Aus dem Familienalbum (52)

Onkel Herbert wollte gerne bauen, aber die zuständige Baubehörde mochte ihm den 50 Meter hohen Turm nicht genehmigen. Nun errichtet er eine Ruine aus dem Frühmittelalter, weil er sicher sei, dass die Baubehörde damals noch nicht zuständig gewesen sei. Gefragt, was er damit denn anzufangen gedenke, denn in einer Ruine könne man doch nicht wohnen, machte er eine sarkastische Bemerkung, deren Wortlaut nicht überliefert ist.

From the family album – Uncle Herbert wanted to build, but the responsible building authorities did not want to approve the 50 meter high tower. Now he is building a ruin from the early Middle Ages, because he is sure that the building authorities were not responsible at the time. When asked what he was going to do with it, because you couldn’t live in a ruin, he made a sarcastic remark, the wording of which has not been passed down.

Bildungsland Bayern

Die Landesregierung hat angesichts der pandemiebedingten Leistungsdefizite der Grundschüler damit begonnen, Wissenslücken im Fach Rechnen durch Gedächtnisstützen im öffentlichen Raum auszugleichen. Falls Ihnen oder Ihrem Kind entfallen sein sollte, was 1+1 ergibt, suchen Sie nach diesem Hinweis.

Education in Bavaria – In view of the pandemic-related performance deficits of primary school students, the state government has begun to compensate for knowledge gaps in arithmetic with memory aids in public spaces. If you or your child misses what results in 1 + 1, look for this hint.

Maria allein zu Haus

Nachdem ihr Mann es vorzog, den ganzen Tag in der Werkstatt zu verbringen und ihr Sohn komplett übergeschnappt war, mit einer Bande anderer Spinner durch die Gegend zog und glaubte, er sei der Erlöser, beschloss Maria, einen radialen Schnitt zu machen. Sie mauerte die Tür zu, ließ die Rollläden herunter und betrat ihren kleinen Balkon nur noch, um auf den Pizza-Lieferservice zu warten.

Mary at home alone – After her husband preferred to spend all day in the shop and her son went completely mad, wandering around with a gang of other weirdos believing he was the savior, Mary decided to make a radial cut. She walled up the door, lowered the shutters, and only went into her small balcony to wait for the pizza delivery service.

Was bei der Schöpfung übrig blieb (15)

Nachdem Gott am Morgen des vierten Tages alles Runde und am Nachmittag alles Eckige erschaffen hatte, war diese Ecke übriggeblieben. Gott hatte keine Ahnung, wofür man sie verwenden könnte und darüberhinaus war sie sehr dreckig, eine Drecke sozusagen. Zum Glück hatte er schon alle Ecken erschaffen, darum stellte er die Drecke einfach in eine Ecke. Zum Feierabend machte er sich ein Bier auf und dachte sich ein paar Dinge aus, die man mit diesen runden Dingern anstellen könnte. Zum Beispiel könnte man vier Ecken an den Rand einer Wiese stellen und dann ein rundes Ding in zwei andere Dinger aus vier Ecken an den Schmalseiten kicken. Das würde er am Sonntag gleich mal ausprobieren. Über diesen Plänen hatte er die Drecke in der Ecke schon völlig vergessen und dort steht sie wohl heute noch.

What was left over at creation – After God created everything round on the morning of the fourth day and everything square in the afternoon, that corner was left. God had no idea what it could be used for and it was very dirty, too, a dirtex so to speak. Fortunately, he had already created all the corners, so he just put the dirtex in a corner. At the end of the day he opened a beer and thought of a few things that could be done with these round things. For example, you could put four corners at the edge of a meadow and then kick one round thing into two other things from four corners on the narrow sides. He would try that out on Sunday. Because of these plans, he had completely forgotten about the dirtex in the corner and it is probably still there today.

Aus dem Familienalbum (51)

Mein Vetter Klaus, der von allen Familienmitgliedern nur „der Halbvetter“ genannt wird, weil er zur Korpulenz neigt und immer behauptet, er mache keine halben Sachen, hat sich nun endlich seinen Kindheitstraum erfüllt, Schleusenwärter auf seiner eigenen Schleuse zu sein. Dazu hat er den kleinen Bach, der über sein Grundstück fließt, aufgestaut. So kann er jeden Morgen erst eine schöne Runde schwimmen und dann vom Schleusenhaupt aus mit dem Fernglas beobachten, wie das abgelassene Wasser das Dorf kräftig durchspült. Dass dabei ab und zu kleine Kinder und Hunde mitgerissen werden, ist ihm egal. Die Kinder müssten in der Früh eh in der Schule sein und wer seinen Köter draußen frei herumlaufen lasse, sei selbst schuld.

From the family album – My cousin Klaus, who is only called “the half-cousin” by all family members because he tends to be obese and always claims that he doesn’t do things by halves, has finally fulfilled his childhood dream of being a lock keeper on his own lock. To do this, he dammed the small stream that flows over his property. So he can first swim a nice lap every morning and then watch with binoculars from the top of the lock as the drained water washes through the village vigorously. He doesn’t care that small children and dogs are carried away every now and then. The children have to be at school in the morning anyway and it is your own fault if you let your dog run around outside.

