Endlich eine gute Nachricht

Ausgerechnet ein britisches Verkehrsunternehmen hat geschafft, was 75 Jahre halbherzige Vergangenheitsbewältigung nicht erreicht haben: Deutschland ist bald entnazifiziert! Seit einiger Zeit schon fährt der „National Express“ durchs Land und sammelt alle ein, die das Merkel-Regime satt haben und endlich „Heim ins Reich“ wollen. Farblich zwischen Feldgrau und Kackbraun gehalten, ist der Zug leicht erkennbar. Der Fahrpreis beträgt 33 Euro in der zweiten und 45 Euro in der ersten Klasse, die vor allem von AfD-Wählern frequentiert wird, während die Naziskins die hinten mitgeführten kostenlosen Viehwaggons bevorzugen, in denen Freibier ausgeschenkt wird. Der Zug kommt natürlich niemals an, aber an extreme Verspätungen ist der deutsche Bahnfahrer ja sowieso gewöhnt.

Finally good news
A British transport company of all things has done what 75 years of half-hearted coping with the past have not achieved: Germany will soon be denazified! For some time now, the “National Express” has been travelling across the country and collecting everyone who is fed up with the Merkel regime and wants to finally “get home to the Reich”. The color is between field gray and shitty brown, so the train is easily recognizable. The fare is 33 euros in the second and 45 euros in the first class, which is particularly popular with AfD voters, while the Naziskins prefer the free cattle wagons in the back, in which free beer is served. The train never arrives, of course, but the German train driver is used to extreme delays anyway.

Was bei der Schöpfung übrig blieb (9)

Als Gott hinter dem Haus das Mittelmeer aushob, wusste er zuerst nicht, wohin mit dem Schamott, also stapelte er den Dreck an der Grenze zum nördlich gelegenen Nachbargrundstück. Es war allerdings ziemlich viel Aushub, was dazu führte, dass die Erdachse brach und darum im Norden fortan die meiste Zeit des Jahres Winter herrschte und eigentlich kein Leben mehr möglich war. Der Nachbar verklagte ihn natürlich, aber Gott behauptete einfach, es handle sich um ein Gebirge namens ‚Die Alpen’, welches schon vor Jahrmillionen in den Bebauungsplan eingetragen worden sei, denn schließlich müsse man auch an die Wintersportler denken.

What was left over at creation
When God excavated the Mediterranean Sea behind the house, at first he didn’t know where to put the digging, so he stacked the dirt on the border to the neighboring property to the north. However, there was quite a bit of excavation, which led to the earth’s axis breaking and hence the winter in the north for most of the year so that there no life was actually possible. The neighbor sued him, of course, but God simply claimed that it was a mountain range called ‚The Alps‘, which had been entered in the development plan millions of years ago, because after all you also have to think about winter sports enthusiasts.

Nervensäge

Ente 1: „Schlaft Ihr schon?“
Ente 2: „Hm?“
Ente 1: „Ob Ihr schon schlaft?“
Ente 3: „Nein, jetzt nicht mehr!“
Ente 4: „Was ist denn?“
Ente 1: „Ich frage mich nur gerade, warum wir eigentlich im Stehen schlafen müssen?“
Ente 3: „Mein Gott, dann leg dich halt hin!“
Ente 2: „Sie schon wieder! Ich halte es nicht mehr aus!“
Ente 4: „Könnt Ihr bitte den Schnabel halten. Es war ein langer Tag und ich bin hundemüde!“
Ente 3: – – –
Ente 2: – – –
Ente 1: „Müsste es nicht ‚entenmüde’ heißen?“
Enten 2-4: „Halt die Fresse!“

Pain in the rump
Duck 1: „Are you already sleeping?“
Duck 2: „Hm?“
Duck 1: „Are you already asleep?“
Duck 3: „No, not anymore!“
Duck 4: „What is it?“
Duck 1: „I’m just wondering why we have to sleep standing up?“
Duck 3: „My God, then lie down!“
Duck 2: „You again! I can not take it anymore!“
Duck 4: “Can you please hold your beaks? It’s been a long day and I’m dog-tired!”
Duck 3: – – –
Duck 2: – – –
Duck 1: „Shouldn’t it be ‚duck tired‘?“
Ducks 2-4: „Shut up!“

Aus dem Familienalbum (21)

Einer meiner Großonkel war lange Zeit davon überzeugt, dass jeden Tag ein Dummer aufsteht. Nachdem er glaubte, endlich einen solchen gefunden zu haben und ihm diesen Strommast für eine nicht geringe Summe als den in seinem Besitz befindlichen Eiffelturm verkaufte, wofür er zehn Jahre im Gefängnis saß, war er überzeugt, dass er an jenem Tage besser nicht aufgestanden wäre.

