Andere Länder, andere Sitten (7)

Nachdem man in den USA schon länger weiß, dass es nicht die Waffen sind, die töten, sondern deren Besitzer, geht Neuseeland nun den umgekehrten Weg und droht jedem Auto, das seinen Fahrer dazu zwingt, einen Unfall zu verursachen, mit harten Gefängnisstrafen. Da eine lebenslange Haft im Falle einer Maschine aber sehr lange dauern kann, werden die Haftstrafen im Freien vollzogen, so dass der Täter meist schon nach wenigen Monaten verrostet ist und verschrottet werden kann.

Different countries, different customs – After the USA has long known that it is not the guns that kill, but their owners, New Zealand is now going the other way and threatening any car that forces its driver to cause an accident with harsh prison sentences. However, as life imprisonment in the case of a machine can be very long, the prison sentences are served outdoors, so that the offender is usually rusted away after just a few months and can be scrapped.

Neues aus dem Tierreich (22)

Im Zuge des Klimawandels und der globalisierten Wirtschaft finden sich vermehrt Neozoen, die sich mangels natürlicher Feinde unkontrolliert ausbreiten können. Eine Spezies Zwergelefanten, die bisher ausschließlich auf bengalischen Fensterbänken heimisch war, wurde vermutlich von heimkehrenden Touristen eingeschleppt und breitet sich seit diesem Frühjahr vor allem in den Städten aus, in denen die Fensterbrettdichte weit höher ist als auf dem Land. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass die Art langfristig heimisch wird, denn die Tiere sind sehr ungeschickt und überleben einen Fall aus mehr als zwei Metern Höhe nur selten.

News from the animal kingdom – As a result of climate change and the globalized economy, there are increasing numbers of neozoans that can spread uncontrollably due to a lack of natural enemies. A species of dwarf elephant that was previously only native to Bengali window sills was probably introduced by returning tourists and has been spreading since this spring, especially in cities where the density of window sills is much higher than in the countryside. However, it is unlikely that the species will become native in the long term, as the animals are very clumsy and rarely survive a fall from a height of more than two meters.

Wo das Böse wohnt

Das Böse ist neulich umgezogen. Von außen könnte man meinen, es lebe auf großem Fuße, aber tatsächlich wohnt es nur zur Untermiete beim Guten, in einem kleinen Zimmer ohne Küche und Bad. Für deren Mitbenutzung verlangt das Gute obszöne Zuschläge, die das Böse aber auf keinen Fall zahlen wird. Lieber geht es zur Tafel und ins Tröpferlbad, als sich vom Guten ausnehmen zu lassen. Das Gute ließ sich auch nicht davon abbringen, an der Fassade auf seinen neuen Untermieter hinzuweisen, weshalb nun ständig fremde Leute unter dem Fester stehen und glotzen und freche Dinge rufen. Manchmal fragt sich das Böse, womit es das verdient hat und warum die Leute nicht sehen, dass das Gute eigentlich einen echt miesen Charakter hat. Aber dann fallen ihm leider immer die beiden Weltkriege ein und all der andere Mist, den es verbrochen hat und dann weint es ein bisschen und wenn keiner hinschaut, dreht es einem kleinen Kätzchen den Hals um.

Where Evil Lives – The Evil recently moved. From the outside you might think it lives in style, but in fact it only sublets from the Good, in a small room without a kitchen or bathroom. The Good demands obscene surcharges for sharing the kitchen, which the Evil will not pay under any circumstances. It would rather go to the food bank and the public bath than let the Good rip it off. The Good could not be dissuaded from pointing out its new subtenant on the facade, which is why strangers are constantly standing under the window, staring and shouting cheeky things. Sometimes the Evil wonders what it has done to deserve this and why people don’t see that the Good actually has a really bad character. But then unfortunately it always remembers the two world wars and all the other crap it has done and then it cries a little and when no one is looking it wrings the neck of a little kitten.

(gesehen / seen in Wien)

Neues aus der Wissenschaft (35)

Ägyptologen der Universität Sankt Pölten haben in Wien einen Fries entdeckt, der „auf jeden Fall altägypisch ist, also mindestens, wenn nicht älter!“, so ein Sprecher des Instituts. Die genaue Datierung stehe noch aus und auch bei der Interpretation sei man noch nicht sehr weit gekommen. Wie der Fries in die österreichische Hauptstadt gekommen ist, sei ebenfalls unklar. „Also, eigentlich wissen wir noch gor nix, aber dös macht nix, weil wir hams ja net eilig“, so ein anderer Wissenschaftler.

Science news – Egyptologists from the University of St. Pölten have discovered a frieze in Vienna that is „definitely ancient Egyptian, at least if not older!“, said a spokesperson for the institute. The exact date is still pending and no one has made much progress in interpreting it. How the frieze came to the Austrian capital is also unclear. „Well, actually we don’t know anything yet, but that doesn’t matter because we’re not in a hurry,“ said another scientist.

Wenn die Natur uns vor Fragen stellt

Dass es sich um eine W-Frage handelt, ist offensichtlich. Jetzt müsste die Natur nur noch einen Weg finden, ihre Frage so zu stellen, dass wir sie auch verstehen können! Dummes Ding!

When nature poses questions to us – It is obvious that this is a W-question. Now nature just needs to find a way to pose its question in such a way that we can understand it! Stupid thing!

Neues aus der Literaturgeschichte (2)

Was kaum jemand weiß, ist, dass Kafka, nachdem er im Totsein auch keine Freude mehr fand, in Wien ein Reisebüro eröffnet hat. Die Google-Bewertungen sind zwar nicht toll, aber diejenigen, die es mögen, dass man nie weiß, wo man letztendlich landet, ob man am Ziel wie ein Ungeziefer behandelt wird oder ob einem Herr K. nicht bloß den Bart abnimmt, schwören darauf, dass es ein unvergessliches Erlebnis gewesen ist.

News from literary history – What hardly anyone knows is that Kafka, after he no longer found joy in being dead, opened a travel agency in Vienna. The Google reviews aren’t great, but those who like the fact that you never know where you’ll end up, whether you’ll be treated like vermin at your destination or whether Mr. K. just will shave your beard, swear that it was an unforgettable experience.

Schreckliche Vorstellung

Demnächst findet ja die Wahl zum Europäischen Parlament statt und wie immer, wenn Wahl ist, gewähren einem die Leute tiefe Einblicke in die Untiefen ihres Gemüts. Es scheint mir zwar unwahrscheinlich, dass die Partei für schulmedizinische Verjüngungsforschung die absolute Mehrheit gewinnt, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass es in Utschl inzwischen ausreichend viele Wahnsinnige gibt, die diesen Clowns zu einem Mandat in Straßburg verhelfen. Man stelle sich nur vor, dieser Irrsinn würde Wirklichkeit und man müsste die nächsten tausend Jahre mit diesen Leuten verbringen und mit allen anderen auch! Wer will das schon? In einer guten Woche werden wir es wissen.

Terrible idea – The elections for the European Parliament are coming up soon and, as always when there is an election, people give you deep insights into the depths of their minds. It seems unlikely to me that the Party for Conventional Medical Rejuvenation Research will win an absolute majority, but I can certainly imagine that there are enough lunatics to help these clowns get a mandate in Strasbourg. Just imagine if this madness became reality and you had to spend the next thousand years with these people and everyone else too! Who wants that anyway? We’ll know in a good week. (On the poster: Unlimited life for all. For faster development of medicine that repairs the damage of aging and allows people to live healthy lives for thousands of years)