Too much information

Wenn jemand nach dem Sport/Essen/Schlafen/Sex behauptet, er/sie fühle sich „wie neugeboren“, dabei jedoch weder schreit noch blau anläuft, kann man davon ausgehen, dass er/sie entweder keine Vorstellung hat, wie sich Geborenwerden anfühlt, oder ein in jeder Beziehung beschissenes Leben führt. Außerdem wirft das die Frage auf, wer denn um Himmels Willen beim Sport/Essen/Schlafen/Sex die Rolle der gebärenden Mutter spielt und ob uns das eigentlich irgendetwas angeht!

Too much information – If someone claims after sports / eating / sleeping / sex that he / she feels „reborn“ but does not cry or blush, one can assume that he / she either has no idea what it’s like to be born, or live a shitty life in every way. In addition, this raises the question of who for heaven’s sake in sports / eating / sleeping / sex plays the role of the mother giving birth and if it is actually a business of ours!


Gottseidank!

Maria Eich in Planegg

Zum Glück hat der Laden geöffnet, denn gestern erst ist mir meine alte Wallfahrt zu Bruch gegangen.

Thank god – Pilgrim’s shop is open – Fortunately the store is open, because yesterday my old pilgrimage was broken.

l x b x h

Im Atrium des Leopold Museum in Wien pausierend, erschöpft von Klimt und Schiele, neide ich dem Bau Höhe und Volumen und überlege, wie viele Regalmeter sich hier aufbauen ließen, da zuhause die Bücher schon wieder in zweiter Reihe stehen.

Length times width times height – In the atrium of the Leopold Museum in Vienna pausing, exhausted by Klimt and Schiele, I envy the building height and volume and consider how many shelves could be built here, since at home the books are in two rows.

Dilemma

Neulich im Zug saßen über den Gang zwei schwäbische Schwätzer. Genervt wollte ich ein bisschen Musik hören, um das unschöne Geräusch zu übertönen, doch wie ich feststellte, hatte ich meine Kopfhörer vergessen. Der Schaffner bedauerte, leider gebe es keine zu kaufen, aber er könne mir gerne seine eigenen Kopfhörer leihen. Ich lehnte das freundliche Angebot dankend ab. Vor die Wahl gestellt zwischen Schwätzern und fremdem Ohrenschmalz, entschied ich mich für die Flucht in den Speisewagen. Ich bitte um Nachsicht.

Dilemma – The other day on the train, two Swabian babblers sat on the other side of the aisle. Annoyed, I wanted to listen to a bit of music to drown out the unsightly sound, but as I realized, I had forgotten my headphones. The conductor regretted, unfortunately, there are none to buy, but he would like to lend me his own headphones. I thankfully rejected the friendly offer. Given the choice between babblers and another person’s earwax, I decided to flee to the dining car. I ask for leniency.


Lästig

Demokratie ist wie Körperhygiene: Sie muss jeden Tag erneuert werden. Viele Leute sind aber der Ansicht: „Schon wieder? Ich habe mich doch erst vor vier Jahren gewaschen!“ Also bleiben sie lieber auf dem Sofa liegen und stinken. Das ist natürlich nicht schön. Andererseits ahnt man ja, wo die Leute mit den braunen Flecken in der Unterhose das Kreuz setzen würden, wenn sie doch zum Wählen gingen. Insofern ist es mir lieber, sie bleiben zuhause. Ich kann sie eh nicht riechen.

Annoying – Democracy is like personal hygiene: It has to be renewed every day. But many people are of the opinion: „Again? I only washed myself four years ago!“ So they prefer to stay on the sofa and stink. That’s not nice, of course. On the other hand, one suspects, where the people with the brown spots in the underpants would put the cross, if they went to vote. In that sense I prefer them to stay at home. I can smell the rat.

Ein Wiener in München

Naja, eigentlich war er ja kein Wiener, sondern Böhme. Jedenfalls, als 1936 die „Fackel“ eingestellt wurde, sattelte K. auf Radio- und Fernsehtechniker um und eröffnete einen Betrieb in München; wie man sieht, leider ohne nachhaltigen Erfolg.

A Viennese in Munich – Well, actually he was not a Viennese, but Bohemian. In any case, when the „Torch“ was discontinued in 1936, K. changed to radio and television technician and opened a business in Munich; as you can see, unfortunately without sustainable success.