Im Café W.I.F. in Wien

Auf der Landstraßer Hauptstraße gibt es neben der Rochuskirche ein kleines Espresso, das „W.I.F. – Welt im Film“ heißt. Das leinwandgroße Schild über dem Eingang ist wohl schon ein Hinweis auf den Ursprung des Namens und auf die Frage nach dessen Herkunft bestätigt die Bedienung, dass das Café früher ein Kino gewesen sei. Innen scheint nicht nur die Zeit hocken geblieben zu sein, auch die Gäste leisten ihr wohl seit einigen Jahrzehnten gute Gesellschaft. Vielleicht warten sie noch darauf, entdeckt zu werden, denn dies wäre genau der Ort, an dem E.T. Spira einen Film machen würde. Aber daraus wird leider nichts mehr. Dann wartet man eben weiter und schaut in der Zwischenzeit aus dem Fenster und den Fiakern zu, wie sie auf der Landstraßer Hauptstraße erst in die eine Richtung rollen und dann wieder in die andere. Wie im Film.

At Café W.I.F. in Vienna – On Landstraßer Hauptstraße, next to the St. Rochus Church, there’s a small espresso bar called „W.I.F. – World in Film.“ The screen-sized sign above the entrance is probably a clue to the origin of the name, and when asked about its origin, the waitress confirms that the café used to be a cinema. Inside, not only does time seem to have stood still, but the guests have also been keeping it company for several decades. Perhaps they’re still waiting to be discovered, because this would be exactly the place where E.T. Spira would make a film. But unfortunately, that’s not going to happen. So you just keep waiting and, in the meantime, watch out the window and the horse-drawn carriages rolling down Landstraßer Hauptstraße, first in one direction and then back again. Just like in a movie.

Neues aus der Wissenschaft (52)

Da durch die Erderwärmung Schneefall in mittleren Breiten immer seltener wird, führen Forscher der Gartenbauschule Ramsau zurzeit Versuche durch, Kunstschnee, für dessen Herstellung bekanntlich sehr viel Grundwasser verbraucht wird, durch natürlichen Schnee aus Blütenblättern zu ersetzen. Erste Versuche waren durchaus erfolgreich, allerdings reichte der Vorrat an Blütenblättern nur für einen 2,5 Meter langen Rundkurs für sehr kurze Langlaufskier.

Science News – As global warming is causing snowfall in mid-latitudes to become increasingly rare, researchers at the Ramsau Horticultural School are currently conducting experiments to replace artificial snow, the production of which notoriously consumes large amounts of groundwater, with natural snow made from flower petals. Initial trials were quite successful, but the supply of petals was only sufficient for a 2.5-meter-long circuit for very short cross-country skis.

Schilder, die bald nicht mehr gebraucht werden (4)

Nur noch sehr alte Leute können sich noch daran erinnern, sofern sie sich noch an etwas erinnern können, dass es früher nicht einfach nur hieß: „Fahren Sie in südlicher Richtung!“ oder „Hier geht es Richtung Bahnhof“. Viele sehr präzise Richtungsangaben sind aus dem Sprachgebrauch verschwunden, sei es, weil der Bezugspunkt nicht mehr existiert, oder weil die Menschheit generell immer dümmer wird. Jedenfalls ist es den zuständigen Straßenverkehrsbehörden nicht gelungen herauszufinden, welche Richtungen mit ‚Prüfein‘ und ‚Fangvor‘ bezeichnet wurden. Daher wird diese Beschilderung nun entfernt. Vermutlich handelte es sich um Orte in den verlorenen Ostgebieten, aber die sind eben verloren und darum ist es auch eigentlich wurst.

Signs that will soon no longer be needed – Only very old people can remember, if they can remember anything, that it used to be anything other than „Drive south!“ or „This way towards the train station.“ Many very precise directions have disappeared from everyday language, either because the reference point no longer exists or because humanity is generally getting dumber. In any case, the responsible traffic authorities have not been able to determine which directions were designated by ‚Prüfein‘ and ‚Fangvor.‘ Therefore, these signs are now being removed. Presumably, they referred to places in the lost eastern territories, but they are lost, and so it doesn’t really matter.

Wahnsinn oder Betrug?

