Seltsame Deutsche

„Eins, Zwei, trocken, Angst, Fünf, Geschlecht“ (Wie es sich für englischsprachige Menschen anhört, wenn Deutsche zählen).

Strange Germans – „Eins, Zwei, dry, fear, Fünf, sex“ (As it sounds to English-speaking people when Germans count).

Sauregurkenzeit bald endgültig vorbei!

Die Gurken legen Wert auf die Mitteilung, dass sie den Begriff ‚Sauregurkenzeit’ als diskriminierend ablehnen und darum bitten, ihn künftig nicht mehr zu verwenden, denn im Grunde ihres Wesens seien sie gar nicht sauer, sondern wässrig und nahezu geschmacklos. Sie schlagen vor, als Ersatz den Terminus ‚Matschige-Tomaten-Zeit’ zu verwenden, was auf Seiten der Tomaten zu vehementem Protest geführt hat. Die Zwiebeln haben Tränen gelacht, allen anderen war es ziemlich wurscht.

Dill pickle season will soon be over! – The cucumbers attach importance to the communication that they reject the term ‚pickle season‘ as discriminatory and ask not to use it in the future, because basically they are not sour at all, but watery and almost tasteless. They propose to use the term ‚mushy tomato time‘ as a substitute, which has led to vehement protests on the part of tomatoes. The onions laughed tears, everyone else didn’t care. (‚pickle season‘ is the german term for ’slack season‘)

Geschmacklos

Übrigens seid Ihr gar nicht das Salz der Erde. Das nämlich kommt aus Bad Reichenhall und macht fades Essen genießbar. Ihr dagegen seid ungenießbar, da hilft auch kein Gewürz.

Tasteless – Besides, you are not the salt of the earth at all. That is because the salt comes from Bad Reichenhall and makes bland food enjoyable. You, on the other hand, are inedible, and no spice helps.

Dobry dzień, Marcin Romanowski!

Sie sind Vizejustizminister unseres allerkatholischten Nachbarlandes Polen und erkennen zu Recht „freiheitsfeindliche Tendenzen“ in der deutschen Justiz. Allerdings geht es Ihnen nicht darum, auf dem rechten Auge blinde Kommunistenfresser in der Richterschaft zu kritisieren, sondern um den Strafbefehl für den Theologieprofessor Dariusz Oko, der Homosexuelle als „Parasiten“ und „Krebsgeschwür“ bezeichnet hatte. „Die Verhängung von Strafen für wissenschaftliche Tätigkeiten“ stelle eine Bedrohung der Grundfreiheiten und der europäischen Standards dar. Da Sie die Wissenschaftsfreiheit also so sehr lieben, dürfen wir darauf hoffen, dass Sie den polnischen Hochschulen demnächst Forschungsgelder in Millionenhöhe zur Verfügung stellen, um endlich die Hypothese zu verifizieren, dass der zigtausendfache Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche durch Klemmschwestern wie Oko nicht nur gedeckt, sondern auch gefördert wird? Für Heuchler wie Sie gibt es immer einen warmen Platz an den Heizkesseln.

Dobry dzień, Marcin Romanowski! – You are the Vice Minister of Justice of our most Catholic neighbor, Poland, and you rightly recognize “anti-freedom tendencies” in the German judiciary. However, you are not concerned with criticizing the communist eaters in the judiciary who are blind in the right eye, but with the punishment order for the theology professor Dariusz Oko, who described homosexuals as „parasites“ and „cancerous ulcers“. “The imposition of penalties for scientific activities” is a threat to fundamental freedoms and European standards, you say. Since you love scientific freedom so much, we can hope that you will soon provide the Polish universities with research funding in the millions to finally help them verify the hypothesis that the tens of thousands of child abuse in the Catholic Church by clamp sisters like Oko is not only covered but also encouraged? There is always a warm place by the boilers for hypocrites like you.

Neues aus dem Tierreich (9)

Neuerdings nisten einige dieser seltsamen behaarten und etwa hühnergroßen Vögel unter dem Dachvorsprung meines Hauses. Sie sind ja eigentlich ganz putzig, aber anscheinend blind wie Maulwürfe, denn ständig fliegen sie irgendwo dagegen und taumeln dann wie betrunken durch die Luft. Das wäre ja noch lustig, wenn sie beim Nachbarn nicht schon zwei Fensterscheiben zerstört hätten. Eines der Viecher hat den Aufprall nicht überlebt und hätte beinahe den Hausmeister unten im Hof erschlagen. Dafür fressen sie die Tauben und machen in der Früh keinen Lärm. So hat alles seine Vor- und Nachteile.

News from the animal kingdom – Recently, some of these strange hairy and chicken-sized birds have been nesting under the eaves of my house. They are actually quite cute, but apparently as blind as moles, because they constantly fly against something and then stagger through the air as if drunk. That would be funny if they hadn’t already destroyed two of the neighbour’s windows. One of the critters did not survive the impact and almost killed the janitor down in the courtyard. On the other hand they eat the pigeons and make no noise in the morning. So everything has its advantages and disadvantages.

Äh, Politiker von Union, SPD, FDP und Grünen!

Einige von Euch haben im Frühjahr für den Fall coronabedingter Schulschließungen Unterricht im Freien gefordert. Leider habt Ihr nicht verraten, wie man im Regen auf dem Schulparkplatz neben der Schnellstraße modernen Unterricht mit digitalen Medien realisieren kann. Dann kam aber eh der Sommer und Euer schöner Plan ist in der Sonne weggeschmolzen. Wäre es nicht jetzt, im neuen Schuljahr und angesichts der heranrollenden vierten Welle, an der Zeit, Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte mit ähnlich durchdachten Lösungsvorschlägen zu erfreuen? Wofür bezahlen wir Euch eigentlich? Ich frag ja nur.

