Großartig, Mr. Connery!

Dass Sie noch vor dem Start des neuen Bond-Filmes „Keine Zeit zu sterben“ tatsächlich sterben, ist vermutlich die Sorte schottischer Humor, den die Engländer so lieben. Gerührt: Titanic

Great, Mr. Connery!
That you actually die before the start of the new Bond film „No Time to Die“ is probably the kind of Scottish humor that the English love so much. Stirred: Titanic

Erschienen / published in Titanic 12/2020

Die Abenteuer von Pavel Havel (1)

Eines Tges km Pvel Hvel, dem berühmten tschechischen Großmeister ller Klssen gnz plötzlich der Buchstbe bhnden. Weil er ber bhnden km, wollte niemnd Pvl Hvel gluben, d er j den Vokl nicht mehr usprechen konnte. Es km noch schlimmer! Pltzlch kmn hm ch ll ndrn Vkl bhndn: Ncht nr ds, sndrn ch ds nd ds. Sgr ds wr ncht mhr d! Vrflxt! – Dch s wr d tschchsche Sprche rfndn!

The Adventures of Pavel Havel
One dy Pvel Hvel, the fmous Czech grnd mster of ll clsses, suddenly lost the letter. But becuse it ws lost, nobody wnted to believe Pvel Hvel, since he could no longer pronounce the vowel. It got worse! Sddnly h lst ll thr vwls: Nt nly th, bt ls the nd th. vn th ws n lngr thr! Drn! – Bt tht’s hw th Czch lngg ws nvntd!

Erschienen / published in Titanic 12/2020

Anmerkung: Pavel Havel hat bestätigt, dass es vollkommen mit den Gesetzen der Natur und des Menschen vereinbar ist, dass sein erstes Abenteuer nach seinem zweiten veröffentlicht wird.

Note: Pavel Havel has confirmed that it is completely compatible with the laws of nature and man that his first adventure should be published after his second.

Traditionspflege

Der Lehrling hat recht blöd geschaut, als der Maurer ihm gesagt hat, er möge mal eben die Mauer halten, während er den Putz auftrage, aber noch blöder hat er geschaut, als man den Arm dann abnehmen musste. Den Lehrling auf den Arm zu nehmen, ist eine schöne Tradition. Gut, dass es das noch gibt.

Maintaining the tradition – The apprentice looked really stupid when the bricklayer told him to hold the wall while he was applying the plaster, but he looked even more stupid when they had to take his arm off. Poking the prentice is a nice tradition. It’s good that it still exists.

Verbesserung

Als ich heute früh in den Spiegel schaute, stellte ich verwundert fest, dass über Nacht ein kleines Bäumchen auf meinem Kopf gewachsen war, das schon recht kräftig austrieb. Zuerst schien es mir unpraktisch, da ich zwischen den Zweigen und Blättern kaum hindurchsehen konnte, doch später am Tage begriff ich es als Vorzug, denn seien wir doch mal ehrlich, die Welt ist meist recht hässlich und auf den Anblick der Menschen lege ich auch keinen Wert mehr. Da ist es leicht hinzunehmen, dass ich ständig die Wurzeln stutzen muss, die mir aus Ohren und Nase wachsen.

Improvement – When I looked in the mirror this morning, I was astonished to find that a small tree had grown on my head overnight, which was already sprouting quite vigorously. At first it seemed impractical to me, as I could hardly see through between the branches and leaves, but later that day I saw it as an advantage, because let’s be honest, the world is usually quite ugly and I don’t set value on looking at people anymore. So it is easy to accept that I permanently have to prune the roots that grow out of my ears and nose.

Traurig!

Der Siegeszug der elektronischen Medien bis in die Kinderzimmer hinein, führt dazu, dass immer mehr Stofftiere und Spielzeuge auf der Straße ausgesetzt werden, um dort elend zugrunde zu gehen.

Sad! – The triumphant advance of electronic media right into children’s rooms means that more and more stuffed animals and toys are left on the street to perish miserably.

Optische Täuschung

Neulich war ich in Oberösterreich wandern und da wurde ich Zeuge einer sehr ungewöhnlichen optischen Täuschung. Als ich nämlich gerade auf das Dachsteingebirge zuging, sah es für einen Moment so aus, als sei da in der Ferne gar kein Gebirge, sondern als schaute ich die Fassade eines Hauses hinauf; die Vegetation hatte sich in Geranien verwandelt und in die Landschaft schien etwas eingeschrieben zu sein. Vielleicht war es nur ein Marketingtrick des örtlichen Fremdenverkehrsamtes, aber es wirkte, denn sogleich folgte ich dem Bedürfnis, in ein Gasthaus einzukehren und in der Tat war man dort sehr gastfreundlich.

Optical illusion – Recently I was hiking in Upper Austria and there I saw a very unusual optical illusion. As I was walking towards the Dachstein Mountains, it looked for a moment as if there weren’t any mountains in the distance, but as if I was looking up the facade of a house; the vegetation had turned into geraniums and something seemed to be inscribed in the landscape. Maybe it was just a marketing ploy from the local tourist office, but it worked, because I immediately followed the need to stop at an inn and they were indeed very hospitable.

Abstieg zur Hölle

Was alle Regensburger wissen, aber sonst kaum jemand: Dieses unscheinbare Loch ist der Eingang zur Unterwelt. Die Eingeborenen behaupten zwar, sie wüssten nicht, wohin der Gang führe, aber nach dem dreizehnten Bier, das man an diesem sehr katholischen Ort ein Judasbier nennt, verraten sie es doch. Mit angstgeweiteten Augen und brechender Stimme berichten sie von fürchterlichen Qualen, aber auch mit dem vierzehnten Bier kann man ihnen keine Details entlocken. Das wollte ich genauer wissen. Spät in der Nacht schlich ich mich dorthin und kroch in den engen schmutzigen Gang, der wider Erwarten hinab führte und nach einigen hundert Metern hinter einer Tapetentür endete. Zu meiner nicht geringen Überraschung führte diese Tür in das Schlafgemach der Fürstin Gloria von Thurn und Taxis, die gerade einige arme Sünder in glühendem Blei kochte. Mehr war leider nicht zu erfahren, denn ein glutäugiger Teufel machte mir schwere Vorwürfe, dass ich ohne Termin hier gar nichts zu suchen hätte und gefälligst verschwinden solle, was ich dann auch gerne tat.

Descent to hell – What everyone in Regensburg knows, but hardly anyone else: This inconspicuous hole is the entrance to the underworld. The natives claim they don’t know where the passage is going, but after the thirteenth beer, which in this very Catholic place is called a Judas beer, they give it away. With eyes wide with fear and breaking voices, they report terrible torments, but even with the fourteenth beer you can’t get any details out of them. I wanted to know more about that. Late at night I crept there and crawled into the narrow, dirty corridor that led down unexpectedly and ended a few hundred meters behind a wallpaper door. To my no small surprise, this door led into the bedroom of Princess Gloria of Thurn und Taxis, who was just boiling some poor sinners in red-hot lead. Unfortunately, more was not to be found out, because a glowy-eyed devil made serious accusations that I had no business here without an appointment and should kindly disappear, which I was happy to do.