Mein Onkel Gert hat die Schnauze voll. Darum lässt er die Jalousien unten und hängt kitschige Bilder auf. „Draußen gibt es eh nix zu sehen und was es zu sehen gibt, ist potthässlich. Wer mit diesem Fensterunsinn angefangen hat, besitzt keinen Geschmack oder ist blind.“ Auch dem Lüften hat er abgeschworen. „Sauerstoff ist ein Nervengift! Was lernt Ihr eigentlich in der Schule?“ Und wenn er es frisch haben wolle, öffne er den Kühlschrank, da sei wenigstens Bier drin.
From the family album – My uncle Gert is fed up. That’s why he leaves the blinds down and hangs up cheesy pictures. “Outside there is nothing to see anyway and what there is to see is ugly. Anyone who started with this window nonsense has no taste or is blind.” He has also renounced airing. “Oxygen is a neurotoxin! What do you actually learn at school?” And if he wanted it fresh, he opened the refrigerator, at least there is beer in it.
Heute früh glotzt mich mein Kaffee aus einem Auge erschrocken an. Er würde es vorziehen, nicht getrunken zu werden, hat er gesagt. Bitte schön! Hab ich ihn eben in den Ausguss geschüttet, die blöde Sau!
Desired misfortune – This morning my coffee stares at me with a startled eye. He would prefer not to be drunk, he said. Just as you like! I just poured it down the sink, stupid sod!
„Meintest du: Hallo Google, übersetzen“ Nein, das meinte ich nicht. Und warum duzen Sie mich? „Meintest du: Nein, ich meinte nicht dich. Und darum dutzend du mich.“ Nein, das meinte ich nicht. Und was du schreibst, ergibt keinen Sinn! „Meintest du: Noon, dus mante och nocht. Hund wasser tu schrubbst, gib mir den Gin!“ Nein! Hör auf mit dem Scheiß! „Meintest du: Nein, du Arschloch!“ Richtig, genau das meinte ich! „Danke, dass du Google Übersetzer genutzt hast!“
Hello Google Translate! – „Did you mean: Hello Google, translate“ No I did not mean that. And why are you adressing me informally? “Did you mean: No, I didn’t mean you. And that’s why you dozen me.“ No I did not mean that. And what you write doesn’t make sense! “Did you mean: Noon, dus mante och nocht. Dog water do scrubbing, give me the gin!“ No! Stop that shit! „Did you mean: No, you asshole!“ Right, that’s exactly what I meant! „Thanks for using Google Translate!“
Gedankenverloren und gelangweilt glotzte der berühmte Detektiv Herkules P. aus dem Fenster des nicht ganz so berühmten Orient-Bummelzugs auf dem Weg nach Markt Schwaben, während auf der anderen Seite der Landsberger Straße die gigantischen Kampfmaschinen der außerirdischen Invasionsarmee das Westend in Schutt und Asche legten.
No murder on the Orient Slow Train – Lost in thought and bored, the famous detective Hercules P. stared out of the window of the not-so-famous Orient Slow Train on the way to Markt Schwaben, while on the other side of Landsberger Street the gigantic war machines of the alien invasion army laid the Westend in ruins.
„Wo kommen eigentlich die kleinen Türen her?“ Liebe Kinder, das ist mal wieder eine richtig blöde Frage! Die Antwort kennt nur der Wind. Kevin, nimm den Finger aus der Steckdose!
Children asking questions – „Where do the little doors come from?“ Dear children, that’s a really stupid question again! Only the wind knows the answer. Kevin, take your finger out of the socket!
Neulich musste ein Mathematik-Kollege einem Schüler diesen Spickzettel abnehmen und hob sich dabei einen Bruch. Die meisten Leute unterschätzen eben, wie gefährlich der Lehrberuf sein kann.
Teachers live dangerously – The other day a math colleague had to take this cheat sheet from a student and got a hernia in the process. Most people underestimate how dangerous the teaching profession can be.
Neulich am frühen Morgen überraschte ich dieses Rudel Vierbeiner im Garten. Zuerst wagte ich nicht, mich zu bewegen, aber meine Anwesenheit schien sie überhaupt nicht zu stören, was für wilde Tiere schon etwas ungewöhnlich ist. Ich fuhr also ins Büro und als ich am Abend wiederkam, standen sie immer noch da. Das Rasenmähen ist seitdem etwas kompliziert geworden, aber sie haben auch ihre Vorzüge, denn sie mögen es offenbar, wenn man sich auf sie draufsetzt. Ansonsten machen sie nicht viel, sie stehen bloß in der Gegend herum. Mein Nachbar weiß auch nicht, was das für Viecher sind, aber er wollte wissen, ob sie essbar seien und hat vorgeschlagen, eines zu grillen. Aber sagen Sie selbst: Die sind doch nur Haut und Knochen, da könnte man ja auch gleich ein Stuhlbein grillen. Lächerlich.