Nachdem die Post Briefmarken aus Papier abgeschafft hat, ist natürlich eine ganze Branche vor die Hunde gegangen. Auf den ersten Blick war es aber ziemlich clever, nur noch Briefmarken aus Edelstahl anzubieten und zugleich den Nominalwert der Briefmarken auf einen Cent zu senken, so dass sich das Gewicht der Postsendungen zwangsläufig erhöht. Für eine Postkarte, deren Versand eigentlich 95 Cent Porto kostet, wären also 95 Briefmarken mit einem Gesamtgewicht von 807,5 Gramm nötig. Eine Sendung mit einem Gewicht bis zu einem Kilo kostet jedoch mindestens 2,90 Euro, was 290 Briefmarken entspricht, die dann zusammen aber 2,465 Kilogramm wiegen, was jedoch einer Sperrgutsendung entspricht, die 38,14 Euro kostet. Die Verbraucherschützer haben alle einen Herzinfarkt bekommen, ebenso wie die Aktionäre der Post – jene vor Schreck, diese vor Freude.

Madness or fraud? – After the postal service abolished paper stamps, an entire industry naturally went under. At first glance, however, it was quite clever to offer only stainless steel stamps and at the same time reduce the face value of the stamps to one cent, which inevitably increased the weight of mail. For a postcard that normally costs 95 cents postage, 95 stamps with a total weight of 807.5 grams would be needed. However, a shipment weighing up to one kilo costs at least 2.90 euros, which corresponds to 290 stamps, which together weigh 2.465 kilograms, which, however, corresponds to a bulky shipment, which costs 38.14 euros. The consumer advocates all had heart attacks, as did the postal service shareholders – those from shock, these from joy.

Sprichwort, überprüft (6)

Nachdem Morgenstund beim Zahnarzt war, hatte er am nächsten Tag immer noch keine Lust früh aufzustehen.

Proverb, verified – After Morninghour was at the dentist, he still didn’t feel like getting up early the next day. (Yeah, it’s complicated. Sorry)

Im Gasthaus (5)

„Ob dieses Möbel hip ist, interessiert mich einen Scheißdreck! Bringen Sie mir einen Stuhl, oder ich gehe!“ – „Wollen Sie dann vielleicht unsere To-Go-Karte sehen?“

At the Inn – „I don’t give a damn whether this furniture is hip! Bring me a chair, or I’ll leave!“ – “Would you like to see our to-go menu?”

Wie es wirklich war (32)

Als Jesus in die Pubertät kam, war es ihm plötzlich peinlich, dass er nicht wie die anderen Kinder allein in die Schule radeln durfte. Seine Mutter bestand aber darauf, dass er unter dem Baldachin ging und die ganze Familie und sämtliche Nachbarn ihn begleiteten und dabei musizierten. Alle hassten es, weil sie so natürlich zu spät in die Arbeit kamen, aber die Mutter drohte ihnen mit Höllenstrafen, also fügten sie sich. Als Jesus dann endlich seinen Hauptschulabschluss und einen Ausbildungsvertrag als Zimmermann hatte, machte er sich Hoffnungen, dass der Quatsch damit endlich vorbei sein würde, aber an seinem ersten Arbeitstag warteten schon wieder alle vor der Tür.

How it really was – When Jesus reached puberty, he suddenly felt embarrassed that he wasn’t allowed to cycle to school alone like the other children. His mother, however, insisted that he walk under the canopy, with the entire family and all the neighbors accompanying him and playing music. Everyone hated it because they would naturally be late for work, but his mother threatened them with hellish punishments, so they complied. When Jesus finally finished secondary school and received an apprenticeship as a carpenter, he hoped that the nonsense would finally be over, but on his first day of work, everyone was already waiting outside.

Gut gemeint

Zur Feier des französischen Nationalfeiertags sollte in Montreal die in Paris erstürmte Bastille in verkleinerter Form wieder aufgebaut werden. Allerdings wurden aus Kostengründen so viele architektonische Änderungen vorgenommen, dass selbst sehr patriotische Franzosen erleichtert sind, dass die einstige Kolonie schon lange verloren ist.

Well-intentioned – To celebrate the French national holiday, the Bastille, which had been stormed in Paris, was to be rebuilt in Montreal in a smaller form. However, so many architectural changes were made for cost reasons that even the most patriotic French are relieved that the former colony is long gone.