Humane Schlachtung

Als die Metzgerinnung in Deggendorf neulich eine neue Methode der Betäubung vor der Weideschlachtung ausprobierte, war es auch wieder nicht recht, denn das Fremdenverkehrsamt jammerte sogleich, die Betäubung mit Gas schon auf der Weide sei grundsätzlich keine schlechte Idee, aber es sei nicht so klug, das ausgerechnet auf der Weide neben dem Campingplatz zu machen. Es seien zwar bloß ein paar norddeutsche Touristen erstickt, aber auch das sei nicht gut fürs Geschäft und der Fleischertrag sei auch nicht wirklich relevant.

Humane slaughter – When the butchers‘ guild in Deggendorf recently tried out a new method of stunning before slaughtering on the pasture, it wasn’t right either, because the tourist office immediately complained that stunning with gas on the pasture was not a bad idea in principle, but it was not so wise to do that on the pasture next to the campsite of all places. Only a few North German tourists were suffocated, but that wasn’t good for business anyway, and also the meat yield wasn’t really relevant.

Wen interessiert schon, wie spät es ist?

Wie jedes Mal wartete Rolex Reiner vergeblich auf Porsche Paul oder Yacht Jan, weil die mit ihren Statussymbolen lieber durch die Gegend und über das Meer fuhren, als sich von Rolex Reiner ständig und ungefragt die Uhrzeit ansagen zu lassen.

Who cares what time it is? – As always, Rolex Reiner waited in vain for Porsche Paul or Yacht Jan, because they preferred to drive around and across the sea with their status symbols than to have Rolex Reiner tell them the time constantly and without being asked.

Ausnahme

Hier hat ausnahmsweise alles Hand und Fuß. Wenn es doch nur immer so wäre!

Exception – For once, everything makes sense here. If only it were always like this!

(in German: ‚to have hand and foot‘ means ‚to make sense‘)

Deutscher Herbst

In Deutschland gibt sich sogar die Natur größte Mühe, die Spuren der Vergangenheit nicht sogleich zu tilgen, aber was auch immer am Ende übrig bleibt, ist irgendwie bräunlich.

German autumn – In Germany, even nature tries very hard not to immediately erase the traces of the past, but whatever remains in the end is somehow brownish.

Lästige Pflicht

Heute beginnt der Karneval. Das ist uns Altbayern zwar völlig wurscht, denn wir haben den Fasching im Februar und der dauert drei Tage und das reicht völlig, um die schlechte Laune aufzufrischen, aber für die Franken und die anderen Norddeutschen beginnt die Leidenszeit eben schon im November. Ab heute bis Aschermittwoch müssen sie sich in lächerliche Kostüme kleiden und auf furchtbaren Festveranstaltungen zu grässlichen Schunkelschlagern klebrige Alkoholika trinken, bis die Ohren bluten und das Magengeschwür platzt. Deutsch sein heißt eben, eine Sache um ihrer selbst willen zu tun.

Chore – Today the carnival starts. We Bavarians don’t give a damn about that, because we have Fasching in February which lasts for three days and that’s enough to freshen up the bad mood, but for the Franconians and the other North Germans the suffering begins in November. From now until Ash Wednesday, they have to dress up in ridiculous costumes and drink sticky alcohol to ghastly music at horrible festivals until their ears bleed and stomach ulcers burst. To be German means just to do something for its own sake.