Nervensäge

Ich mag keine Aberginen. Sie schmecken beschissen und müssen immer das letzte Wort haben.
„Aber wir heißen Auberginen und schmecken gut!“
Was zu beweisen war.

Nag – I don’t like abergines. They taste like shit and they always have to have the last word. „But we are called aubergines and we taste good!“ Which was to be proved.

Verschwendung

Da der Verbraucher immer weniger bereit ist, angemessene Preise zu bezahlen, müssen viele Bauern aufgeben. Inzwischen haben zwar auch die Discounter ihr Sortiment um Bio-Produkte erweitert, doch genügt das nicht, um landwirtschaftliche Betriebe zu erhalten. Oft können die Arbeitskräfte, die es braucht, um die Ernte einzufahren, nicht bezahlt werden. Hier zum Beispiel konnten einige hundert Bäume nicht abgeerntet werden. Die Kühe wurden überreif, fielen zu Boden und verschimmeln dort nun. Eine Schande!

Waste – As the consumer is less and less willing to pay reasonable prices, many farmers have to give up. In the meantime, the discounters have also expanded their range to include organic products, but that is not enough to keep farms alive. Often times, the labor that is needed to bring in the crops cannot be paid. Here, for example, a few hundred trees could not be harvested. The cows became overripe, fell to the ground and are now getting moldy. A shame!

Wirtschaftsförderung

Das Fremdenverkehrsamt hat sich endlich durchgesetzt mit der Forderung, den Mond durch eine leistungsstarke aber energiesparende LED-Leuchte zu ersetzen. Das unstete Ab- und Zunehmen sei schlecht für den Tourismus, besonders an den bei Instagrammern beliebten romantischen Motiven, die von einem verlässlichen Vollmond auf jeden Fall profitieren würden. Der Wirtschaftsminister schloss sich dieser Ansicht gerne an.

Economic promotion – The tourist office finally got its way with the demand to replace the moon with a powerful but energy-saving LED light. The unsteady increase and decrease is bad for tourism, especially in the romantic motifs popular with Instagrammers, which would definitely benefit from a reliable full moon. The Minister of Economic Affairs readily agreed with this view.

Hoher Besuch

Von der Öffentlichkeit unbemerkt wurde unser Planet neulich von den Plejaden besucht. Da der Besuch nicht angekündigt war und tagsüber geschah, konnte er später nur von einem kleinen Kind bezeugt werden, das seine Mutter begeistert auf das Siebengestirn hinwies, aber mit einem erschöpften „Jaja, schön“ zum Schweigen gebracht wurde.

High level visit – Our planet was recently visited by the Pleiades, unnoticed by the public. Since the visit was not announced and took place during the day, it could later only be witnessed by a small child who enthusiastically pointed out the seven stars to his mother, but was silenced with an exhausted „Yes, yes, beautiful“.

Präpositionen, Redaktion der TZ in München,

sind eine Wortart, die ein Verhältnis angeben. Sie können lokale, temporale, kausale, konzessive, modale u.a. Bedeutungen tragen. Wir geben Euch ein paar Beispiele: Im Juni (Angabe des Zeitpunkts) habt Ihr in Eurem Blättchen (Angabe des Ortes) ohne Sinn und Verstand (Angabe der Art und Weise) zwecks weiterer Verblödung Eurer senilen Leserschaft (Angabe des Grundes) diese Schlagzeile veröffentlicht: „Chaos um Erstimpfung“. Mit Boulevardjournalismus hat das schon nichts mehr zu tun, das ist vielmehr der Trampelpfad durch das Unterholz der deutschen Sprache. Gegen so etwas gibt es leider weder eine Pille noch eine Impfung, aber eine Präposition: wider die Blödheit.

Prepositions, editors of the TZ in Munich, are a part of speech that indicate a relationship. They can have local, temporal, causal, concessional, modal and other meanings. We’ll give you a few examples: In June (specifying the time) you published this headline in your leaflet (specifying the place) without any sense (specifying the manner) in order to further stupid your senile readership (specifying the reason): “Chaos around first vaccination”. That has nothing to do with boulevard journalism, it is rather the beaten path through the undergrowth of the German language. Unfortunately, there is neither a pill nor a vaccination against something like this, but there is a preposition: against stupidity.

Hello again, Jeffrey Toobin!

