Stimmt!

Bis auf die Rechtschreibung ist an dieser Aussage nichts unrichtig. Das ist jedem Münchner klar, der noch alle Tassen im Schrank hat, also leider so gut wie niemandem. Die anderen machen eben das, wofür man diese Nachbildung Münchens nach dem letzten Krieg erbaut hat: viel Geld verdienen, es für Tand verprassen und darüber lamentieren, dass es einem unerhört schlecht gehe. Was die meisten Münchner nicht wissen, ist, dass auch sie selbst nur Attrappen sind, denn richtige Menschen würden es hier nicht lange aushalten.

That’s right! – Apart from the spelling, there’s nothing wrong with that statement. Every Munich resident who still has all his marbles knows that, which unfortunately is practically no one. The others are simply doing what this replica of Munich was built for after the last war: making lots of money, squandering it on trinkets, and complaining about how terribly badly off they are. What most Munich residents don’t realize is that they themselves are just imitations, because real people wouldn’t last long here.

Wie sich die CSU den Wähler vorstellt (vermutlich zurecht)

Die CSU war lange die stärkste Fraktion im Stadtrat von München, inzwischen ist sie nur noch die zweitstärkste nach den Grünen. Man müsste sie doch loben, dass sie eine vernünftige Forderung stellt, angesichts der katastrophalen Wohnsituation in der Stadt. Wenn es nur eine Möglichkeit gäbe, dieses politische Ziel auch durchzusetzen, wo Grüne, SPD, Linke und alle anderen seit Jahrzehnten gegen bezahlbaren Wohnraum kämpfen. Die CSU steht da offenbar völlig allein. Dabei ist allgemein bekannt, dass die Kernwählerschaft der CSU, die Aubinger und Bogenhausener Erbengemeinschaften, die Hausbesitzer und Vermieter in München nichts so sehr wünschen wie bezahlbaren Wohnraum. Wenn die CSU dann im März die Mehrheit im Stadtrat zurückerobert hat, wird sie hoffentlich irgendwann auch einmal die Bayerische Staatsregierung und die Bundesregierung stellen und dort dafür sorgen, dass die gesetzlichen Grundlagen für bezahlbaren Wohnraum geschaffen werden.

How the CSU envisions its voters (presumably with good reason) – The CSU was long the strongest faction in Munich’s city council; now it’s only the second strongest after the Greens. One would think they should be commended for making a sensible demand, given the catastrophic housing situation in the city. If only there were a way to actually achieve this political goal, given that the Greens, SPD, Left Party, and everyone else have been fighting against affordable housing for decades. The CSU appears to be completely alone in this. It’s common knowledge that the CSU’s core electorate—the heirs of Aubing and Bogenhausen, the homeowners and landlords in Munich—desire nothing more than affordable housing. If the CSU manages to regain its majority in the city council in March, hopefully it will one day form the Bavarian state government and the federal government, ensuring that the legal framework for affordable housing is established.

Gebrauchsanweisung für München (2)

Wer in München das Kulturzentrum besucht, stellt fest, dass die Kultur schon lange ausgezogen ist. Leider hat sie nicht verraten, wohin sie gezogen ist, vermutlich an einen Ort, der nicht München ist. Kultur findet man seitdem in München nicht mehr, auch wenn die Münchner behaupten, das Oktoberfest beweise, dass niemand mehr Kultur besitze als sie. Wer unbedingt in München leben mag, muss sich also eine andere Leidenschaft zulegen. Bier zum Beispiel oder dicke Autos. Am besten beides.

User Manual for Munich – Anyone visiting the cultural center in Munich will notice that culture itself moved out long ago. Unfortunately, it hasn’t revealed where it’s gone, presumably somewhere other than Munich. Since then, culture has been virtually nonexistent in Munich, even though the locals claim that Oktoberfest proves no one possesses more culture than they do. So, anyone who absolutely wants to live in Munich will have to acquire a different passion. Beer, for example, or fancy cars. Ideally, both.

Münchner Neueste Nachrichten (1)

Nachdem neulich ein Tsunami am Kleinhesseloher See einige amerikanische Touristen so erschreckt hat, dass sogar das US-Generalkonsulat am unteren Ende des Englischen Gartens in Alarmbereitschaft versetzt worden war, musste die Stadt nach der Auswertung von Überwachungskameras zugeben, dass ein städtischer Schwan für das Fiasko verantwortlich zu machen ist. Der Aufforderung der Amis, den Schwan zu deportieren oder hinzurichten, konnte die Polizei allerdings nicht nachkommen, da sich der Schuldige inzwischen Richtung Italien abgesetzt habe. Ob der Delinquent so dreist ist, im nächsten Frühjahr wiederzukommen, werde sich zeigen.

Munich Latest News – After a recent tsunami at Kleinhesseloher Lake so frightened some American tourists that even the US Consulate General at the lower end of the English Garden was put on alert, the city was forced to admit, after analyzing surveillance cameras, that a city-owned swan was responsible for the fiasco. However, the police could not comply with the Americans‘ request to deport or execute the swan, as the culprit had since fled to Italy. Whether the delinquent will be bold enough to return next spring remains to be seen.

Gebrauchsanweisung für München (1)

München ist die Stadt des Bieres, weshalb es auch nicht verboten ist, Bierflaschen ins Gleis zu werfen. Das Schild verbietet ausdrücklich nur Konservendosen und Kippen. In Städten mit einer langen Konservendosentradition mag das vielleicht toleriert werden, hier nicht. Dagegen würde kein Münchner eine leere Bierflasche, zumal eine Pfandflasche, als ‚Abfall’ bezeichnen. Eine leere Pfandflasche lässt man neben dem Mülleimer stehen, damit die Pfandflaschensammler auch ein Auskommen haben. Wer seine leere Flasche im Gleis abstellt, tut das vermutlich nur, um dem armen Pfandflaschensammler ein wenig Abwechslung zu verschaffen.

Instruction manual for Munich
Munich is the city of beer, which is why it is not forbidden to throw beer bottles on the track. The sign expressly prohibits only cans and cigarette stubs. This may be tolerated in cities with a long canning tradition, but not here. In contrast, no Munich resident would describe an empty beer bottle, especially a deposit bottle, as ‚waste‘. An empty deposit bottle is left next to the trash can, so that the deposit bottle collectors can make a living. If you put your empty bottle on the track, you will probably only do so to give the poor deposit bottle collector a little variety.