Zweierlei Maß

Nachdem ich einigen Verlagen mein Manuskript „Kleiner Trommler“ geschickt habe, kamen nicht nur Absagen, sondern auch wüste Beschimpfungen, man zweifelte an meinem Geisteszustand und verwahrte sich dagegen, für blöd verkauft zu werden. Sogar der Vorwurf des Plagiats wurde mehrfach erhoben, was einfach nur albern ist, denn ein Remake dieses Buches war wirklich überfällig, schließlich ist es schon uralt und quasi unlesbar. Aber typisch Deutschland! In Hollywood verdienen sie sich dumm und dämlich, indem sie immer wieder denselben Film machen und alle finden es super, aber die deutschen Verlage haben einen Stock im Arsch! Traurig.

Double standards – After I sent my manuscript “Little Drummerboy” to a few publishers, not only did I receive rejections, but also wild insults, people questioned my mental state and protested against being taken for a fool. Even the accusation of plagiarism was raised several times, which is just silly, because a remake of this book was really overdue, after all it is already very old and almost unreadable. But typically Germany! In Hollywood they make a living doing the same movie over and over again and everyone loves it, but the German publishers have a stick up their ass! Sad.

Hallo Impfgegner!

Es sei, schreibt eine auf facebook, schon auffällig, dass Covid ausgerechnet Euch zu treffen scheine und unterstellt damit, dass eine Verschwörung gegen Euch im Gange ist. – Das mag sein oder auch nicht, aber noch viel seltsamer ist doch, dass der Tod fast immer Leute ereilt, die aus Hochhäusern springen, aber nur sehr selten Leute, die den Aufzug nehmen, wo man doch weiß, dass Aufzüge auch abstürzen können. – Solange Ihr uns das nicht erklären wollt, glauben wir, dass Ihr Teil einer globalen Verschwörung seid, um von diesem Umstand abzulenken. Wer bezahlt Euch eigentlich?

Hello anti-vaxxers! – It is, writes one on Facebook, already striking that Covid seems to affect you of all people, thereby assuming that a conspiracy is underway against you. – That may or may not be the case, but what’s even stranger is that death almost always happens to people who jump out of skyscrapers, but very rarely to people who take elevators, knowing that elevators can fall. – As long as you don’t want to explain this to us, we believe that you are part of a global conspiracy to distract attention from this fact. Who actually pays you?

Flat Earth debunked

Wie auf diesem Bild deutlich zu sehen ist, befindet sich das Kirchenschiff schon weit unter dem Horizont, womit die Erdkrümmung ein weiteres Mal eindeutig bewiesen wäre!

Flat earth debunked – As can be clearly seen in this picture, the nave is already well below the horizon, which once again clearly proves the curvature of the earth!

Einerseits, Spiegel TV,

ist deine Reportage über Notfallsanitäter in Frankfurt am Main sehr interessant, andererseits machst du es dir aber wieder einmal ein bisschen zu einfach: „Frankfurt am Main. Einerseits Metropole des Geldes, andererseits Mekka der Drogenszene.“ Beide Behauptungen sind für sich genommen nicht völlig falsch, aber dir zufolge scheint es da gar keine Schnittmenge zu geben, so als sei der Banker mit der Koksnase nicht ebenso Teil der Drogenszene wie der Junkie in der Gosse. Dabei ist der reiche Teil dieser Szene sozial sicher nicht weniger heruntergekommen als der arme. Der für dich wesentliche Unterschied ist, dass der koksende Banker für deine Kameras nicht sichtbar ist und darum in deinem Weltbild auch nicht vorkommen muss. Der Schein bestimmt eben das Bewusstsein.

On the one hand, Spiegel TV, your report about paramedics in Frankfurt am Main is very interesting, but on the other hand you make it a bit too easy for yourself: “Frankfurt am Main. On the one hand metropolis of money, on the other Mecca of the drug scene.” Both claims are not entirely false, but according to you there doesn’t seem to be any overlap, as if the banker with the coke nose is not as much a part of the drug scene as the junkie in the gutter. The rich part of this scene is no less socially run down than the poor. The main difference for you is that the coking banker is not visible to your cameras and therefore does not have to appear in your world view. Appearance determines consciousness.

