it has not yet been proven that buses and trains can pollinate plants as effectively as insects once did. The fact that the German automotive industry has not yet discovered this market niche demonstrates, once again, just how incredibly stupid that industry is. It cannot be said often enough!

Rand- und Nebenwissen (14)

Als die Sowjetunion 1991 in Ruhestand gehen musste, zog sie unter einem durchsichtigen Pseudonym in die Hauptstadt der Slowakei und machte dort einen Buchladen auf. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen kann sie sich aber Hoffnung machen demnächst wieder reaktiviert zu werden.

Peripheral and incidental knowledge – When the Soviet Union was forced into retirement in 1991, it moved to the Slovak capital under a transparent pseudonym and opened a bookstore. However, in light of current developments, it can now hope to be reactivated soon.

Skandal

Als neulich ein Paparazzo Kermit und Spiderman bei einem gemeinsamen Urlaub erwischt hat, obwohl beide eigentlich berufliche Verpflichtungen vorgegeben hatten, gab es natürlich einen Riesenskandal. Miss Piggy und MJ drohten mit Scheidung. Mehr davon demnächst irgendwo in ihrem Internet.

Scandal – When a paparazzo recently caught Kermit and Spiderman vacationing together, even though they both had professional obligations, there was of course a huge scandal. Miss Piggy and MJ threatened to divorce. More about this soon somewhere on your internet.

Zweiter Gang

Gemischtes gebratenes Echt ist auf jeden Fall einem ungemischten ungebratenem Falsch vorzuziehen!

Second Course – A mixed, fried „Real“ is definitely preferable to an unmixed, unfried „Fake“! (Sorry for that!)

Herzbeben

Gestern ist mir das Herz in die Hose gefallen und anscheinend wurde das noch auf der anderen Seite der Erde registriert. Ich bitte um Verzeihung!

Heartquake – Yesterday, my heart sank into my boots, and apparently, it was registered all the way on the other side of the globe. I beg your pardon!

Neues aus der Dienstleistungsgesellschaft (1)

Für alle, die ihr kleines entfremdetes Leben mit einem Bullshitjob verbringen, gibt es nun eine Lösung, die weit über das hinausgeht, was Herren- und Damenausstatter je zu leisten im Stande waren. Da immer mehr Leute nicht mehr wissen oder noch nie gewusst haben, wer sie sind, bieten Dienstleister nun eine große Auswahl an Persönlichkeiten an. Wer es sich leisten kann, hat die Auswahl zwischen einem witzigen, spritzigen Partyhengst, einem weltgewandten Lebemann, oder einer bewunderten Gesellschaftslöwin. Auch alle Sorten von Prominenz können erworben werden. Für richtig großes Geld gibt es sogar Identitäten, die garantiert einzigartig sind. In der untersten Preisklasse können alle fündig werden, die schon immer davon geträumt haben, mal so richtig die Sau rauszulassen: Fußballhooligan, Ballermannproll und rücksichtloses Arschloch sind erwartungsgemäß sehr beliebte Persönlichkeiten. Am besten verkaufen sich aber ungeöffnete Retouren mit unbekanntem Inhalt oder defekte Ware, und das anscheinend nicht nur, weil sie kaum etwas kosten. Den meisten Leuten ist es offensichtlich egal, wer sie sind, solange sie nur irgendwer sind.

News from the Service Society – For anyone spending their small, alienated lives in a bullshit job, there is now a solution that goes far beyond what any men’s or women’s outfitter could ever achieve. As more and more people lose sight of—or never knew—who they actually are, service providers now offer a wide range of personalities. Those with the means can choose between a witty, effervescent party animal, a sophisticated man-about-town, or an admired socialite. All manner of celebrity personas are available for purchase, too. For truly big money, one can even acquire identities guaranteed to be unique. At the lowest price point, there is something for those who have always dreamed of really letting loose: football hooligans, boorish party-resort louts, and ruthless assholes are—unsurprisingly—highly popular choices. Yet the best-selling items are unopened returned goods with unknown contents or defective merchandise—and apparently not just because they cost next to nothing. Most people evidently do not care who they are, so long as they are *someone*.

Notfallmaßnahme

Die Bundesregierung gibt eine weitere Sparmaßnahme bekannt: Künftig seien aufgrund der wirtschaftlichen Lage alle Notfälle verboten. Man könne sich diesen Luxus nicht mehr leisten, schließlich leide darunter hauptsächlich die deutsche Wirtschaft. Die Leute sollten sich nicht so anstellen und sich ein Vorbild an früheren Generationen nehmen, die zwei Weltkriege überstanden hätten, ohne sich über die Folgen zu beklagen. Wenn das Dach in Flammen stehe oder der Krebs die Lunge zersetze, müsse man sich eben zusammenreißen und künftig besser aufpassen.

Emergency Measure – The federal government has announced another cost-cutting measure: henceforth, all emergencies are prohibited due to the economic situation. The country can no longer afford such a luxury; after all, it is primarily the German economy that suffers as a result. People should stop making a fuss and take a leaf out of the book of earlier generations, who survived two world wars without complaining about the consequences. If the roof is ablaze or cancer is eating away at one’s lungs, one simply needs to pull oneself together—and be more careful in the future.

Neues von Gott (1)

Eigentlich ist Gott ja eher so der Outdoortyp, aber zu seinem Leidwesen kommt er viel zu selten raus. Selbst für einen einfachen Spaziergang durch die Stadt reicht es oft nicht, weil sich seine drei Personen nicht darauf einigen können, ob das Wetter als gut zu bezeichnen sei, was sie anziehen sollten, ob man zwischendurch einkehren werde, welchen Weg man gehen solle, und überhaupt, warum man nicht einfach zuhause bleibe und ein paar Serien glotze. Am Ende setze sich dann meist der quengelnde Sohn durch, der immer schon lieber zur Marine gegangen wäre als ins Erlöserbusiness des Vaters einzusteigen, und dann gehe man ein paar Mal durch die Fußgängerzone und der Sohn sei ganz aufgeregt, weil die jungen Damen ihnen hinterherschauen würden, obwohl tatsächlich niemand schaue und alle einfach nur ihren alltäglichen Geschäften nachgingen.

News from God – God is actually more of an outdoorsy type, but—much to his own annoyance—he hardly ever gets out. He often can’t even manage a simple walk through town because his three persons can’t agree on whether the weather counts as good, what to wear, whether to stop somewhere for a bite, which route to take, or—for that matter—why they shouldn’t just stay home and binge-watch a few series. In the end, the whining Son usually prevails—the one who would have much preferred joining the Navy to entering his father’s redemption business. So off they go for a stroll through the pedestrian zone, with the Son getting all worked up because he thinks young women are checking them out, even though in reality no one is looking and everyone is simply going about their daily business.