50 Jahre Mondlandung

Heute vor 50 Jahren setzte Louis Armstrong als erster Jazzmusiker seinen Fuß auf den Mond. Bei der anschließenden Jam-Session zur Feier dieses Ereignisses ging das gute Stück leider zu Bruch.

50th anniversary of the moon landing
Today, 50 years ago, Louis Armstrong became the first jazz musician to set foot on the moon. At the subsequent jam session to celebrate this event, the little gem unfortunately got broke.

Aus dem Familienalbum (12)

Meine Urgroßtante Mathilde war seit ihrer Jugend, die, zerknittert wie sie ist, in grauer Vorzeit stattgefunden haben musste, eine passionierte Jägerin. Die Wände ihrer Wohnung sind übersäht mit Trophäen ihrer Leidenschaft. Einen stattlichen Fünfender habe sie schon als Dreijährige erlegt, in letzter Zeit jedoch zittere ihre Hand, weshalb sie nur noch auf unbewegliche Ziele anlege und außer Bäumen und Sträuchern kaum mehr etwas treffe. Unterhalb des Fünfenders hängt eine Dose in Herzform, die, Mathilde zufolge, das Herz ihres „Liebsten“ enthalte, wobei Mathilde jedoch nie verheiratet gewesen ist und sich zu den Umständen des Ablebens des Betreffenden auffällig ausschweigt.

From the family album – My great-great-aunt Mathilde had been a passionate hunter since her youth, which, crumpled as she is, must have taken place in the gray past. The walls of her apartment are littered with trophies of her passion. She had already killed a handsome five-pointer as a three-year-old, but lately her hand was trembling, which is why she only applies to immovable targets and barely hits anything except trees and shrubs. Underneath the antlers is a heart-shaped can, which, according to Mathilde, contains the heart of her „beloved,“ but Mathilde has never been married and conspicuously ignores the circumstances of the person’s demise.

Was bei der Schöpfung übrig blieb (5)

Nachdem Gott mehr schlecht als recht ein paar Viecher erschaffen hatte und ein paar Bäume und so Zeug eben, mit dem er überhaupt nicht zufrieden war, machte er Feierabend und kehrte noch schnell die Werkstatt. Leider hatte er vergessen, sich einen Lehrbuben zu machen, dem er diese Drecksarbeit hätte anschaffen können. Seltsamerweise war heute ein Paar Kinderschuhe übrig geblieben, obwohl er sich genau erinnerte, nur Vierfüßler gemacht zu haben. Er stellte sie kurzerhand vors Haus, zusammen mit einem überschüssigen Bauteil einer Interkontinentalrakete. Irgendwer wird schon Verwendung dafür finden.

What was left over at the creation – After God had created a rather failed few critters and a few trees and stuff like that, with which he was not satisfied at all, he quit and quickly swept the workshop. Unfortunately, he had forgotten to make an apprentice to whom he could have gotten this dirty work. Strangely enough, a pair of children’s shoes were left over today, though he remembered exactly that he only made quadrupeds. He put them in front of the house, together with a surplus component of an ICBM. Someone will already find use for it.

Aus dem Familienalbum (11)

Meine Cousine Hildegard war schon lange unzufrieden mit ihrer Wohnsituation und fest entschlossen, alle Einwände ignorierend, daran etwas zu ändern. Ihr Mann warnte sie, der Vermieter werde das nicht hinnehmen und sie riskiere die Kündigung, doch sie blieb stur und beauftragte eine Baufirma, auf der gesamten Länge des dritten Stockwerks einen Balkon anzubringen. Die Nachbarn beschwerten sich über den Baulärm und die Löcher in den Wänden, doch über diese Kleingeisterei lächelte sie hinweg. Was sie jedoch überhaupt nicht ausstehen konnte, waren die Versuche mancher Hausbewohner, ihren Balkon mitzubenutzen. Ihr Mann konnte sie noch davon abbringen, die Fenster der Störenfriede zumauern zu lassen. Natürlich erfolgte die fristlose Kündigung dann recht bald. Aber immerhin sei sie ein paarmal auf ihrem eigenen Balkon in der Sonne gelegen, hielt sie dem Psychiater in der geschlossenen Abteilung des Bezirkskrankenhauses entgegen.

From the family album – My cousin Hildegard has long been dissatisfied with her living situation and determined to change it, ignoring all objections. Her husband warned that the landlord would not accept this and that she risked the cancellation, but she remained stubborn and ordered a construction company to install a balcony along the entire length of the third floor. The neighbors complained about the construction noise and the holes in the walls, but she smiled over this petty feeling. However, what she did not like at all were the attempts of some residents to use her balcony. Her husband could dissuade her from walling up the windows of the troublemakers. But of course, the instant dismissal followed very soon. But after all, she has been lying in the sun on her own balcony for a few times, as she told the psychiatrist in the closed ward of the district hospital.

Fraktur, unklar

Kann mir endlich mal jemand erklären, wie man das zu verstehen habe, was da seit Jahrzehnten im kollektiven Gedächtnis west, dass nämlich Marmorstein und Eisen breche, aber „unsere Liebe“ nicht. Wieso auch sollte Liebe brechen? Ist sie ein Knochen? Wenn ja, warum sollte ausgerechnet der nicht brechen? Und wo befindet sich dieser Liebesknochen? Könnte man ihn, wenn er dann doch einmal bricht, mit einem Gips fixieren? Wie lange müsste eine gebrochene Liebe ruhiggestellt werden und wie steht es um Muskelabbau und Thrombosegefahr? Fragen, die der Schlager, lebensfremd wie er ist, natürlich nicht beantwortet.

