Rand- und Nebenwissen (11)

Bekanntlich ist der Hl. Thomas der Patron der Architekten, Zimmerleute, Steinhauer und Religionsgelehrten. Wenig bekannt ist, dass ein im frühen 19. Jh. bankrott gegangener Bauunternehmer namens Franz Gruber oder auch Hans Huber oder so ähnlich – das ist bis heute ungeklärt – der Schutzpatron der schlechten Architekten, unfähigen Bauherren und warum auch immer, der Finanzminister ist. Meist wird er mit vor die Stirn geschlagener Hand dargestellt. Dass er jemals in der Not geholfen habe, ist nicht belegt, aber sein Bildnis wird dennoch oft an Fassaden angebracht. Was soll man von schlechten Architekten, unfähigen Bauherren und Finanzministern auch anderes erwarten.

Peripheral and secondary knowledge – St. Thomas is known to be the patron saint of architects, carpenters, stonemasons, and religious scholars. What is less well known is that a building contractor who went bankrupt in the early 19th century and was named Franz Gruber or Hans Huber or something similar —this remains unclear to this day—is the patron saint of bad architects, incompetent builders, and, for whatever reason, the finance minister. He is usually depicted with his hand clasped to his forehead. There is no evidence that he ever helped in times of need, but his image is nevertheless often affixed to facades. What else can one expect from bad architects, incompetent builders, and finance ministers?

Neues aus dem Tierreich (29)

An einem noch geheim gehaltenen Ort in Mitteleuropa haben Forscher eine Population von Regenwürmern entdeckt, die in wenigen Jahren einen erstaunlichen Evolutionssprung gemacht hat. Anscheinend waren die Tiere es leid, bei Regenwetter entweder in Pfützen zu ersaufen, von Vögeln gefressen oder von Menschen zertreten oder überfahren zu werden, und haben darum unter der Erde elektrifizierte und beheizbare Behausungen gebaut. Die Forscher sprechen sogar von regelrechten Städten. Angeblich beherrschten die Würmer nicht nur die Stromerzeugung durch Kernfusion, etwas, woran die Menschheit bisher gescheitert ist, sondern würden offensichtlich Versuche unternehmen, Menschen so weit zu schrumpfen, dass sie als Angelköder zu verwenden seien. Da das Ausmaß der Verbreitung dieser aggressiven Art unbekannt ist, empfehlen die Forscher in ihrer in der Zeitschrift Nature veröffentlichten Untersuchung, vorsichtshalber ganz Europa mit Atomwaffen zu zerstören, um die Menschheit vor Versklavung und sicherem Untergang zu retten.

News from the Animal Kingdom – At a still-undisclosed location in Central Europe, researchers have discovered a population of earthworms that has made an astonishing evolutionary leap in just a few years. Apparently, the animals were tired of either drowning in puddles during rainy weather, being eaten by birds, or being trampled or run over by humans, so they built electrified and heated underground dwellings. The researchers even speak of veritable cities. The worms are alleged to have not only mastered electricity generation through nuclear fusion, something humanity has so far failed to achieve, but are also apparently attempting to shrink humans to the point where they can be used as fishing bait. Since the extent of the spread of this aggressive species is unknown, the researchers recommend in their study published in the journal Nature that all of Europe be destroyed with nuclear weapons as a precautionary measure to save humanity from enslavement and certain extinction.

Wie es wirklich war (33)

Nach dem Apollo-1-Desaster führte die NASA angeblich weder eine Apollo-2-Mission noch eine Apollo-3-Mission durch. Wie sich inzwischen aber herausgestellt hat, ist das nicht richtig. Die tatsächlich durchgeführte Apollo-2-Mission sollte ein reiner Raketentest sein, der allerdings über das Ziel weit hinausschoss und ein kreisrundes Loch in den Nachthimmel bohrte. Sämtliche spätere Missionen dienten offenbar dazu, das Loch zu schließen. Welcher Art die Lichtquelle war, die wir als ‚Mond‘ bezeichnen, bevor sie von Apollo 2 zerstört wurde, ist nicht bekannt. Ebenso unklar ist, was die Amis dort oben als Ersatz angebracht haben. ESA-Experten gehen von in Reihe geschalteten Autoscheinwerfern aus. Der eigentliche Skandal jedoch ist, dass angeblich niemand nachgesehen hat, was sich hinter dem Loch befindet.

