Hochmut kommt vor dem Fall

Neulich im Louvre.
B: „Schau nur, die kommen alle, um mich zu sehen!“
A (denkt): „Keine Sau kommt, um deinen vermoderten Schädel zu sehen, du Depp. Deswegen stehen wir doch hier draußen im Regen. Ach, was habe ich es satt! Irgendwann schmeiße ich ihn da runter.“

Pride goes before the fall – Recently at the Louvre. B: „Look, they’re all coming to see me!“ A (thinks): „No sow comes to see your rotten skull, you idiot. That’s why we’re standing out here in the rain. Oh, how tired I am! At some point I’ll throw him down there.“

Wie es wirklich war (10)

Dem alten Rousseau wurde ja immer vorgeworfen, er habe mit der Fackel der Aufklärung Feuer an die alte Ordnung gelegt und das habe uns schlussendlich zwei Weltkriege eingebracht. Wie jeder Blödsinn hat auch dieser einen wahren Kern, doch tatsächlich hat Rousseau bei den wiederholten Versuchen, die Welt in Brand zu setzen aufgrund seines Unvermögens, das Schreibzimmer zu verlassen, ein Haus nach dem anderen abgefackelt und musste deshalb ständig umziehen. Die Philosophen haben es auch nicht einfach.

How it really was – The old Rousseau was always accused of setting fire to the old order with the torch of enlightenment and that ultimately brought us two world wars. Like all nonsense, this one has a kernel of truth, but the fact is that Rousseau’s repeated attempts to set the world on fire because of his inability to leave his writing room burned down house after house and kept him moving. Philosophers don’t have it easy either.

Neulich im Louvre (4)

Isis und Osiris waren sehr enttäuscht und wütend, weil der einzige Whirlpool im Louvre ständig von diesen vulgären römischen Göttern belegt war.

Recently at the Louvre – Isis and Osiris were very disappointed and angry because the only whirlpool in the Louvre was constantly occupied by these vulgar Roman gods.

Querdichter wider die Metrumsdiktatur

Befreit die Verse aus der Knecht-
schaft eitlen hohlen Silben-
zählens und des gar nicht kunstgerecht-
en Hebens, Senkens, Lautequälens!

Ja, lasst Vokale, Konsonan-
ten sich in Freiheit selbstent-
falten wider alle Ignoran-
ten, die das für verboten halten!

Trochäen, Jamben und Dakty-
len spinnen gleich den Kata-
klöthen, um des Dichters reiches Füh-
len mittels Versfuß abzutöten!

Ihr, die Ihr glatt seid und stählern
Lernt aus Euren Fählern!

Contrarion poet against the meter dictatorship – Free the verses from the slavery of vain hollow syllabic counting and not at all artistically stressing, unstressing, tormenting the tone! Yes, let vowels, consonants develop themselves in freedom against all ignorants who think that is forbidden! Trochees, iambs and dactyls spin like the klôthes, to kill the poet’s rich feelings with a verse foot! You who are smooth and steely learn from your meestakes!

Erschienen /published in tageszeitung taz 19.5.22

Ärgerlich!

Merken Sie es auch? Kaum ist Corona vorbei, können die Leute keinen Abstand mehr halten. Nicht nur im Supermarkt kommt es darum immer wieder zu Zusammenstößen.

Annoying! – Do you notice it too? As soon as Corona is over, people can no longer keep their distance. It’s not just in the supermarket that clashes happen again and again.

Neulich im Louvre (3)

B: „Du, sag mal, sind das da zwei riesige Warzen auf deinem Kopf oder bist du Mickey Maus?“
A (denkt): Mein Gott, was muss ich ihm noch alles reinstecken, damit er endlich das Maul hält?

Recently at the Louvre – B: „You, tell me, are those two giant warts on your head or are you Mickey Mouse?“ A (thinks): My God, what else do I have to stab into him so that he finally shuts up?

Neues aus der Wissenschaft (7)

Diese Aufnahme zeigt einige Atome im Hirn von Vladimir Putin. Auffällig ist, dass sie alle versuchen, möglichst viel Abstand voneinander zu halten. Offenbar können sie sich gegenseitig nicht ausstehen, etwas, das ihnen jeder vernünftige Mensch nachfühlen kann.

News from science – This picture shows some atoms in Vladimir Putin’s brain. It is striking that they all try to keep as much distance from their neighbors as possible. Apparently they cannot stand each other, something that every reasonable person can empathize with.

Ein Vorschlag, Bundesregierung!

Als Zeichen des guten Willens, wenn nicht gar als Wiedergutmachung, könnten doch die Gepard-Panzer, die du in die Ukraine liefern willst, in Gerhard-Panzer umgetauft werden. Das würde den Schrott zwar nicht in eine moderne Waffe verwandeln, aber vielleicht fällt der Putin dann ja vor Lachen vom Stuhl und bricht sich den Hals.

A proposal, federal government! As a sign of goodwill, if not outright reparation, the Gepard tanks you want to deliver to the Ukraine could be renamed Gerhard tanks. That wouldn’t turn the junk into a modern weapon, but perhaps Putin would fall off his chair laughing and break his neck.

Neulich in Versailles (4)

An dieser Stelle stand am 18. Januar 1871 der preußische König Wilhelm im eiskalten weil unbeheizten Spiegelsaal des Schlosses von Versailles und wartete darauf, dass ihn die versammelten Würdenträger endlich zum deutschen Kaiser ausrufen würden. Auf dem Gemälde von Anton von Werner ist deutlich zu sehen, dass Wilhelm keine glückliche Mine macht und das lag daran, dass er schon den ganzen Morgen über einen riesigen Furz verdrücken musste. Seit Tagen hatte es nur französischen Stinkekäse und Baguette zum Essen gegeben und er litt unter furchtbaren Blähungen. Endlich war Bismarck mit seinem Geschwätz an ein Ende gekommen und die Menge rief Hurra und klapperte mit ihren Säbeln. Auf diesen Moment hatte Wilhelm gewartet und erleichterte sich. Niemand merkte etwas, außer seinem Sohn Friedrich, der hinter ihm stand und hörbar nach Luft schnappte. Eines der wenigen Ereignisse der deutschen Geschichte, das keine Spuren hinterlassen hat, wie man auf dem Bild deutlich sehen kann.

Recently at Versailles – At this spot, on January 18, 1871, the Prussian King Wilhelm stood in the ice-cold, unheated Hall of Mirrors of the Palace of Versailles, waiting for the assembled dignitaries to finally proclaim him German Emperor. In Anton von Werner’s painting, it’s clear to see that Wilhelm isn’t making a happy face, and that’s because he’s had to hold back an enormous fart all morning. For days the only food he had had was french stinky cheese and baguette, and he was suffering from terrible flatulence. At last Bismarck had come to an end with his chatter, and the crowd cheered hurrah and clattered their sabers. Wilhelm had been waiting for this moment and relieved himself. Nobody noticed anything, except for his son Friedrich, who was standing behind him and audibly gasped. One of the few events in German history that left no traces, as you can clearly see in the picture.