
Unsuccessful cosmetic surgery
(Erschienen / pubilshed in „Glöcklein der Albernheit“, Bd. 2)
Texte und Bilder /// Texts and Images

Was manche nicht wissen, ist, dass viele Bäume furchtbar unter Karies leiden, aber aus verschiedenen Gründen nicht zum Zahnarzt gehen wollen. Darauf angesprochen rechtfertigen sie sich damit, dass sie an ihrem Standort tief verwurzelt seien und den Wald gar nicht verlassen könnten, aber einem Flachwurzler muss man das nun wirklich nicht glauben. Andere geben vor, es sei gar nicht schlimm und sie würden eh nur flüssige Nahrung zu sich nehmen. Tatsächlich schämen sie sich, weil sie glauben, Bäume dürften keine Schwäche zeigen, ohne befürchten zu müssen, gleich ins Sägewerk geschickt zu werden. Diese Haltung führt dann erst dazu, dass sie innerlich so sehr verrotten, dass es nicht einmal mehr fürs Sägewerk reicht. Dass im Wald immer noch der Machismo der 1950er Jahre verbreitet ist, zeigt, dass es grundfalsch war, die Forsten jahrzehntelang allein unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit zu betrachten.
News from the forest – What some don’t know is that many trees suffer terribly from tooth decay, but for various reasons they don’t want to go to the dentist. When asked about this, they justify themselves by saying that they are deeply rooted in their location and cannot leave the forest at all, but you really don’t have to believe that statment by a shallow root tree. Others pretend that it doesn’t matter and that they only consume liquid food anyway. In fact, they are ashamed because they believe trees shouldn’t show weakness without fear of being sent to the sawmill. This attitude then leads to the fact that they rot inside so much that it even won’t do for the sawmill. The fact that the machismo of the 1950s is still widespread in the forest shows that it was fundamentally wrong to look at forests solely from the point of view of economic efficiency for decades.

Wir wissen, was Bert Brecht über Banken gesagt hat, und der Mann hatte natürlich Recht. Nun habe ich eine Bank entdeckt, die scheinbar eine Ausnahme darstellt, denn jedes Mal wenn ich daran vorbeigehe, stehen dort einige Pfandflaschen, oft im Wert von einem Euro oder mehr. Ich könnte sie mir einfach nehmen und hätte Zinsen bekommen, ohne etwas eingezahlt zu haben. Dennoch lasse ich die Flaschen stehen, denn ich traue keiner Bank und will mit denen möglichst nichts zu tun haben.
On principle not – We know what Bert Brecht said about banks, and of course the man was right. Now I have discovered a bank that seems to be an exception, because every time I pass it, there are some returnable bottles, often worth one euro or more. I could just take it and get interest without placing a deposit. Still, I leave the bottles because I don’t trust any bank and don’t want to have anything to do with them.

„Mama, mir is so schlecht. I mechat glei speibn!“
„Warum muass d‘ aa allerweil so vui sauffa, Bua?“
Big kids, big worries – „Mom, I feel so bad. I’m going to throw up! “ „So, why do you drink so much, son?“

Auf einem Spaziergang habe ich diesen Rettungstreffpunkt entdeckt. Seitdem bleibe ich immer mal wieder stehen und warte. Neulich habe ich ein dickes Buch mitgenommen und ein paar Stunden dort verbracht, aber nichts ist passiert. Ich hatte ja schon immer den Verdacht, dass ich nicht zu retten bin. Es hat auch etwas von einer Katharsis.
Assumption confirmed – I discovered this rescue meeting point on a walk. Since then I have stopped and waited every now and then. The other day I took a big book with me and spent a couple of hours there, but nothing happened. I’ve always suspected that I couldn’t be saved. It also has something of a catharsis.

Als ich neulich auf der Suche nach einem Eisenwarenladen versehentlich eine Tierhandlung betrat, war mir das so unangenehm, dass ich aus Verlegenheit zwei Wellensittiche verlangte. Der Händler war sehr freundlich und verkaufte mir die Vögel zu einem Sonderpreis, weil sie angeblich schon bald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen würden. Ich hätte nicht gedacht, dass Wellensittiche so teuer sind, aber da es sich um ein Schnäppchen handelte, sagte ich natürlich nichts. Die Vögel sahen auch eigentlich noch ziemlich brauchbar aus. Allerdings waren sie sehr groß und passten nicht zusammen in einen Käfig. So nahm ich eben zwei, man will den Tieren ja nichts Schlechtes. Als ich sie am gleichen Abend füttern wollte, bissen sie mich in die Hand und singen wollten sie auch nicht. Ich habe sie dann aus den Käfigen gelassen, damit sie sich etwas die Flügel vertreten könnten. Dummerweise war das Fenster offen. Ich hängte also überall Zettel aus, dass mir zwei Wellensittiche entflogen seien, aber niemand hat sich gemeldet. Zum Glück verschwinden in letzter Zeit alle Katzen aus der Gegend, so besteht vielleicht doch eine Chance, dass die beiden armen Vögel zumindest überleben.
News from the animal kingdom – The other day, when I accidentally walked into a pet store looking for a hardware store, I found it so uncomfortable that I was embarrassed and asked for two budgies. The dealer was very friendly and sold me the birds at a special price because they supposedly would soon reach their best-before date. I didn’t think budgies were that expensive, but of course since it was a bargain I didn’t say anything. The birds actually looked pretty usable too. However, they were very large and did not fit together in a single cage. So I just took two, you don’t want anything bad for the animals. When I tried to feed them that evening, they bit my hand and they didn’t want to sing either. I then let them out of the cages so they could stretch their wings a little. Unfortunately the window was open. So I posted notes everywhere that two budgies had escaped from me, but no one answered. Fortunately, all cats have been disappearing from the area lately, so maybe there is a chance that the two poor birds will at least survive.
wie viele deiner Kunden haben das letzte Jahr im Keller verbracht? Offenbar sehr viele, denn warum sonst solltest du uns minütlich mit dem Hinweis quälen, dass man in deinem Verkehrsmitteln eine Maske zu tragen und Abstand zu halten habe. Wir wissen es, ehrlich! Die Vollidioten wissen es übrigens auch, aber bei denen würdest du auch nichts ausrichten, wenn du den Sermon in Dauerschleife laufen ließest. Also lass es doch bitte bleiben. Nein, lieber nicht? Wir steigen um aufs Rad.
Say, public transport, how many of your customers have spent the last year in the basement? Apparently very many, because why else should you torment us every minute with the hint that we have to wear a mask in your means of transport and keep our distance. We know, honestly! The idiots also know it, by the way, but you wouldn’t get somewhere with them if you let the sermon run in a loop. So please let it be. No, rather not? We will switch to the bike.