Schilder, die bald nicht mehr gebraucht werden (6)

Dieser Hinweis ist inzwischen schon fast überflüssig, da es in der Stadt eh nur noch Dönerläden, Barbershops und Nagelstudios gibt. Man kann sich also merken: Wo es nicht nach Döner stinkt, kann man sich den Bart oder die Nägel machen lassen. Wer keinen Bart hat oder keine künstlichen Fingernägel und lieber etwas anderes isst, muss eben sehen, wo er bleibt.

Signs that will soon no longer be needed – This sign is almost redundant now, since the city only has kebab shops, barbershops, and nail salons anyway. So, remember: Wherever it doesn’t smell of kebab, you can get your beard or nails done. If you don’t have a beard or fake nails and prefer something else to eat, you’ll just have to deal with it.

Über den Stand der Digitalisierung in Utschl

Da ich demnächst ins Ausland fahre und es dort gefährlich werden kann, empfiehlt sich ein Eintrag in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amtes (ELEFAND). Das ist ein putziges Akronym, das sofort gute Laune macht. Leider ist es mit der schnell vorbei. Das Onlineformular muss ausgefüllt werden, was aber gar nicht so einfach ist, weil manche Zellen Buchstaben verschlucken (ein Elefand ist halt ein großes Tier. Wenn dem was unter die Füße gerät …). Nachdem diese Nervenprobe überstanden ist, muss ein Captcha ausgelesen werden. Das scheint geklappt zu haben, aber nanu: Noch ein Captcha ploppt auf. Auch das kann ich lesen, tippe und bestätige, aber dann wird ein drittes Captcha verlangt. Und ein viertes. Ein fünftes. Und so weiter. Bis ich nach dem 20. akzeptiere, dass es nicht funktioniert. 30 Minuten Lebenszeit verschwendet. Also das Kontaktformular des Bürgerbüros des Auswärtigen Amtes aufrufen, denn telefonisch ist natürlich niemand mehr zu erreichen. Beschwerde wird eingegeben und abgeschickt. Mal sehen, was passiert. – Erst mal nichts. Und danach auch nichts. Und am nächsten Tag auch nichts. Also vor Büroschluss noch schnell anrufen. Nach 25 Minuten Warteschleife nimmt eine Dame meinen Anruf entgegen. Nachdem ich ihr begreiflich machen konnte, was das Problem ist, rät sie mir, den Cache meines Browsers zu leeren. Darauf wäre ich auch selbst gekommen, aber dass es dann funktioniert, ist nicht garantiert. Ob ich nicht einen anderen Rechner verwenden könne. Ich habe nur diesen und nicht vor, einen neuen zu kaufen, daher verneine ich. Sie sucht meinen Vorgang. Ich buchstabiere meinen Namen, aber sie unterbricht mich: Damit könne sie nichts anfangen, Buchstabieren hat sie offenbar nicht gelernt. Ich versuche es mit Händen und Füßen, was telefonisch aber sinnlos ist. Irgendwann habe ich meine Daten erfolgreich gemorst. Mein Name taucht aber nirgends auf. Also sucht sie meine Beschwerde in ihrem System. Die Ticketnummer ist aber auch nicht auffindbar. Daher schreibt sie eine Email an meine Adresse, aber die Mail kommt nicht an. Ich lasse sie die Adresse wiederholen und sie hat sie tatsächlich richtig geschrieben, aber die Mail kommt nicht. Darum trägt sie nun mir auf, eine Mail an sie zu schreiben, in der ich das Problem noch einmal schildere. Ich verabschiede mich zivilisiert und nehme mir vor, einfach allen Terroristen aus dem Weg zu gehen. Das scheint mir sicherer zu sein, als mich auf das Auswärtige Amt zu verlassen.

