Unser potemkinsches Dorf soll schöner werden!

Als Karl-Heinz Potemkin eines Tages durch sein Dörfchen schlenderte, dachte er: „Oh, da drüben tät sich ein kleines Schilderwäldchen gut machen!“ Und in der Tat, es machte sich gut. Dann stellte er noch ein paar Mülltonnen davor und ging beschwingt seines Weges, mal hierhin mal dorthin winkend, die Begrüßungen der Geister erwidernd.

Our Potemkin village should be more beautiful!
When Karl-Heinz Potemkin strolled through his little village one day, he thought to himself, „Oh, a little grove of traffic signs would be just right overthere!“ And indeed, it was alright. Then he put a few garbage cans in front of it and walked elated on his way, waving here and there, returning the spirits greetings.

Tier des Tages: Die Leuchtgarnele

Beipackzettel: Falls Sie auf Kalauer allergisch reagieren, geben Sie ihnen einfach einen anderen Namen.

Animal of the day: Krill (word play with the first name ‚Nele‘)
My parents thought it was funny.
Package insert: If you are allergic to old chestnuts, simply give them another name.

Was bei der Schöpfung übrig blieb (7)

Den ganzen Tag hatte Gott damit verbracht, Dünen aufzuschütten und Wüsten zu planieren. Eine öde Angelegenheit. Gut, dass er morgens ein paar Weinberge gemacht hatte, denn so hatte er nachmittags schon ein gutes Tröpfchen im Fass, sich den Feierabend zu vergolden. – Als er am nächsten Tag mit einem heftigen Kater erwachte, der Wein war wohl doch zu jung gewesen, fand er dies auf seiner Palette. Er konnte sich an nichts erinnern, doch offenbar hatte er versucht, ein Kaninchen in einer Fischhaut zu verpacken. Das Tier war noch unfertig, sein Gesicht lag daneben, die hohlen Augen glotzen ihn vorwurfsvoll an, das Näschen zuckte sacht, die Fischhaut stank erbärmlich. Angeekelt spülte er den Schamott in die Toilette und machte sich einen starken Kaffee.

What was left over at creation
God had spent the whole day building up dunes and leveling deserts. A boring business. Good that he had made a few vineyards in the morning, because therefore in the afternoon he had already a good droplet in the barrel, to brighten the evening. – When he awoke the next day with a heavy hangover, the wine had probably been too young, he found this on his pallet. He could remember nothing, but he had apparently tried to wrap a rabbit in a fish skin. The animal was still unfinished, his face was lying next to it, his hollow eyes were staring at him reproachfully, the nose twitched gently, the fish skin stank pitifully. Disgusted, he flushed all the mess into the toilet and made himself a strong coffee.

Aus dem Familienalbum (15)

An Allerheiligen ist es Brauch, die Gräber der verstorbenen Familienmitglieder zu besuchen und eine Kerze anzuzünden. Meine Oma findet, dass so eine kleine Kerze nichts hermache und pflegt daher eine Stange Dynamit zu zünden. Wir Enkel müssen hinterher dann immer alles wieder in Ordnung bringen. Allein das Sortieren der Knochen dauert meist ein paar Tage, denn Oma duldet es nicht, wenn die Überreste ihrer Schwester sich mit denen ihres Gatten vermengen. „Die schamlose Kuh hat schon zu Lebzeiten versucht, mir den Egon auszuspannen!“

From the family album
On All Saints it is customary to visit the graves of the deceased family members and light a candle. My grandma thinks that such a small candle does not satisfy and therefore likes to ignite a stick of dynamite. We grandchildren always have to fix everything after the event. The sorting of the bones usually takes a few days, because Grandma does not tolerate it when the remains of her sister mingle with those of her husband. „The shameless cow has already tried to entice away my Egon in her lifetime!“

Der Winter kommt

Gott hat sich auf Anraten ihres Arztes nun endlich ein weiches, wärmendes Schaffell gekauft. Die letzte Blasenentzündung war sehr unangenehm. Das ist eben der Nachteil an einer sitzenden Tätigkeit, besonders in der kalten Jahreszeit.

Winter is coming
God has finally bought a soft, warm sheepskin on the advice of her doctor. The last bladder infection was very uncomfortable. That’s just the disadvantage of a sedentary job, especially in the cold season.