What it really was – After the Apollo 1 disaster, NASA allegedly conducted neither an Apollo 2 nor an Apollo 3 mission. However, as has since been revealed, this is not true. The actual Apollo 2 mission was intended to be a pure rocket test, but it overshot the target and punched a circular hole in the night sky. All subsequent missions apparently served to fill the hole. The nature of the light source we call the ‚moon‘ before it was destroyed by Apollo 2 is unknown. It is also unclear what the Americans installed as a replacement. ESA experts believe it was car headlights connected in series. The real scandal, however, is that apparently no one looked to see what was behind the hole.

Neues aus der Wissenschaft (52)

Da durch die Erderwärmung Schneefall in mittleren Breiten immer seltener wird, führen Forscher der Gartenbauschule Ramsau zurzeit Versuche durch, Kunstschnee, für dessen Herstellung bekanntlich sehr viel Grundwasser verbraucht wird, durch natürlichen Schnee aus Blütenblättern zu ersetzen. Erste Versuche waren durchaus erfolgreich, allerdings reichte der Vorrat an Blütenblättern nur für einen 2,5 Meter langen Rundkurs für sehr kurze Langlaufskier.

Science News – As global warming is causing snowfall in mid-latitudes to become increasingly rare, researchers at the Ramsau Horticultural School are currently conducting experiments to replace artificial snow, the production of which notoriously consumes large amounts of groundwater, with natural snow made from flower petals. Initial trials were quite successful, but the supply of petals was only sufficient for a 2.5-meter-long circuit for very short cross-country skis.

Schilder, die bald nicht mehr gebraucht werden (4)

Nur noch sehr alte Leute können sich noch daran erinnern, sofern sie sich noch an etwas erinnern können, dass es früher nicht einfach nur hieß: „Fahren Sie in südlicher Richtung!“ oder „Hier geht es Richtung Bahnhof“. Viele sehr präzise Richtungsangaben sind aus dem Sprachgebrauch verschwunden, sei es, weil der Bezugspunkt nicht mehr existiert, oder weil die Menschheit generell immer dümmer wird. Jedenfalls ist es den zuständigen Straßenverkehrsbehörden nicht gelungen herauszufinden, welche Richtungen mit ‚Prüfein‘ und ‚Fangvor‘ bezeichnet wurden. Daher wird diese Beschilderung nun entfernt. Vermutlich handelte es sich um Orte in den verlorenen Ostgebieten, aber die sind eben verloren und darum ist es auch eigentlich wurst.

Signs that will soon no longer be needed – Only very old people can remember, if they can remember anything, that it used to be anything other than „Drive south!“ or „This way towards the train station.“ Many very precise directions have disappeared from everyday language, either because the reference point no longer exists or because humanity is generally getting dumber. In any case, the responsible traffic authorities have not been able to determine which directions were designated by ‚Prüfein‘ and ‚Fangvor.‘ Therefore, these signs are now being removed. Presumably, they referred to places in the lost eastern territories, but they are lost, and so it doesn’t really matter.

Wahnsinn oder Betrug?

