Wurmloch

Bei der Suche nach einem Buch habe ich hinter einem meiner Bücherregale eben dieses Wurmloch entdeckt, in dem das Buch vermutlich verschwunden ist. Irgendwo in einer anderen Galaxie lässt es sich ein gigantischer Bücherwurm wohl gerade schmecken. Wer auch immer dafür zuständig ist: So etwas hätte ich gerne im Büro, damit ich die Zeit zwischen den Pausen nicht auf dem kalten Klo verbringen muss.

Wormhole – While looking for a book, I discovered this wormhole behind one of my bookshelves, through which the book has probably disappeared. Somewhere in another galaxy, a gigantic bookworm enjoys a hearty meal. Whoever is responsible for it: I would like to have something like this in the office so that I don’t have to spend the time between breaks in the cold restroom.

Dann eben nicht

Ich bin nervös, wenn ich keinen Kaffee habe und werde nervös, wenn ich Kaffee trinke. Dann fällt mir der Becher herunter und ich werde noch nervöser, weil ich keinen Kaffee mehr habe. Vielleicht sollte ich morgens schon mit Bier beginnen.

Ok, skip it! – I get nervous when I don’t have coffee and get nervous when I drink coffee. Then the mug falls down and I get even more nervous because I don’t have coffee anymore. Maybe I should start with beer in the morning.

Die Welt ist alt

Manche Leute geraten ja schon in Panik, wenn sie ihr erstes graues Haar entdecken. Das hat die Welt lange hinter sich. Seit einigen zehntausend Jahren hat sie Mensch und darum ganz andere Probleme. Jetzt ist sie alt und grau und möchte sich gerne zur Ruhe setzen. Könnt Ihr sie also bitte künftig in Frieden lassen?

The world is old – Some people panic when they see their first gray hair. With that the world is done for a long time. For tens of thousands of years she have had man and therefore had completely different problems. Now she is old and gray and would like to retire. So can you please leave her alone in the future?

Aus dem Familienalbum (43)

Der Höhepunkt unseres Osterfestes ist die traditionelle Kreuzigung des Verlierers des Eierpeckens des letztjährigen Osterfestes. Dabei werden in geselliger Runde die Reste des letzten Abendmahls verzehrt und die Onkel beweisen, dass sie Bier in Wasser verwandeln können. Die meisten Verlierer des Eierpeckens ziehen es jedoch vor, schon vor dem Fest in den Himmel aufzufahren. Deshalb haben wir so viel Verwandtschaft in Australien.

From the family album – The highlight of our Easter festival is the traditional crucifixion of the loser from last year’s egg-pecking, a game in which someone has to break an easter-egg of an opponent with his own easter-egg. The remains of the Last Supper are consumed in good company and the uncles prove that they can turn beer into water. Most egg-pecking losers, however, prefer to go to heaven before the feast. That is why we have so much kinship in Australia.

Hallo ESL Sprachreisen!

Im November 2010 haben wir dich schon einmal gefragt, wer denn eigentlich bei dir bucht?
Du hast uns leider nie geantwortet. Aber dank deiner aktuellen Anzeige wissen wir es nun endlich: Alle, die während der Pandemie „nach USA“ reisen wollen. Sprachlos: Titanic

Hello ESL Language trips! – In November 2010 we asked you who is actually booking with you? Unfortunately, you never answered us. But thanks to your current ad, we finally know: everyone who wants to travel „after USA“ during the pandemic. Speechless: Titanic

(ESL sounds like ‚donkey‘ in German)

Erschienen/published in Titanic 4/2021

Neues aus dem Wald (5)

Auch viele Bäume leiden in ihrer Jugend unter Akne. Allerdings leiden sie selten lange, weil sie meist umstandslos gefällt werden. Eine radikale Lösung, gewiss, aber eine, die auch bei jungen Menschen oft die vernünftigste wäre.

News from the forest – Many trees also suffer from acne in their youth. However, they rarely suffer long because they are usually felled without any hassle. A radical solution, of course, but one that would often be the most sensible one, even with young people.

Vorurteil revidiert

Neulich war ich auf der Suche nach einer Adresse und weil die Häuser unklar nummeriert waren, klingelte ich wo und fragte nach dem Weg. Wie sich dann herausstellte, war ich in der Hölle gelandet, und ich muss sagen, das ist eigentlich ein sehr angenehmer Ort. Der Eingang sieht ein bisschen verwunschen aus, aber die Hölle dahinter besteht aus vereinzelt stehenden und von viel Grün umgebenen wohltemperierten Gästehäusern. Das Personal war nett und hilfsbereit. Man hat mir das Anwesen gezeigt und sogar ein kaltes Getränk angeboten. Seitdem versuche ich, ein Schwein zu sein, bisher leider ohne Erfolg.

Revised prejudice – The other day I was looking for an address and because the houses were unclearly numbered, I rang a doorbell and asked for directions. As it turned out, I had ended up in hell, and I have to say that it is actually a very pleasant place. The entrance looks a bit haunted, but the hell behind it consists of isolated and well-tempered guest houses surrounded by greenery. The staff was nice and helpful. I was shown the property and even offered a cold drink. Since then I’ve been trying to be a pig, unfortunately without success so far.

Neues aus dem Wald (4)

Leicht kann man im Wald den falschen Eindruck bekommen, die Bäume könnten sich gegenseitig nicht ausstehen und gingen sich aus dem Weg, da man selten zwei so eng zusammenstehen sieht, dass sie sich berühren. Tatsächlich aber sind viele Bäume sehr anlehnungsbedürftig und hätten gerne mehr Kontakt, „aber dann kommt sofort die Säge“, flüstert dieser Baum hinter vorgehaltener Hand. „Wenn keiner hinschaut, dann darf sich der Kleine auch mal anlehnen.“ Die meisten Bäume seien deshalb wohl psychisch gestört, vermutet der Förster Franz M., der wie immer mehr junge Förster einen neuen Ansatz verfolgt: „Ist der Baum glücklich, freut sich später auch der Schreiner.“

News from the forest – It is easy to get the wrong impression in the forest that the trees cannot stand each other and avoid each other, since you rarely see two standing so close together that they touch. In fact, however, many trees need a lot of support and would like to have more contact, „but then the saw comes straight away,“ this tree whispers behind its hand. “If no one is looking, the little one can lean against me.” Most trees are therefore psychologically disturbed, suspects the forester Franz M., who, like more and more young foresters, is pursuing a new approach: “If the tree is happy, later also the carpenter will be pleased.“