
Because it’s true – „Sit pissers!“
(Erschienen / pubilshed in „Glöcklein der Albernheit“, Bd. 2)
Texte und Bilder /// Texts and Images
Den Kalten Krieg haben wir bekanntlich gewonnen, weil Kapitalismus und westliche Demokratie dem Sozialismus selbstverständlich überlegen waren. Jetzt weiß man, was passieren würde, wenn der Russe doch noch kommt. Die Kanzlerin und die Ministerpräsidentenrunde würden sich nach langen Verhandlungen frühmorgens auf ein Maßnahmenpaket einigen, während die feindliche Armee auf der anderen Seite der Grenze höflich wartet. Nicht wenige von Euch werden die Existenz dieser Truppen leugnen oder bezweifeln, dass sie mit scharfer Munition schießen. Die Ministerpräsidenten sind übermüdet und vergessen sofort, was sie beschlossen haben. Die bayerischen Gebirgsjäger ziehen sich tapfer in die Alpenfestung zurück, die saarländische Marine bedauert, nicht einsatzfähig zu sein und Berlin bestellt in Norwegen ein paar Millionen überteuerte Schneebälle, nachdem Guttenberg dafür lobbyiert hat. Bitte sagt später nicht, ich hätte Euch nicht gewarnt.
Dear fellow citizens! – As is well known, we won the Cold War because capitalism and Western democracy were of course superior to socialism. Now you know what would happen if the Russian did come in the end. After long negotiations, the chancellor and the group of prime ministers would agree on a package of measures early in the morning, while the enemy army politely waited on the other side of the border. Quite a few of you will deny the existence of these troops or doubt that they fire live ammunition. The prime ministers are tired and immediately forget what they have decided. The Bavarian mountain infantry bravely retreat to the Alpine fortress, the Saarland navy regrets not being able to operate and Berlin orders a few million overpriced snowballs in Norway after Guttenberg lobbied for them. Please don’t say later that I didn’t warn you.

Die Ästhetik des Widerstands.
Labor Day – The aesthetics of resistance.
(Erschienen / pubilshed in „Glöcklein der Albernheit“, Bd. 1, sowie in dem schönen, von André Poloczek hg. Band „Engelsgesichter“ zum 200. Geburtstag des bekannten Wuppertalers.)
Neulich las ich einen Artikel über jemanden, der zu den 100 einflussreichsten Personen der Welt gehört. Das ist schon eindrucksvoll. Andererseits kann ich von mir behaupten, dass ich die am meisten beeinflusste Person der Welt bin. Und auf dieser Liste bin ich sogar die einzige Person. Das soll mir erst mal jemand nachmachen!
Number 1 – The other day I read an article about someone in the 100 Most Influential People in the World. That is impressive. On the other hand, I can say that I am the most influenced person in the world. And I’m the only person on that list. Match that if you can!

That takes time again! – Waiting for the replacement
(Erschienen / pubilshed in „Glöcklein der Albernheit“, Bd. 1)
Du bist ein oberbayerisches Unternehmen, das Kochfeldabzugsysteme entwickelt, und du bewirbst deine Produkte mit dem auch historisch interessanten claim, diese würden „aus Küchen echten Lebensraum“ machen. Wenn das der Führer gewusst hätte, wärst heute nicht du der Vorreiter in Kochfeldabzugsystemen, sondern das Unternehmen Barbarossa. Gruß aus der verqualmten Kombüse: Titanic
Aha, Bora ventilation technology! – You are an Upper Bavarian company that develops cooktop extractor systems, and you advertise your products with the also historically interesting claim that they would „turn kitchens into real living space“. If the Führer had known, you would not be the pioneer in cooktop extractor systems today, but the Barbarossa company. Greetings from the smoke-filled galley: Titanic
Erschienen / published in Titanic 5/2021

Embarrassing! – A black day for scapegoatman.
(Erschienen / pubilshed in „Glöcklein der Albernheit“, Bd. 1)

Die politische Lage im Wald ist der in Berlin erstaunlich ähnlich: Noch bilden Rot- und Schwarzwild eine Koalition, aber seit es wärmer wird, wird es auch im Wald grüner. Das empfinden nicht alle als positiv: „Wir müssen uns hier mit Jägern auseinandersetzen!“, erregt sich ein Wildschwein. „Das sind existenzielle Probleme, aber von Blättern und Büschen hört man nur Geraschel. Die wissen doch auch nicht, wie es geht!“
News from the forest – The political situation in the forest is astonishingly similar to that in Berlin: red deer and wild boar are still forming a coalition, but since it has been warmer, the forest has also become greener. Not everyone feels that this is positive: “We have to deal with hunters here!” exclaims a wild boar. “These are existential problems, but you only hear rustling from leaves and bushes. They don’t know how to do it either!“

Neulich fand man in Florenz auf dem Dachboden des Palazzo Vecchio die Tube, auf die der berühmte Schnellmaler Michelangelo immer gedrückt hat. Leider war die Tube vollkommen ausgedrückt, was vermutlich auch der Grund war, weshalb der Mann im Alter immer langsamer malte, bis seine Auftraggeber keine Geduld mehr haben wollten. Weil Michelangelo aber bekanntlich ein Genie war, hat er sich einfach auf die Schneckenzucht verlegt, eine Sache, bei der man sich Zeit lassen darf.
News from art history – The other day in Florence, in the attic of the Palazzo Vecchio, the tube was found that the famous fast painter Michelangelo used to squeece. Unfortunately, the tube was completely squeeced, which was probably the reason why the man painted more and more slowly as he got older, until his clients no longer wanted to be patient. But because Michelangelo was known to be a genius, he simply switched to snail breeding, a thing you can take your time with. (‚auf die Tube drücken‘ means ‚to rush‘)