Als Karl-Heinz Potemkin eines Tages durch sein Dörfchen schlenderte, dachte er: „Oh, da drüben tät sich ein kleines Schilderwäldchen gut machen!“ Und in der Tat, es machte sich gut. Dann stellte er noch ein paar Mülltonnen davor und ging beschwingt seines Weges, mal hierhin mal dorthin winkend, die Begrüßungen der Geister erwidernd.
Our Potemkin village should be more beautiful! When Karl-Heinz Potemkin strolled through his little village one day, he thought to himself, „Oh, a little grove of traffic signs would be just right overthere!“ And indeed, it was alright. Then he put a few garbage cans in front of it and walked elated on his way, waving here and there, returning the spirits greetings.
Den ganzen Tag hatte Gott damit verbracht, Dünen aufzuschütten und Wüsten zu planieren. Eine öde Angelegenheit. Gut, dass er morgens ein paar Weinberge gemacht hatte, denn so hatte er nachmittags schon ein gutes Tröpfchen im Fass, sich den Feierabend zu vergolden. – Als er am nächsten Tag mit einem heftigen Kater erwachte, der Wein war wohl doch zu jung gewesen, fand er dies auf seiner Palette. Er konnte sich an nichts erinnern, doch offenbar hatte er versucht, ein Kaninchen in einer Fischhaut zu verpacken. Das Tier war noch unfertig, sein Gesicht lag daneben, die hohlen Augen glotzen ihn vorwurfsvoll an, das Näschen zuckte sacht, die Fischhaut stank erbärmlich. Angeekelt spülte er den Schamott in die Toilette und machte sich einen starken Kaffee.
What was left over at creation God had spent the whole day building up dunes and leveling deserts. A boring business. Good that he had made a few vineyards in the morning, because therefore in the afternoon he had already a good droplet in the barrel, to brighten the evening. – When he awoke the next day with a heavy hangover, the wine had probably been too young, he found this on his pallet. He could remember nothing, but he had apparently tried to wrap a rabbit in a fish skin. The animal was still unfinished, his face was lying next to it, his hollow eyes were staring at him reproachfully, the nose twitched gently, the fish skin stank pitifully. Disgusted, he flushed all the mess into the toilet and made himself a strong coffee.
An Allerheiligen ist es Brauch, die Gräber der verstorbenen Familienmitglieder zu besuchen und eine Kerze anzuzünden. Meine Oma findet, dass so eine kleine Kerze nichts hermache und pflegt daher eine Stange Dynamit zu zünden. Wir Enkel müssen hinterher dann immer alles wieder in Ordnung bringen. Allein das Sortieren der Knochen dauert meist ein paar Tage, denn Oma duldet es nicht, wenn die Überreste ihrer Schwester sich mit denen ihres Gatten vermengen. „Die schamlose Kuh hat schon zu Lebzeiten versucht, mir den Egon auszuspannen!“
From the family album On All Saints it is customary to visit the graves of the deceased family members and light a candle. My grandma thinks that such a small candle does not satisfy and therefore likes to ignite a stick of dynamite. We grandchildren always have to fix everything after the event. The sorting of the bones usually takes a few days, because Grandma does not tolerate it when the remains of her sister mingle with those of her husband. „The shameless cow has already tried to entice away my Egon in her lifetime!“
Gott hat sich auf Anraten ihres Arztes nun endlich ein weiches, wärmendes Schaffell gekauft. Die letzte Blasenentzündung war sehr unangenehm. Das ist eben der Nachteil an einer sitzenden Tätigkeit, besonders in der kalten Jahreszeit.
Winter is coming God has finally bought a soft, warm sheepskin on the advice of her doctor. The last bladder infection was very uncomfortable. That’s just the disadvantage of a sedentary job, especially in the cold season.
Bayerischer Meister im Feuerleitersitzen wurde diese Gruppe Tauben aus München. Die Jury überzeugte besonders Synchronizität und Symmetrie der Darbietung. Eine Mannschaft unterfränkischer Milben erreichte nur den zweiten Platz, Dritte wurden drei Dackel aus Dingolfing. Überschattet wurde das Turnier durch die Disqualifizierung einiger Goldfische aus Augsburg, die sich durch Vertrocknen einen Vorteil verschafft hatten.
News from the animal sport. – Bavarian champion in the discipline Sitting-on-a-fire-escape was this group of pigeons from Munich. The jury was particularly impressed by the synchronicity and symmetry of the performance. A team of Franconian mites only reached the second place, third were three dachshunds from Dingolfing. The tournament was overshadowed by the disqualification of some goldfish from Augsburg, who had gained an advantage by drying up.
