Wie es wirklich war (11)

Als Voltaire das Reich der Schatten betrat, war er gewiss, dass es sich um einen Irrtum handele und er sogleich auf den Olymp geführt werde, wo er als Vergöttlichter seinen ihm gebührenden Platz neben den Göttern einnehmen dürfte. Noch als er auf der Affodillwiese vor den drei Totenrichtern stand, hielt es er für sicher, zumindest mit einem Gruß in die elysischen Gefilde entlassen zu werden, um auf dem Elysion in ewiger Glückseligkeit zu existieren. Umso niederschmetternder war es, feststellen zu müssen, dass die drei Götter weder seinen Namen kannten, noch auch nur ein Wort an ihn richteten. Mit einer Handbewegung deuteten sie ihm an, sich zu den anderen Schatten zu begeben, die in steter Freudlosigkeit auf der Wiese lagerten. Voltaire konnte es nicht fassen, doch was ihm den Rest gab, war der Umstand, dass es schon wieder ausgerechnet der verfluchte Rousseau war, der mit seiner blöden Fackel die Schatten, und auch Voltaires, erzeugen durfte.

How it really was – When Voltaire entered the realm of shadows, he was convinced that it was a mistake and that he would be led straight away to Mount Olympus, where, as a deified one, he would be allowed to take his rightful place alongside the gods. Even as he stood in front of the three judges of the dead on the asphodel meadow, he thought it safe to be released at least with a salute to the Elysian realms in order to exist on Elysion in eternal bliss. It was all the more devastating to find out that the three gods neither knew his name nor said a single word to him. With a wave of their hands they motioned for him to go to the other shadows, who were lying in the meadow in perpetual joylessness. Voltaire couldn’t believe it, but what put him over the edge was the fact that it was the damned Rousseau who was allowed to create the shadows, including Voltaire’s, with his silly torch.

Neues aus der Wissenschaft (10)

Gastronauten der berühmten französischen Drei-Sterne-Küchen-Warte in Paris haben neulich im Sternbild Bratpfanne einen Kugelsternhaufen entdeckt, der vollständig aus Creme Fraiche zu bestehen scheint. Da Creme Fraiche aufgrund des hohen Fettgehalts beim Kochen nicht ausflockt, eignet sie sich gut zum Verfeinern von Soßen und Suppen. Ob sie allerdings auch die hohen Temperaturen in einem Kugelsternhaufen aushält, könnte nur eine Weltraummission feststellen. Allerdings sperren sich besonders die Deutschen in der Europäischen Weltraumagentur ESA gegen ein solches Unterfangen. Deren Sprecher sagte dazu: „Die Schmandvorkommen auf der Erde sind bei Weitem ausreichend. Wir investieren unser Geld lieber in anderen Blödsinn!“

Science news – Gastronauts at the famous French Three Star Kitchen Observatory in Paris have recently discovered a globular cluster in the constellation of the Frying Pan that appears to be made entirely of creme fraiche. Since creme fraiche does not flake out during cooking due to its high fat content, it is well suited for refining sauces and soups. However, only a space mission could determine whether it can withstand the high temperatures in a globular cluster. Though, the Germans in the European Space Agency ESA in particular are opposed to such an undertaking. Their spokesman said: „The sour cream deposits on earth are by far sufficient. We prefer to invest our money in other nonsense!”

Neues aus der Gastronomie (1)

In München wurde vor kurzem der erste Unterwasserbiergarten eröffnet. Wie der Sprecher des Hotel- und Gastronomieverbandes mitteilte, haben sich viele Gastwirte darum beworben, eine Lizenz für ein solches Lokal zu bekommen, denn die Coronaauflagen würden unter Wasser selbstverständlich nicht gelten. Allerdings dürften aufgrund der Umweltschutzbestimmungen nur zwei Lokale pro Flusskilometer betrieben werden und außerdem müsse man viel Geld in die vorgeschriebenen Parkplätze investieren. Auch die Versicherung sei teuer, denn wie der Versuch bisher gezeigt habe, ertrinke hin und wieder ein Gast, doch die Kosten dafür ließen sich schlecht auf die anderen Besucher abwälzen.

News from gastronomy – The first underwater beer garden was recently opened in Munich. As the spokesman for the hotel and gastronomy association announced, many innkeepers have applied to get a license for such a restaurant, because the corona requirements would of course not apply under water. However, due to environmental protection regulations, only two bars can be operated per kilometer along the river, and a lot of money has to be invested in the prescribed parking spaces. The insurance is also expensive because, as the experiment has shown so far, a guest drowns now and again, but the costs for this can hardly be passed on to the other visitors.

