Überfällig!

Angesichts des Aufstiegs der Rechtsextremen in Deutschland wird es Zeit, zu Ende zu bringen, was die Alliierten 1949 vermasselt haben, nämlich die endgültige Reinigung Deutschlands von allen Einflüssen des Nationalsozialismus. Ob man damit ausgerechnet ein österreichisches Unternehmen beauftragen sollte, ist zweifelhaft.

Overdue! – In view of the rise of right-wing extremists in Germany, it is time to end what the Allies screwed in 1949, namely the final cleaning of Germany from all influences of National Socialism. But it is doubtful whether you should hire an Austrian company to do that.

Kompromissvorschlag

Allen Konservativen, die so viel Wert auf eine Leitkultur legen, schlage ich vor, sich mehr um die Pflege der Wurstkultur zu bemühen. Multikulti kann auch gut schmecken und selbst Veganer sind dann inkludiert. Wir sind doch alle Menschen und egal woher wir kommen, wie wir aussehen und welche Sprache und Religion wir haben – wir wollen alle nur eines: Wurst!

Compromise proposal – I suggest all conservatives who place so much value on a leading culture to try to maintain the sausage culture more. Multiculturalism can also taste good and even vegans are then included. We are all people and no matter where we come from, how we look and what language and religion we have – we all just want one thing only: sausage!

Berechtigte Frage

Warum macht der Erzherzog ein so langes Gesicht?
Weil er einen Anschiss bekommen hat.

Legitimate question – Why is the Archduke making such a long face? Because he got scolded (literally: being shit on)

Rand- und Nebenwissen (8)

Der Schriftsteller Lessing war bekanntlich nicht für seinen Bierdurst berühmt, der, was kaum jemand weiß, enorm war, während heutzutage die meisten Menschen fälschlich glauben, Lessing sei vor allem als Weintrinker in die Literaturgeschichte eingegangen. Was auch kaum jemand weiß, ist, dass dieser Glaube vor allem unter Bierbrauern so verbreitet ist, dass kein einziger von ihnen jemals auch nur eine Zeile von Lessing gelesen hat. Zumindest behaupten das die Winzer, aber denen sollte man eh kein Wort glauben.

Side and secondary knowledge – The writer Lessing was not famous for his thirst for beer, which, as hardly anyone knows, was enormous, while today most people falsely believe that Lessing went down in literary history primarily as a wine drinker. What hardly anyone knows either is that this belief is so widespread, especially among beer brewers, that not a single one of them has ever read a single line of Lessing. At least that’s what the winemakers claim, but you shouldn’t believe a word they say anyway.

Redensart auf ihre Alltagstauglichkeit überprüft (3)

Der Teufel steckt gar nicht im Detail, sondern offenbar im Bier. Das ist auch gut so, denn da kann er sich nützlich machen und steht nicht im Weg herum.

Saying tested for its suitability for everyday use – The devil is not in the details, but apparently in the beer. That’s a good thing, because he can be useful there and not get in the way. („Beerdevil“)

Für Sparfüchse

Falls dieses Jahr dann doch die Welt untergeht (3. Weltkrieg, Trump, Merz), kann man auf dem Weg nach drüben immerhin noch ein paar Groschen sparen.

For bargain hunters – If the world does end this year (World War III, Trump, Merz), you can at least save a few pennies on the way over. („Best price funeral“)

Rand- und Nebenwissen (7)

Es ist ein bisschen in Vergessenheit geraten, aber an der Endstation ist noch gar nicht Schluss. Man kann nur leider nicht mehr weiterfahren wie auf Schienen, sondern muss sich seinen Weg selbst suchen, z.B. zu Fuß. Aber weil die meisten Menschen eh nie wissen, wo sie sich befinden und wo sie hinwollen, fahren sie eben einfach wieder zurück.

Side and secondary knowledge – It has been somewhat forgotten, but the final stop is not the end. Unfortunately, you can no longer continue on rails, but have to find your own way, e.g. on foot. But because most people never know where they are and where they want to go, they simply go back.

Im Café am Heumarkt in Wien

Das Café wurde, als die Benzinkutschen die Macht übernommen haben, an den Rand gedrängt, und da befindet es sich heute noch, am Straßenrand, ein Eckensteher, der darauf wartet, dass etwas passiert. Drinnen passiert aber auch nicht mehr viel. Zwei ältere Herren sitzen Schulter an Schulter an zwei Tischen, rascheln gemeinsam in ihren Zeitungen und nippen abwechselnd ihre Achtel leer. Auf dem Billardtisch spielt nur noch das Licht, der Koch fläzt gelangweilt im Durchgang zur Küche, während im Hintergrund eine alte Frau mit etwas klappert. Ein gebeugter grauer Ober wackelt den Kaffee herüber, der auf dem Weg ein paar Grad kälter werden wird. Ein angedeutetes Lächeln, ein Glas Wasser und ein Keks erinnern daran, dass trotz allem die Form gewahrt werden muss. Das rote Leder der Sitzbänke ist brüchig geworden und die letzten Gäste werden irgendwann nicht mehr kommen, denn so viele wachsen leider nicht nach, die den Charme des Morbiden zu schätzen wissen.

At the Café am Heumarkt in Vienna – The café was pushed to the sidelines when the petrol-powered carriages took over, and there it is today, on the side of the road, a corner stander waiting for something to happen. But not much is happening inside either. Two older men sit shoulder to shoulder at two tables, rustling through their newspapers together and taking turns sipping their wineglasses empty. The only one playing on the pool table is the light, the cook lounges bored in the passage to the kitchen, while an old woman clatters something in the background. A hunched gray waiter totters over the coffee, which will get a few degrees colder on the way. A hint of a smile, a glass of water and a biscuit remind us that, despite everything, the form must be maintained. The red leather of the benches has become brittle and the last guests will stop coming at some point, because unfortunately there are not enough new generations to appreciate the charm of the morbid.