Aus dem Lokalteil

Spaziergängern im Englischen Garten in München wird geraten, die Wege entlang der Bachläufe nicht zu verlassen und vor allem Kinder und Hunde vom Wasser fernzuhalten. In den letzten Tagen seien einige Tiere und Kleinkinder angeblich von Zwergorcas angegriffen worden. Hans W.: „Plötzlich war dem Fifi sein Bein ab!“ Woher die Tiere stammen, ist noch unklar, aber sie scheinen sich der Lebensweise im Voralpenland rasch angepasst zu haben. Kioskbesitzer Franz K.: „Abends kommt immer eine kleine Gruppe von denen auf zwei, drei Bier hier vorbei. Die sind okay.“ Einer der Orcas bestreitet die Vorwürfe: „Des is ois gelogen! Mia fressn koane Kinder, mia fressen an Leberkas. Und außerdem san mia alle von Giesing!“ Die AfD im Stadtrat hat reflexhaft dennoch die sofortige Abschiebung gefordert, während die Grünen in einer Pressemitteilung auf die negative Klimabilanz von Leberkäse hinweisen. Der Oberbürgermeister war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Local news
Walkers in the English Garden in Munich are advised not to leave the paths along the streams and, above all, to keep children and dogs away from the water. In recent days, some animals and toddlers have been allegedly attacked by dwarf orcas. Hans W.: „Suddenly Fifis leg was off!“ Where the animals come from is still unclear, but they seem to have adapted quickly to the way of life in the Alpine foothills. Kiosk owner Franz K.: “In the evening there is always a small group of them coming over for two or three beers. They are okay.“ One of the orcas denies the allegations: „It’s all a lie! We don’t eat children, we eat Leberkäse. And besides, we all live in Giesing!” The AfD in the city council has reflexively called for immediate deportation, while the Greens point out in a press release the negative climate footprint of Leberkäse. The mayor could not be reached for an opinion.

Kein Stern!

Als ich einmal gestorben war, fand ich das Tor zur Hölle fest verschlossen. Eine Klingel gab es nicht, auch keinen Hinweis, dass man warten solle, bis man aufgerufen würde – nichts. Da stand ich nun, und zwar sehr lange, und kam mir reichlich verarscht vor. Beim nächsten Mal werde ich zur Konkurrenz gehen. Sehr unprofessionell, Herr Satan!

No star!
Once I died, I found the gate to hell locked shut. There was no bell, nor was there any hint that you should wait until you were called – nothing. I stood there for a very long time, and I felt very fooled. Next time I’ll switch to the competitor. Very unprofessional, Mr. Satan!

Endlich!

Da musste ich über ein halbes Jahrhundert alt werden, bis ich ihn endlich gefunden habe, den Weg zum Glück! Da liegt er vor mir, schön gerade, direkt zum Glück führend. – Seltsam, aber da kommt mir einer entgegen. „Kamerad, du gehst in die falsche Richtung! Zum Glück geht’s da lang!“ – „Ach“, sagt er, „so toll ist das nicht. Völlig überschätzt.“ Ich schaue ihm nur kurz hinterher, wie er in sein Unglück läuft. Jeder wie er will, denke ich mir. Weiter geht es, auf ins Glück! – Da kommt schon wieder einer und grinst frech. „Viel Spaß im Glück!“ ruft er übertrieben freundlich. Hinter mir höre ich ihn schadenfroh lachen. Ja, sind denn heute alle verrückt geworden? Aber schon beginnt der Zweifel an mir zu nagen. Was, wenn sie recht behalten und das Glück eine Enttäuschung wäre? – Doch ich gebe mir einen Ruck und voller Vertrauen eile ich dem Glück entgegen. Lass dich nicht irre machen von ein paar Idioten. Du hast es so lange gesucht, das Glück – was spielt es da für eine Rolle, was die anderen denken? – Da vorne scheint der Weg zu Ende zu sein. Noch kann ich aber nichts erkennen. Das Glück ist vielleicht nicht sehr groß? Nun, es kann ruhig klein sein, wenn es nur mein ist. Der Weg endet, es ist eine Sackgasse, hier irgendwo muss es sein, das Glück! Ich kann es nicht sehen, wo ist es? Da, was ist das? Das ist ja … das ist ja ein … das ist ja nicht zu fassen. – Unverschämtheit!

