Menschen fotografieren Kunst (8)

Manche Menschen warten ihr Leben lang auf den richtigen Moment, den Stier bei den Hörnern zu packen, sind aber einfach zu blöd für den Kapitalismus.

People Photographing Art – Some people wait their whole lives for the right moment to grab the bull by the horns, but they’re simply too stupid for capitalism.

Berechtigte Frage

Warum macht der Erzherzog ein so langes Gesicht?
Weil er einen Anschiss bekommen hat.

Legitimate question – Why is the Archduke making such a long face? Because he got scolded (literally: being shit on)

Vorhersage für übermorgen (6)

Falls es jemanden interessiert, was danach kommt: nicht mehr viel, es sei denn, man hat sein Leben bisher auch mit Zigarettenpausen verbracht. Dann wird man keinen Unterschied feststellen. Es wird aber eben eine Ewigkeit dauern, oder auch zwei. Und warum auch immer, aber man sitzt stets im Schatten. Wenigstens darf man sitzen.

Forecast for the day after tomorrow – If anyone is interested in what happens after: not much, unless you’ve spent your life taking cigarette breaks. Then you won’t notice any difference. But it will take an eternity, or two. And for whatever reason, you’ll always be sitting in the shade. At least you’re allowed to sit.

Passiert immer öfter

Neulich war ich wieder mal im falschen Film. Ich habe ihn nicht gesehen, aber ich weiß dass DiCaprio mitspielt.

Happens more and more often – The other day I was in the wrong movie again. I didn’t see it, but I know DiCaprio is in it.

Rand- und Nebenwissen (9)

Der berühmte kanadische Sänger Leonard Cohen war dem Vernehmen nach eher ein stiller und unaufdringlicher Mensch, hatte aber tatschlich ein so großes Selbstbewusstsein, dass es durch keine Tür passte. Wenn Cohen nach Hause kam, musste sein Ego draußen bleiben. Da der Winter in Kanada ziemlich eisig werden kann, war das natürlich nicht angenehm. Verständlich also, dass Cohen sich lieber in Kalifornien aufhielt. In Montreal kann man sein Selbstbewusstsein noch heute dort besuchen, wo Cohen es bei seinem letzten Aufenthalt vergessen hat, zumindest einen Teil davon. Die untere Hälfte befindet sich in Los Angeles.

Peripheral and incidental knowledge – The famous Canadian singer Leonard Cohen was reportedly a quiet and unobtrusive person, but in fact he had such a high level of self-confidence that it didn’t fit through any door. When Cohen came home, his ego had to stay outside. Since winter in Canada can be quite icy, that was of course not pleasant. So it’s understandable that Cohen preferred to stay in California. In Montreal, you can still visit his self-confidence where Cohen left it during his last stay, at least part of it. The lower half is in Los Angeles.

Rand- und Nebenwissen (8)

Der Schriftsteller Lessing war bekanntlich nicht für seinen Bierdurst berühmt, der, was kaum jemand weiß, enorm war, während heutzutage die meisten Menschen fälschlich glauben, Lessing sei vor allem als Weintrinker in die Literaturgeschichte eingegangen. Was auch kaum jemand weiß, ist, dass dieser Glaube vor allem unter Bierbrauern so verbreitet ist, dass kein einziger von ihnen jemals auch nur eine Zeile von Lessing gelesen hat. Zumindest behaupten das die Winzer, aber denen sollte man eh kein Wort glauben.

Side and secondary knowledge – The writer Lessing was not famous for his thirst for beer, which, as hardly anyone knows, was enormous, while today most people falsely believe that Lessing went down in literary history primarily as a wine drinker. What hardly anyone knows either is that this belief is so widespread, especially among beer brewers, that not a single one of them has ever read a single line of Lessing. At least that’s what the winemakers claim, but you shouldn’t believe a word they say anyway.

An der Peripherie (6)

Am Abend vor Beginn der Fastenzeit trafen sich die vier Evangelisten zu ihrem monatlichen Stammtisch, aber weil es für 40 Tage der letzte Stammtisch sein würde und weil überhaupt gerade alles ziemlich beschissen war, wollte ihnen der Schnaps schon recht schmecken: „Ein Scheißdreck is des!“ meinte Matthäus. Markus stimmte ihm zu: „Ein Scheißdreck, genau.“ Und auch Lukas gab zu bedenken, dass es „ein Mordsscheißdreck“ sei. Markus bestellte gleich eine zweite Runde. Nur Johannes musste natürlich wieder das Einvernehmen stören, von wegen, ob man nicht doch besser ein Wasser bestellen sollte, das sei besser gegen den Durst. So eine Flasche, dieser Johannes.

On the periphery – On the evening before Lent began, the four evangelists met for their monthly get-together, but because it would be the last get-together for 40 days and because everything was pretty crappy at the time, they really wanted to enjoy the liquor: „It’s rubbish!“ said Matthew. Mark agreed: „It’s rubbish, exactly.“ And Luke also pointed out that it was „a real load of rubbish.“ Mark immediately ordered a second round. Of course, John had to interrupt the conversation again, asking whether it would be better to order water, as it would be better for quenching thirst. Such a loser, this John.