Aha, Bora Lüftungstechnik!

Du bist ein oberbayerisches Unternehmen, das Kochfeldabzugsysteme entwickelt, und du bewirbst deine Produkte mit dem auch historisch interessanten claim, diese würden „aus Küchen echten Lebensraum“ machen. Wenn das der Führer gewusst hätte, wärst heute nicht du der Vorreiter in Kochfeldabzugsystemen, sondern das Unternehmen Barbarossa. Gruß aus der verqualmten Kombüse: Titanic

Aha, Bora ventilation technology! – You are an Upper Bavarian company that develops cooktop extractor systems, and you advertise your products with the also historically interesting claim that they would „turn kitchens into real living space“. If the Führer had known, you would not be the pioneer in cooktop extractor systems today, but the Barbarossa company. Greetings from the smoke-filled galley: Titanic

Erschienen / published in Titanic 5/2021

Neues aus dem Wald (8)

Die politische Lage im Wald ist der in Berlin erstaunlich ähnlich: Noch bilden Rot- und Schwarzwild eine Koalition, aber seit es wärmer wird, wird es auch im Wald grüner. Das empfinden nicht alle als positiv: „Wir müssen uns hier mit Jägern auseinandersetzen!“, erregt sich ein Wildschwein. „Das sind existenzielle Probleme, aber von Blättern und Büschen hört man nur Geraschel. Die wissen doch auch nicht, wie es geht!“

News from the forest – The political situation in the forest is astonishingly similar to that in Berlin: red deer and wild boar are still forming a coalition, but since it has been warmer, the forest has also become greener. Not everyone feels that this is positive: “We have to deal with hunters here!” exclaims a wild boar. “These are existential problems, but you only hear rustling from leaves and bushes. They don’t know how to do it either!“

Neues aus der Kunstgeschichte (3)

Neulich fand man in Florenz auf dem Dachboden des Palazzo Vecchio die Tube, auf die der berühmte Schnellmaler Michelangelo immer gedrückt hat. Leider war die Tube vollkommen ausgedrückt, was vermutlich auch der Grund war, weshalb der Mann im Alter immer langsamer malte, bis seine Auftraggeber keine Geduld mehr haben wollten. Weil Michelangelo aber bekanntlich ein Genie war, hat er sich einfach auf die Schneckenzucht verlegt, eine Sache, bei der man sich Zeit lassen darf.

News from art history – The other day in Florence, in the attic of the Palazzo Vecchio, the tube was found that the famous fast painter Michelangelo used to squeece. Unfortunately, the tube was completely squeeced, which was probably the reason why the man painted more and more slowly as he got older, until his clients no longer wanted to be patient. But because Michelangelo was known to be a genius, he simply switched to snail breeding, a thing you can take your time with. (‚auf die Tube drücken‘ means ‚to rush‘)

Berufsrisiko

Für den ersten Entwurf ihres Logos hat sich eine US-amerikanische Computerfirma viel Zeit gelassen. Das war am 1. April 1976. Damals war es sehr angesagt, ein bisschen exzentrisch zu sein, besonders in der IT-Branche. Der damalige Kreativdirektor hat ein Apfelbäumchen gepflanzt und dann einige Jahrzehnte gewartet. Nachdem der Baum gefällt und zu Brettern zersägt worden war, hat er ein Astloch mit Spachtelmasse ausgefüllt und fand die Form so schön, dass er das Brett zur nächsten Vorstandssitzung mitbrachte. Dummerweise hatte der Chef für dieses Vorgehen kein Verständnis und den Kreativheini darum schon vor Jahrzehnten gefeuert und war inzwischen sowieso schon tot. Auch vor Gericht hatte die Klage des Designers, man habe ihm seinen Entwurf gestohlen, keinen Erfolg. Danach behauptete der Mann, es habe sich eh um einen Aprilscherz gehandelt, aber damit machte er auf die Pfleger in der geschlossenen Abteilung kaum Eindruck.

Occupational risk – An American computer company took a long time to draft its logo. That was on April 1st, 1976. Back then, being a little eccentric was very popular, especially in the IT industry. The creative director at the time planted an apple tree and then waited a few decades. After the tree was felled and sawed into boards, he filled a knothole with filler and found the shape so beautiful that he brought the board to the next board meeting. Unfortunately, the boss had no understanding for this approach and therefore fired the creative twerp decades ago and was already dead in the meantime. Even in court, the designer’s complaint that his design had been stolen from him was unsuccessful. The man then claimed it was an April Fool’s joke anyway, but that made little impression on the nurses in the closed ward.

Staatsversagen

Eben habe ich eines der Alfabetometer ausprobiert, die ich auf Staatskosten von meinem Arbeitgeber erhalten habe. Obwohl ich deutlich „Staatsversagen“ gesagt habe, behauptet das Gerät, es habe ein ‚c’ gemessen. Dabei kommt in dem Wort gar kein ‚c’ vor, aber dafür ‚s’ und ‚t’, die jedoch nicht angezeigt werden. Was für ein Schrott ist das denn? Abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, wozu man ein Messgerät braucht, das nicht mal ein ‚o’ erkennt und nur einmal verwendbar ist. Peinlich!

State failure – I have just tried one of the alphabet meters that I received from my employer at government expense. Although I clearly said „state failure“, the device claims it measured a ‚c‘. There is no ‚c‘ in the word, but instead ’s‘ and ‚t‘, which are not displayed. What kind of junk is that? Apart from the fact that I don’t understand why you need a measuring device that doesn’t even recognize an ‚o‘ and can only be used once. Embarrassing!