Konsequent, Bildungspolitik!

Allerorts finden nun in den Schulen Fortbildungen zum Einsatz von Virtual-Reality-Brillen statt, obwohl schon die Benutzeroberfläche der Real Reality nicht funktioniert. Leider stört es den Aufenthalt in der Virtuellen Realität ein wenig, dass es auch mit dieser Brille nicht gelingt, den allgegenwärtigen Duft ungewaschener Schüler und verpisster Schultoiletten zu überdecken. Das ist definitiv ein „Potenzialthema“ für das nächste Audit! Geld ist ja nicht das Problem, gell? Ich rate zum Eintritt ins Berufsleben.

Very consistent, educational politicians! – Training courses on the use of virtual reality glasses are now taking place in schools everywhere, even though the real reality user interface does not work. Unfortunately, the stay in virtual reality is a little disturbed by the fact that even with these glasses it is not possible to cover up the ubiquitous smell of unwashed students and dirty school toilets. This is definitely a „potential topic“ for the next audit! Money isn’t the problem, is it? I recommend entering the workforce.

Moderne Lyrik

Da steht das Alte vor dem Neuen und kann es nicht fassen, wie heruntergekommen die Welt doch ist. Andererseits handelt es sich um die Fassade der „Versuchsanstalt“. Das erklärt einiges, aber das Alte denkt sich dennoch: „Versuch gescheitert“ und hat damit auch völlig recht.

Modern poetry – The old stands in front of the new and can’t believe how run-down the world has become. On the other hand, it is the facade of the „experimental institute“. That explains a lot, but the old still thinks: „Attempt failed“ and is absolutely right.

(Gesehen / seen in Wien. Graffito: „Klaus Schwab kills us / open your eyes / the robots of tomorrow“)

An der Haustür

„Haben Sie gerade Zeit, über Gott zu sprechen?“
„Lustig, dass Sie fragen, ich bin in einer Stunde mit ihr verabredet!“

At the door – „Do you have time to talk about God right now?“ „Funny, you ask, I have an appointment with her in an hour!“

Feierabend

Nach einem harten Arbeitstag wartet die Frühschicht der hiesigen Möwenbelegschaft auf die Fähre ans andere Ufer. Gefragt, warum sie nicht einfach hinüberfliegen, lachen sie genervt. „Was für ne blöde Frage! Wir fliegen den ganzen Morgen schon im Regen herum, sind nass und durchgefroren bis auf die Knochen und dann sollen wir auch noch dumme Fragen beantworten. Fresst Euren Fisch doch selber! Menschen! Ha! Ha-Ha-Ha-Ha!“

Knock off – After a hard day’s work, the morning shift of the local seagull workforce is waiting for the ferry to the other bank. When asked why they don’t just fly over, they laugh annoyed. „What a stupid question! We’ve been flying around in the rain all morning, wet and frozen to the bone, and then we’re supposed to answer stupid questions. Eat the fish yourself! Humans! Ha! Ha-Ha-Ha-Ha!“

Ja und?

Neulich in Wien habe ich meine bildungsbürgerliche Pflicht getan und selbstverständlich auch die berühmte Strudelhofstiege besichtigt, die der Schriftsteller Doderer in Roman und Gedicht so zauberhaft verewigt hat. Manche Leute, die mir auf der Treppe entgegenkamen, sahen mich, wie mir schien, mit einer Melange aus Mitleid und Spott an, als würden sie denken: Noch so ein Piefke, der nur herkommt, um sich eine depperte Treppe anzuschauen! – Wiener, was soll ich sagen, Ihr habt recht. Aber die Deutschen hatten schon schlechtere Gründe Wien zu besuchen, vergesst das nicht! Ich will’s nur gesagt haben.

So what? – Recently in Vienna I did my bourgeois duty and of course also visited the famous Strudelhof stairs, which the writer Doderer immortalized so enchantingly in novel and poem. Some of the people who met me on the stairs looked at me, it seemed to me, with a mélange of pity and mockery, as if they were thinking: Another kraut who only comes here to look at a stupid staircase! – Viennese, what can I say, you are right. But the Germans had worse reasons to visit Vienna, don’t forget that! I just want it said.

