Schlechte Qualität

Neulich war ich wieder mal unzufrieden mit meinem Kopf, weil der immer öfter ohne ersichtlichen Grund weh tut und Unsinn redet. Vernünftige Gedanken dagegen hat er immer seltener, kurz gesagt, ein neuer Kopf muss her. Dann aber die Ernüchterung: Beim Ersatzkopfhändler gibt es nur in China billig zusammengeklebten Plunder, blutleer, mit dümmlichem Gesichtsausdruck und schlecht sitzender Frisur. Blöd dreinschauen kann ich auch so, da brauch ich nicht ein paar Hundert Euro in einen noch hässlicheren Dummkopf investieren. Muss ich wohl mit meinem alten Kopf weiterleben. Sei’s drum! Immerhin verstehe ich nun, weshalb so viele Menschen so unfassbar dümmlich daherkommen.

Poor quality – Recently I was dissatisfied with my head again because it hurts more and more often for no apparent reason and talks nonsense. Moreover, he has fewer and fewer sensible thoughts; in short, I need a new head. But then the disillusionment: the replacement head dealer only sells cheaply glued-together junk from China, bloodless, with a stupid facial expression and an ill-fitting hairstyle. I can look stupid like that, so I don’t need to invest a few hundred euros in an even uglier idiot. I guess I have to keep living with my old head. So be it! At least I now understand why so many people seem so incredibly stupid.

Endlich daheim!

Ein anstrengender Tag geht für den Tag zu Ende. Jetzt ist er schon durch die Tür hinein, gleich kann er auf dem Sofa die Beine ausstrecken, dann ist endlich Feierabend. Zum Glück ist Winter, da muss er nicht so lange draußen sein. Zwar ist es im Sommer wärmer, aber wenn die Leute ewig nicht nach Hause gehen wollen und quengeln: „Jetzt komm halt, häng noch eine Viertelstunde dran, ein paar Minuten nur, geh! noch einen Augenblick!“, dann geht ihm dann das schon ein bissl auf die Nerven. Winter ist trotzdem schlimmer, weil es so scheiß kalt ist. Doch jetzt gibt es gleich einen schönen warmen Tee und hinterher ein Glas Wein und morgen muss er schon wieder zwei Minuten weniger arbeiten. Das ist doch eine schöne Aussicht.

Home at last! – A busy day comes to an end for the day. Now he’s already through the door, in a few moments he will stretch his legs on the sofa and then it’s finally end of work. Luckily it’s winter, so he doesn’t have to be outside for so long. It’s warmer in the summer, but when people don’t want to go home for ages and whine: „Now come on, hang on for another quarter of an hour, just a few minutes, come on! Just a moment!” then it gets on his nerves a bit. Winter is still worse because it’s so damn cold. But now there’ll be a nice warm tea and then a glass of wine and tomorrow he has to work two minutes less. That’s a nice perspective.

Beim Tierarzt

Erst beim Tierarzt erfuhr Gertrud, warum die beiden kleinen Hunde, die man ihr auf dem Bauernmarkt in Hintertupfing verkauft hatte, nicht anständig bellen wollten. Der Doktor machte zur Sicherheit noch eine Röntgenaufnahme.

At the vet – It was only at the vet that Gertrud found out why the two small dogs that had been sold to her at the farmers‘ market in Hintertupfing didn’t want to bark properly. The doctor took an x-ray just to be sure.

Also doch!

Wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, dass der Grüne Hügel in Bayreuth unter der Oberfläche ziemlich braun ist. Als hätte man es nicht seit je geahnt!

After all! – If you look closely, you can see that the Green Hill in Bayreuth is quite brown beneath the surface. As if we hadn’t suspected it ever since!

Wie es wirklich war (20)

Bis heute hält sich hartnäckig die Vorstellung, Martin Luther höchstpersönlich habe eine neue Richtung erfunden und wie bei so vielem auch gleich den passenden Begriff dafür. Angeblich seien zuvor alle damit zufrieden gewesen, dass es immer nur linksrum ging, denn mehr hätten sich die Leute damals halt nicht vorstellen können. Das ist natürlich Unsinn, denn freilich wusste man, dass es auch rückwärts gehen kann, wobei rückwärts zugleich das Gegenteil von unten war. Das erscheint uns Heutigen seltsam, aber so war das halt. Jedenfalls hat Luther irgendwann frech behauptet, er habe sich ein Gegenteil für oben ausgedacht, weil es im Deutschen noch kein passendes Wort für einen obskuren hebräischen Begriff aus einem noch obskureren apokryphen Text gebe, den inzwischen aber leider sein Hund gefressen habe. – Was war nochmal die Frage?