Festung der Hässlichkeit

Hässliches findet man allerorten, nicht nur in der eigenen Familie. Kaum jemand weiß aber, wo die Hässlichkeit zuhause ist. Tatsächlich interessiert es auch kaum jemanden, außer die wenigen seltsamen Gestalten, die so etwas interessiert. Nach Feierabend und am Wochenende zieht sich die Hässlichkeit in ihr großzügiges aber naturgemäß potthässliches Eigenheim zurück, wo sie sich dann Dingen widmet. Weil die Hässlichkeit dabei nicht gestört werden möchte, gleicht ihr Heim einer Festung. Vielleicht ist es auch umgekehrt. Wie auch immer. Den Sommer verbrachte die Hässlichkeit früher gerne an der Costa Brava oder an der italienischen Adria, heutzutage hält sie sich aber auch gerne an der Ostsee auf. Ab Mitte September ist sie dann wieder voll und ganz damit beschäftigt, uns auf den Sack zu gehen.

Fortress of ugliness – You can find ugly things everywhere, not just in your own family. But hardly anyone knows where ugliness is at home. In fact, hardly anyone cares, except for the few strange characters who are interested in something like that. After work and on weekends, ugliness retreats to her spacious but naturally ugly home, where she then devotes herself to things. Because the ugliness doesn’t want to be disturbed, her home is like a fortress. Maybe it’s the other way around. However. The ugliness used to like to spend the summer on the Costa Brava or the Italian Adriatic Sea, but nowadays it also likes to stay on the Baltic Sea. From mid-September she will be fully occupied again with pissing us off.

Seltsame Deutsche

„Eins, Zwei, trocken, Angst, Fünf, Geschlecht“ (Wie es sich für englischsprachige Menschen anhört, wenn Deutsche zählen).

Strange Germans – „Eins, Zwei, dry, fear, Fünf, sex“ (As it sounds to English-speaking people when Germans count).

Sauregurkenzeit bald endgültig vorbei!

Die Gurken legen Wert auf die Mitteilung, dass sie den Begriff ‚Sauregurkenzeit’ als diskriminierend ablehnen und darum bitten, ihn künftig nicht mehr zu verwenden, denn im Grunde ihres Wesens seien sie gar nicht sauer, sondern wässrig und nahezu geschmacklos. Sie schlagen vor, als Ersatz den Terminus ‚Matschige-Tomaten-Zeit’ zu verwenden, was auf Seiten der Tomaten zu vehementem Protest geführt hat. Die Zwiebeln haben Tränen gelacht, allen anderen war es ziemlich wurscht.

Dill pickle season will soon be over! – The cucumbers attach importance to the communication that they reject the term ‚pickle season‘ as discriminatory and ask not to use it in the future, because basically they are not sour at all, but watery and almost tasteless. They propose to use the term ‚mushy tomato time‘ as a substitute, which has led to vehement protests on the part of tomatoes. The onions laughed tears, everyone else didn’t care. (‚pickle season‘ is the german term for ’slack season‘)

Geschmacklos

Übrigens seid Ihr gar nicht das Salz der Erde. Das nämlich kommt aus Bad Reichenhall und macht fades Essen genießbar. Ihr dagegen seid ungenießbar, da hilft auch kein Gewürz.

Tasteless – Besides, you are not the salt of the earth at all. That is because the salt comes from Bad Reichenhall and makes bland food enjoyable. You, on the other hand, are inedible, and no spice helps.

Dobry dzień, Marcin Romanowski!

Sie sind Vizejustizminister unseres allerkatholischten Nachbarlandes Polen und erkennen zu Recht „freiheitsfeindliche Tendenzen“ in der deutschen Justiz. Allerdings geht es Ihnen nicht darum, auf dem rechten Auge blinde Kommunistenfresser in der Richterschaft zu kritisieren, sondern um den Strafbefehl für den Theologieprofessor Dariusz Oko, der Homosexuelle als „Parasiten“ und „Krebsgeschwür“ bezeichnet hatte. „Die Verhängung von Strafen für wissenschaftliche Tätigkeiten“ stelle eine Bedrohung der Grundfreiheiten und der europäischen Standards dar. Da Sie die Wissenschaftsfreiheit also so sehr lieben, dürfen wir darauf hoffen, dass Sie den polnischen Hochschulen demnächst Forschungsgelder in Millionenhöhe zur Verfügung stellen, um endlich die Hypothese zu verifizieren, dass der zigtausendfache Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche durch Klemmschwestern wie Oko nicht nur gedeckt, sondern auch gefördert wird? Für Heuchler wie Sie gibt es immer einen warmen Platz an den Heizkesseln.

Dobry dzień, Marcin Romanowski! – You are the Vice Minister of Justice of our most Catholic neighbor, Poland, and you rightly recognize “anti-freedom tendencies” in the German judiciary. However, you are not concerned with criticizing the communist eaters in the judiciary who are blind in the right eye, but with the punishment order for the theology professor Dariusz Oko, who described homosexuals as „parasites“ and „cancerous ulcers“. “The imposition of penalties for scientific activities” is a threat to fundamental freedoms and European standards, you say. Since you love scientific freedom so much, we can hope that you will soon provide the Polish universities with research funding in the millions to finally help them verify the hypothesis that the tens of thousands of child abuse in the Catholic Church by clamp sisters like Oko is not only covered but also encouraged? There is always a warm place by the boilers for hypocrites like you.