(erschienen / published inTitanic 7/2023)

Das Böse besiegen

Das Böse ist ja bekanntlich geduldig, aber auch ein bisschen doof. Was es nicht weiß, ist, dass die Ampelschaltung absichtlich manipuliert wurde und niemals auf Grün schalten wird. Die Menschheit ist also fürs Erste sicher.

Defeat Evil – Evil is known to be patient, but also a bit stupid. What it doesn’t know is that the traffic light has been deliberately tampered with and will never turn green. So humanity is safe for now.

Dialektik der Gastronomie

In einem Wiener Gasthaus stellt mir der aufgeschwemmte und an den Herrn Karl erinnernde Kellner wortlos einen Espresso hin, den ich nicht bestellt habe. Als ich mich wieder gefangen und entschieden hatte, den Espresso dennoch zu trinken, nimmt ihn mir die kleine asiatische Kellnerin, quasi die Antithese zum Herrn Karl, ebenso wortlos wieder weg. Der Schluss, den ich daraus gezogen habe, war, eine Portion Marillenpalatschinken zu bestellen. Ob das logisch war, interessiert mich eigentlich gar nicht, es war aber sicher vernünftig.

Dialectics of gastronomy – In a Viennese inn, the bloated waiter, reminiscent of Herr Karl, wordlessly put an espresso in front of me that I didn’t order. When I recovered my composure and decided to drink the espresso anyway, the little Asian waitress, quasi the antithesis of Herr Karl, took it away from me just as wordlessly. The conclusion I drew from this was to order a portion of apricot pancakes. I’m not really interested in whether that was logical, but it was certainly reasonable.

Für Peter Hammerschlag zum 121. Geburtstag

Pülcher-Dialog ad infinitum: »Tepperter, was schaust denn so?« »Wer is bei dir teppert?« »Der was fragt!!« – »Geh kusch!« – »Ziach o!« – »Wuist a poar, dass’ scheppert?« etc.

For Peter Hammerschlag on his 121st birthday – Bummer dialogue ad infinitum: „Schmuck, what are you staring at?“ – „Who is a schmuck?“ – „The one who asks!“ – „Get lost!“ – „Shove off!“ – „Wanna get a smack?” etc.

(Gesehen am Donaukanal in Wien. – Peter Hammerschlag wurde 1942 in Auschwitz ermordet. / Seen at the Danube Canal in Vienna. – Peter Hammerschlag was murdered in Auschwitz in 1942)

Neues aus der Wissenschaft (17)

Der bekannte ungarische Hobbypsychoanalytiker Alégpárnáshajómtelevanangolnával behauptet, die Psychologie revolutioniert, wenn nicht gar überflüssig gemacht zu haben. Er sei nämlich zufällig bei der Selbstanalyse, hinter einer scheinbar harmlosen Erinnerung an einen langweiligen Fernsehabend bei seinen Eltern, auf einen versteckten Zugang in sein Unbewusstes gestoßen. Erstaunlicherweise befinde sich dort nichts, der Raum sei vollkommen leer. Es muffle zwar ein wenig, wie das in schlecht gelüfteten Räumen eben so sei, aber seine Entdeckung lege nahe, dass die ewige Suche nach einem verborgenen Sinn hinter allem, was uns so umtreibt, vergebens und völlig sinnlos sei: „Wir Menschen sind eben Vollidioten, die meistens nichts auf die Reihe bekommen und nur aus Versehen und ohne Verstand auch mal etwas Schönes zustande bringen.“ Das müsse man halt akzeptieren. Er jedenfalls fühle sich seitdem schon viel besser.

Science news – The well-known Hungarian amateur psychoanalyst Alégpárnáshajómtelevanangolnával claims to have revolutionized psychology, if not made it obsolete. During self-analysis, he accidentally stumbled upon a hidden access to his unconscious behind an apparently harmless memory of a boring TV evening at his parents‘. Surprisingly, there is nothing there, the room is completely empty. It smells a bit musty, how things are in poorly ventilated rooms, but his discovery suggests that the eternal search for a hidden meaning behind everything that concerns us is in vain and completely pointless: „We humans are outright idiots, who usually don’t get anything done and only accidentally and without understanding manage something nice.” You just have to accept that. In any case, he has been feeling much better since then.