
The story so far
Texte und Bilder /// Texts and Images

„Ist das hier langweilig!“ seufzt die Deckenlampe. „Todlangweilig!“ stimmt die Stehlampe zu. „Den ganzen Tag lang nichts zu tun!“ jammert die Deckenlampe. „Und nur am Abend ein, zwei Stunden dem Menschen beim Lesen zusehen dürfen!“, motzt die Stehlampe. „Wenn man wenigstens mal vor die Tür gehen könnte! Die Lampen draußen dürfen die ganze Nacht lang leuchten und bekommen was zu sehen!“ „Ach!“ seufzt die Stehlampe. „Ach!“ seufzt die Deckenlampe. – Zur gleichen Zeit beklagt sich die Laterne bei ihrer Nachbarin, dass es viel zu kalt sei. „Ja, saukalt!“ stimmt diese zu. „Einmal mit einer Wohnungslampe tauschen, das wär’s!“ „Ach!“ seufzt die Laterne. „Ach!“ seufzt ihre Nachbarin.
Inside and Outside – „This place is so boring!“ sighs the ceiling lamp. „Dead boring!“ agrees the floor lamp. „Nothing to do all day long!“ laments the ceiling lamp. „And only being allowed to watch people reading for an hour or two in the evening!“ grumbles the floor lamp. „If only we could go outside! The lamps outside get to shine all night and actually get to see something!“ „Aww!“ sighs the floor lamp. „Aww!“ sighs the ceiling lamp. – At the same time, the lantern is complaining to its neighbor that it’s much too cold. „Yes, freezing cold!“ agrees the neighbor. „To swap places with an indoor lamp, that would be something!“ „Aww!“ sighs the lantern. „Aww!“ sighs its neighbor.

Nur wenige Menschen wussten es zu schätzen, was sich die Welt für ihren Untergang ausgedacht hatte. Als dann zusammen mit dem letzten Sonnenuntergang der letzte Vorhang fiel, fiel der Applaus nur sehr verhalten aus. Die Welt zuckte mit den Schultern. „Dann halt nicht“, dachte sie. Dies war aber nur der vorletzte Gedanke, den die Welt hatte. Der letzte ist nicht überliefert, aber er galt sicher nicht uns.
The day before the day after – Few people appreciated what the world had devised for its end. When the final curtain fell with the last sunset, the applause was muted. The world shrugged. „Fine, then,“ it thought. But this was only the penultimate thought the world had. The last one hasn’t been recorded, but it certainly wasn’t for us.

Heute kann man sich ja kaum mehr vorstellen, wie schwer die Menschen es früher hatten. Wenn zum Beispiel unsere Vorfahren einen Gegenstand a in ein Behältnis b geben wollte, mussten sie noch darauf hoffen, dass a irgendwie den Weg in b findet. Erst seit dem 13. Jahrhundert haben wir Techniken und Werkzeuge zur Verfügung, um etwas ‚rein‘ zu tun, was nicht nur einen scheinbar einfachen Vorgang wie das Trinken enorm erleichtert. Bis ins frühe 20. Jahrhundert gab es für den umgekehrten Vorgang nur die Möglichkeit etwas ‚unrein‘ zu machen, bevor dann durch Zufall ‚raus‘ entdeckt worden ist, angeblich von einem Gast der Bayreuther Festspiele, der nach über vier Stunden „Meistersinger“ von seinem Sitz aufsprang und schrie „Ich muss hier raus!“, bevor er unerkannt entfliehen konnte.
Yesterday’s Technology – it’s hard to imagine how difficult life was for people in the past. For example, if our ancestors wanted to put an object a) into a container b), they had to hope that a) would somehow find its way into b). It wasn’t until the 13th century that we had the techniques and tools to „put in“ something, which greatly simplified even a seemingly simple process like drinking. Until the early 20th century, the only way to do the reverse was to make something „unput in“ before the „out“ method was discovered by chance, supposedly by a guest at the Bayreuth Festival who, after more than four hours of „Die Meistersinger von Nürnberg,“ jumped up from his seat and shouted, „I have to get out of here!“ before escaping undetected.