Songtext, überprüft

Die weißen Tauben sind gar nicht müde! Sie fliegen lang schon nicht mehr und ihre Schnäbel sind leer, weil sie faul in ihrem Käfig herumhocken und blöde in die Gegend glotzen. Scheißviecher!

Lyrics, reviewed
The white doves are not tired at all! They did not fly for a long time and their beaks are empty because they are lazily hanging around in their cage and staring stupidly into space. Filthy beasts!

Aus dem Familienalbum (16)

Meine Urgroßtante Gerda sei bis ins hohe Alter eine attraktive Frau gewesen, erzählten meine Großonkel. Auf den ersten Blick schien das unglaubwürdig zu sein, denn die Onkel waren potthässlich mit ihren verbeulten Visagen und zahnlosen Mündern. Noch als Gerda schon lange tot war, denn auch sie war zu ihrer eigenen Verwunderung nicht unsterblich, senkten ihre Söhne die Stimme, wenn sie von ihr sprachen. Schön, ja – sie habe immer sehr auf sich geachtet, doch kalt wie Stein sei sie gewesen. Alle, auch ihr Gatte, fürchteten ihren Zorn, denn nicht nur ihre Ohrfeigen konnten Gehirnerschütterungen verursachen, vor allem ihre Kopfstöße führten dazu, dass alle männlichen Familienmitglieder in der Nachbarschaft bekannt waren als „die mit den Boxernasen und Blumenkohlohren“. Es war eben eine andere Zeit.

From the family album
My great-grandaunt Gerda was an attractive woman until old age, my great-uncle said. At first glance, that seemed unbelievable, for the uncle were butt-ugly with their dented faces and toothless mouths. Even when Gerda was long dead, for she too was not immortal to her own astonishment, her sons lowered their voices when they spoke of her. Nice, yes – she always took great care of herself, but she was as cold as stone. Everyone, including their spouse, feared their anger, because not only their slaps could cause concussions, especially their head butts caused all the male family members to be known in the neighborhood as „those with the boxer noses and cauliflower ears“. It was a different time.

Gott im Jobcenter

„Sagen Sie mal, Herr Gott, aus Ihrem Lebenslauf geht hervor, dass Sie weder zur Schule gegangen sind noch eine berufliche Qualifikation besitzen und insgesamt nur eine Woche gearbeitet haben! Verzeihung, aber was, bitte schön, haben Sie seitdem denn gemacht? Nichts offenbar! Und trotzdem beziehen Sie seit dem 19. Jahrhundert Kirchensteuer! Sogar doppelt! Das ist Betrug! Ihnen ist schon klar, dass wir Ihnen sofort sämtliche Leistungen streichen? Außerdem dürfen Sie mit einer Strafanzeige rechnen. Wenn Sie nun bitte diesen Herren folgen würden.“

God at the job center – „Tell me, Mr. God, your CV shows that you did not go to school, do not have a vocational qualification, and only worked a week! I apologize, but what have you done since then? Apparently nothing! And yet you have been receiving church tax since the 19th century! Even twice! That’s cheating! You realize that we will immediately cancel all services? You can also expect a criminal complaint. Now if you would please follow these gentlemen.“

Von der Waage in die Wiege

Vermutlich haben meine Eltern damals, als sie mich bekamen, auf die Frage, ob’s ein bissl mehr sein darf, leichtfertig mit Ja geantwortet.

From the scales to the cradle
Presumably, when my parents got me back then, they responded to the question if they would like a little more, recklessly Yes.

Muss das sein?

Weshalb sich manche Menschen vor Spinnen ekeln, kann ich kaum verstehen. Spinnen sind Nutztiere, wie Schweine und Rinder! Man könnte sie sogar essen, auch wenn ein Spinnenschnitzel den Hunger nicht wesentlich stillt. Sie sind keine Schönheiten, aber manche sind flauschiger als ein Rauhaardackel und im Gegensatz zu diesem halten sie meine Wohnung frei von Fliegen und Motten. Kurz gesagt, ich habe nichts gegen Spinnen im Haus. Das einzige, was ich den Spinnen vorzuwerfen habe, ist, dass sie ihren Müll nicht wegräumen!