Out of the family album
For a long time one of my great-uncles was convinced that a stupid person gets up every day. After believing that he had finally found one and sold him that electricity pylon for a small sum as the Eiffel Tower he owned, for which he had been in prison for ten years, he was convinced that he would not have gotten up better that day.

Unschöne Begegnung

„He, scheene Frau! Gib ma a Busserl, I bin a verzauberter Frosch!“
„Entschuldigen Sie mal, aber ich bin ein älterer Herr!“
„A geh! Du bist doch a verzauberte Prinzessin, des siech I genau!“
„Keineswegs! Und außerdem sind Sie gar kein Frosch, sondern ein Fisch!“
„Wos soit I sein? A Fiiisch? Wos foit’n dia ei, du oids Graffe? Schleich di!“

Unlovely encounter
„Hey, beautiful woman! Give me a kiss, I’m an enchanted frog!“
„Excuse me, but I’m an older gentleman!“
„Come on! You are an enchanted princess, I am sure!“
„Not at all! And besides, you are not a frog at all, but a fish!“
„What am I? A fish? How dare you, old fart? Get lost!“

Aus dem Lokalteil

Spaziergängern im Englischen Garten in München wird geraten, die Wege entlang der Bachläufe nicht zu verlassen und vor allem Kinder und Hunde vom Wasser fernzuhalten. In den letzten Tagen seien einige Tiere und Kleinkinder angeblich von Zwergorcas angegriffen worden. Hans W.: „Plötzlich war dem Fifi sein Bein ab!“ Woher die Tiere stammen, ist noch unklar, aber sie scheinen sich der Lebensweise im Voralpenland rasch angepasst zu haben. Kioskbesitzer Franz K.: „Abends kommt immer eine kleine Gruppe von denen auf zwei, drei Bier hier vorbei. Die sind okay.“ Einer der Orcas bestreitet die Vorwürfe: „Des is ois gelogen! Mia fressn koane Kinder, mia fressen an Leberkas. Und außerdem san mia alle von Giesing!“ Die AfD im Stadtrat hat reflexhaft dennoch die sofortige Abschiebung gefordert, während die Grünen in einer Pressemitteilung auf die negative Klimabilanz von Leberkäse hinweisen. Der Oberbürgermeister war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Local news
Walkers in the English Garden in Munich are advised not to leave the paths along the streams and, above all, to keep children and dogs away from the water. In recent days, some animals and toddlers have been allegedly attacked by dwarf orcas. Hans W.: „Suddenly Fifis leg was off!“ Where the animals come from is still unclear, but they seem to have adapted quickly to the way of life in the Alpine foothills. Kiosk owner Franz K.: “In the evening there is always a small group of them coming over for two or three beers. They are okay.“ One of the orcas denies the allegations: „It’s all a lie! We don’t eat children, we eat Leberkäse. And besides, we all live in Giesing!” The AfD in the city council has reflexively called for immediate deportation, while the Greens point out in a press release the negative climate footprint of Leberkäse. The mayor could not be reached for an opinion.

Kein Stern!

Als ich einmal gestorben war, fand ich das Tor zur Hölle fest verschlossen. Eine Klingel gab es nicht, auch keinen Hinweis, dass man warten solle, bis man aufgerufen würde – nichts. Da stand ich nun, und zwar sehr lange, und kam mir reichlich verarscht vor. Beim nächsten Mal werde ich zur Konkurrenz gehen. Sehr unprofessionell, Herr Satan!

No star!
Once I died, I found the gate to hell locked shut. There was no bell, nor was there any hint that you should wait until you were called – nothing. I stood there for a very long time, and I felt very fooled. Next time I’ll switch to the competitor. Very unprofessional, Mr. Satan!

Endlich!