At last!
I had to be over half a century old until I finally found it, the way to happiness! There he is in front of me, beautifully straight, leading directly to luck. – Strange, but someone comes towards me. „Comrade, you’re going in the wrong direction! Happiness is over there!“ – „Oh“, he says,“it’s not that great. Completely overrated.” And there he goes into his ruin. Everyone to his taste, I think. Let’s move on towards happiness! – There comes another one and grins cheekily. „Have fun in bliss!“ he says overly friendly. I can hear him laughing gleefully behind me. So, did everyone go crazy today? But already the doubt begins to gnaw at me. What if they are right and happiness is a disappointment? – But I give myself a jerk and with confidence I hurry towards happiness. Don’t be fooled by a few idiots. You have been looking for it for so long – what does it matter what other people think? – The path seems to be over there. But I still can’t see anything. Maybe the luck is not very big? Well, it can be small if it’s just mine. The path ends, it’s a dead end, it must be here somewhere! I can’t see it, where is it? Overthere, what’s that? That’s … it’s a … it’s beyond belief. – Infamy!

Dialektbeschilderung

Das Bundesverkehrsministerium gibt bekannt: Künftig werden auch außerhalb Bayerns sämtliche Verkehrsschilder durch solche in altbairischer Mundart ersetzt. Verkehrsminister Scheuer verspricht sich davon sowohl mehr Verkehrssicherheit als auch einen gewaltigen Popularitätsschub bei den bayerischen Wählern, weil der Preuße nun erst anhalten und überlegen müsse, was er zu tun habe, während der sowieso stärker motorisierte Bayer zügig überholen könne.

Dialect signage
The Federal Ministry of Transport announces: In future, all traffic signs even outside of Bavaria will be replaced by similar ones in Bavarian dialect. Transport Minister Scheuer hopes that this will result in more traffic safety as well as in a huge surge in popularity among Bavarian voters, because the Prussian now has to stop and think about what he has to do, while the Bavarian, who is big engined anyway, can overtake quickly.

Fuck You! – Eine Menschheitsbeschimpfung (4)

Ihr verklärt Mörder zu Helden!
Wer tötet, verrät die Werte der Humanität und Zivilisation. Aber manchmal ist es nötig, in den Krieg zu ziehen oder sich zu verteidigen. Wer mich angreift und mich töten will, muss damit rechnen, dass ich zurückschlage. Ob ich damit leben könnte, einen Menschen in Notwehr getötet zu haben? Ich möchte es nicht herausfinden müssen. Wer von einer Gesellschaft oder einem Feind dieser Gesellschaft gezwungen wird zu töten, wird schuldlos schuldig. Seine Schuld besteht höchstens darin, sich nicht geweigert zu haben, nicht desertiert zu sein, aber wie gesagt, es gibt auch gerechte Kriege, wie den gegen Deutschland und seine Verbündeten. Die Sieger des ersten Weltkrieges hätten Deutschland schon 1935 den Krieg erklären sollen, als es das Rheinland militärisch besetzte. Trotzdem, die wenigsten alliierten Soldaten sind freiwillig in den Krieg gezogen. Ihr Wunsch zu leben oder nicht töten zu müssen, war nicht weniger respektabel als der Wunsch vieler, Deutschland zu bekämpfen. Dass unschuldige Menschen zu Mördern werden müssen, um den Aggressor zu besiegen, ist tragisch im ursprünglichen Sinne des Wortes, es ist unvermeidlich, wenn man sich nicht abschlachten lassen möchte. Pazifismus ist keine sinnvolle Antwort auf die Frage, die sich durch dieses Dilemma stellt.
Wer aber behauptet, es sei notwendig, unsere Handelswege am Hindukusch zu verteidigen, ist nichts weiter als ein Militarist, dem ein Menschenleben gleichgültig ist. Bisher hat das jedoch ganz gut funktioniert. Der Profit landet in der richtigen Tasche und den armen Trotteln, die zu Mördern werden sollen, erzählt man das Märchen vom Heldentod fürs Vaterland oder für Freiheit und humanitäre Werte. Die herrschenden Schufte können sich immer darauf verlassen, dass es genügend Dumme gibt, die ihrer Fahne hinterhereilen. Aber die wenigsten Soldaten sind psychopathische Sadisten, die das Töten genießen. Die meisten kehren traumatisiert zurück und wissen insgeheim genau, dass sie zu Verbrechern geworden sind. Die Gesellschaft baut Denkmäler für die Gefallenen, hängt Blech an die Überlebenden und lässt sie dann allein.
Seit dem Ende des kalten Krieges bereitet man uns propagandistisch darauf vor, „wieder mehr Verantwortung“ zu übernehmen (Neusprech für ‚Krieg zu führen’). Als man das so noch nicht ins Fernsehen hineinsagen durfte, musste ein einfältiger Bundespräsident noch zurücktreten. Inzwischen ist eine nicht weniger mediokre Provinztrulla unsere oberste Kriegsherrin. Dass die herrschende Klasse auch drei Jahrzehnte nach ihrem Sieg noch nicht in der Lage ist, fähiges Personal für künftige Feldzüge zu installieren, gibt mir ein wenig Hoffnung. Ein Hoch auf unser verrottetes Bildungssystem!

