Gott bei der Gartenarbeit

Als der Herr den Garten Eden anlegte, setzte er mitten hinein den Baum der Erkenntnis, dessen Früchte er besonders im überreifen Zustand sehr gerne mochte, denn das Bier war ja noch nicht erfunden. Ein paar Tage später wachte er mit einem ziemlich heftigen Kater auf und erkannte, was er in der Zwischenzeit alles gemacht hatte und fand es nicht nur nicht gut, sondern richtig beschissen. Anscheinend hatte er nicht nur eine Unzahl an vierbeinigen Dingern erschaffen, die überall durch die Gegend hoppelten und an allen Ecken und Enden des Gartens ihre Exkremente hinterließen, sondern auch ein Paar zweibeiniger haarloser Affen, die den Baum der Erkenntnis offenbar völlig kahl gefressen hatten und nun schnarchend darunter herumgammelten. Er beförderte die hässlichen Affen umgehend hinaus, sperrte das Gartentor zu und warf den Schlüssel weg. Nun würde er zwar ein Jahr auf die nächste Ernte warten müssen, aber in der Zwischenzeit könnte er ja ein paar von den hoppelnden Dingern probieren. Er hatte das Gefühl, dass sie gegrillt sehr gut zu vergorenem Erkenntnisfruchtsaft passen könnten.

God gardening – When the Lord laid out the Garden of Eden, he planted the tree of knowledge in the middle, and he liked the fruit of it, especially when it was overripe, because beer hadn’t been invented yet. A few days later he woke up with a pretty bad hangover and realized what he had been doing in the meantime and not only it was not a good thing, it really sucked. Apparently he had created a myriad of four-legged things that hopped about everywhere and left their excrement at every nook and corner of the garden, and also a pair of two-legged hairless monkeys that had apparently eaten the tree of knowledge completely bare and now snoring and loafing around underneath. He immediately kicked the ugly monkeys out, locked the garden gate and threw away the key. Now he would have to wait a year for the next harvest, but in the meantime he could try some of the hopping things. He felt that grilled, they could go very well with fermented knowledge fruit juice.

Familienzwist

Kaum war der Herr nach Hause gekommen, ging der Streit schon wieder los.

Family quarrel – As soon as the Lord came home, the argument started again: „Dad! The bird! Did you leave the window open again?“ – „Leave me alone!“

(gesehen / seen in Wien)

Auferstehung modernisiert

Nachdem der Herr am dritten Tage auferstanden war, verzichtete er auf eine traditionelle Himmelfahrt, denn das Aprilwetter hatte er wirklich satt und schließlich hatte er außer einem Leichentuch nichts am Leibe, weshalb er sogleich zum Flughafen fuhr und die nächste Maschine nahm.

Resurrection updated – After the Lord had risen on the third day, he decided against the traditional Ascension because he was really tired of the April weather and after all he had nothing on his body but a shroud, which is why he immediately went to the airport and took the next plane.

Glück gehabt

Heute früh bin ich beim Schwarzfahren erwischt worden. Ich habe protestiert und darauf verwiesen, dass meine Monatskarte nebenan in meiner Brieftasche stecke, aber der Kontrolleur wollte das nicht gelten lassen und trotzdem 60 Euro kassieren. Ich bin dann absichtlich schon vor dem Wecker aufgewacht und hatte den ganzen Tag ausgesprochen gute Laune, weil ich so viel Geld gespart habe.

Lucky – This morning I was caught doing fare evasion. I protested and pointed out that my monthly card was in my wallet next door, but the inspector refused to accept it and still collected 60 euros. I purposely woke up before the alarm clock went off and was in a really good mood all day because I had saved so much money.

Kreuzigung hätte abgebrochen werden müssen

Wie man erst hinterher feststellte, herrschte auf Golgatha absolutes Passionsverbot, aber niemand hatte auf das entsprechende Schild geachtet. Den Römern war das natürlich völlig gleichgültig, denn wie man weiß, werden Verbotsschilder in Rom maximal als buntes Stadtgestaltungselement betrachtet.

Crucifixion should have been stopped – As was only found out afterwards, there was an absolute ban on the Passion on Golgotha, but nobody paid attention to the corresponding sign. Of course, the Romans didn’t care at all, because, as we know, prohibition signs in Rome are viewed at most as colorful urban design elements.

Gerücht

aus meinem Skizzenbuch / from my sketchbook

Was mir in Wien aufgefallen ist: Fast jeder auf der Straße hat eine Kippe im Mund. Jemand meinte, das liege an der Nähe zu Osteuropa, aber ich habe auch gehört, dass man als Wiener bei der Anmeldung im Rathaus und sogar schon bei der Geburt im Kreißsaal die erste Packung Zigaretten bekommt. Das erscheint mir nicht unwahrscheinlich.

Rumor – What I noticed in Vienna: almost everyone on the street has a chick in their mouth. Someone said it was because of the proximity to Eastern Europe, but I also heard that as a Viennese you get your first pack of cigarettes when registering at the town hall and even when you are born in the delivery room. That doesn’t seem unlikely to me.