Was bei der Schöpfung übrig blieb (3)

Das Land zu machen, gestaltete sich schwieriger als Gott sich vorgestellt hatte. Alles geriet ihm dabei durcheinander, die Elemente vermischten sich, klebten aneinander, beschmutzten seine neue Arbeitskleidung und machten schwarze Ränder unter den Fingernägeln. Es war eine einzige Sauerei. Dabei hatte er sich eine so schöne Ordnung für die Dinge überlegt. Es war vergebens und nicht zu retten. Resigniert verteilte er etwas von dem glitzernden Kleinzeug, ein paar Glasperlen hier, ein paar Muscheln da, aber es half nicht, es sah bescheuert aus. Den Rest ließ er einfach liegen und ging nach nebenan auf ein Bier.

What was left over at creation – Making the land was more difficult than God had imagined. Everything was confused, the elements mingled, stuck together, soiled his new work clothes and made black edges under his fingernails. It was a mess. Yet he had projected such a nice order for all things. It was in vain and past remedy. Resigned, he distributed some of the sparkling little things, a few glass beads here, a few shells there, but it did not help, it looked stupid. He simply left the rest and went next door to have a beer.

Die Anderen (20)

The others – On the posters: courage for the truth, upper limit for the headless, headless out. – Why don’t they like us? – They are just jealous that we do not need toothpaste and shampoo.

Berlin mal wieder!

Da der Gesetzentwurf der Bundesregierung vom Bundestag gegen die Stimmen der CSU-Landesgruppe angenommen wurde, sollen nun im ganzen Land Himmelswischer und Wolkenschieber errichtet werden, um sicherzustellen, dass über der Bundesrepublik auf ewig die Sonne lacht. Regen ist künftig nur noch nachts und an Donnerstagen zwischen 12 und 13 Uhr gestattet. Die Bayerische Staatsregierung hat eine Verfassungsbeschwerde angekündigt und bezeichnet dieses Vorhaben als „antibayerische Aktion“. Bayerns Farben seien bekanntlich Weiß und Blau und dabei bleibe es.

Berlin again! – Since the bill of the Federal Government was adopted by the Bundestag against the votes of the CSU, sky wipers and cloud pushers are now to be erected throughout the country to ensure that the sun shines forever on the Federal Republic. In the future rain will only be permitted at night and on Thursdays between 12 and 13 o’clock. The Bavarian state government has announced a constitutional complaint and calls this project „anti-Bavarian action“. Bavaria’s colors are known to be white and blue and they will keep it that way.

Memento mori!

Als ich neulich in Italien einen Teller Pasta aß

wurde ich daran erinnert, dass man, so gut das Essen auch schmeckt, das Unvermeidliche nicht vermeiden kann; und auch wenn einem der Platz im Altenheim ein Lächeln ins Gesicht zaubert,

fährt man am Ende eben doch in die Grube und sollte daher rechtzeitig sein Begräbnis organisieren.

Ach, wie ist Italien schön!

Memento mori – When I ate a plate of pasta in Italy the other day, I was reminded that, even if the food tastes good, you can not avoid the inevitable. And even if the place in the nursing home conjures a smile on your face, you will kick the bucket in the end and should therefore organize your funeral in time. Oh, how beautiful is Italy!

Die Anderen (19)

The others – Why are you wearing a hat? – Why shouldn’t I? – Because you … um. – Say it! Because I have no head. – Well, uh … – Why can’t you head-wearers imagine that it’s annoying when it’s constantly raining down your throat?

Wir bitten um Verständnis

Die Fortbildung „Der Umgang mit ständigen Unterbrechungen“ musste wegen ständiger Unterbrechungen ständig unterbrochen werden und wird daher bis auf Weiteres unterbrochen.

We ask for your understanding. – The course „The handling of constant interruptions“ had to be constantly interrupted because of constant interruptions and is therefore interrupted until further notice.

Aus dem Familienalbum (9)

Als meine Mutter neulich aus der Arbeit kam, wurde sie schon von meinem Vater an der Haustür erwartet, der sie bat, die Augen zu schließen und ihr ungeahnte Freuden in Aussicht stellte. Sie habe sich gewundert, denn den 40. Hochzeitstag im Monat zuvor hätte er vergessen, habe sie noch gedacht, als sie von ihrem nervös kichernden Gatten am Arm in die Wohnung geführt wurde. Ihr sei gleich der bittere Geruch aufgefallen, doch vor allem das lauter werdende Geräusch sich ergießenden Wassers habe sie sehr irritiert, als mein Vater sie schließlich aufforderte, die Augen zu öffnen. Sie habe es erst nicht glauben können: Mitten im Wohnzimmer, den Raum fast völlig einnehmend, habe sich ein Becken befunden, in dessen Mitte aus einer Fontäne eine Flüssigkeit sprudelte und sich schäumend in das schon fast randvolle Becken ergoss. „Na?“ habe sie mein Vater mit überschnappender Stimme beinah angeschrien, „Ist das nicht der Wahnsinn? EIN BIERBRUNNEN!“ Ja, er sei sich darüber klar, dass man die an den Rand geschobenen Möbel noch entfernen müsse, um von allen Seiten Zugang zu haben, aber das sei doch rasch getan! Auch das Problem des fehlenden Ablaufs sei leicht behoben, man müsse eben schneller trinken als der Brunnen sich füllen könne. Meine Mutter habe nicht gewusst, was sie darauf sagen sollte und habe vorgegeben, noch Milch einholen zu müssen. Dann sei sie erst einmal in die nächste Kneipe gegangen und habe ein großes Bier bestellt. Dabei möge sie doch gar kein Bier.

From the family album – When my mother came home from work the other day, she was already expected by my father at the front door, who asked her to close her eyes and predicted unforeseen pleasures. She had wondered because he had forgotten the 40th wedding anniversary a month earlier. When she was led into the apartment by her nervously giggling husband she noticed the bitter smell, but above all it was the loud sound of pouring water that had irritated her, when my father finally asked her to open her eyes. At first she could not believe it: in the middle of the living room, almost completely occupying the room, there was a basin of which a liquid bubbled out of a fountain and spilled into the already almost full basin. „Now?“ my dad almost yelled at her with a cracking voice, „Isn’t it great? A BEER FOUNTAIN!“ Yes, he understands that you have to remove the furniture that has been pushed to the edge in order to have access from all sides, but that would be done quickly! Also, the problem of lack of drainage is easily resolved, you just have to drink faster than the well could fill. My mother did not know what to say and pretended to have to get some milk. Then she went to the nearest pub and ordered a big beer. Although she does not like beer.