Fuck you! – A revile of mankind
You transfigure murderers to heroes!
Whoever kills betrays the values ​​of humanity and civilization. But sometimes it is necessary to go to war or to defend yourself. Anyone who attacks me and wants to kill me must expect me to fight back. Could I live with killing someone in self defense? I don’t want to have to find out. Whoever is forced to kill by a society or an enemy of that society is going to be guiltlessly guilty. His guilt is at best not to have refused, not to have deserted, but as I said, there are also just wars, like the one against Germany and its allies. The winners of the First World War should have declared war on Germany as early as 1935 when it occupied the Rhineland militarily. Nonetheless, very few Allied soldiers went to war voluntarily. Her desire to live or not to have to kill was no less respectable than the desire of many to fight Germany. That innocent people have to become murderers to defeat the aggressor is tragic in the original sense of the word, it is inevitable if you don’t want to be slaughtered. Pacifism is not a meaningful answer to the question posed by this dilemma.
But whoever claims that it is necessary to defend our trade routes in the Hindu Kush is nothing more than a militarist to whom a human life is indifferent. So far, however, this has worked quite well. Profit ends up in the right pocket and the poor fools who are supposed to be murderers are told in the fairy tale of heroic death for the fatherland or for freedom and humanitarian values. The ruling villains can always rely on the fact that there are enough stupid people to follow their flag. But few soldiers are psychopathic sadists who enjoy killing. Most return traumatized and secretly know that they have become criminals. Society builds monuments for the fallen, hangs tin on the survivors and then leaves them alone.
Since the end of the cold war, we have been prepared by propaganda to take on „more responsibility“ (newspeak for ‚waging war‘). When it wasn’t allowed to say that on television, a simple-minded Federal President still had to resign. In the meantime, a no less mediocre provincial hag has become our highest warlord. It gives me a little hope that the ruling class is incapable to install capable personnel for future campaigns even three decades after their victory. Cheers to our rotten educational system!

Aus dem Familienalbum (20)

Eine angeheiratete Cousine dritten Grades, deren Name mir leider entfallen ist, litt zeitlebens darunter, sich zu viele Gedanken zu machen. Ihr Mann war Hobbychirurg und nahm daher eine kleine Operation vor, um sie endlich von diesem Leiden zu befreien. Dabei war er durchaus erfolgreich, doch seitdem beklagt er sich darüber, dass sie sich überhaupt keine Gedanken mehr über irgendetwas mache und darin partout kein Problem sehen wolle. – Was bin ich froh, nicht verheiratet zu sein!