Sie sind ein US-amerikanischer Publizist und auch hiesigem Publikum vor allem dadurch bekannt geworden, dass das Magazin New Yorker Sie entlassen hat, nachdem Sie im Oktober letzten Jahres während einer Zoom-Konferenz, im Glauben, die Kamera sei ausgeschaltet, masturbiert haben. Nun sind Sie als Talking Head zu CNN zurückgekehrt. Dort bekannten Sie sich offen zu Ihrem Vergehen, versicherten jedoch, seither versucht zu haben, „ein besserer Mensch“ zu werden, dem man „wieder vertrauen“ könne, weshalb Sie u.a. bei einer Tafel arbeiten und sich in Therapie begeben haben. Gegen beides ist nichts einzuwenden, allerdings scheint es, als möchten Sie so verstanden werden, dass der Drang, sich während einer langweiligen Zoom-Konferenz mit Masturbation zu entspannen, etwas sei, das der Therapie bedürfe. Nun lieben die Amis ja nichts mehr als den reuigen Sünder, doch wenn dies wirklich das ist, was Sie ihnen verkaufen wollen, möge Ihnen, Sie Heuchler, die rechte Hand verfaulen! Völlig entspannt: Titanic

Hello again, Jeffrey Toobin! – You are an American publicist and best known to local audiences for being fired by New Yorker magazine after you masturbated believing the camera was off during a Zoom conference last October. You have now returned to CNN as a Talking Head. There you openly confessed to your offense, but assured you that you have since tried to become “a better person” who can be “trusted again”, which is why you worked at a food bank and went into therapy. Now there is nothing wrong with either, but it seems like you want to be understood that the urge to relax with masturbation during a boring zoom conference is something that needs therapy. Now the Americans love nothing more than the repentant sinner, but if this is really what you want to sell them, may your right hand rot, you hypocrite! Completely relaxed: Titanic

(Erschienen / published in Titanic 8/2021)

Den Klimaschutz, Söder,

dürfe man nicht den Grünen überlassen, mahnten Sie neulich. Nun ist es ja so, dass Sie, hätten Sie denn vor, tatsächlich Klimaschutz zu betreiben, diesen nicht der Opposition überlassen müssten, die gar nicht die Macht dazu hat, sondern in Ihrer Eigenschaft als bayerischer Regierungschef selbst … Wie? Wir haben Sie da falsch verstanden? Es geht Ihnen gar nicht um Klimaschutz, sondern nur um Wählerstimmen? Ach so! Na, macht nix. Wer Sie trotz allem beim nächsten Mal wählt, ist vermutlich auch der Ansicht, man dürfe das Backen nicht den Bäckern überlassen und das Schlachten nicht den Metzgern. Und solange Sie regieren, bleibt das politische Klima in Bayern sowieso wie schon immer: feucht und muffig wie unter den Armen von Franz Josef Strauß selig. Wir nehmen lieber Kurs nach Norden, Servus.

Climate protection, Söder, shouldn’t be left to the Greens, you recently warned. Well, if you were going to actually do climate protection, you would not have to leave it to the opposition, which does not have the power to do so, but in your capacity as the Bavarian head of government … How? Did we get you wrong? Is it not about climate protection at all, but only about votes? I see! Well, it doesn’t matter. Anyone who votes for you next time, despite everything, is probably also of the opinion that the baking should not be left to the bakers and slaughter should not be left with the butchers. And as long as you rule, the political climate in Bavaria will remain as it always has been: damp and musty, like in the armpits of Franz Josef Strauss. Heading north, bye.

Was bei der Schöpfung übrig blieb (14)

Als Gott am fünften Tag die Amöben und Vögel geschaffen hatte und außerdem Köpenick und das Ötztal und auch den Fön und sämtliche Möbel, und das nur, weil ihm der Buchstabe ‚ö’ an diesem Tag soviel Freude machte, da erschuf er nebenbei auch das ‚Stuhl’. Am nächsten Tag jedoch konnte er sich nicht mehr erinnern, wofür dieses Ding gut sein sollte. Falls jemand Interesse hat: Es ist gegen Selbstabholung kostenlos zu haben.

What was left over at creation – When God created the amoebas and birds on the fifth day and also Köpenick and the Ötztal and also the hair dryer and all the furniture, and only because the letter ‚ö‘ gave him so much pleasure on that day, he also created the ‚Chair‘. The next day, however, he couldn’t remember what this thing was for. If anyone is interested: It can be picked up free of charge.

Amigoskandal

neulich haben Investigativjournalisten des Oberlandkuriers aufgedeckt, dass die Firma Tiefbau Obermayr aus Rosenheim schon wieder den Auftrag bekommen hat, Renovierungsarbeiten am Fundament der Welt auszuführen, obwohl die Konkurrenzfirma Tiefbau Untermeier aus Passau deren Angebot um einige Milliarden Euro unterboten hat. Das zuständige Ministerium für Bau und Heimat hat auf die Anfragen der Journalisten nur mit den Schultern gezuckt. Es sei doch klar, dass man einen so wichtigen Auftrag nicht an die Niederbayern vergeben könne und außerdem sei der Obermayr Sepp ein Vetter des Unterstaatssekretärs. Schließlich sei man die Partei der Familienwerte.

Nepotism scandal – Investigative journalists from the Oberlandkurier recently uncovered that the underground working company Tiefbau Obermayr from Rosenheim has received the order again to carry out renovation work on the foundation of the world, although the rival company Tiefbau Untermeier from Passau has undercut its offer by a few billion euros. The responsible ministry for construction and homeland only shrugged its shoulders at the journalists‘ inquiries. It should be clear that such an important contract could not be awarded to a company from Lower Bavaria, and that the Obermayr Sepp was also a cousin of the Undersecretary. After all, they are the party of family values, they say.