Nachdem die Post Briefmarken aus Papier abgeschafft hat, ist natürlich eine ganze Branche vor die Hunde gegangen. Auf den ersten Blick war es aber ziemlich clever, nur noch Briefmarken aus Edelstahl anzubieten und zugleich den Nominalwert der Briefmarken auf einen Cent zu senken, so dass sich das Gewicht der Postsendungen zwangsläufig erhöht. Für eine Postkarte, deren Versand eigentlich 95 Cent Porto kostet, wären also 95 Briefmarken mit einem Gesamtgewicht von 807,5 Gramm nötig. Eine Sendung mit einem Gewicht bis zu einem Kilo kostet jedoch mindestens 2,90 Euro, was 290 Briefmarken entspricht, die dann zusammen aber 2,465 Kilogramm wiegen, was jedoch einer Sperrgutsendung entspricht, die 38,14 Euro kostet. Die Verbraucherschützer haben alle einen Herzinfarkt bekommen, ebenso wie die Aktionäre der Post – jene vor Schreck, diese vor Freude.

Madness or fraud? – After the postal service abolished paper stamps, an entire industry naturally went under. At first glance, however, it was quite clever to offer only stainless steel stamps and at the same time reduce the face value of the stamps to one cent, which inevitably increased the weight of mail. For a postcard that normally costs 95 cents postage, 95 stamps with a total weight of 807.5 grams would be needed. However, a shipment weighing up to one kilo costs at least 2.90 euros, which corresponds to 290 stamps, which together weigh 2.465 kilograms, which, however, corresponds to a bulky shipment, which costs 38.14 euros. The consumer advocates all had heart attacks, as did the postal service shareholders – those from shock, these from joy.

Sprichwort, überprüft (6)

Nachdem Morgenstund beim Zahnarzt war, hatte er am nächsten Tag immer noch keine Lust früh aufzustehen.

Proverb, verified – After Morninghour was at the dentist, he still didn’t feel like getting up early the next day. (Yeah, it’s complicated. Sorry)

Im Gasthaus (5)

„Ob dieses Möbel hip ist, interessiert mich einen Scheißdreck! Bringen Sie mir einen Stuhl, oder ich gehe!“ – „Wollen Sie dann vielleicht unsere To-Go-Karte sehen?“

At the Inn – „I don’t give a damn whether this furniture is hip! Bring me a chair, or I’ll leave!“ – “Would you like to see our to-go menu?”

Wie es wirklich war (32)

Als Jesus in die Pubertät kam, war es ihm plötzlich peinlich, dass er nicht wie die anderen Kinder allein in die Schule radeln durfte. Seine Mutter bestand aber darauf, dass er unter dem Baldachin ging und die ganze Familie und sämtliche Nachbarn ihn begleiteten und dabei musizierten. Alle hassten es, weil sie so natürlich zu spät in die Arbeit kamen, aber die Mutter drohte ihnen mit Höllenstrafen, also fügten sie sich. Als Jesus dann endlich seinen Hauptschulabschluss und einen Ausbildungsvertrag als Zimmermann hatte, machte er sich Hoffnungen, dass der Quatsch damit endlich vorbei sein würde, aber an seinem ersten Arbeitstag warteten schon wieder alle vor der Tür.

How it really was – When Jesus reached puberty, he suddenly felt embarrassed that he wasn’t allowed to cycle to school alone like the other children. His mother, however, insisted that he walk under the canopy, with the entire family and all the neighbors accompanying him and playing music. Everyone hated it because they would naturally be late for work, but his mother threatened them with hellish punishments, so they complied. When Jesus finally finished secondary school and received an apprenticeship as a carpenter, he hoped that the nonsense would finally be over, but on his first day of work, everyone was already waiting outside.

Gut gemeint

Zur Feier des französischen Nationalfeiertags sollte in Montreal die in Paris erstürmte Bastille in verkleinerter Form wieder aufgebaut werden. Allerdings wurden aus Kostengründen so viele architektonische Änderungen vorgenommen, dass selbst sehr patriotische Franzosen erleichtert sind, dass die einstige Kolonie schon lange verloren ist.

Well-intentioned – To celebrate the French national holiday, the Bastille, which had been stormed in Paris, was to be rebuilt in Montreal in a smaller form. However, so many architectural changes were made for cost reasons that even the most patriotic French are relieved that the former colony is long gone.