From the family album
A married third-degree cousin, whose name I have unfortunately forgotten, suffered throughout her life from worrying too much. Her husband was an amateur surgeon and therefore had to undergo a small operation to finally free her from this condition. He was quite successful in doing so, but since then he has complained that she no longer cares about anything at all and does not want to see any problem in it. – How glad I am not to be married!

Fuck You! – Eine Menschheitsbeschimpfung (3)

Ihr glaubt einfach jeden Mist!
Es ist ja nun wirklich schon längst alles dazu gesagt. Aber weil Ihr so blöd seid, muss man es dennoch immer und immer wieder sagen. Ständig belästigt Ihr mich mit der dümmsten aller Fragen, aber die Antwort wollt Ihr nicht hören: Nein, ich glaube nicht. Nicht an Eure Götter, nicht an den Osterhasen und die Zahnfee, nicht an die magische Kraft von Globuli und nicht an die unsichtbare Hand des Marktes. Ich glaube nicht, dass der amerikanische Präsident ein Reptiloid ist und nicht, dass SIE uns mit Chemtrails vergiften wollen. Ich glaube an gar nichts und solltet Ihr mich einmal dabei ertappen, wie ich etwas glaube, obwohl es keine Belege gibt, die den Glauben rechtfertigen, dann werde ich sofort damit aufhören, es zu glauben. Als rationaler Mensch versuche ich dem Weg zu folgen, den die nachprüfbaren Belege vorgeben und nicht meinen Wünschen. Ihr dagegen benehmt Euch wie Dreijährige: Warum ist die Welt so gemein, nicht so zu sein, wie ich es will? Sicher, es wäre schön, wenn man Wasser nur eine Weile schütteln muss, damit es einen heilt, es wäre schön, wenn man reich werden könnte, ohne jemanden auszubeuten, es wäre schön, wenn es einen sorgenden, allwissenden Übervater gäbe, der alle Probleme löst, die er – aber das wollt Ihr gar nicht so genau wissen – zuvor natürlich selbst geschaffen hat. Euer Glaube all diesen Unsinn betreffend ist in sich so unlogisch, so bizarr und widersprüchlich, dass jeder vernünftig denkende Mensch nur fassungslos staunend dabeistehen kann. Ihr habt Euch entschieden, auf das vernünftige Denken zu verzichten und bestimmte Dinge einfach zu glauben, obwohl es nicht den geringsten Beleg dafür gibt, dass irgendeine der Geschichten, mit denen Ihr als Kinder indoktriniert wurdet, der Wahrheit entspricht. Religion bedeutet, etwas zu glauben, ohne nachprüfbare Belege dafür zu haben. Ihr behauptet, Eure angeblichen Erfahrungen und Gefühle seien Beleg genug, aber das ist nicht wahr. Nicht im Traum würdet Ihr im Alltag auf die Vernunft verzichten wollen und beispielsweise all Euer Erspartes beim Roulette auf Zahlen setzen, die zuvor ein Augur aus der Leber eines toten Huhns gelesen hat, aber weil Euch als Kind eingeredet wurde, ein Mann sei von den Toten auferstanden und ein anderer auf einem geflügelten Pferd in den Himmel aufgefahren, schaltet Ihr Euren Verstand aus und benehmt Euch wie Vollidioten!

Fuck you! – A revile of mankind
You simply believe in every crap!
It’s really all said long ago. But because you are so stupid, one still have to say it over and over again. You constantly harass me with the stupidest of questions, but you do not want to hear the answer: No, I do not believe. Not in your gods, not in the Easter Bunny and the Tooth Fairy, not in the magical power of Globuli and not in the invisible hand of the market. I do not think the American president is a reptilian and that THEY want to poison us with chemtrails. I do not believe in anything and should you ever catch me believing something, even though there is no evidence to justify the belief, then I’ll stop believing it right away. As a rational man, I try to follow the path that the verifiable evidence dictates and not my wishes. You, on the other hand, behave like three year olds: why is the world so mean not to be what I want it to be? Sure, it would be nice if you just had to shake water for a while so it would heal you, it would be nice to be rich without exploiting anyone, it would be nice if there were a caring, omniscient overfather who will solve all the problems which he – but you do not really want to know – has naturally created before. Your belief in all this nonsense is so illogical in itself, so bizarre and contradictory, that any rational-minded person can only stand there in bewilderment. You chose to renounce rational thinking and simply believe certain things, even though there is not the slightest evidence that any of the stories you were indoctrinated with as children are true. Religion means believing something without having verifiable evidence. You claim your alleged experiences and feelings are evidence enough, but that’s not true. Not by a long shot you would renounce reason in everyday life and, for example, put all your savings in roulette on numbers that were previously read by an Augur from the liver of a dead chicken, but because you were persuaded as a child, that a man has risen from the dead and another one ascended into the sky on a winged horse, you turn off your mind and behave like idiots!