Dumme Frage

Was haben Bratkartoffeln und die deutsche Justiz gemeinsam? – Leicht angebräunt mag der Deutsche sie am liebsten. Sonst haben sie nichts gemeinsam, weder in Geschmack noch Konsistenz. Dass die deutsche Justiz beispielsweise außen hart und innen weich sei, kann man ihr wirklich nicht zugutehalten.

Stupid question – What do fried potatoes and the German judiciary have in common? – Germans like them best when they are slightly brown. Otherwise they have nothing in common, neither in taste nor consistency. One really cannot suggest that the German judiciary is hard on the outside and soft on the inside.

Hoppla!

Nachdem Gott den Urknall gemacht hatte, legte er sich kurz aufs Ohr, denn das Schöpfen hatte ihn doch ein wenig angestrengt. Nach etwa 14 Milliarden Jahren erwachte er gut ausgeruht und musste zu seiner Verblüffung feststellen, dass sich in seiner Schöpfung inzwischen nicht nur Billionen Galaxien aus Aberbillionen Sternen gebildet hatten, sondern dass auf etlichen Felsklumpen sogar Leben entstanden war. Auf einem dieser Klumpen war es so feucht, dass er mit dem Finger ein Loch in die Atmosphäre bohren musste, um sehen zu können, was darunter vorging. Was er da jedoch sah, war so dermaßen eklig, dass er sich spontan in das Loch übergeben musste. Die Zweibeiner, die zufällig gerade unter dem Loch standen, werden diesen Tag sicher nicht so schnell vergessen. „Die Gesichter hättest du sehen sollen! Zum Schießen!“ sagte er später unter lautem Schenkelklopfen zu seiner Frau.

Oops! – After God had made the big bang, he lay down for a moment, because the creating had taken a little effort. After about 14 billion years he woke up well rested and had to realize to his astonishment that in his creation not only trillions of galaxies made of trillions of stars had formed in the meantime, but that life had even arisen on quite a few lumps of rock. One of the clumps was so wet that he had to poke a hole in the atmosphere with his finger to see what was going on underneath. However, what he saw there was so disgusting that he spontaneously had to throw up in the hole. The two-legged buggers who happened to be standing under the hole will certainly not forget this day for a while. „You should have seen the faces! Hilarious!” he later said to his wife while loudly slapping his thighs.

Aus dem Familienalbum (57)

Meine Schwester ist eigentlich relativ normal, allerdings macht sie sich sehr große Sorgen um ihre Kinder. Manchmal ist sie direkt überfürsorglich. Zum Beispiel dürfen meine Neffen nicht auf der Straße spielen, weil sie da überfahren oder entführt werden könnten. Auch der Weg zum Spielplatz ist ihr zu unsicher, und außerdem sei der Spielplatz nicht geeignet. Sie habe ihn in den letzten zwei Wochen täglich über mehrere Stunden ausprobiert und finde ihn inzwischen langweilig. Diese Enttäuschung wolle sie ihren Kindern ersparen. Ins Kino dürfen die Kinder auch nicht gehen. Sie gehe jeden Abend in einen anderen Film, um herauszufinden, ob er für Kinder geeignet sei, aber bis jetzt habe sie nichts Passendes gefunden. Museen und Ausstellungen habe sie selbst schon immer furchtbar gefunden, das sei bei ihren eigenen Kindern darum sicher genauso. Es bleibe ihr nichts anderes übrig, als die Kleinen zum Spielen raus auf das Sims über dem Kinderzimmer zu schicken. Da könne sie mit Hilfe eines Spiegels alles im Blick behalten und die Kinder seien vor den rücksichtslosen Autofahrern sicher.

From the family album – My sister is actually relatively normal, but she worries a lot about her children. Sometimes she’s downright overprotective. For example, my nephews are not allowed to play in the street because they could be run over or kidnapped. The way to the playground is also too unsafe for her, and the playground is also not suitable. She has tried it for several hours a day for the past two weeks and now finds it boring. She wanted to spare her children this disappointment. The kids are not allowed to go to the cinema either. She goes to a different movie every night to see if it’s suitable for children, but so far she hasn’t found anything appropriate. She herself has always found museums and exhibitions awful, so that’s probably the same with her own children. She has no choice but to send the little ones out to play on the ledge above the children’s room. With the help of a mirror, she can keep an eye on everything and the children are safe from the inconsiderate drivers.