Neues aus dem Tierreich (16)

Manche Tierarten reagieren auf den durch den Klimawandel verstärkten evolutionären Druck mit kreativen Mitteln. So haben diese Fische ihre Heimat verlassen, um sich als Balkongeländer zu verdingen. „Unser Teich ist diesen Sommer vertrocknet, das hatte keinen Sinn mehr.“ Die Angler hätten zwar protestiert, aber der Arbeitsvertrag mit dem Wohnungseigentümer ist rechtskräftig, wie auch ein Gericht festgestellt hat. „Hier oben hat man einen schönen Ausblick und nicht viel zu tun. Perfekt!“

News from the animal kingdom – Some animal species are responding to the evolutionary pressures that climate change is increasing with creative means. So these fish left their homeland to work as balcony railings. „Our pond dried up this summer, so it made no sense anymore.“ The anglers would have protested, but the employment contract with the apartment owner is final, as a court has also found. “Up here you have a nice view and not much to do. Perfect!“

(Gesehen in / seen in Pordenone)

Famose Erfindungen (7)

In Venedig wurde neulich der erste Außenbordmotor vorgestellt, der mit Erdbeeren betrieben werden kann. Das Boot hinterlässt einen angenehmen Erdbeerduft, und wenn man gerade nicht fährt, hat man etwas Gesundes zu naschen dabei, allerdings sind Erdbeeren nicht billig und im Winter müssen sie meist importiert werden, weshalb sich diese geniale Erfindung wohl nicht durchsetzen wird.

Brilliant Inventions – The first outboard motor that can be powered by strawberries was recently presented in Venice. The boat leaves a pleasant scent of strawberries and when you’re not driving you’ll have something healthy to snack on, but strawberries are not cheap and in winter they usually have to be imported, which is why this ingenious invention is unlikely to catch on.

Ich Paparazzo

Auch außerhalb der Filmfestspiele kann man in Venedig Stars sehen, sogar tote Filmstars wie Fernandel, der sich hier offenbar als Löwe oder Katze verkleidet hat, um nicht erkannt zu werden.

I paparazzo – Stars can also be seen in Venice outside of the film festival, even dead film stars like Fernandel, who apparently disguised himself as a lion or a cat so as not to be recognized.

Sempé ist tot

aus meinem Archiv / from my archives

Letzte Woche ist der großartige französische Zeichner Sempé gestorben. Er war eine Offenbarung für mich und ich habe lange versucht, wenigstens ein ordentlicher Epigone zu werden. Das hier ist noch eines der besseren Blätter aus meinem ersten Zeichenseminar in Rendsburg. Merci Monsieur Sempé!

Sempé is dead – The great French artist Sempé died last week. He was a revelation for me and I tried for a long time to become at least a proper epigone. This is one of the better sheets from my first drawing seminar in Rendsburg. Thank you Monsieur Sempé!

Wie es wirklich war (12)

Eines Tages war es das Burgfräulein leid, dass die Burg zwar einige Dutzend Schießscharten hatte, aber keine Öffnungen, durch die man die schöne Landschaft betrachten oder mit einem hübschen Ritter flirten konnte. Vor allem aber fiel durch die Scharten nicht genügend Licht, um ihre Schönheit sichtbar zu machen. Tatsächlich war es in der Burg so dunkel, dass man ständig gegen geschlossene Türen lief oder auf der Treppe stolperte. Darum bat sie ihren Vater, ein paar der Schießscharten zu Schauscharten zu vergrößern, doch der war strikt dagegen, denn das sei aus militärischer Sicht Unfug. Das Fräulein war aber nicht davon abzubringen und baute die Schießscharte in ihrem Gemach deshalb heimlich zu einer Schauscharte um. Dabei wurde sie von einem zwar hübschen, aber feindlichen Ritter gesehen und mit einem gut gezielten Pfeil erschossen. Seitdem sind Schießscharten zum Glück aus der Mode gekommen, dennoch hat sich für die Öffnungen, aus denen wir die Landschaft bewundern und hübschen Rittern zuwinken, die Bezeichnung Schauscharte nicht durchsetzen können, weshalb wir sie heute noch unzutreffend Finster nennen.

How it really was – One day the damsel of the castle got tired of the fact that the castle had a few dozen embrasures but no openings through which one could admire the beautiful landscape or flirt with a handsome knight. Above all, however, not enough light fell through the gaps to make her beauty visible. In fact, it was so dark in the castle that you kept running into closed doors or tripping on the stairs. So she asked her father to enlarge some of the arrow slits to viewing slits, but he was strictly against it, because from a military point of view that was nonsense. However, the young lady could not be dissuaded and therefore secretly converted the arrow slit in her room into a viewing slit. She was seen by a handsome but hostile knight and shot with a well-aimed arrow. Since then, embrasures have fortunately gone out of fashion, but the denomination for the openings from which we admire the landscape and wave at handsome knights has not prevailed, which is why we still incorrectly call them windarks. (silly wordplay with the german expression für ‚gloomy‘)