Sprachkritik (1)

Der Sprachkritiker beim Bäcker: „Zwei Stück von diesen Quarktaschen bitte.“
Verkäufer: „Zwei Teilchen. Gerne.“
Sprachkritiker: „Nein, keine Teilchen, sondern jeweils das Ganze.“
Verkäufer: „Zwei ganze Teilchen. Gerne.“
Sprachkritiker: „Was reden Sie denn für einen Unsinn? ‚Ganze Teilchen‘, das ist unlogisch!“
Verkäufer: „Wir sind ja auch eine Bäckerei und keine Logistiker.“
Sprachkritiker: „Das sehe ich.“
Verkäufer: „Also zwei Teilchen?“
Sprachkritiker: „Immer noch zwei Ganze, meinetwegen in vier Teilen. Sie können das Gebäck von mir aus auch achteln. Hauptsache, ich komme hier irgendwann mit zwei Quarktaschen wieder raus.“
Verkäufer: „Die Teilchen teilen?“
Sprachkritiker: „Wenn es Ihnen Freude macht.“
Verkäufer: „Ein ungewöhnlicher Wunsch, aber …“
Sprachkritiker: „Lassen Sie mich raten, Sie machen es …, na?“
Verkäufer: „… gerne.“
Sprachkritiker: „Das habe ich befürchtet.“

Linguistic Criticism – The Linguistic Critic at the bakery: „Two of these quark pastries, please.“ Salesperson: „Two pieces. With pleasure.“ Linguistic Critic: „No, not pieces, but the whole thing.“ Salesperson: „Two whole pieces. With pleasure.“ Linguistic Critic: „What nonsense are you talking about? ‚Whole pieces,‘ that’s illogical!“ Salesperson: „We’re a bakery, not a logistics company.“ Linguistic Critic: „I can see that.“ Salesperson: „So two pieces?“ Linguistic Critic: „Still two whole pastries, divided into four pieces if you like. You also can cut the pastry into eighths, if you really like. The main thing is that I leave here with two quark pastries at some point.“ Salesperson: „Divide the pieces?“ Linguistic Critic: „If it pleases you.“ Salesperson: „An unusual request, but…“ Language Critic: „Let me guess, you’ll do it …, well?“ Salesperson: „… with pleasure.“ Language critic: “That’s what I feared.”

Achtung Hobbyköche!

Ein häufiger Fehler bei der Herstellung von Katzenpüree ist, dass die Katze schon vor dem Pürieren durch das Sieb gestrichen wird. So kann das ja nichts werden!

Attention amateur cooks! – A common mistake when making cat puree is putting the cat through a sieve before blending. It won’t work that way!

Neue Heilige (1)

Anlässlich des diesjährigen Allerheiligenfestes hat der Papst eine bisher so gut wie unbekannte Selige zur Heiligen befördert, nämlich die Hl. Manuela, Schutzpatronin derjenigen mit einem fischigen Händedruck. Wir gratulieren. Bäh!

New Saints – On the occasion of this year’s All Saints‘ Day, the Pope canonized a previously virtually unknown saint: St. Manuela, patron saint of those with a fishy handshake. Congratulations. Yuck!

Neues aus der Literaturgeschichte (4)

Franz Kafka war bekanntlich der größte tschechische Humorist und ein Schelm dazu. Max Brod berichtet, dass Kafka, wenn er seine Texte vorlas, oft in hysterisches Lachen ausgebrochen sei. Was Brod aber nicht berichtet, ist, dass Kafka auch der erste und einzige tschechische Humorarchitekt gewesen ist. Schon Jahre vor der Niederschrift des Romans „Das Schloss“ errichtete Kafka ein Gebäude, das wie der Roman nie fertiggestellt wurde und seine Bewohner bis heute in den Wahnsinn treibt. Manche finden angeblich nie wieder hinaus.

News from Literary History – Franz Kafka was known to be the greatest Czech humorist and a rascal. Max Brod reports that Kafka often burst into hysterical laughter when reading his texts aloud. What Brod doesn’t report, however, is that Kafka was also the first and only Czech architect of humor. Years before writing the novel „The Castle,“ Kafka erected a building that, like the novel, was never completed and continues to drive its inhabitants mad to this day. Some supposedly never find their way out again.

Seltsame Begegnung

Ein kleiner Junge allein auf einem Hartgummiplatz. Er wirft Körbe. Eine schwarze Gestalt geht vorüber. Sie trägt einen weiten Umhang, der ihr Gesicht verbirgt und in der knochigen Hand eine Sense.
Junge: Hey du! Spielst du?
Gestalt: …
Junge: Spielst du? (zeigt den Ball)
Gestalt: Ich spiele keine Spiele.
Junge: Oh, schade. Ich dachte …
Gestalt: Ich bin das Spiel!
Junge: …
Gestalt: Und du hast verloren! Du weißt es nur noch nicht.
Junge: …
Eine Stunde später, beide erschöpft und nassgeschwitzt.
Junge: Okay, du hast gewonnen.
Gestalt: Sag ich doch!

Strange EncounterA little boy alone on a hard rubber court. He’s shooting baskets. A black figure walks by. It’s wearing a wide cape that covers its face and holds a scythe in its bony hand. Boy: Hey, you! Are you playing? Figure: … Boy: Are you playing? (shows the ball) Figure: I don’t play games. Boy: Oh, too bad. I thought… Figure: I am the game! Boy: … Figure: And you lost! You just don’t know it yet. Boy: … An hour later, both exhausted and drenched in sweat. Boy: Okay, you won. Figure: Told you!