Als der damals schon kantonweit berühmte Flachwasserforscher Jacques Piccard die magische Eineinhalbmeterschwelle überschritt, dachte er sich, dass es nun an der Zeit sei, in tiefere Gewässer vorzudringen, womit er sich in der Schweizer Flachwasserforschungsszene freilich unmöglich machte. Aber das war ihm egal, denn die Flachwasserforschung war dank ihm nun eben auch an ihre natürliche Grenze gestoßen. Während des jährlichen Warmwasserbades kam ihm, als er mit seiner Gummiente spielte, der geniale Gedanke, dass er mit einem U-Boot auch tiefer als eineinhalb Meter tauchen könnte, vielleicht sogar zwei oder gar drei Meter! Also baute er ein Unterwasserfahrzeug, dem er aus Dankbarkeit die Form einer Ente gab. Doch sogleich meldeten sich die üblichen Kritikaster und behaupteten, Tiefseeforschung spiele in einer ganz anderen Liga und wenn er nicht mindestens vier Meter tief tauche, habe er in der Tiefseeforschung nun wirklich nichts zu suchen. Deprimiert taufte er sein Boot ‚Tristesse’, denn vier Meter traute er sich insgeheim nicht zu. Doch sein Kumpel Don überzeugte ihn schließlich, dass man es einfach ausprobieren müsse. Das taten sie denn auch. Zu Jacques Überraschung tauchte die ‚Tristesse’ tiefer als jede Ente zuvor und so erreichten sie bald den Meeresgrund. Es war unglaublich! In über fünf Metern Tiefe sahen sie eine Schule transparenter Delfine mit riesigen Quallen Ball spielen. Noch niemals war so etwas beobachtet worden. Doch als sie, an die Oberfläche zurückgekehrt, davon erzählten, lachte man und lobte den Schweizer Humor. Da behauptete Jacques ganz frech, sie hätten eine Tiefe von fast 11.000 Metern erreicht und freilich gar nichts gesehen, weil der Druck dort unten so groß gewesen sei, dass sie die Augenlider nicht heben konnten. Das erschien allen glaubwürdig. Selbst die notorisch missgünstige Flachwasserforschungsszene findet seitdem nur anerkennende Worte für Jacques’ Leistung.
How it really was When the then canton-wide famous shallow-water researcher Jacques Piccard crossed the magic one-and-a-half-meter threshold, he thought that it was time to move into deeper waters and thereby made a complete fool of himself in the Swiss shallow-water research scene. But he did not care, because thanks to him, shallow-water research had just reached its natural limit. During the annual warm water bath, when he played with his rubber duck, he had the brilliant idea that he could dive deeper than a meter and a half with a submarine, maybe even two or even three meters! So he built an underwater vehicle, which he gave the form of a duck out of gratitude. But immediately the usual smart-arses claimed that deep-sea research plays in a completely different league and if he does not dive at least four meters deep, there will be no place for him in deep-sea research. Depressed, he baptized his boat ,Tristesse‘, because he secretly did not dare to dive four meters deep. But his buddy Don finally convinced him that they just had to try it out. That’s what they did. To Jacques‘ surprise the Tristesse dived deeper than any duck before and so they soon reached the seabed. It was amazing! Over five meters down, they saw a school of transparent dolphins playing giant jellyfish ball. Never before had such a thing been observed. But as they returned to the surface and told about it, everybody laughed and praised the Swiss humor. Then Jacques claimed cheekily that they had reached a depth of nearly 11,000 meters and, of course, did not see anything at all, because the pressure down there had been so great that they could not lift their eyelids. That seemed believable to all. Even the notoriously begrudging flatwater research scene has since been only appreciative for Jacques‘ achievement.
Der Lavendel auf meinem Balkon zog den ganzen Sommer über eine erstaunliche Vielfalt von Insekten an, darunter auch eine Schwebfliegenart, die sich dadurch vermehrt, dass sie andere Insekten angreift und versucht, ein Ei an deren Körper zu kleben. Die daraus schlüpfende Larve frisst dann seinen Wirt von innen auf. Sympathisch! – Als Bienen und Hummeln noch unter sich waren, herrschte himmlische Ruhe, doch sobald gegen Mittag diese verfluchten Fliegen aufkreuzten, herrschte Krieg. Die Unruhe übertrug sich auch auf mich, so dass ich den Balkon tagsüber mied und erst am Abend betrat, nachdem die Fliegen Feierabend hatten. Einmal wagte es so ein Vieh sogar, eine Libelle anzugreifen, wurde aber freilich weggebissen. Dennoch war das Tier sichtlich irritiert und musste sich ein paar Minuten erholen. Ich gehöre nun vermutlich zu den wenigen Menschen, die Zeuge wurden, wie es sich anhört, wenn Libellen so richtig angepisst sind: Nicht jugendfrei.