News from the animal kingdom – The other day in the early morning I surprised this pack of four-legged friends in the garden. At first I didn’t dare move, but they didn’t seem to mind my presence at all, which is a bit unusual for wild animals. So I drove to the office and when I came back that evening they were still there. Mowing the lawn has gotten a bit complicated since then, but they also have their merits, because they seem to like it when you sit on them. Otherwise they don’t do much, they just stand around. My neighbor doesn’t know what kind of critters they are either, but he wanted to know if they were edible and suggested we grill one. But tell yourself: They are just skin and bones, you could grill a chair leg right away. Ridiculous.
Als Gott das Licht erschaffen hatte, um damit Tag und Nacht voneinander zu scheiden, konnte er die folgende Nacht nicht schlafen, weil das Licht keine Ruhe gab. Bis zum frühen Morgen huschte es durch die Wohnung, kroch unter der Türe des Schlafzimmers hindurch und setzte sich auf seine Nasenspitze. Es war eine rechte Plage. Darum machte er sich am nächsten Tag daran, den Himmel zu erschaffen, um das Licht dort zu befestigen. Er fand, dass die Kacheln für den Himmel wirklich schön geworden waren und so verlegte er schnell die Stromkabel, klebte die Kacheln schön ordentlich darüber und verdübelte das Licht. Leider stellte sich heraus, dass er damit de facto die Nacht wieder abgeschafft hatte, denn nun blieb das Licht zwar an Ort und Stelle, aber eben darum wurde es auch nicht mehr dunkel. Weil ihm vor einer weiteren Nacht ohne Schlaf graute, entfernte er das Licht wieder, wobei er jedoch zu heftig daran zog, so dass die frisch verlegten Kacheln von der Decke fielen. Vor Wut vollkommen außer sich warf er das Licht fort, das seitdem in einer Umlaufbahn um die Erde kreist. Die Kacheln aber warf er auf den Müll und sprach nicht mehr darüber.
What was left over at creation – When God created the light to separate day and night, he could not sleep the following night because the light did not give rest. It scurried through the apartment until early morning, crawled under the bedroom door and sat on the tip of its nose. It was a real nuisance. So the next day he set about creating heaven to fix the light there. He found that the tiles for the sky had turned out really nice, so he quickly laid the power cables, glued the tiles neatly over them and doweled the light. Unfortunately, it turned out that he had in fact abolished the night again, because now the light stayed where it was, but that is precisely why it didin’t get dark anymore. Because he was dreading another night without sleep, he removed the light again, pulling too hard, however, so that the freshly laid tiles fell from the ceiling. Completely beside himself with anger, he threw away the light that has since been in orbit around the earth. But he threw the tiles on the trash and no longer spoke about them.
Mein Nachbar beklagt sich, dass es in letzter Zeit zunehmend zwei bis drei Leute seien, die seine Türe eintreten würden. Das halte er für unangemessen, darum habe er nun dieses Schild angebracht und hoffe auf Besserung. Ich bin da eher pessimistisch. Die Leute haben heutzutage kein Benehmen mehr.
Legitimate concern – My neighbor complains that lately on a more regular basis two or three people have been killing his door. He thinks that is inappropriate, which is why he has now attached this sign and hopes for improvement. I’m more pessimistic about that. People have lost their manners these days.
(On the sign: „Please enter only one person“. ‚eintreten‘ also means ‚to kick in and smash‘)
Meine Mutter hatte sich schon immer einen Ententeich hinterm Haus gewünscht, was daran scheiterte, dass unser Garten nicht größer war als der Bierkasten, den mein Vater manchmal nach draußen stellte, um ihm dort Gesellschaft zu leisten, wenn ihm meine Mutter mit ihrem Gejammer über den nicht vorhandenen Ententeich wieder einmal auf die Nerven ging. Irgendwann hatte er es satt und als ich damals von der Schule kam, war ich doch sehr überrascht, hinter dem Haus nicht nur einen Teich, sondern einen See vorzufinden. Meine Mutter war gar nicht mehr zu beruhigen, ebensowenig die Nachbarn, die, von der Arbeit heimgekehrt, feststellen mussten, dass jemand (mein Vater) ihre Häuser abgeräumt hatte. „Hier habe ich wenigstens meine Ruhe“, meinte mein Vater, als ich ihn nach dem Prozess im Gefängnis besuchte.
From the family album – My mother had always wanted a duck pond behind the house, which failed because our garden was no bigger than the beer crate my father sometimes put outside to keep him company when my mother complained about the nonexistent duck pond once again. At some point he got tired of it and when I got home from school, I was very surprised to find not just a pond but a lake behind the house. My mother could not be calmed, and neither were the neighbors who, having returned home from work, found that someone (my father) had demolished their houses. „At least I have my peace here,“ said my father when I visited him in prison after the trial.
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