Da musste ich über ein halbes Jahrhundert alt werden, bis ich ihn endlich gefunden habe, den Weg zum Glück! Da liegt er vor mir, schön gerade, direkt zum Glück führend. – Seltsam, aber da kommt mir einer entgegen. „Kamerad, du gehst in die falsche Richtung! Zum Glück geht’s da lang!“ – „Ach“, sagt er, „so toll ist das nicht. Völlig überschätzt.“ Ich schaue ihm nur kurz hinterher, wie er in sein Unglück läuft. Jeder wie er will, denke ich mir. Weiter geht es, auf ins Glück! – Da kommt schon wieder einer und grinst frech. „Viel Spaß im Glück!“ ruft er übertrieben freundlich. Hinter mir höre ich ihn schadenfroh lachen. Ja, sind denn heute alle verrückt geworden? Aber schon beginnt der Zweifel an mir zu nagen. Was, wenn sie recht behalten und das Glück eine Enttäuschung wäre? – Doch ich gebe mir einen Ruck und voller Vertrauen eile ich dem Glück entgegen. Lass dich nicht irre machen von ein paar Idioten. Du hast es so lange gesucht, das Glück – was spielt es da für eine Rolle, was die anderen denken? – Da vorne scheint der Weg zu Ende zu sein. Noch kann ich aber nichts erkennen. Das Glück ist vielleicht nicht sehr groß? Nun, es kann ruhig klein sein, wenn es nur mein ist. Der Weg endet, es ist eine Sackgasse, hier irgendwo muss es sein, das Glück! Ich kann es nicht sehen, wo ist es? Da, was ist das? Das ist ja … das ist ja ein … das ist ja nicht zu fassen. – Unverschämtheit!

At last!
I had to be over half a century old until I finally found it, the way to happiness! There he is in front of me, beautifully straight, leading directly to luck. – Strange, but someone comes towards me. „Comrade, you’re going in the wrong direction! Happiness is over there!“ – „Oh“, he says,“it’s not that great. Completely overrated.” And there he goes into his ruin. Everyone to his taste, I think. Let’s move on towards happiness! – There comes another one and grins cheekily. „Have fun in bliss!“ he says overly friendly. I can hear him laughing gleefully behind me. So, did everyone go crazy today? But already the doubt begins to gnaw at me. What if they are right and happiness is a disappointment? – But I give myself a jerk and with confidence I hurry towards happiness. Don’t be fooled by a few idiots. You have been looking for it for so long – what does it matter what other people think? – The path seems to be over there. But I still can’t see anything. Maybe the luck is not very big? Well, it can be small if it’s just mine. The path ends, it’s a dead end, it must be here somewhere! I can’t see it, where is it? Overthere, what’s that? That’s … it’s a … it’s beyond belief. – Infamy!

Dialektbeschilderung

Das Bundesverkehrsministerium gibt bekannt: Künftig werden auch außerhalb Bayerns sämtliche Verkehrsschilder durch solche in altbairischer Mundart ersetzt. Verkehrsminister Scheuer verspricht sich davon sowohl mehr Verkehrssicherheit als auch einen gewaltigen Popularitätsschub bei den bayerischen Wählern, weil der Preuße nun erst anhalten und überlegen müsse, was er zu tun habe, während der sowieso stärker motorisierte Bayer zügig überholen könne.

Dialect signage
The Federal Ministry of Transport announces: In future, all traffic signs even outside of Bavaria will be replaced by similar ones in Bavarian dialect. Transport Minister Scheuer hopes that this will result in more traffic safety as well as in a huge surge in popularity among Bavarian voters, because the Prussian now has to stop and think about what he has to do, while the Bavarian, who is big engined anyway, can overtake quickly.

Fuck You! – Eine Menschheitsbeschimpfung (4)

