Das Virus hat anscheinend schreiben gelernt und gibt so seiner Sorge vor Vernichtung Ausdruck. Es hat nicht Unrecht, wir wollen es ja loswerden. Es deshalb als Wut-Virus und Verschwörungstheoretiker zu diffamieren, ist natürlich falsch. Es ist eben ein besorgtes Virus und wir sollten seine Sorgen ernst nehmen, bevor wir es umbringen. Andernfalls treibt man es womöglich den Rechtsextremen in die Arme und die sind ja mit ihrer eigenen Dummheit schon gestraft genug.
Concerned Virus – The virus has apparently learned to write and thus expresses its concern about destruction. It’s not wrong, we want to get rid of it. To defame it as an anger virus and conpiracist is of course wrong. It’s a worried virus and we should take its worries seriously before we kill it. Otherwise you might drive it into the arms of right-wing extremists and they are punished enough with their own stupidity.
Als mein Vater nach der Sache mit dem Teich hinter dem Haus aus dem Gefängnis entlassen wurde, fand er auf dem Heimweg auf dem Grünstreifen neben der Straße einen Euro. Er hob ihn auf und aus einer Ahnung heraus pulte er mit dem Finger ein wenig in der Erde und siehe da: eine weitere Münze. Zwar nur fünf Cent, aber immerhin. Als am Abend die Polizei anrief und mitteilte, dass mein Vater verhaftet worden sei, ahnten wir Schlimmes. Während des Prozesses sagte er zum Richter, hätte man ihm nicht Handschellen angelegt, hätte er die dritte Münze schon noch gefunden. Sie müsse ja da sein, alles andere wäre Irrsinn.
From the family album – When my father was released from jail after the affair with the pond behind the house, he found a euro on the grass verge next to the road on the way home. He picked it up and out of a hunch he poked his finger a little in the earth and lo and behold: another coin. Only five cents, but still. When the police called that evening and informed us that my father had been arrested, we suspected bad things. During the trial he told the judge that if he had not been handcuffed, he would have found the third coin. It must be there, anything else would be madness.
Wenn Sie vibrieren, weil Sie Parkinson haben oder aussehen wie ein Strichmännchen, sollten Sie zum Arzt gehen und wenn Sie sich für eine Gitarrensaite oder ein Erdbeben halten sollten Sie auch zum Arzt gehen. Zusammenfassend: Wenn Sie sich von diesem Quatsch angesprochen fühlen: Gehen Sie zum Arzt! Wenn nicht, dann ebenfalls, denn irgendetwas ist ja immer. Außerdem können Sie dort nicht nur spannende Krankheiten bekommen, Sie können sich im Wartezimmer auch nett unterhalten. Irgendjemandem dort geht es immer schlechter und das richtet Sie wieder auf, so dass Sie den Arzt gar nicht brauchen und freudig und beschwingt die Praxis verlassen können. Und 85 Euro haben Sie so auch gespart!
Interesting question – If you vibrate because you have Parkinson’s disease or look like a stick figure you should see a doctor, and if you think you are a guitar string or an earthquake you should see a doctor too. In summary: If you feel addressed by this nonsense: Go to the doctor! If not, you should see a doctor anyways, because something is always wrong. In addition, not only can you get exciting diseases there, you can also have a nice chat in the waiting room. Somebody there is doing worse and that lifts you up again so that you don’t need the doctor at all and can leave the practice happy and with good vibrations. And you also saved 85 euros! (On the poster: „Becoming aware of your own vibration – and then what?“)
Als die Sonne heute früh mal kurz über den Horizont geschaut hat, dachte sie sich: „Das ist ja scheißkalt hier! Nein, also wirklich, das tu ich mir nicht an.“ Dann ist sie zurück in den Süden gezogen und will dort bleiben, bis der Winter vorüber ist.
She is right! – When the sun peeked over the horizon for a moment this morning, she thought to herself: “It’s fucking cold here! No, very well then, I’m not doing that to myself.” Then she moved back south and wants to stay there until winter is over.
Da manche Sterne schon sehr alt sind und ihnen der Weg an den Nachhimmel zu beschwerlich geworden ist, hat dessen Schönheit in den letzten Jahren doch sehr abgenommen. Nun hat ein cleverer Ingenieur eine Konstruktion gebaut, die es altersschwachen Sternen erlaubt, an Ort und Stelle zu bleiben. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass es auf diese Weise möglich wird, völlig neue Konstellationen zu kreieren. Anlass zur Skepsis gibt, dass angeblich schon ein schwäbischer Autokonzern angefragt hat.
Excellent Inventions – Since some stars are already very old and the way to the night sky has become too difficult for them, its beauty has decreased a lot in recent years. Now a clever engineer has built a structure that allows decrepit stars to stay in place. A nice side effect is that in this way it is possible to create completely new constellations. But there is cause for skepticism because allegedly a Swabian car company has already put a question.
Ein Freund von mir ist Pferdebauer im Norden, aber er muss seinen Pferdehof demnächst aufgeben, denn 2020 sei „ein beschissenes Pferdejahr“ gewesen. Nur vier läppische Pferde habe er ernten können und das reiche nicht einmal, um den Eigenbedarf an Pferden für eine Woche zu decken. Es liege wohl am Klimawandel und daher rechne er nicht mit Besserung.