Emergency landing The lavender on my balcony attracted an astonishing variety of insects throughout the summer, including a hover fly that proliferates by attacking other insects and trying to stick an egg to their bodies. The hatching larvae then eats its host from within. Charming! – As bees and bumblebees were amongst themselves, there was heavenly peace, but as soon as these cursed flies turned up at noon, there was war. The unease was also transmitted to me, so I avoided the balcony during the day and only entered in the evening after the flies had finished work. Once such a beast even dared to attack a dragonfly, but of course it was bitten away. Nevertheless, the animal was visibly irritated and had to recover for a few minutes. I am now probably one of the few people who have witnessed, what it sounds when dragonflies are really pissed off: X-rated.
Nachdem sich zunehmend Seelen über die unzumutbaren Temperaturen in der Hölle beschwert hatten und sogar einige Untergebene schon zu murren begannen, beauftragte der Teufel ein deutsches Bauunternehmen, denn die haben ja bekanntlich den besten Ruf, mit dem Einbau eines Fensters auf der Nordseite, um dadurch eine etwas angenehmere Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Wie dieses von der ISS aus aufgenommene Foto jedoch belegt, bauten die Deutschen das ca. saarlandgroße Fenster etwas nördlich vom Nordkap in einem Meeresarm direkt vor der Küste in die See, so dass man es nicht öffnen konnte, ohne dass Wasser eindrang und einige seit Jahrtausenden brennende Feuer löschte. Der Rechtstreit ist noch nicht entschieden, aber die Deutschen scheinen die besseren Anwälte zu haben, auch wenn der Teufel zurecht darauf hinwies, dass diese so oder so in der Hölle landen werden und also gegen ihre eigenen Interessen handelten. Doch auch dieser Einwand wurde bei Gericht als irrelevant zurückgewiesen.
Botched construction After more and more souls had complained about the unacceptable temperatures in hell and even some subordinates began to grumble, the devil commissioned a German construction company, because they are known to have the best reputation, with the installation of a window on the north side, thereby to create a more pleasant working atmosphere. However, as evidenced by this photograph taken from the ISS, the Germans built the approximately Saarland-sized window a bit north of the North Cape into an arm of the sea just off the coast, so that it could not be opened without water penetrating and putting out some fires which have been burning for millennia. The legal dispute has not yet been settled, but the Germans seem to have the better lawyers, even if the devil rightly pointed out that they will end up in hell either way, acting against their own interests. But even this objection was rejected in court as irrelevant.
Als ich letztens einen Zug nach Italien nehmen wollte, hörte
ich im Untergeschoß des Münchner Hauptbahnhofs eine Frau jemanden fragen, wo es
zu den Zügen nach Österreich gehe. Womöglich war die Frau nur ungeübt im
Bahnfahren, Sprechen oder Denken, andererseits traue ich der Deutschen Bahn
durchaus zu, dass sie, um Geld zu sparen, alle Züge nur noch nach Österreich fahren
lässt.
Dystopia with charm Recently I wanted to take a train to Italy, and as I was at the basement of the Munich Central Station, I heard a woman ask someone, where the trains to Austria do leave. Maybe the woman was inexperienced in taking a train, in speaking or thinking. On the other hand, I’m confident that the Deutsche Bahn, in order to save money, let all trains only go to Austria.
Als der nachmalige Heilige Georg, mit bürgerlichem Namen Georg Untermoser, genannt Schorsch oder Mosi, damals auf den Drachen traf und leichtsinnigerweise sofort die Büchse spannte und auf das Untier anlegte, wäre er um ein Haar von einer aufgebrachten Menge Dachdecker erschlagen worden, die ein gutes Auskommen hatten, da der Drache unter starker Schuppenbildung litt und regelmäßig neu eingedeckt werden musste. Der Schorsch konnte jedoch entkommen und erzählte daheim eine ganz andere Geschichte. Aber das war okay, denn wer will schon mit der Wahrheit belästigt werden?
How it really was When the later Saint George, whose real name was Georg Untermoser, called Schorsch or Mosi, met the dragon and carelessly cocked the hammer on his rifle and aimed at the beast, he would nearly have been killed by an angry mob of roofers who made a good living because the dragon suffered from severe dandruff and had to be regularly re-covered. However, Schorsch escaped and told a completely different story at home. But that was okay, because who wants to be bothered with the truth?
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