Neu erschienen

„Aufgeben oder Bleibenlassen“, 76 S., 7,99 €, bestellbar in jeder Buchhandlung oder hier

Wie die Familie Gruber möglicherweise die Welt gerettet hat. Ein Stück Heimattheater aus dem Katastrophenstadl

Am Vorabend der Katastrophe scheint es, als hätten sich alle Prophezeiungen erfüllt. Die Welt ist kalt und leer, das Brot trocken, das Bier dünn. Die Menschen haben Angst und die Angst wohnt in Sendling.

Ignaz Wollens einen Schnaps? Sie schauen so aus, als könntens einen brauchen.
Ludwig Also, eigentlich müsst ich ja noch fahren, nicht wahr. Aber naja, einer geht immer.
Ignaz Ich glaub fast, der hat sich noch mehr erschrocken als wir. Bleich wie der Tod.
Ludwig Wie der Tod. Haha. Jaja.

New Release – „Give Up or Leave“
How the Gruber family possibly saved the world. A piece of homeland theater from the barn of disaster.
On the eve of the catastrophe, it seems as if all the prophecies have been fulfilled. The world is cold and empty, the bread dry, the beer thin. People are afraid and fear lives in Sendling.

Die Anderen (22)

The others – Why don’t I have a head but you? – That’s a pointless question. You are just as you are. – How do you know I’m me? – Well, you’ve had these bird droppings on your hat for a week.

Aus dem Familienalbum (10)

Meine Großeltern lebten in einer kleinen Wohnung und besaßen nicht viele Möbel, aber das Wohnzimmer wurde von einem fast zwei Meter großen ausgestopften Bären beherrscht. Wer nicht darauf gefasst oder zum ersten Mal zu Besuch war, bekam einen Schock, von dem sich manche, so sagt man, nie wieder erholt hätten. Der Bär hatte überall kahle Stellen und er roch furchtbar, aber im Halbdunkel war er durchaus noch in der Lage, Schrecken zu verbreiten. Meine Großmutter weigerte sich, das Monstrum auch nur anzurühren und ignorierte es. Mein Großvater behauptete, den Bären im Krieg in Russland persönlich geschossen zu haben, doch wir alle wussten, dass er erstens seiner starken Kurzsichtigkeit wegen gar nicht eingezogen worden war und zweitens den Bären bei einem Trödler gekauft hatte, denn am Hintern des Tieres baumelte noch das Preisschild über 50 Reichsmark, das er aufgrund seiner Kurzsichtigkeit natürlich nicht sehen konnte.

From the family album – My grandparents lived in a small apartment and did not have much furniture, but the living room was dominated by a nearly two meter tall stuffed bear. Those who were not prepared for it or visited for the first time, got a shock that, some say, some never recovered from. The bear had bleak spots everywhere and smelled awful, but in the semi-darkness he was quite able to spread terror. My grandmother refused to even touch the monster and ignored it. My grandfather claimed to have personally shot the bear during the war in Russia, but we all knew that he had not been drafted because of his strong shortsightedness and secondly that he had bought the bear from a junk dealer because the Price tag over 50 Reichsmark was dangling from the beast’s bottom, which of course he could not see because of his shortsightedness.

Was bei der Schöpfung übrig blieb (3)

Das Land zu machen, gestaltete sich schwieriger als Gott sich vorgestellt hatte. Alles geriet ihm dabei durcheinander, die Elemente vermischten sich, klebten aneinander, beschmutzten seine neue Arbeitskleidung und machten schwarze Ränder unter den Fingernägeln. Es war eine einzige Sauerei. Dabei hatte er sich eine so schöne Ordnung für die Dinge überlegt. Es war vergebens und nicht zu retten. Resigniert verteilte er etwas von dem glitzernden Kleinzeug, ein paar Glasperlen hier, ein paar Muscheln da, aber es half nicht, es sah bescheuert aus. Den Rest ließ er einfach liegen und ging nach nebenan auf ein Bier.

What was left over at creation – Making the land was more difficult than God had imagined. Everything was confused, the elements mingled, stuck together, soiled his new work clothes and made black edges under his fingernails. It was a mess. Yet he had projected such a nice order for all things. It was in vain and past remedy. Resigned, he distributed some of the sparkling little things, a few glass beads here, a few shells there, but it did not help, it looked stupid. He simply left the rest and went next door to have a beer.

Die Anderen (20)

The others – On the posters: courage for the truth, upper limit for the headless, headless out. – Why don’t they like us? – They are just jealous that we do not need toothpaste and shampoo.

Berlin mal wieder!

Da der Gesetzentwurf der Bundesregierung vom Bundestag gegen die Stimmen der CSU-Landesgruppe angenommen wurde, sollen nun im ganzen Land Himmelswischer und Wolkenschieber errichtet werden, um sicherzustellen, dass über der Bundesrepublik auf ewig die Sonne lacht. Regen ist künftig nur noch nachts und an Donnerstagen zwischen 12 und 13 Uhr gestattet. Die Bayerische Staatsregierung hat eine Verfassungsbeschwerde angekündigt und bezeichnet dieses Vorhaben als „antibayerische Aktion“. Bayerns Farben seien bekanntlich Weiß und Blau und dabei bleibe es.

Berlin again! – Since the bill of the Federal Government was adopted by the Bundestag against the votes of the CSU, sky wipers and cloud pushers are now to be erected throughout the country to ensure that the sun shines forever on the Federal Republic. In the future rain will only be permitted at night and on Thursdays between 12 and 13 o’clock. The Bavarian state government has announced a constitutional complaint and calls this project „anti-Bavarian action“. Bavaria’s colors are known to be white and blue and they will keep it that way.

Memento mori!

Als ich neulich in Italien einen Teller Pasta aß

wurde ich daran erinnert, dass man, so gut das Essen auch schmeckt, das Unvermeidliche nicht vermeiden kann; und auch wenn einem der Platz im Altenheim ein Lächeln ins Gesicht zaubert,

fährt man am Ende eben doch in die Grube und sollte daher rechtzeitig sein Begräbnis organisieren.

Ach, wie ist Italien schön!

Memento mori – When I ate a plate of pasta in Italy the other day, I was reminded that, even if the food tastes good, you can not avoid the inevitable. And even if the place in the nursing home conjures a smile on your face, you will kick the bucket in the end and should therefore organize your funeral in time. Oh, how beautiful is Italy!