Keine schöne Geschichte

Es war einmal ein kleiner Apfelbaum, der stand am Rand eines dichten Waldes auf einem kleinen Hügel im Schatten hoher Nadelbäume. Die großen Bäume beachteten ihn selten und wenn, dann warfen sie mit Zapfen oder kleinen Ästen nach ihm, um sich zu amüsieren. Abends hörte er sie vom Sonnenuntergang sprechen und wie schön dieser wieder gewesen sei. Der kleine Baum sah nie den Sonnenuntergang, denn die großen Bäume standen im Weg. Das machte ihn sehr traurig, denn gewiss war der Sonnenuntergang viel schöner als der Sonnenaufgang. Über den Sonnenaufgang sagten die großen Bäume nämlich nichts. Einmal lobte der kleine Baum ausgiebig den Sonnenaufgang, aber die großen Bäume riefen, er solle den Mund halten und in aller Herrgottsfrüh gefälligst keinen Lärm machen und außerdem sei ein Sonnenaufgang ja ganz nett, aber nichts gegen einen Sonnenuntergang. Der kleine Baum nahm sich daraufhin vor, sehr groß zu werden, damit auch er einmal einen Sonnenuntergang sehen könne. Als er das den großen Bäume erzählte, lachten sie und warfen mit Zapfen nach ihm. – Eines Tages kamen Männer mit Maschinen und fällten die großen Bäume. Der kleine Baum war zuerst sehr erschrocken, aber am Abend dieses Tages sah er zum ersten Mal die Sonne untergehen! Er wartete darauf, dass etwas Außergewöhnliches passierte, aber die Sonne ging einfach nur unter. Gut, der Himmel wurde ein bisschen rot, das sah schon hübsch aus, aber er hatte sich das irgendwie anders vorgestellt, erhaben und transzendent. Er machte probehalber ein paar zustimmende Geräusche, aber die Wirkung wollte sich nicht einstellen. Was für eine Enttäuschung. Und niemand war mehr da, dem er davon erzählen konnte! Das war der Tag, an dem der kleine Baum ein Zyniker wurde und als er endlich groß genug war, um Früchte zu tragen, pflegte er damit die Spaziergänger zu bewerfen. Doch diese Leute schienen sich auch noch darüber zu freuen! Am schlimmsten war es, wenn sie abends in seiner Nähe saßen, seine Äpfel aßen und den Sonnenuntergang lobten. Nur Vollidioten unterwegs!

Not a nice story
Once upon a time there was a small apple tree that stood on the edge of a thick forest on a small hill in the shadow of tall conifers. The big trees rarely paid attention to him, and when they did, they threw at him with cones or small branches to enjoy themselves. In the evening he heard them speaking of the sunset and how beautiful it was again. The little tree never saw the sunset because the big trees were in the way. That made him very sad, because the sunset was certainly much more beautiful than the sunrise. The big trees said nothing about the sunrise. Once the little tree praised the sunrise extensively, but the big trees shouted that he should keep his mouth shut and make no noise in the early morning and besides, a sunrise was nice, but nothing against a sunset. The little tree then decided to grow very large so that it too could see a sunset. When he told the big trees they laughed and threw at him with cones. – One day, men came with machines and felled the big trees. The little tree was very scared at first, but in the evening of this day he saw the sun setting for the first time! He was waiting for something out of the ordinary to happen, but the sun was just setting. Well, the sky turned a little red, that looked pretty, but he had imagined it differently, sublime and transcendent. He made a few approving noises as a test, but the effect didn’t come. What a disappointment. And there was nobody left to tell about it! That was the day when the little tree became a cynic and when it was finally big enough to bear fruit, it used to throw with it at strollers. But these people seemed to be happy about it! The worst thing was when they sat near him in the evening, eating his apples and praising the sunset. Only idiots on the go!

