Neues vom Wohnungsmarkt (14)

Ein Forschungsprojekt im Auftrag des Hauseigentümerverbandes hat endlich den perfekten Mieter gezüchtet. Er benötigt nicht viel Platz und stellt keine Ansprüche an Komfort, weshalb die Wohnung in winzige Zellen aufgeteilt werden kann, in denen jeweils bis zu einem Dutzend der Mieterlarven Platz findet. So kann eine durchschnittliche Dreizimmerwohnung mit ca. 1000 Mietern gleichzeitig belegt werden. Sobald die Larven geschlüpft sind, gehen sie arbeiten, bis sie die Miete für ihre Nachkommen im Voraus zahlen können. Dann legen sie ihre Eier ab und sterben. Auf diese Weise kann sogar eine kleine Kellerwohnung ein konventionelles Penthouse an Wertschöpfung weit übertreffen.

News from the housing market – A research project commissioned by the Homeowners Association has finally bred the perfect tenant. He doesn’t take up much space and doesn’t demand any comfort, which is why the apartment can be divided into tiny cells, each of which can accommodate up to a dozen of the tenant larvae. An average three-room apartment can be occupied by around 1000 tenants at the same time. Once the larvae hatch, they go to work until they can pay the rent for their offspring in advance. Then they lay their eggs and die. In this way, even a small basement apartment can far surpass a conventional penthouse in terms of added value.

Andere Länder, andere Sitten (2)

Es war schon überraschend, dass man in Neuseeland statt der 0 die 24 verwendet. Ich vermute, dass das beim Rechnen zu Problemen führt, aber sind es nicht die kulturellen Differenzen, die das Reisen so interessant machen?

Different countries, different customs – It was surprising that 24 was used instead of 0 in New Zealand. I suspect that this leads to problems with arithmetic, but isn’t it the cultural differences that make traveling so interesting?

Redensart auf ihre Alltagstauglichkeit überprüft (2)

Wenn jemand im Zorn ausruft: „Das ist ja zum Läusemelken!“, dann will er damit wohl andeuten, dass ein gewisser Umstand untragbar, wenn nicht unmöglich sei. Tatsächlich werden jedoch jeden Tag Millionen von Läusen gemolken und die Beteiligten finden das dem Vernehmen nach völlig in Ordnung. Wer auch immer also sich diese unsinnige Redewendung ausgedacht hat, wollte sich vermutlich nur wichtig machen. Peinlich.

Saying checked for suitability for everyday use – When a person exclaims in anger, „That’s for milking lice!“ he probably means that a certain circumstance is intolerable, if not impossible. In fact, however, millions of lice are milked every day and those involved are said to be perfectly fine with that. So whoever came up with this nonsensical idiom probably just wanted to show off. Awkward.

Neues aus der Wissenschaft (20)

In der Höhle von Lascaux entdeckte bisher unbekannte Malereien lassen vermuten, dass unsere Vorfahren nicht nur einen noch sehr derben Humor hatten, sondern auch Probleme mit den Grundrechenarten. Insofern können wir auf die Fortschritte, die wir inzwischen gemacht haben, durchaus stolz sein.

Science news – Previously unknown paintings discovered in the Lascaux cave suggest that our ancestors not only still had a very crude sense of humor, but also had problems with basic arithmetic. In this respect, we can be very proud of the progress we have made in the meantime.

Aus dem Familienalbum (65)

Ein Vetter meines Großvaters war schon in seiner Kindheit so blöde, dass er sich beim Spielen immer draußen vor dem Fenster versteckte, weil er dachte, dass das Glas nur von einer Seite her durchsichtig sei. „Sonst würde man ja auch sehen können, was auf der eigenen Seite ist, und das geht ja gar nicht“, behauptete er und ließ sich nicht davon abringen. Mein Großvater erzählte, dass der Vetter oft tagelang draußen vor dem Fenster gestanden sei, ohne dass ihn jemand finden wollte, und sogar die Eltern hätten ihn ignoriert. Natürlich habe er später Karriere in der Politik gemacht.

From the family album – A cousin of my grandfather was so stupid when he was a child that he used to hide outside the window when they were playing because he thought the glass was only transparent from one side. „Otherwise you would be able to see what’s on your own site, and that’s just not possible,“ he claimed, not letting himself be dissuaded. My grandfather said that my cousin often stood outside the window for days without anyone trying to find him, and even his parents ignored him. Of course he later made a career in politics.

Hey, Gurken!

Jetzt ist doch endlich wieder Eure Zeit, also gibt es wirklich keinen Grund, sauer zu sein. Wenn in China mal kein Sack Reis umfällt, lassen wir es Euch wissen, versprochen!

Hey pickles! It’s finally your time again, so there’s really no reason to strike a sour note. If a sack of rice doesn’t fall over in China, we’ll let you know, I promise! (in German the dead season is called ‚pickles time‘)

Ein wenig enttäuscht, Spanien,

sind wir schon, denn von unserem Urlaubsort hatten wir uns mehr und anderes versprochen. Peniscola in der Region Valencia ist zwar nett, aber halt auch nicht das, was es vorgibt zu sein, wenn du verstehst, was wir meinen. Nein? Lo sentimos mucho!

A little disappointed Spain we are, because we had expected more and something different from our vacation spot. While nice, Peniscola in the Region of Valencia is not what it claims to be, if you know what we mean. No? Lo sentimos mucho!

Wie es wirklich war (17)

Tatsächlich hatte Ulbricht schon Recht, als er noch im Juni 1961 behauptete, niemand habe die Absicht, eine Mauer zu bauen, denn wie nun aus bisher geheimen Unterlagen hervorgeht, plante das Politbüro noch Ende Juli, Ostberlin in ‚Venezia’ umzubenennen, so dass niemand mehr Lust verspüren würde, nach Westberlin zu fliehen, denn welcher geistig gesunde Mensch wolle schon in Berlin leben, wenn er auch in Venezia leben könne. Leider kam es dann doch anders, wie man weiß. Warum, ist ja auch schon egal.

How it really was – In fact, Ulbricht was right when he still claimed in June 1961 that no one had the intention of building a wall, because, as can now be seen from previously secret documents, the Politburo was still planning to rename East Berlin ‚Venezia‘ at the end of July, so that nobody would feel like fleeing to West Berlin, because what sane person would want to live in Berlin if they could also live in Venezia. Unfortunately, as you know, things turned out differently. It doesn’t matter why.