Die Abenteuer von Pavel Havel (5)

Eines Tages erreichte Pavel Havel, der berühmte tschechische Abenteurer und Großmeister aller Klassen den Rand der Welt. Er war diesmal aber ausnahmsweise nicht der Erste, denn schon 1913 hatte S. Franz, der neuseeländische Abenteurer und Meister der Klassen A, B, C und 6 den Rand der Welt entdeckt und anscheinend zutreffend beschrieben: Der Rand lag tatsächlich in tiefem Nebel verborgen. Pavel Havel tastete sich also vorsichtig voran, aber erstaunlicherweise hörte die Welt nicht auf. Da war kein Abgrund, nirgends. Als er schon eine ganze Woche lang durch den dichten Nebel gegangen war, beschloss Pavel Havel es gut sein zu lassen. Offenbar hatte sich S. Franz geirrt und es gab gar keinen Rand. Die Welt, die sich in Nebel hüllte, wollte einfach nur in Ruhe gelassen werden, was er sehr gut verstehen konnte. Aber natürlich wusste Pavel Havel, dass ihm niemand glauben würde. Die Wahrheit, und war sie auch simpel und augenfällig, war für die Menschen schwerer zu ertragen als jede noch so unwahrscheinliche Geschichte.

The Adventures of Pavel Havel – One day, Pavel Havel, the famous Czech adventurer and Grand Master of all classes, reached the edge of the world. This time, however, he was exceptionally not the first. Back in 1913, S. Franz, the New Zealand adventurer and master of classes A, B, C, and 6, had discovered the edge of the world and apparently described it accurately: The edge was indeed hidden in deep fog. Pavel Havel cautiously felt his way forward, but amazingly, the world didn’t end. There was no abyss, nowhere. After a whole week of walking through the thick fog, Pavel Havel decided to call it a day. Apparently, S. Franz had been mistaken, and there was no edge at all. The world, shrouded in fog, simply wanted to be left alone, which he could understand very well. But of course, Pavel Havel knew that no one would believe him. The truth, even if it was simple and obvious, was harder for people to bear than any story, no matter how improbable.

Neues aus der Botanik (10)

Botaniker berichten zunehmend von Neophyten, die nicht mehr auf den bisher üblichen Wegen nach Deutschland kommen, also per Zugvogel oder Containerschiff aus China, sondern die sich selbst auf den Weg machen und meist nachts über die grüne Grenze ins Land einwandern. Meist handelt es sich um Klimaflüchtlinge, die im Süden keine Existenzgrundlage mehr haben und sich hierzulande in der Regel schwarz in Gärtnereien oder Baumärkten verdingen.

Botany news – Botanists are increasingly reporting on neophytes that are no longer arriving in Germany via the usual routes, such as migratory birds or container ships from China, but are instead making their own way, usually crossing the green border into the country at night. These are usually climate refugees who no longer have a livelihood in the South and are usually working illegally in garden centers or hardware stores here.

Unverschämtheit!

Herr Ober, die Quiche und das Bier gehen in Ordnung, aber einmal draußen hatte ich nicht bestellt, das können Sie gerne wieder mit hinein nehmen.

What a disgrace! – Waiter, the quiche and beer are fine, but I didn’t order the outside, so you’re welcome to take it back inside.

Das Grundgesetz wird 76!

Es gibt Dinge, die hätten sich auch die Väter und Mütter des Grundgesetzes in ihren verwegensten Albträumen nicht ausdenken können, da können wir ihnen heute schlecht vorwerfen, dass wir uns jetzt damit befassen müssen: Söder auf tiktok, Merz im Bundeskanzleramt und die AfD weiterhin in allen talkshows. Da fühlt sich auch die wehrhafteste Verfassung plötzlich ganz schwach und müde. Wer mag es ihr verdenken?

The Basic Law turns 76! – There are things that even the fathers and mothers of the Basic Law couldn’t have imagined in their wildest nightmares, so we can hardly blame them today for having to deal with them: Söder on TikTok, Merz in the Federal Chancellery, and the AfD still on all the talk shows. Even the most resilient constitution suddenly feels weak and tired. Who can blame her? („Don’t do drugs“)

Aus dem Familienalbum (76)

Ein Cousin meiner Mutter hatte einmal die Idee, ein Verkehrsmuseum zu gründen. In seiner Begeisterung trug er aus der Garage und dem Schuhschrank seiner Frau die beiden ersten und vermutlich auch einzigen Ausstellungsstücke zusammen und präsentiert sie auf dem Gehweg vor dem Haus. Dass seine Frau ihn einen Deppen nannte, bestätigte ihn in seinem Vorhaben sogar noch, und erst als ihm einer der Passanten, von denen er Eintrittsgeld forderte, eine Tracht Prügel versprach, trug er die Fortbewegungsmittel wieder zurück ins Haus und erklärte, das Museum habe für heute geschlossen. Interessanter als diese Geschichte fand ich damals, dass auch jemand, der gar keinen Alkohol trinkt, eine Schnapsidee haben kann.

From the family album – A cousin of my mother once had the idea of ​​founding a transportation museum. In his enthusiasm, he gathered the first two, and probably only, exhibits from the garage and his wife’s shoe cabinet and displayed them on the sidewalk in front of the house. The fact that his wife called him an idiot only served to confirm his resolve, and only when one of the passersby, from whom he demanded an entrance fee, promised him a beating did he carry the vehicles back into the house and declared that the museum was closed for the day. At the time, I found it more interesting that even someone who doesn’t drink alcohol at all could have a home-distilled idea.

Wandertag bei Familie Rorschach

Jeden Samstag mussten die Rorschachbuben mit Vater und Hund aufs Land fahren und wandern, wie es der Vater nannte. Die Mutter hatte sich wie immer ein Attest besorgt, da konnte der Vater nichts machen. Die Buben bettelten und benzten, sie würden lieber ins Kino gehen oder wenn es sein müsse auch ins pathologische Museum, aber Vater Rorschach war unnachgiebig. Das Schlimmste aus Sicht der Buben war jedoch, dass man eh nie weit kam und sich das Wandern tatsächlich darin erschöpfte, dass der Vater an jeder Pfütze und jedem Teich Halt machte und seine Söhne dazu zwang, stundenlang die Landschaft zu interpretieren. Sogar der Hund wurde gefragt. Wenn nicht jeder mindestens einmal „Mutter“ oder „Mutters Schoß“ gesehen haben wollte, war der Vater für den Rest des Tages aufgebracht und unausstehlich.

Hiking Day with the Rorschach Family – Every Saturday, the Rorschach boys had to go to the countryside with their father and dog and go hiking, as their father called it. Their mother, as always, had obtained a doctor’s note, and the father couldn’t do anything about it. The boys begged and pleaded that they would rather go to the movies, or, if necessary, to the pathology museum, but Father Rorschach was relentless. The worst part, from the boys‘ perspective, however, was that they never got very far anyway, and the hiking essentially consisted of their father stopping at every puddle and pond, forcing his sons to spend hours interpreting the landscape. Even the dog was consulted. If everyone didn’t want to see „Mother“ or „Mother’s Lap“ at least once, their father would be upset and unbearable for the rest of the day.