Uh, politicians from the Union, SPD, FDP and Greens! – Some of you called for outdoor lessons in the spring in the event of corona-related school closings. Unfortunately, you did not reveal how modern lessons can be implemented with digital media in the school car park next to the expressway in the rain. But then summer came anyway and your beautiful plan melted away in the sun. Wouldn’t it be time now, in the new school year and in view of the approaching fourth wave, to please students, parents and teachers with similarly thought-out proposed solutions? What are we actually paying you for? Just asking.

Warum Sie, Daniel Föst,

in München für die FDP kandidieren, interessiert uns nicht, aber warum Sie sich auf einem Plakat, die Ärmel hochkrempelnd, so elliptisch wie unterkomplex als „Vater. Münchner. Macher.“ vorstellen, das dürfen Sie uns gerne erklären. Dass Sie sich erfolgreich fortpflanzen konnten, freut uns für Sie, allerdings ist das keine Qualifikation für den Bundestag, denn dort geht es bekanntlich wenig erotisch zu. Dass Sie Münchner sind, liegt in der Natur der Sache, das ist also eine überflüssige Information. Bleibt noch zu klären, was Sie da so machen, das Sie zu einem Macher macht. Viele Worte sind es offenbar nicht, das ist ja durchaus sympathisch. Da Sie nun schon die Ärmel oben haben: Wollen Sie sich nicht nützlich machen und uns beim Abwasch zur Hand gehen? Macht derweil ein Bierchen leer: Titanic

Why you, Daniel Föst, are running for the FDP in Munich, we don’t care, but why you put yourself on a poster, rolling up your sleeves, and describe yourself as elliptical and subcomplex as “Father. From Munich. Maker.”, you should explain. We are happy for you that you were able to reproduce successfully, but this is not a qualification for the Bundestag, because it is known that there is little eroticism there. The fact that you are from Munich is in the nature of things, so that is superfluous information. It remains to be clarified what you are doing there that makes you a maker. Obviously you do not many words, that’s really nice. Now that you’ve got your sleeves up: Don’t you want to make yourself useful and help us wash the dishes? Meanwhile, emptying a beer: Titanic

(Erschienen / published in Titanic 9/2921)

Volltreffer, Napoleon Gourmet Grills!

Du bist ein Grillgerätehersteller aus Ontario, Canada, und um den deutschen Markt zu erobern, bewirbst du dein Modell Phantom Prestige 500 mit dem punktgenau den autoritären Charakter des hiesigen Fleischbrutzlers aufspießenden Claim „Neulich in der Feldherrenküche“. Die Welt mag deutsche Geschichte aber lieber durch als blutig.

Direct hit, Napoleon Gourmet Grills! You are a grill equipment manufacturer from Ontario, Canada, and in order to conquer the German market, you advertise your Phantom Prestige 500 model with the claim „The other day in the general’s kitchen“, which skewers the authoritarian character of the local meat maniac precisely. But the world likes German history rather well-done than bloody.

Selbsterkenntnis durch Corona

Die Maskenpflicht in der Schule hat mir klar gemacht, wie sehr ich mir allein aufgrund des Gesichts eine Meinung über den Charakter einer Person bilde. Sobald die Schüler*innen die Masken im Unterricht wieder absetzen durften und ich die meisten zum ersten Mal ohne sah, haben bei fast allen Nase, Mund und Kinn nicht zu den Augen gepasst und das ganze Gesicht ergab überhaupt keinen Sinn, denn bei einer Person mit diesem Gesicht hätte ich eine völlig andere Persönlichkeit erwartet. Nun vermeide ich für ein paar Monate den Blick in den Spiegel, um so vielleicht herauszufinden, wer ich wirklich bin.

Self-knowledge through Corona – The mask requirement in school made me realize how much I form an opinion about a person’s character based on the face alone. As soon as the students were allowed to take off the masks in class and I saw most of them without it for the first time, almost all of them had no appropriate nose, mouth and chin and the whole face made no sense at all, because with a face like this I would have expected a completely different personality. Now I avoid looking in the mirror for a few months, maybe to find out who I really am.

Na so was, Boris Johnson!

Hat doch der Brexit tatsächlich und völlig unerwartet dazu geführt, dass ausländische Arbeitskräfte nicht mehr zur Verfügung stehen und nun darum die Gurken auf den Feldern verschimmeln und das Marmite nicht ausgeliefert werden kann, weil LKW-Fahrer fehlen. „Stellt Briten ein!“ rufen Sie daher den Unternehmern zu, doch dummerweise hat John Bull keine Lust auf schlecht bezahlte Arbeit. Da eher die Hölle zufriert als dass Sie und ihre Tories die Arbeitsbedingungen der Proleten verbessern werden, wird nun schon erwogen, Sozialhilfeempfänger zur Zwangsarbeit heranzuziehen – wie das in zivilisierten Ländern wie Deutschland schon lange Usus ist. Wollen Sie sich wirklich nachsagen lassen, ein heimlicher Europäer zu sein? Besinnen Sie sich auf die britischen roots und führen Sie die Sklaverei wieder ein!

Imagine that, Boris Johnson! – After all, Brexit actually and completely unexpectedly meant that foreign workers were no longer available and that the cucumbers were now moldy in the fields and the Marmite could not be delivered because there were no truck drivers. “Hire the British!” you call out to the entrepreneurs, but unfortunately John Bull is not in the mood for poorly paid work. Since hell is more likely to freeze over than you and your Tories will improve the working conditions of the proletariat, consideration is now being given to using welfare recipients for forced labor – as has long been the custom in civilized countries like Germany. Do you really want to be accused of being a secret European? Get back to the British roots and reintroduce slavery!