Fuck You! – Eine Menschheitsbeschimpfung (2)

Eure Kultur ist ein Feind der Zivilisation!
Gesegnet sei, wer beim Wort ‚Kultur’ zuerst an Kunst, Klassische Musik und Literatur denkt: Welch ein Glück liegt in dieser Einfalt! Dabei wäre es naheliegend an Schimmel zu denken und Bakterien, denn genau das und nichts anderes ist menschliche Kultur: ein widerlicher Organismus, der sich in die Zivilisation hineinfrisst und sie von innen her zersetzt. Oh, Schimmel kann wunderschön aussehen. Kunst, Klassische Musik und Literatur sind toll, aber doch nichts anderes als Blüten auf dem Misthaufen der Kulturen.
Es ist ja bekannt, dass in den USA im Fernsehen jedes verdächtige Wort mit einem Piepston eliminiert wird und dass in der Presse nicht ‚fuck’ geschrieben werden darf, sondern höchstens f**k. Obwohl jeder weiß, was gemeint ist, und die beiden Sternchen die Aufmerksamkeit des Lesers erst recht auf das Wort lenken; obwohl der Leser dadurch gezwungen wird, das Wort zu ergänzen und im Stillen auszusprechen, wäre es natürlich viel zu gefährlich, die Buchstaben u und c tatsächlich aufzuschreiben. Es könnte ja sein, dass ein Kind dadurch verdorben würde. Was für ein unglaublicher Blödsinn! Menschen mit einer Giftspritze zu töten, ist okay, Bomben auf Krankenhäuser zu werfen ist okay, Waffen in Kriegsgebiete zu verkaufen ist okay, aber wer ‚shit’ sagt, dem muss der Mund mit Seife ausgewaschen werden.
Ein besonders absurdes Phänomen sind Teenager, die sogenannte „Hell Challenge“-Videos machen, in denen sie ihre Eltern damit provozieren, dass sie das Wort ‚Hölle’ aussprechen. Bestenfalls kassieren sie dafür einen Anschiss, manchmal aber auch eine Ohrfeige. Manche Eltern drohen ihren Kindern mit ewiger Verdammnis. Was für Idioten! Aber das ist Kultur. Muss man fremde Kulturen respektieren? Muss man? Ich sehe nicht, wie ich das können sollte. Diesen geistigen Dünnschiss kann man nicht respektieren, man muss ihn der Kanalisation zuführen. Ist es aber vielleicht ein Zeichen der Hoffnung, dass sich diese Kinder der Provokation bewusst sind und ihre Kultur damit in Frage stellen? Die Menschheitsgeschichte scheint mir eher zu belegen, dass aus Kindern, denen ein autoritärer Charakter anerzogen wird, keine freien Erwachsenen werden, sondern gute Untertanen, die, wenn sie einmal dem Teenageralter entwachsen sind, ihre Kinder ebenfalls bestrafen werden. Sie werden nicht mehr bezweifeln, dass es richtig ist, falsche Gedanken und böse Worte zu verbieten.
Todesstrafe für Abfall vom Glauben, Steinigung für Ehebruch, Genitalverstümmelung, Lederhosen und Jodeln – alles Kultur. Alles wertvoll und gleichwertig? Natürlich nicht! Mit Jodelei kann man jemanden langsam zu Tode foltern, eine Steinigung ist bei weitem nicht so grausam.
Ihr seid so stolz auf Eure Kulturen und tut doch alles dafür, sie zu zerstören, indem Ihr alles zur Ware macht. Als ich das erste Mal jemanden mit einem Becher Kaffee auf der Straße gesehen habe, fand ich das noch albern und konnte mir nicht vorstellen, dass ich einmal von Leuten umgeben sein würde, die Pumpkin Spiced Latte für ein Getränk halten und dennoch behaupten, geistig gesund zu sein. Kaffee zu trinken war einmal ein Ritual, von dem zwar nicht das Seelenheil abhing, das aber doch geeignet war, eine verletzte Seele wieder ein bisschen heil zu machen. Zugegeben: Europäische Kaffeehauskultur ist wie jede bürgerliche Kultur auch Abgrenzung nach unten, aber sie war auch etwas, das den Bildungsbürger vom Pfeffersack unterschied. Das Besitzbürgertum hat nun offenbar gewonnen und das Millionenheer seiner Angestellten davon überzeugen können, dass man es nie nach oben schaffen wird, wenn man sich zum Kaffeetrinken hinsetzt und Zeitung liest.