Das Verhältnis zu meinen Füßen ist gestört

Ich muss zugeben, dass ich mir bisher noch nicht viele Gedanken über meine Füße gemacht habe. Sie waren halt irgendwo da unten. Ab und zu sah ich sie in der Dusche oder beim Nägelschneiden. Einige Male musste ich sie aber doch wahrnehmen, denn sie taten weh. Dann ging es aber vorbei, oder ich ging zum Orthopäden, der mir sagte, dass es vorbeigehen werde. Neuerdings jedoch verhalten sich meine Füße so komisch. Sie scheinen keine Schuhe mehr zu mögen, obwohl die Jahreszeit das Tragen von Schuhen notwendig macht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Füße das nicht wissen, sie sind ja nun schon lange genug auf der Welt. Jedenfalls quengeln sie ständig: ZU ENG! oder DAS REIBT! oder WIR SCHWITZEN! Selbst nachts im Bett beginnen sie plötzlich unruhig zu sein oder sie jucken oder sind ohne Grund stinkig. Waschen hilft da nur begrenzt. Vielleicht sind sie dement? Was macht man mit senilen Füßen?

My Relationship with My Feet Is Disturbed – I have to admit that I haven’t given my feet much thought until now. They were just somewhere down there. Every now and then I’d see them in the shower or while cutting my nails. A few times, though, I had to acknowledge them because they hurt. Then it went away, or I went to the orthopedist, who told me it would go away. Recently, however, my feet have been acting strangely. They don’t seem to like shoes anymore, even though the season requires wearing them. I can’t imagine my feet don’t know this; they’ve been in this world long enough. In any case, they’re constantly whining: TOO TIGHT! or THAT RUBBS! or WE’RE SWEATING! Even at night in bed, they suddenly start to feel restless, or they itch, or they smell for no reason. Washing them only helps so much. Maybe they’re suffering from dementia? What can you do with senile feet?

Komisches Dänemark (3)

Wie jedes Parlament ist auch das dänische Folketing für die Bürger Dänemarks regelmäßig Anlass zu Kopf- und Leibschmerzen. Im Gegensatz zum anderen Parlamenten wie dem deutschen Bundestag aber steht man hier dazu, wenn auch nur am Hintereingang.

Strange Denmark – Like every parliament, the Danish Folketing is a regular source of headaches and stomachaches for Danish citizens. Unlike other parliaments, such as the German Bundestag, however, people here are open about it, albeit only at the back door.

Wie es wirklich war (38)

Was kaum jemand weiß, ist, dass die ehemalige Königin von Großbritzel und der letzte Papst einen Nachmittag lang verlobt waren. Das kam so, weil der Mann der Queen schon seit Jahren kein Lebenszeichen mehr von sich gegeben und sie ihn darum aus ihrem Testament gestrichen hatte. Tatsächlich war sie selbst aber sehr überrascht, als man ihr mitteilte, dass sie ebenfalls schon seit einigen Jahren tot war. „Na sowas!“, dachte sie, „Wenn das so ist, dann kann ich endlich tun und lassen, was ich will!“ Also bestellte sie sich eine große Portion Fish und Chips mit Apfelmus, etwas, das sie sich ihr Leben lang verkneifen musste, weil es gegen die ungeschriebene Verfassung von Großbritzel verstieß. „Das kann mir jetzt ziemlich gleichgültig sein!“ dachte sie und tatsächlich war es ihr ziemlich gleichgültig. Ein paar Lakaien und der Premierminister fielen vor Schreck tot um, aber auch das war ihr ziemlich gleichgültig. Weil sie aber feststellen musste, dass Fish und Chips mit Apfelmus beschissen schmeckt, entschied sie, sich mit dem Papst zu verloben. Da der Papst gerade nichts anderes zu tun hatte, sagte er zu, und so kam es, dass die ehemalige Königin von Großbritzel und der letzte Papst einen Nachmittag lang verlobt waren. Am Abend jedoch löste der Papst die Verlobung. Es sei ein Irrtum gewesen, denn er habe vergessen, dass er schon im Jahr zuvor verstorben sei. Die Queen war ein wenig irritiert, aber auch das war ihr kurz darauf ziemlich gleichgültig.

How it really was – What hardly anyone knows is that the former Queen of Great Britzl and the last Pope were engaged for one afternoon. This happened because the Queen’s husband hadn’t been heard from for years, and she had therefore removed him from her will. In fact, she herself was very surprised when she was told that she, too, had been dead for several years. „Well!“ she thought. „If that’s the case, then I can finally do whatever I want!“ So she ordered a large portion of fish and chips with apple sauce, something she had been forced to refrain from eating her entire life because it violated the unwritten constitution of Great Britzl. „I couldn’t care less about that!“ she thought, and indeed, she couldn’t care less. A few footmen and the Prime Minister dropped dead from shock, but even that didn’t bother her. But because she discovered that fish and chips with apple sauce tasted terrible, she decided to get engaged to the Pope. Since the Pope had nothing else to do at the time, he agreed, and so it came to be that the former Queen of Great Britzl and the last Pope were engaged for an afternoon. That evening, however, the Pope broke off the engagement. It was a mistake, he said, because he had forgotten that he had died the previous year. The Queen was a little irritated, but soon became rather indifferent to that, too.