On the state of digitalization in Utschl – Since I’m traveling abroad soon and things could get dangerous there, it is recommended to register on the Federal Foreign Office’s crisis preparedness list (ELEFAND). It’s a cute acronym that immediately puts you in a good mood. Unfortunately, that’s quickly over. The online form has to be filled out, which isn’t easy because some cells swallow letters (an elephant is a big animal, after all. If something gets under its feet…). After this nerve-wracking test, a CAPTCHA has to be read. That seems to have worked, but hey: Another CAPTCHA pops up. I can read that one too, type, and confirm, but then I’m asked for a third CAPTCHA. And a fourth. A fifth. And so on. Until, after the 20th, I accept that it doesn’t work. 30 minutes of my life wasted. So I open the contact form of the Federal Foreign Office’s Citizens‘ Advice Bureau, because, of course, at this hour no one is available by phone. I enter the complaint and submit it. Let’s see what happens. – Nothing at first. And then nothing. And nothing the next day either. So I quickly call before the office closes. After 25 minutes on hold, a woman takes my call. After I’ve managed to explain the problem to her, she advises me to clear my browser cache. I would have thought of that myself, but there’s no guarantee it would work. She asks if I could use a different computer. I only have this one and don’t plan on buying a new one, so I say no. She’s looking for my case. I spell my name, but she interrupts me: she can’t handle this; she obviously hasn’t learned to spell. I try using gestures, but it’s pointless over the phone. Eventually, I successfully Morse code my data. But my name doesn’t appear anywhere. So she searches for my complaint in her system. The ticket number can’t be found either. So she sends an email to my address, but it doesn’t arrive. I ask her to repeat the address, and she actually spelled it correctly, but the email doesn’t arrive. So she asks me to write her an email explaining the problem again. I leave civilly and resolve to simply avoid all terrorists. That seems safer to me than relying on the Foreign Office.

Dafür kann ich nun wirklich nichts!

Neulich bekam ich einen Strafzettel über 3 Millionen Euro und 15600 Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg, weil mein Schatten in einer verkehrsberuhigten Zone angeblich mit Lichtgeschwindigkeit unterwegs gewesen sei. Als ich mich damit verteidigte, dass er das schon immer so gemacht habe, bekam ich obendrein achtzehn Monate schwere Festungshaft. Als Fußgänger hat man in Deutschland einfach die Arschkarte.

I really can’t do anything about that! – Recently, I received a €3 million ticket and 15,600 points on my driving record in Flensburg because my shadow was allegedly traveling at the speed of light in a traffic-calmed zone. When I defended myself by saying he’d always done it that way, I was given eighteen months of imprisonment on top of that. As a pedestrian in Germany, you’re just at a disadvantage.

Wie es wirklich war (36)

Die Ostdeutschen wurden nicht nur 40 Jahre lang über den Zustand ihrer piefigen kleinen Diktatur belogen und betrogen, sondern 28 Jahre lang insbesondere über die Geschichte der einzigen Institution der DDR, die aus Versehen funktionierte. Tatsächlich sah der ursprüngliche Bauplan vor, die Mauer aus mit Plastekugeln gefüllten Gabionen aus dem „VEB Bällebad“ zu errichten, damit die Unterdrückten wenigstens etwas fürs Auge hätten. Aufgrund der Unfähigkeit der Betriebsleitung wurden die Fertigteile aber aus Beton gegossen. Die DDR-Bürger fanden das Bauwerk so hässlich, dass sich die überwiegende Mehrheit weigerte, darüber zu sprechen oder gar in die Nähe dieser Monstrosität zu gehen.

What it really was like – East Germans were not only lied to and deceived for 40 years about the state of their petty little dictatorship, but for 28 years, especially about the history of the GDR’s only institution that functioned by accident. In fact, the original construction plan called for the wall to be built from gabions filled with plastic balls from the „VEB Ball Pool“ so that the oppressed would at least have something to look at. However, due to the incompetence of the management, the prefabricated elements were cast in concrete. The GDR citizens found the structure so ugly that the vast majority refused to talk about it or even go near this monstrosity.

Zufall?