Ihr verklärt Mörder zu Helden!
Wer tötet, verrät die Werte der Humanität und Zivilisation. Aber manchmal ist es nötig, in den Krieg zu ziehen oder sich zu verteidigen. Wer mich angreift und mich töten will, muss damit rechnen, dass ich zurückschlage. Ob ich damit leben könnte, einen Menschen in Notwehr getötet zu haben? Ich möchte es nicht herausfinden müssen. Wer von einer Gesellschaft oder einem Feind dieser Gesellschaft gezwungen wird zu töten, wird schuldlos schuldig. Seine Schuld besteht höchstens darin, sich nicht geweigert zu haben, nicht desertiert zu sein, aber wie gesagt, es gibt auch gerechte Kriege, wie den gegen Deutschland und seine Verbündeten. Die Sieger des ersten Weltkrieges hätten Deutschland schon 1935 den Krieg erklären sollen, als es das Rheinland militärisch besetzte. Trotzdem, die wenigsten alliierten Soldaten sind freiwillig in den Krieg gezogen. Ihr Wunsch zu leben oder nicht töten zu müssen, war nicht weniger respektabel als der Wunsch vieler, Deutschland zu bekämpfen. Dass unschuldige Menschen zu Mördern werden müssen, um den Aggressor zu besiegen, ist tragisch im ursprünglichen Sinne des Wortes, es ist unvermeidlich, wenn man sich nicht abschlachten lassen möchte. Pazifismus ist keine sinnvolle Antwort auf die Frage, die sich durch dieses Dilemma stellt.
Wer aber behauptet, es sei notwendig, unsere Handelswege am Hindukusch zu verteidigen, ist nichts weiter als ein Militarist, dem ein Menschenleben gleichgültig ist. Bisher hat das jedoch ganz gut funktioniert. Der Profit landet in der richtigen Tasche und den armen Trotteln, die zu Mördern werden sollen, erzählt man das Märchen vom Heldentod fürs Vaterland oder für Freiheit und humanitäre Werte. Die herrschenden Schufte können sich immer darauf verlassen, dass es genügend Dumme gibt, die ihrer Fahne hinterhereilen. Aber die wenigsten Soldaten sind psychopathische Sadisten, die das Töten genießen. Die meisten kehren traumatisiert zurück und wissen insgeheim genau, dass sie zu Verbrechern geworden sind. Die Gesellschaft baut Denkmäler für die Gefallenen, hängt Blech an die Überlebenden und lässt sie dann allein.
Seit dem Ende des kalten Krieges bereitet man uns propagandistisch darauf vor, „wieder mehr Verantwortung“ zu übernehmen (Neusprech für ‚Krieg zu führen’). Als man das so noch nicht ins Fernsehen hineinsagen durfte, musste ein einfältiger Bundespräsident noch zurücktreten. Inzwischen ist eine nicht weniger mediokre Provinztrulla unsere oberste Kriegsherrin. Dass die herrschende Klasse auch drei Jahrzehnte nach ihrem Sieg noch nicht in der Lage ist, fähiges Personal für künftige Feldzüge zu installieren, gibt mir ein wenig Hoffnung. Ein Hoch auf unser verrottetes Bildungssystem!

Fuck you! – An revile of mankind
You transfigure murderers to heroes!
Whoever kills betrays the values ​​of humanity and civilization. But sometimes it is necessary to go to war or to defend yourself. Anyone who attacks me and wants to kill me must expect me to fight back. Could I live with killing someone in self defense? I don’t want to have to find out. Whoever is forced to kill by a society or an enemy of that society is going to be guiltlessly guilty. His guilt is at best not to have refused, not to have deserted, but as I said, there are also just wars, like the one against Germany and its allies. The winners of the First World War should have declared war on Germany as early as 1935 when it occupied the Rhineland militarily. Nonetheless, very few Allied soldiers went to war voluntarily. Her desire to live or not to have to kill was no less respectable than the desire of many to fight Germany. That innocent people have to become murderers to defeat the aggressor is tragic in the original sense of the word, it is inevitable if you don’t want to be slaughtered. Pacifism is not a meaningful answer to the question posed by this dilemma.
But whoever claims that it is necessary to defend our trade routes in the Hindu Kush is nothing more than a militarist to whom a human life is indifferent. So far, however, this has worked quite well. Profit ends up in the right pocket and the poor fools who are supposed to be murderers are told in the fairy tale of heroic death for the fatherland or for freedom and humanitarian values. The ruling villains can always rely on the fact that there are enough stupid people to follow their flag. But few soldiers are psychopathic sadists who enjoy killing. Most return traumatized and secretly know that they have become criminals. Society builds monuments for the fallen, hangs tin on the survivors and then leaves them alone.
Since the end of the cold war, we have been prepared by propaganda to take on „more responsibility“ (newspeak for ‚waging war‘). When it wasn’t allowed to say that on television, a simple-minded Federal President still had to resign. In the meantime, a no less mediocre provincial hag has become our highest warlord. It gives me a little hope that the ruling class is incapable to install capable personnel for future campaigns even three decades after their victory. Cheers to our rotten educational system!