Technik von gestern (5)

Wie einer Pressemitteilung des Vatikans zu entnehmen ist, sollen demnächst sämtliche Zugänge zum Himmel modernisiert werden. Die Pläne sind noch nicht veröffentlicht, doch aus gut unterrichteten Kreisen ist zu erfahren, dass die bisher verwendeten Fahrsteige gegen eine Art Rohrpost ausgetauscht werden sollen. Vertreter der anderen christlichen Konfessionen versichern, von solchen Plänen nichts zu wissen. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland wird allerdings deutlicher und droht mit „einer weiteren Reformation, sollten die Papisten Ernst machen mit diesem Blödsinn.“

Yesterday’s Technology – According to a Vatican press release, all access points to heaven are to be modernized in the near future. The plans have not yet been published, but well-informed circles have learned that the previously used moving walkways are to be replaced by a kind of pneumatic tube. Representatives of the other Christian denominations affirm that they know nothing of such plans. The chairwoman of the council of the Evangelical Church in Germany, however, is clearer and threatens „another reformation if the papists get serious about this nonsense.“

(gesehen in Paris / seen in Paris)

Aus dem Familienalbum (59)

Mein Vetter Herrmann macht gerade eine Ausbildung zum Industriekapitän im Baugewerbe, zumindest haben seine Eltern ihm das eingeredet. Tatsächlich ist Herrmann nicht der Hellste, weshalb seine Eltern dem örtlichen Bauunternehmen sehr dankbar waren, dass man ihm eine Stelle als Baustellenmaskottchen gegeben hat. Nun steht er Tag für Tag auf dem Gerüst, trägt zum marineblauen Overall einen marineblauen Schutzhelm und glaubt, er könne mit seinem Steuerrad all die großen Maschinen bewegen. In der Mittagspause geben die Kollegen ihm ein Bier aus und haben dafür den ganzen Tag etwas zu lachen.

From the family album – My cousin Herrmann is currently training to become a captain in the construction industry, at least that’s what his parents told him. In fact, Herrmann isn’t the brightest, which is why his parents were very grateful to the local construction company for giving him a job as a construction site mascot. Now he stands on the scaffolding every day, wears a navy blue hard hat with his navy blue overalls and thinks he can move all the big machines with his steering wheel. During the lunch break, the colleagues buy him a beer and in return have something to laugh about all day long.

(gesehen in Venedig / seen in Venice)

Neues aus der Wissenschaft (9)

Wissenschaftlern der Fachhochschule Dingolfing ist es erstmals gelungen, einen Pilz zu züchten, der in feuchtem Mauerwerk leben kann und Fruchtkörper bildet, die nicht nur aussehen wie Kamine, sondern auch als solche genutzt werden können. Feuchte Altbauten, die mit diesem Pilz infiziert wurden, zeigten schon nach wenigen Wochen ein starkes Kaminwachstum. Da durch den Klimawandel Nordeuropa immer feuchter wird, könnte dies eine nützliche Zukunftstechnologie für die kalte Jahreszeit werden.

Science news – Scientists from the Dingolfing University of Applied Sciences have for the first time succeeded in cultivating a fungus that can live in damp masonry and forms fruiting bodies that not only look like chimneys, but can also be used as such. Damp old buildings that were infected with this fungus showed strong chimney growth after just a few weeks. As climate change makes northern Europe wetter, this could become a useful future technology for the cold season.

Unerhört!

Würden Sie mir bitte erklären, was das zu bedeuten hat? Wo ist der Rest von mir?

Outrageous! – Would you please explain to me what that means? Where is the rest of me?

(gesehen in Pordenone im Friaul / Seen in Pordenone in Friuli)

Neues aus der Wissenschaft (8)

Italienische Wissenschaftler haben eine clevere Lösung gefunden, wie man sich teure Museumsbauten sparen kann. Dinosaurierfossilien eignen sich nämlich hervorragend für Brückenkonstruktionen. Momentan arbeitet man außerdem daran, zigtausende von antiken Statuen, die ungenutzt in Museumsarchiven lagern, in Pfosten für Straßenlaternen, Schilder und Ampeln umzuarbeiten. So spart man eine Menge Geld und die Städte werden schöner.

Science news – Italian scientists have found a clever solution to save on expensive museum buildings. Dinosaur fossils are excellent for building bridges. Work is also underway to convert tens of thousands of ancient statues sitting unused in museum archives into poles for street lamps, signs and traffic lights. This saves a lot of money and the cities become more beautiful.