How it really was – The idea that Martin Luther himself invented a new direction and, as with so many things, the right term for it, still persists to this day. Supposedly everyone was previously happy with the fact that it always only went to the left, because people couldn’t have imagined anything more at the time. This is of course nonsense, because we knew that things could also go backwards, although backwards was also the opposite of down. That seems strange to us today, but that’s just how it was. In any case, at some point Luther cheekily claimed that he had come up with an opposite for the above because there was not yet a suitable word in German for an obscure Hebrew term from an even more obscure apocryphal text, which his dog had unfortunately eaten in the meantime. – What was the question again?

Im Susiladen

Neulich beim Susiausstatter nachgesehen, was es Neues gibt. Der Ladeninhaber, der überraschenderweise nicht Susi heißt, sondern Karl-Heinz, meinte, der Susimarkt sei gerade im Umbruch, weil die meisten Leute seit der Pandemie vor allem online ihren Susibedarf decken. Was waren das noch für Zeiten, als es in jedem Dorf einen Susiladen gab und die Innenstädte vom Susieinzelhandel dominiert wurden! Tja, vorbei.

At the Susi shop – Recently checked at the Susi-outfitter to see what’s new. The shop owner, whose name is surprisingly not Susi but Karl-Heinz, said that the Susi market is currently in a state of upheaval because most people have been covering their Susi needs primarily online since the pandemic. Those were the days when there was a Susi shop in every village and the inner cities were dominated by Susi retail! Well, over and done.

(Grüße nach W. / Greetings to W.)

Andere Länder, andere Sitten (3)

Bei uns muss man sich entscheiden, ob man Bier lieber aus der Dose trinkt oder aus der Flasche, ob man Fußball mag oder doch ein paar aufs Maul, während man in Luxemburg die wirklich wichtigen Lebensentscheidungen zu treffen hat. – Zivilisation oder Barbarei? Deutschland so: Schland!

Other countries, other customs – With us you have to decide whether you prefer to drink beer from a can or a bottle, whether you like football or a slap in the face, while in Luxembourg you have to make the really important life decisions. – Civilization or barbarism? Germany: Schland!

Winterschlaf

Mein Körper muss sich zwar noch jeden Tag in die Arbeit quälen, aber innerlich befinde ich mich schon im Winterschlaf. Falls ich in den nächsten Wochen etwas mehr Blödsinn reden sollte als sonst oder irgendwie nicht bei mir erscheine, bitte ich vielmals um Verzeihung, aber es wäre nett, wenn Sie mich trotzdem nicht aufwecken würden. Auf Wiedersehen, bis nächstes Frühjahr!

Hibernation – My body still has to struggle to get to work every day, but inside I’m already in hibernation. If I talk a little more nonsense than usual in the next few weeks or somehow don’t seem to be quite all here, I apologize, but it would be nice if you didn’t wake me up anyway. Goodbye, see you next spring!

Glückstreffer

Einen besonders schönen Anblick konnte man heute Nacht genießen, als nämlich die Starlink-Satelliten der weihnachtlich beleuchteten ISS scheinbar sehr nahe kamen.

Lucky strike – You could enjoy a particularly beautiful sight tonight when the Starlink satellites appeared to come very close to the ISS, which was lit up for Christmas.

Die lustigste Sprache der Welt

Luxemburg ist ja bekanntlich nicht sehr groß, weshalb seine Hauptstadt eigentlich Luxemdorf heißen müsste, aber auch Lustigburg wäre eine passende Bezeichnung für das kleine Land, denn es hat vermutlich die meisten lustigen Ortsnamen. Vielleicht ist es sogar die lustigste aller Sprachen: In Wasserbillig ist der Wein auch nicht teurer als woanders, das kann man noch als misslungenes Marketing abtun, aber dann gibt es ja noch Welschbillig, Garnich, Habscht, Olm, Bohey, Pommerloch, Winseler, Fensterhaff, Simmerschmelz, Ennerschlenner, Schinker, Grindhausen, Kaesfurt, Weiswampach, Schoos, Asselscheuer, Klingelscheuer, Ernster, Rammeldingen, Wecker, Dickweiler und viele andere. Ach ja, und Sparkasse heißt Spuerkeess.

The funniest language in the world – As we all know, Luxembourg is not very big, which is why its capital should actually be called Luxemvillage, but Laughingbourg would also be a suitable name for the small country, because it probably has the most funny place names. Maybe it’s even the funniest of all languages: In Wasserbillig (Watercheap) the wine is no more expensive than anywhere else, which can still be dismissed as failed marketing, but then there’s Welschbillig, Garnich, Habscht, Olm, Bohey, Pommerloch, Winseler, Fensterhaff, Simmerschmelz, Ennerschlenner, Schinker, Grindhausen, Kaesfurt, Weiswampach, Schoos, Asselscheuer, Klingelscheuer, Ernster, Rammeldingen, Wecker, Dickweiler and many others. Oh yes, and savings bank is called Spuerkeess.