Pfusch am Bau

Nachdem sich zunehmend Seelen über die unzumutbaren Temperaturen in der Hölle beschwert hatten und sogar einige Untergebene schon zu murren begannen, beauftragte der Teufel ein deutsches Bauunternehmen, denn die haben ja bekanntlich den besten Ruf, mit dem Einbau eines Fensters auf der Nordseite, um dadurch eine etwas angenehmere Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Wie dieses von der ISS aus aufgenommene Foto jedoch belegt, bauten die Deutschen das ca. saarlandgroße Fenster etwas nördlich vom Nordkap in einem Meeresarm direkt vor der Küste in die See, so dass man es nicht öffnen konnte, ohne dass Wasser eindrang und einige seit Jahrtausenden brennende Feuer löschte. Der Rechtstreit ist noch nicht entschieden, aber die Deutschen scheinen die besseren Anwälte zu haben, auch wenn der Teufel zurecht darauf hinwies, dass diese so oder so in der Hölle landen werden und also gegen ihre eigenen Interessen handelten. Doch auch dieser Einwand wurde bei Gericht als irrelevant zurückgewiesen.

Botched construction
After more and more souls had complained about the unacceptable temperatures in hell and even some subordinates began to grumble, the devil commissioned a German construction company, because they are known to have the best reputation, with the installation of a window on the north side, thereby to create a more pleasant working atmosphere. However, as evidenced by this photograph taken from the ISS, the Germans built the approximately Saarland-sized window a bit north of the North Cape into an arm of the sea just off the coast, so that it could not be opened without water penetrating and putting out some fires which have been burning for millennia. The legal dispute has not yet been settled, but the Germans seem to have the better lawyers, even if the devil rightly pointed out that they will end up in hell either way, acting against their own interests. But even this objection was rejected in court as irrelevant.

Dystopie mit Charme

Als ich letztens einen Zug nach Italien nehmen wollte, hörte ich im Untergeschoß des Münchner Hauptbahnhofs eine Frau jemanden fragen, wo es zu den Zügen nach Österreich gehe. Womöglich war die Frau nur ungeübt im Bahnfahren, Sprechen oder Denken, andererseits traue ich der Deutschen Bahn durchaus zu, dass sie, um Geld zu sparen, alle Züge nur noch nach Österreich fahren lässt.

Dystopia with charm
Recently I wanted to take a train to Italy, and as I was at the basement of the Munich Central Station, I heard a woman ask someone, where the trains to Austria do leave. Maybe the woman was inexperienced in taking a train, in speaking or thinking. On the other hand, I’m confident that the Deutsche Bahn, in order to save money, let all trains only go to Austria.

Wie es wirklich war (1)

Als der nachmalige Heilige Georg, mit bürgerlichem Namen Georg Untermoser, genannt Schorsch oder Mosi, damals auf den Drachen traf und leichtsinnigerweise sofort die Büchse spannte und auf das Untier anlegte, wäre er um ein Haar von einer aufgebrachten Menge Dachdecker erschlagen worden, die ein gutes Auskommen hatten, da der Drache unter starker Schuppenbildung litt und regelmäßig neu eingedeckt werden musste. Der Schorsch konnte jedoch entkommen und erzählte daheim eine ganz andere Geschichte. Aber das war okay, denn wer will schon mit der Wahrheit belästigt werden?

How it really was
When the later Saint George, whose real name was Georg Untermoser, called Schorsch or Mosi, met the dragon and carelessly cocked the hammer on his rifle and aimed at the beast, he would nearly have been killed by an angry mob of roofers who made a good living because the dragon suffered from severe dandruff and had to be regularly re-covered. However, Schorsch escaped and told a completely different story at home. But that was okay, because who wants to be bothered with the truth?

Herr und Hund

Im Park wirft ein Mann für seinen Hund einen Ball, aber er benutzt dafür eine Art extrem verlängerte Schöpfkelle. Mit diesem Ding könnte er den Ball sicher 100 Meter weit schleudern, aber die Kugel dengelt jedes Mal schon ein paar Schritte entfernt in den Boden. Der Hund wirkt sichtlich enttäuscht, unschlüssig schnüffelt er am Ball. Der Sinn dieses seltsamen Spieles bleibt ihm verschlossen, während das Herrchen richtig Spaß zu haben scheint. Aber das ist eben der Unterschied zwischen niederer Kreatur und Hund.

A man and his dog – In the park, a man throws a ball for his dog, but he uses a kind of extremely elongated ladle. With this thing he could throw the ball safely 100 meters, but every time the ball hits the ground a few paces away. The dog is visibly disappointed. He is sniffing the ball with indecision. The meaning of this strange game remains unclear to him, while the man seems to have fun. But that’s just the difference between lower creature and dog.