Seriously?
Why some people sicken with spiders, I can hardly understand. Spiders are farm animals, such as pigs and cattle! You could even eat them, even if a spider schnitzel does not essentially satisfy your hunger. They are not beauties, but some are fluffier than a wire-haired dachshund, and in contrast to this they keep my dwelling free of flies and moths. In short, I have nothing against spiders in the house. The only thing I have to accuse the spiders is that they do not put away their garbage!

The adventures of Buck Fuckertwerk

One day Buck Fuckertwerk, the most famous feces cook, was accused by some crazy descendant of immigrants to deliberately spread fake feces all over the place. „I never would do so!“, he replied. „Who am I to decide which feces are fake? You should ask yourself why do you want me to have so much power?“, he added with tears in his eyes. „I don’t want to become the gatekeeper of real feces!“ So everybody kept silent in shame.

Glaubensfrage

Wenn ich so daran denke, wie absurd mein Job ist, dann erscheint selbst der Katholizismus plötzlich sehr plausibel. Vielleicht sollte ich versuchen, damit mein täglich Abendmahl zu verdienen. Wein ist iauch mmer dabei, was will man mehr.

Matter of faith
Thinking of how absurd my job is, even Catholicism suddenly seems very plausible. Maybe I should try to earn my daily last supper with that. Even wine is always included, what more could you want.

Unser potemkinsches Dorf soll schöner werden!

Als Karl-Heinz Potemkin eines Tages durch sein Dörfchen schlenderte, dachte er: „Oh, da drüben tät sich ein kleines Schilderwäldchen gut machen!“ Und in der Tat, es machte sich gut. Dann stellte er noch ein paar Mülltonnen davor und ging beschwingt seines Weges, mal hierhin mal dorthin winkend, die Begrüßungen der Geister erwidernd.

Our Potemkin village should be more beautiful!
When Karl-Heinz Potemkin strolled through his little village one day, he thought to himself, „Oh, a little grove of traffic signs would be just right overthere!“ And indeed, it was alright. Then he put a few garbage cans in front of it and walked elated on his way, waving here and there, returning the spirits greetings.

Was bei der Schöpfung übrig blieb (7)

Den ganzen Tag hatte Gott damit verbracht, Dünen aufzuschütten und Wüsten zu planieren. Eine öde Angelegenheit. Gut, dass er morgens ein paar Weinberge gemacht hatte, denn so hatte er nachmittags schon ein gutes Tröpfchen im Fass, sich den Feierabend zu vergolden. – Als er am nächsten Tag mit einem heftigen Kater erwachte, der Wein war wohl doch zu jung gewesen, fand er dies auf seiner Palette. Er konnte sich an nichts erinnern, doch offenbar hatte er versucht, ein Kaninchen in einer Fischhaut zu verpacken. Das Tier war noch unfertig, sein Gesicht lag daneben, die hohlen Augen glotzen ihn vorwurfsvoll an, das Näschen zuckte sacht, die Fischhaut stank erbärmlich. Angeekelt spülte er den Schamott in die Toilette und machte sich einen starken Kaffee.

What was left over at creation
God had spent the whole day building up dunes and leveling deserts. A boring business. Good that he had made a few vineyards in the morning, because therefore in the afternoon he had already a good droplet in the barrel, to brighten the evening. – When he awoke the next day with a heavy hangover, the wine had probably been too young, he found this on his pallet. He could remember nothing, but he had apparently tried to wrap a rabbit in a fish skin. The animal was still unfinished, his face was lying next to it, his hollow eyes were staring at him reproachfully, the nose twitched gently, the fish skin stank pitifully. Disgusted, he flushed all the mess into the toilet and made himself a strong coffee.