Fuck you! – A revile of mankind
Your culture is an enemy of civilization!
Blessed be who thinks first of art, classical music and literature in the word ‚culture‘: what a blessing lies in this simplicity! But it would be obvious to think of mold and bacteria, because that is what human culture is: a disgusting organism that eats into civilization and decomposes it from within. Oh, mold can look beautiful. Art, classical music and literature are great, but nothing more than flowers on the dung heap of cultures.
It is well known that in the United States on television every suspicious word is eliminated with a beep and that in the press ‚fuck‘ may not be written, but at most f**k. Although everyone knows what is meant, and the two asterisks draw the reader’s attention to the word; while compelling the reader to complete and quietly pronounce the word, it would, of course, be too dangerous to actually write down the letters u and c. It could be that a child would be spoiled by it. What an incredible nonsense! Killing people with lethal injection is okay, dropping bombs on hospitals is okay, selling weapons into war zones is okay, but anyone who says ’shit‘ must wash their mouths off with soap.
A particularly absurd phenomenon is teens who make so-called „Hell Challenge“ videos in which they provoke their parents by speaking out the word „hell“. At best, they will get a dressing down, but sometimes a slap. Some parents threaten their children with eternal damnation. What idiots! But that’s culture. Do you have to respect foreign cultures? Do you have to? I do not see how I should be able to do that. You can not respect this mental thud, you have to take it to the sewage system. But is it perhaps a sign of hope that these children are aware of the provocation and thus question their culture? Human history seems to prove to me that children who are taught an authoritarian character do not become free adults, but good subjects who, once outgrown their teenage years, will also punish their children. They will no longer doubt that it is right to forbid wrong thoughts and bad words.
Death penalty for apostasy, stoning for adultery, genital mutilation, leather pants and yodels – all culture. Everything valuable and equivalent? Of course not! With yodeling, you can torture someone slowly to death, stoning is not nearly so cruel.
You are so proud of your cultures, and you do everything to destroy them by turning everything into commodities. The first time I saw someone with a cup of coffee in the street, I thought it was silly and could not imagine that I would ever be surrounded by people who think Pumpkin Spiced Latte is a drink and still claim to be mentally healthy. Drinking coffee was once a ritual that did not have a strong influence on the salvation of the soul, but which was capable of making a wounded soul a little bit healed. Admittedly, European coffeehouse culture, like every bourgeois culture, is also a demarcation down, but it was also something that differentiated the educated citizen from the moneybag. The propertied bourgeoisie has apparently won and has convinced the millions of its employees that you will never make it to the top if you sit down to drink coffee and read the paper.

Aus dem Familienalbum (19)

Meine Tante Rosamunde war bekannt dafür, ihre Nase in fremde Angelegenheiten zu stecken. Eines Tages ging das allerdings furchtbar schief. Seitdem konnte sie keinen von uns mehr riechen.

From the family album (19)
My aunt Rosamunde was known for sticking her nose into foreign affairs. But one day it went terribly wrong. Since then she couldn’t smell any of us.

(Wordplay with the german expression for „to hate so.s guts“)