
Und alle so: Hurra.
The Basic Law is celebrating its birthday! – And everyone is like: Hooray.
Texte und Bilder /// Texts and Images

Was den Gebäuden in Neuseeland fehlt, zumindest den Altbauten, und die meisten Leute leben in alten Holzhäusern, das sind eine ordentliche Dämmung und eine Zentralheizung. Im dortigen Winter habe ich die Vorzüge einer Heizdecke kennengelernt, während ein anderer sich offenbar ein Dieselaggregat ins Zimmer gestellt hat. Es war laut und es hat gestunken, aber die Passanten sind einfach über die rußige Abgaswolke gestiegen, als sei es das Normalste in der Welt.
House exhaust – What the buildings in New Zealand lack, at least the older buildings and most people live in old wooden houses, are proper insulation and central heating. In the winter there I got to know the advantages of an electric blanket, while somebody apparently put a diesel generator in his room. It was loud and it smelled, but passers-by just stepped over the sooty cloud of exhaust as if it was the most normal thing in the world.

In keiner anderen Stadt habe ich auf so wenig Raum so viel Groteskes, Überraschendes, Schönes und Unfassbares gesehen wie in Auckland. Mitten in der Stadt gibt es oben auf einer Kuppe einen kleinen dreieckigen Park, dessen Wege von den dicken Ästen der dortigen Bäume überwuchert werden, vermutlich schon seit Jahrzehnten. Der Park wird aber nach wie vor benutzt. Mittags sah ich Menschen aus den Büros kommen und über die Äste klettern, um auf einer der Bänke ihre Pause zu verbringen. Niemand scheint sich daran zu stören, niemand ruft, wie es in Deutschland geschehen wäre, das Ordnungsamt und beschwert sich. Man lässt den Dingen ihren Lauf und erfreut sich an der bizarren Schönheit, die daraus entsteht.
Beauty through serenity – In no other city have I seen so many grotesque, surprising, beautiful and incomprehensible things in such a small space as in Auckland. In the middle of the city there is a small triangular park on top of a knoll, the paths of which have been overgrown by the thick branches of the trees there, probably for decades. However, the park is still in use. At noon I saw people coming out of the offices and climbing over the branches to take a break on one of the benches. Nobody seems to be bothered by it, nobody calls the regulatory office and complains, as would have happened in Germany. You let things take their course and enjoy the bizarre beauty that comes from it.

Die Kauribäume in Neuseeland werfen im Laufe ihres Lebens immer wieder die unteren Äste ab, um sich so vor parasitären Pflanzen zu schützen. Da das Kauriholz rot ist, sieht so ein frisch abgeworfener Ast aus wie ein aus dem Gelenk gedrehter Arm. Ich war mir auf den ersten Blick nicht sicher, ob ich die Polizei holen sollte.
Creepy! – New Zealand’s kauri trees shed their lower branches throughout their lives to protect themselves from parasitic plants. Since the kauri wood is red, a freshly shed branch looks like a twisted arm. At first glance I wasn’t sure if I should call the police.

Vor genau einem Jahr war ich in Neuseeland und das Beeindruckendste war nicht die abwechslungsreiche Landschaft und nicht die wenig abwechslungsreiche Küche, sondern ein Kauribaum namens Te Matu Ngahere in einem Kaurischutzgebiet in Northland. Der Baum ist zwar nur der zweithöchste Kauri, aber er hat den größten Umfang von über 16 Metern und ist geschätzte 2000 Jahre alt! Wenn man vor ihm steht, wirkt es, als würde man auf eine Felswand schauen. Man möge sich vorstellen, dass dieses Lebewesen schon da war, als in Rom Augustus herrschte oder vielleicht auch nur Mark Aurel. Als die Briten vor 200 Jahren hier ankamen, haben sie noch Tausende dieser Riesen sehen können, aber sie dachten sich nicht, was für ein Wunder das ist, sondern wie viel Bauholz man daraus machen könnte. Insofern ist es nur gerecht, dass sie jetzt einen König haben, der ihnen ständig mit seinem Naturfimmel auf die Nerven gehen wird. Möge er lange herrschen!
Reverence for old age – Exactly one year ago I was in New Zealand and the most impressive thing was not the varied landscape and not the little varied cuisine, but a kauri tree called Te Matu Ngahere in a kauri sanctuary in Northland. The tree may only be the second tallest kauri, but it has the largest girth at over 16 meters and is estimated to be 2000 years old! When you stand in front of it, it looks like you are looking at a rock face. One may imagine that this creature was already there when Augustus reigned in Rome, or perhaps only Marcus Aurelius. When the British arrived here 200 years ago, they could see thousands of these giants, but they didn’t think what a miracle it was, but how much lumber could be made of it. So it’s only fair that they now have a king who will constantly annoy them with his environmental obsession. May he reign long!

Während der Mensch meist schon sehr früh in seinem Leben von den Windpocken heimgesucht wird, ist es bei Häusern genau umgekehrt. Meist hat so ein Haus schon einige Jahrzehnte hinter sich, wenn die Wandpocken ausbrechen. In der Regel ist der Überträger der Mensch, der davon, wie von den meisten Dingen nichts weiß und sich auch gar nicht vorstellen kann, wie das ist, wenn es juckt und man aber keine Hände hat, sich zu kratzen. Falls also das Gebäude, in dem sie leben, einmal wackelt und kracht, seien Sie so nett und tun Sie das Notwendige!
Marginal and secondary knowledge – While people are usually afflicted by chickenpox very early in their lives, it is exactly the opposite with houses. Such a house is usually already several decades old, when wallpox breaks out. Mostly the carrier is man, who, like of most things, knows nothing about it and cannot even imagine what it’s like when it itches but you don’t have hands to scratch yourself. So if the building you live in ever shakes and cracks, be so kind and do what is necessary!

Einstein hat sich geirrt: Gott würfelt doch, und zwar ziemlich häufig. Weil ihm seine Schöpfung über den Kopf gewachsen ist, hat er entgegen einer immer noch populären Ansicht überhaupt keine Ahnung, was hier auf Erden so kreucht und fleucht. Von einem Plan könne schon lange keine Rede mehr sein. „Darum mache ich einfach das Beste daraus und lasse den Zufall walten. Das macht zumindest ein bisschen Spaß“, gesteht der Schöpfer mit einem Augenzwinkern. Wenn Sie also einmal ohne nachvollziehbaren Grund Pleite gehen oder Sie der Schlag trifft, dann können Sie sich damit trösten, dass wenigstens einer dabei etwas Freude hat.
Science news – Einstein got it wrong: God does throw dice, and quite often. Because his creation has outgrown him, he has no idea what is creeping and crawling here on earth, contrary to popular belief. There has long been no talk of a plan. „That’s why I just make the best of it and let chance prevail. It’s at least a bit of fun“, the creator admits with a wink. So if you go bankrupt for no reason or you get hit by a stroke, you can console yourself with the fact that at least one person is enjoying it.