Technik von gestern (7)

In Venedig wird demnächst die letzte Atomlaterne der Welt abgeschaltet. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, müsse die Atomlaterne u.a. aus Kostengründen durch eine moderne Windlaterne ersetzt werden. Es sei nicht mehr möglich den Brennstoff für die Laterne zu finanzieren, geschweige denn die Wartungskosten. Außerdem sei die Begeisterung für diese Technik wohl gestorben, ebenso wie der letzte sachkundige Ingenieur, der wie seine Vorgänger auch an der Strahlenkrankheit zugrunde gegangen sei. Leider finde sich kein Nachwuchs mehr für diese Aufgabe. Die Jugend lehne es ab, Gesundheit und Leben im Dienste einer großen Sache zu opfern. Sic transit usw.

Yesterday’s technology – The last atomic lantern in the world will soon be switched off in Venice. According to the city administration, the atomic lantern must be replaced by a modern wind lantern for cost reasons, amongst others. It is no longer possible to finance the fuel for the lantern, let alone the maintenance costs. In addition, enthusiasm for this technology has probably died, as has the last competent engineer, who, like his predecessors, also died of radiation sickness. Unfortunately, there are no more young people to take on this task. Young people refuse to sacrifice their health and lives in the service of a great cause. Sic transit, etc.

Neues aus dem Tierreich (27)

In Neuseeland wurde neulich eine neue Art Flusspferd entdeckt, das sich seiner Entdeckung bisher sehr geschickt entzogen hatte, indem es sich ungewöhnlich flach macht. Allerdings bestreitet das Flusspferd energisch, in irgendeiner Weise neu zu sein. Es sei im Gegenteil schon immer hier gewesen und das „sogar sehr viel länger als diese Idioten, nach denen ich nun vermutlich benannt werde!“

News from the animal kingdom – A new species of hippopotamus was recently discovered in New Zealand, which had so far cleverly evaded detection by making itself unusually flat. However, the hippopotamus vehemently denies being new in any way. On the contrary, it has always been here, and „even much longer than those idiots I am now probably named after!“

Neues aus der Wissenschaft (50)

Der Klimawandel treibt seltsame Blüten, und zwar im wörtlichen Sinne. Auf der vor Kurzem zu Ende gegangen Baumesse in München berichteten Installateure davon, dass aufgrund des milden Winters inzwischen schon im Februar auf den Baustellen die ersten Kabel austreiben würden. In der Vergangenheit habe man darauf bis in den Mai warten müssen. Dies sei aber natürlich keine schlechte Nachricht, denn so könne man Bauprojekte nun viel schneller abschließen und habe mehr Zeit, den unverschämt hohen Profit sinnlos zu verprassen.

Science news – Climate change is producing strange results, literally. At the construction trade fair in Munich that recently ended, installers reported that the first cables were already sprouting on construction sites in February due to the mild winter. In the past, they had to wait until May for this to happen. But this is of course not bad news, because it means that construction projects can now be completed much more quickly and there is more time to waste the outrageously high profits.

Die traurige Geschichte vom großen Elektriker

Es war einmal ein Elektriker, der war sehr groß. Er war vermutlich sogar der größte aller Elektriker, aber weil er nicht nur sehr groß, sondern auch sehr schüchtern war, verließ er das Haus nur, wenn es nicht anders möglich war, also wenn z.B. der Strom nach rechts oben floss oder ein Reicher in den Himmel kam, also im Grunde nie. Darum wurde niemals jemand Zeuge davon, welch großer Elektriker der große Elektriker tatsächlich war. Und so halten sich auch heute noch viel kleinere Elektriker für größer als sie sind.

The sad story of the great electrician – Once upon a time there was an electrician who was very great. He was probably the greatest of all electricians, but because he was not only very great but also very shy, he only left the house when there was no other option, for example when the electricity flowed to the top right or a rich man went to heaven, so basically never. That’s why no one ever witnessed what a great electrician the great electrician really was. And so even today, much smaller electricians think they are greater than they are.