Aus dem Familienalbum (14)

Letzten Sommer brachte meine Cousine, die schon lange als das Schwarze Schaf der Familie galt, ihren neuen Freund mit nach Hause, einen ausgesprochen ungestalten jungen Mann mit kleinem Kopf und lächerlich langen Gliedmaßen, der mit niemandem ein Wort wechselte und bei Tisch alle Speisen zurückwies, jedoch völlig schamlos an der Cousine saugte, welche ob der Wirkung des Freundes sehr zufrieden war. Als dieser allerdings Anstalten machte, auch an meiner Tante zu saugen, platze meinem Onkel der Kragen, worauf er den frechen Kerl umgehend erschlug. Meine Cousine, blutleer wie sie war, protestierte nur sehr schwach.

From the family album
Last summer, my cousin, who had long been considered the black sheep of the family, brought home her new boyfriend, a very unshapely young man with a small head and ridiculously long limbs, who did not say a word to anyone and rejected all the food at the table, but completely shamelessly sucked on the cousin, which was very pleased with the effect of the friend. However, when he made preparations to suck on my aunt, my uncle exploded, whereupon he slew the naughty fellow immediately. My cousin, bloodless as she was, protested very weakly.

Völkerkunde

Neulich wurde mir bewusst, worin der wesentliche Unterschied zwischen Österreich und Deutschland besteht. Unter den Sitzen deutscher Züge ist genügend Platz für das Handgepäck, da der Deutsche, sobald er sich in einem Zug bewegt, gerne in Tupperdosen verstaute Eier, Zwiebeln und mit reichlich Knoblauch gewürzte Frikadellen griffbereit hat. Die anderen Fahrgäste sollen ja auch was davon haben. In deutschen Zügen gibt es daher nur sog. „Bord-Bistros“, in denen man zwar nichts Essbares bekommt, aber meistens einen Stehplatz. Im österreichischen Eurocity dagegen gibt es einen Speisewagen, in dem man nicht immer einen Platz bekommt, da dort wohlschmeckende und frisch zubereitete Speisen auf richtigen Tellern bis an den Tisch serviert werden. Dafür ist unter den Sitzen gerade genügend Platz, um ein Wiener Schnitzel zu verstauen, das bekanntlich sehr dünn geklopft wird. Aber da ein gutes Schnitzel naturgemäß nicht verstaut, sondern sofort gegessen wird, ist das auch schon wieder völlig wurscht.

Ethnology
Recently I realized what’s the essential difference between Austria and Germany. Under the seats of German trains there is enough space for hand luggage, as the German, as soon as he moves in a train, likes it to have at hand a lot of Tupperware where he stows eggs, onions and meatballs, spiced with plenty of garlic. The other passengers should also profit by it. In German trains, there are only so-called „Board bistros“, in which one gets nothing edible, but mostly a stance. In Austrian Eurocity, on the other hand, there is a dining car where you do not always get a seat, as tasty and freshly prepared dishes are served on proper plates right to your table. Under the seats there is just enough space to stow a Wiener Schnitzel, which is known to be tapped very thin. But since a good Schnitzel naturally is not stowed but eaten immediately, one couldn’t care less.

Auf der Fahrt durch eine norddeutsche Kleinstadt

Klinker Klinker Klinker Klinker
Beton
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Beton
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Beton
Klinker Klinker
Büdchen

Driving through a north German town
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concrete
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concrete
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little shop

Bei Vaders daheim (III)

Darth: Luke?
Luke: Hm?
Darth: Luke, ich bin dein Vater!
Luke: Jaaaa, Vater. Ich weiß!
Darth: (kleinlaut) Wollt’s nur noch mal gesagt haben.
Luke: (für sich) Seniler Trottel.

At Vaders‘ home (III)
Darth: Luke?
Luke: Hm?
Darth: Luke, I’m your dad!
Luke: Yeaaaah, father. I know!
Darth: (meekly) I just wanted to say it again.
Luke: (to himself) Senile sucker.

Analogie

Wenn eine Ouvertüre eine Eröffnungsmusik ist, dann ist eine Kuvertüre eine süßlich klebrige Musik, mit der man etwas zu verbergen versucht, vermutlich etwas Schreckliches. Im Grunde also der deutsche Schlager.

Analogy
If an overture is an opening music, then a couverture is a sweet-and-sticky music that is used to hide something, probably something terrible. With other words: the german popular music.