Laut einer Studie sind 50% der AfD-Vorsitzenden dümmer als der Durchschnitt dieser Gruppe, während die Hälfte aller Fernsehfuzzis der ARD weniger Arsch in der Hose hat, als der durchschnittliche ARD-Schmock.

Coincidence? – According to a study, 50% of AfD leaders are dumber than the average member of this demographic, while half of all ARD TV hacks have less guts than the average ARD twit. (If you don’t know, search for ‚Sommerinterview‚)

Wahnsinn oder Betrug?

Nachdem die Post Briefmarken aus Papier abgeschafft hat, ist natürlich eine ganze Branche vor die Hunde gegangen. Auf den ersten Blick war es aber ziemlich clever, nur noch Briefmarken aus Edelstahl anzubieten und zugleich den Nominalwert der Briefmarken auf einen Cent zu senken, so dass sich das Gewicht der Postsendungen zwangsläufig erhöht. Für eine Postkarte, deren Versand eigentlich 95 Cent Porto kostet, wären also 95 Briefmarken mit einem Gesamtgewicht von 807,5 Gramm nötig. Eine Sendung mit einem Gewicht bis zu einem Kilo kostet jedoch mindestens 2,90 Euro, was 290 Briefmarken entspricht, die dann zusammen aber 2,465 Kilogramm wiegen, was jedoch einer Sperrgutsendung entspricht, die 38,14 Euro kostet. Die Verbraucherschützer haben alle einen Herzinfarkt bekommen, ebenso wie die Aktionäre der Post – jene vor Schreck, diese vor Freude.

Madness or fraud? – After the postal service abolished paper stamps, an entire industry naturally went under. At first glance, however, it was quite clever to offer only stainless steel stamps and at the same time reduce the face value of the stamps to one cent, which inevitably increased the weight of mail. For a postcard that normally costs 95 cents postage, 95 stamps with a total weight of 807.5 grams would be needed. However, a shipment weighing up to one kilo costs at least 2.90 euros, which corresponds to 290 stamps, which together weigh 2.465 kilograms, which, however, corresponds to a bulky shipment, which costs 38.14 euros. The consumer advocates all had heart attacks, as did the postal service shareholders – those from shock, these from joy.

Neues aus Preußen (1)

Als einmal Friedrich der Mittelgroße seinen Geburtstag feiern wollte, trafen sich seine Söhne Friedrich Wilhelm, Wilhelm Friedrich, Friedrich Friedrich, Wilhelm Wilhelm und Horst, um zu beratschlagen, was sie dem Alten schenken könnten. „Er hat doch schon alles!“ sagte Friedrich Wilhelm. „Mehr als alles!“ warf Wilhelm Friedrich ein. „Zu viel!“ sagte Wilhelm Wilhelm.
Am Ende einigte man sich darauf, dem Vater einen neuen Namen zu schenken, weil der alte schon arg zerfleddert sei. Man bestellte einen spannenden, exotischen Überraschungsnamen bei Amazon, aber als der Name dann ankam und der Vater das Paket öffnete, war es doch nur ein prolliger Kevin. Der Vater war zurecht empört. Wilhelm Wilhelm holte also ein paar Flaschen Trollinger aus dem Keller und man vergaß die peinliche Episode.

News from Prussia – Once, when Friedrich the Middle-Grand wanted to celebrate his birthday, his sons Friedrich Wilhelm, Wilhelm Friedrich, Friedrich Friedrich, Wilhelm Wilhelm, and Horst met to discuss what to give the old man. „He already has everything!“ said Friedrich Wilhelm. „More than everything!“ Wilhelm Friedrich interjected. „Too much!“ said Wilhelm Wilhelm. In the end, they agreed to give their father a new name because the old one was already badly tattered. They ordered an exciting, exotic surprise name from Amazon, but when the name arrived and the father opened the package, it was just a gaudy Kevin. The father was rightly outraged. So Wilhelm Wilhelm fetched a few bottles of Trollinger from the cellar, and the embarrassing episode was forgotten.