Heraus zum 1. Mai!

Während der Kanzler gerade herauszufinden versucht, wie weit man Arbeitnehmerrechte beschneiden kann, bis der Arbeiter den Schmerz bemerkt, versammeln sich die letzten Gewerkschafter in einer kleinen Seitenstraße mit in die Zukunft weisendem Namen.

Out on May Day! – While the Chancellor is trying to figure out how far workers‘ rights can be curtailed before the worker feels the pain, the last of the union members are gathering in a small side street with a name that points toward the future. („Street of Defeat“)

Nur nicht den Kopf verlieren

Angesichts des wieder erstarkenden Faschismus könnte man durchaus die Hoffnung aufgeben wollen, dass die Menschheit doch einmal aus ihren Fehlern lernen wird, aber besser ist es, dem Wahnsinn mit Humor zu begegnen. Mit dieser Waffe kann man sie vielleicht nicht besiegen, aber da die Nazis bekanntlich keinen Humor haben, stirbt man wenigstens in der Gewissheit, als letzter gelacht zu haben.

Just don’t lose your head – In the face of resurgent fascism, one might be tempted to give up hope that humanity will ever learn from its mistakes, but it’s better to meet the madness with humor. This weapon might not defeat them, but since the Nazis are known to have no sense of humor, at least you’ll die knowing you had the last laugh. („To the loyal fighters against fascist tyranny“)

Neues vom Wohnungsmarkt (22)

Bundesbauminister Potemkin hat gestern in Stuttgart die Zukunft des sozialen Wohnungsbaus vorgestellt. Man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, dass eine Wohnung sämtliche Bedürfnisse des Menschen zu erfüllen habe. Niemand brauche eine Küche, wenn die Sozialhilfe eh nur für ein Butterbrot ausreiche. Ebenso seien Badezimmer und Toiletten verzichtbar. Unsere Vorfahren hätten schließlich auch ohne diesen Luxus überlebt. Und ein Schlafzimmer sei Platzverschwendung, da man, wie jeder Beamte wisse, auch im Sitzen schlafen könne. Die 1m2-Appartments seien lichtdurchflutet und mit einem Stuhl zweckmäßig eingerichtet. Auf der Fläche eines Fußballfeldes ließen sich ohne Probleme und in kürzester Zeit 50 Häuser mit je 600 Wohneinheiten errichten.

Housing Market News – Federal Construction Minister Potemkin presented his vision for the future of social housing yesterday in Stuttgart. He stated that we must abandon the notion that an apartment should fulfill all of a person’s needs. No one needs a kitchen if social assistance only covers the cost of a sandwich. Similarly, bathrooms and toilets are dispensable. After all, our ancestors survived without these luxuries. And a bedroom is a waste of space, since, as every civil servant knows, one can sleep sitting down. The 1-square-meter apartments are flooded with light and functionally furnished with a chair. Fifty buildings, each with 600 units, could easily be constructed in a very short time on the area of ​​a football field.

Selbstironie

Neulich in Wien hatte ich ganz Österreich auf dem Teller. Und was soll ich sagen? Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut!

Self-irony – Recently in Vienna, I had all of Austria on my plate. And what can I say? It was wonderful, I enjoyed it very much!

Uralter Witz

Ancient joke – Shopping in the Stone Age. „I only have it in large size, unfortunately.“ „I can only give you very small change, unfortunately.“

Fassadenschwindel

In Bratislava den Dom zu besuchen, ist gar nicht so einfach. Vom Bahnhof kommend, trifft man zuerst auf den „Europsky Dom“, aber der ist im Inneren genauso langweilig wie von außen und ist sicher nicht das Gebäude, in dem jahrhundertelang die ungarischen Könige gekrönt worden sind. Dann sieht man den komischen Turm und denkt sich, das müsse wohl der richtige Dom sein, aber es ist nur ein Stadttor. Hübsch zwar, aber viel zu wenig Platz für eine Kathedrale. Am Rande der Altstadt, direkt neben einer Autobahn steht dann tatsächlich der Dom, der seit 2002 ein Kulturdenkmal ist. Allerdings habe ich nirgends einen Hinweis gefunden, welcher Kultur hier gedacht werden soll. Darum habe ich ein bisschen an meinen Kulturbeutel gedacht. Das passiert auch nicht so oft.

Facade Deception – Visiting the dome in Bratislava isn’t as easy as it seems. Coming from the train station, you first encounter the „Europsky Dom,“ but its interior is just as boring as its exterior, and it’s certainly not the building where Hungarian kings were crowned for centuries. Then you see the odd-looking tower and think that must be the real cathedral, but it’s just a city gate. Pretty, yes, but far too small for a cathedral. On the edge of the old town, right next to a highway, you finally find the actual cathedral, which has been a cultural memorial since 2002. However, I couldn’t find any indication of which culture it was meant to commemorate. So I remembered my toiletries bag. That doesn’t happen very often.