2020 again! – A friend of mine is a horse farmer in the north, but he will have to give up his horse farm soon because 2020 was „a shitty horse year“. He was only able to harvest four footling horses and that wasn’t even enough to cover his own horse needs for a week. It is probably due to climate change and therefore he does not expect any improvement.
Neulich war Gott beim Zahnarzt. Erst musste er ewig warten, obwohl er mehrmals darauf hinwies, Gott zu sein, doch die Sprechstundenhilfe sah ihn so böse an, dass er lieber den Mund hielt, was auch besser war, denn der tat ziemlich weh. Als er endlich drankam, schlug der Arzt die Hände über dem Kopf zusammen und Gott musste gestehen, dass er schon ewig nicht mehr beim Zahnarzt gewesen sei. Er sei schließlich Gott und habe viel zu tun, worauf ihn der Zahnarzt anschnauzte, als allwissender Gott müsse er es eigentlich besser wissen und so etwas habe er noch nicht gesehen und da hätten seine Kinder und Kindeskinder noch genug zu tun, was auch leider zutraf, denn die Behandlung dauerte dann abermals fast ewig und verbrauchte etwa dreihundert Zahnärzte, denn schließlich mussten ca. vier Millionen Löcher gestopft und etwa fünfhunderttausend Zähne durch Kronen und Brücken ersetzt werden. Doch endlich war das Werk getan und sein Gebiss war wieder schön anzusehen. Draußen auf der Straße atmete er erleichtert durch und verschlang dann, um seinem Zorn angemessen Raum zu geben, nicht nur die verfluchte Zahnarztpraxis, sondern gleich den gesamten Stadtteil.
Relief – The other day God was at the dentist. At first he had to wait forever, even though he pointed out that he was God several times, but the office assistant gave him such an angry look that he preferred to shut up, which was better, because talking hurt a lot. When it was finally his turn, the doctor threw his hands up in horror and God had to confess that he had not been to the dentist in ages. After all, he was God and had a lot to do, but the dentist snapped at him, as an omniscient God he should actually know better and he had never seen anything like that and his children and grandchildren will have enough to do with it, which unfortunately was true, because the treatment lasted almost forever and used about three hundred dentists, because after all about four million holes had to be filled and about five hundred thousand teeth replaced with crowns and bridges. But finally the work was done and his teeth were beautiful again. Out on the street, he took a deep breath and then, to give his anger adequate space, devoured not just the cursed dentist’s office, but the entire district.
Meine Großcousine Martha reagiert sehr empfindlich, wenn ahnungslose Besucher sie auf die beiden Herren ansprechen, deren Bildnisse in ihrem Wohnzimmer prominent platziert sind. Das seien keine Herren, sondern ihre beiden Lieblingsgroßtanten Franz und Friedrich, die einige Jahrzehnte zuvor spätnachts Zigarren holen gegangen seien! Sie rechne jeden Augenblick mit ihrer Rückkehr, weshalb sie auch zwei Stühle bereitgestellt habe, denn die beiden Großtanten hätten für ihr Leben gerne gesessen. Noch lieber jedoch hätten sie geraucht, weshalb sie wohl auch spätnachts noch Zigarren holen gegangen seien. Aber sie rechne wie gesagt jeden Augenblick mit der Rückkehr der Lieblingsgroßtanten, weshalb sie dem Besucher auch gar nicht erst eine Sitzgelegenheit anbieten werde, da die beiden Lieblingsgroßtanten, sobald sie das Wohnzimmer betreten werden, was augenblicklich geschehen dürfte, mit Sicherheit sofort sitzen wollen werden und sie wünsche noch einen schönen Tag!
From the family album – My great-cousin Martha reacts very sensitively when unsuspecting visitors ask her about the two gentlemen whose portraits are prominently placed in their living room. They weren’t gentlemen, but their two favorite great-aunts Franz and Friedrich, who had gone to get cigars late at night a few decades earlier! She is expecting her return at any moment, which is why she has provided two chairs because the two great-aunts love to sit for their lives. But they prefer to smoke, which is probably why they went to get cigars late at night. But as she said, she reckons with the return of her favorite great-aunts at any moment, which is why she will not even offer the visitor a seat, since the two favorite great-aunts will certainly want to sit down as soon as they enter the living room, which should happen immediately and have a nice day!
Zum Glück geht es den meisten Menschen immer schlecht, denn stellen Sie sich vor, wie die Welt aussähe, wenn jeder Mensch auch nur einen einzigen Tag des Glücks erleben würde! Die Welt wäre zugestellt mit aus Freude über den Glückstag gestifteten Parkbänken! Nein nein, es ist schon gut so, wie es ist. Doch doch.
What a blessing! – Fortunately, most people are always badly off, because imagine what the world would be like if everyone had even a single day of happiness! The world would be covered with park benches donated for the joy of the lucky day! No no, it’s fine the way it is. Yes, yes.
Für den Fall, dass Sie mir vorwerfen, ich hätte Sie nicht gewarnt. Dies hier habe ich am 1.1. dieses Jahres gepostet: „So wird 2020. Bitte achten Sie auf mehr oder weniger subtile Versuche, Sie zu Fall zu bringen.“ Das war wohl mehr als untertrieben, fürchte ich. Tut mir sehr leid.
I suspected it, but didn’t know – In case you blame me for not having warned you. I posted this on 1 January this year: „That’s 2020. Please pay attention to more or less subtle attempts to bring you down.“ That was probably more than an understatement, I’m afraid. I’m very sorry.
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