Servus, Museum für angewandte Kunst in Wien!

Du bist in mehrfacher Hinsicht aufregend, denn nicht nur ist deine Sammlung sehr interessant, sondern in deinen Toiletten sind die Papierhandtuchspender so designed, dass man sie nicht anwenden kann. Es kommen nur Fetzen heraus. Wir vermuten, dass die Form hier weniger der Funktion folgt als vielmehr der Blödheit des Designers, aber vielleicht handelt es sich ja um moderne Kunst, die wir nur nicht verstehen.

Servus, Museum of Applied Arts in Vienna! – You are exciting in more ways than one, not only is your collection very interesting, but the paper towel dispensers in your restrooms are designed in such a way that they cannot be applied. Only scraps come out. We suspect form doesn’t follow function here, but rather the stupidity of the designer, but maybe this is modern art we just don’t understand.

Der Zeichner Lieblingskünstler

aus meinem Skizzenbuch / from my sketchbook

Giacometti ist der Lieblingskünstler aller Zeichner, weil sich, im Gegensatz zu den meisten anderen Künstlern, selbst die Schatten seiner Plastiken in Nullkommanix wegzeichnen lassen.

The draftsman’s favorite artist – Giacometti is the favorite artist of all draftsmen because, unlike most other artists, even the shadows of his sculptures can be drawn away in no time at all.

(gesehen in der / seen in the Albertina in Wien)

Neues aus der Kunstgeschichte (4)

Diese historische Aufnahme zeigt den Hinterhof des Ateliers von Marcel Duchamp im Jahre 1916. Duchamp beabsichtigte damals, im New Yorker Grand Central Palace die Biomülltonne „Eden“ oder den Altpapiercontainer „Public Library“ auszustellen. Sein Galerist fand aber die Trittstufe „Mont Blanc“ viel besser, obwohl Duchamp ihm seit Wochen klarzumachen versuchte, dass es sich bei der Trittstufe um eine simple Trittstufe handele und nicht um ein Ready-made. Das könne doch ein Blinder sehen, schrie er, aber der Galerist blieb stur. Als Duchamp schon ganz entnervt war, fragte er den Galeristen im Scherz, ob er denn nicht vielleicht das Urinal „Fountain“ ausstellen solle, worauf der Galerist ihm vor Freude um den Hals fiel und ihm die Taschen mit Geld vollstopfte.

Neues aus der Kunstgeschichte (3)

Neulich fand man in Florenz auf dem Dachboden des Palazzo Vecchio die Tube, auf die der berühmte Schnellmaler Michelangelo immer gedrückt hat. Leider war die Tube vollkommen ausgedrückt, was vermutlich auch der Grund war, weshalb der Mann im Alter immer langsamer malte, bis seine Auftraggeber keine Geduld mehr haben wollten. Weil Michelangelo aber bekanntlich ein Genie war, hat er sich einfach auf die Schneckenzucht verlegt, eine Sache, bei der man sich Zeit lassen darf.

News from art history – The other day in Florence, in the attic of the Palazzo Vecchio, the tube was found that the famous fast painter Michelangelo used to squeece. Unfortunately, the tube was completely squeeced, which was probably the reason why the man painted more and more slowly as he got older, until his clients no longer wanted to be patient. But because Michelangelo was known to be a genius, he simply switched to snail breeding, a thing you can take your time with. (‚auf die Tube drücken‘ means ‚to rush‘)