Fracture, unclear – Can someone finally explain to me how to understand what has been going on in the collective memory for decades, namely that marble and iron break, but „our love“ is not. Why should love break? Is it a bone? If so, why shouldn’t it break? And where in the body is this love bone? Could it, if it breaks then be fixed with a plaster? How long should a broken love be immobilised and what about muscle loss and risk of thrombosis? Questions that Pop music, out of touch with everyday life as it is, of course, do not answer.

Was bei der Schöpfung übrig blieb (4)

Im Internet hatte Gott hoffnungsvoll bei einem chinesischen Baumarkt einen Haufen gebrauchsfertiger Kreaturen bestellt, aber was er nach ein paar Wochen erhielt, waren nichts als Rohlinge. Es war zum Verrücktwerden. Eine Beschwerde hätte er schriftlich vorbringen müssen, aber er konnte kein Kantonesisch, also begann er eben damit, die Rohlinge zu bearbeiten. Doch leider war er nicht sehr geschickt mit seinen großen Händen und so geriet das Meiste zu Ausschuss. Was auch nur irgendwie stehen, watscheln oder schwimmen konnte, warf er irgendwo hin. Besser als Nichts.

What was left over at creation – On the Internet, God had hopefully ordered a bunch of ready-made creatures from a Chinese hardware store, but what he received after a few weeks was nothing but blanks. It was maddening. He should have made a complaint in writing, but he could not speak Cantonese, so he started working on the blanks. Unfortunately, he was not very skilled with his big hands and so most of it came to rejects. Whatever could stand, waddle or swim, he threw somewhere. Better than nothing.

Aus dem Familienalbum (10)

Meine Großeltern lebten in einer kleinen Wohnung und besaßen nicht viele Möbel, aber das Wohnzimmer wurde von einem fast zwei Meter großen ausgestopften Bären beherrscht. Wer nicht darauf gefasst oder zum ersten Mal zu Besuch war, bekam einen Schock, von dem sich manche, so sagt man, nie wieder erholt hätten. Der Bär hatte überall kahle Stellen und er roch furchtbar, aber im Halbdunkel war er durchaus noch in der Lage, Schrecken zu verbreiten. Meine Großmutter weigerte sich, das Monstrum auch nur anzurühren und ignorierte es. Mein Großvater behauptete, den Bären im Krieg in Russland persönlich geschossen zu haben, doch wir alle wussten, dass er erstens seiner starken Kurzsichtigkeit wegen gar nicht eingezogen worden war und zweitens den Bären bei einem Trödler gekauft hatte, denn am Hintern des Tieres baumelte noch das Preisschild über 50 Reichsmark, das er aufgrund seiner Kurzsichtigkeit natürlich nicht sehen konnte.

From the family album – My grandparents lived in a small apartment and did not have much furniture, but the living room was dominated by a nearly two meter tall stuffed bear. Those who were not prepared for it or visited for the first time, got a shock that, some say, some never recovered from. The bear had bleak spots everywhere and smelled awful, but in the semi-darkness he was quite able to spread terror. My grandmother refused to even touch the monster and ignored it. My grandfather claimed to have personally shot the bear during the war in Russia, but we all knew that he had not been drafted because of his strong shortsightedness and secondly that he had bought the bear from a junk dealer because the Price tag over 50 Reichsmark was dangling from the beast’s bottom, which of course he could not see because of his shortsightedness.

Was bei der Schöpfung übrig blieb (3)

Das Land zu machen, gestaltete sich schwieriger als Gott sich vorgestellt hatte. Alles geriet ihm dabei durcheinander, die Elemente vermischten sich, klebten aneinander, beschmutzten seine neue Arbeitskleidung und machten schwarze Ränder unter den Fingernägeln. Es war eine einzige Sauerei. Dabei hatte er sich eine so schöne Ordnung für die Dinge überlegt. Es war vergebens und nicht zu retten. Resigniert verteilte er etwas von dem glitzernden Kleinzeug, ein paar Glasperlen hier, ein paar Muscheln da, aber es half nicht, es sah bescheuert aus. Den Rest ließ er einfach liegen und ging nach nebenan auf ein Bier.

What was left over at creation – Making the land was more difficult than God had imagined. Everything was confused, the elements mingled, stuck together, soiled his new work clothes and made black edges under his fingernails. It was a mess. Yet he had projected such a nice order for all things. It was in vain and past remedy. Resigned, he distributed some of the sparkling little things, a few glass beads here, a few shells there, but it did not help, it looked stupid. He simply left the rest and went next door to have a beer.

Berlin mal wieder!

Da der Gesetzentwurf der Bundesregierung vom Bundestag gegen die Stimmen der CSU-Landesgruppe angenommen wurde, sollen nun im ganzen Land Himmelswischer und Wolkenschieber errichtet werden, um sicherzustellen, dass über der Bundesrepublik auf ewig die Sonne lacht. Regen ist künftig nur noch nachts und an Donnerstagen zwischen 12 und 13 Uhr gestattet. Die Bayerische Staatsregierung hat eine Verfassungsbeschwerde angekündigt und bezeichnet dieses Vorhaben als „antibayerische Aktion“. Bayerns Farben seien bekanntlich Weiß und Blau und dabei bleibe es.

Berlin again! – Since the bill of the Federal Government was adopted by the Bundestag against the votes of the CSU, sky wipers and cloud pushers are now to be erected throughout the country to ensure that the sun shines forever on the Federal Republic. In the future rain will only be permitted at night and on Thursdays between 12 and 13 o’clock. The Bavarian state government has announced a constitutional complaint and calls this project „anti-Bavarian action“. Bavaria’s colors are known to be white and blue and they will keep it that way.