Aus dem Familienalbum (1)

Der Höhepunkt unseres Osterfestes ist die traditionelle Partie Boccia, wobei die Familienmitglieder mütterlicherseits gegen die Familienmitglieder väterlicherseits antreten, vorausgesetzt alle erinnern sich noch, zu welchem Teil sie gehören (was nicht immer der Fall war, weshalb beispielsweise meine Tante Magda noch im hohen Alter von 72 Jahren Mutter wurde, da ein leicht vertrottelter Cousin, dessen Namen ohnehin niemand kannte, behauptete, er sei ihr Sohn). Sie können sich bestimmt vorstellen, dass eine Partie Boccia mit einigen Dutzend Spielern eine Weile dauert. Die Zahl der Teilnehmer ist übrigens immer unsicher, weil schon mancher Urgroßonkel vor Beendigung der Partie verschieden ist. Da wir also nie genau wissen, wie viele Beerdigungen im Anschluss stattfinden werden, zog sich manche Osterfeier über Wochen hin, nicht zuletzt, weil inzwischen die Mehrzahl der Verwandten vergessen hatte, wer an der Reihe war, eine Kugel zu platzieren, sodass das Spiel abgebrochen und neu begonnen werden musste.

Alternative Religionsgeschichte

Wenn die Römer damals ihre Verurteilten nicht gekreuzigt, sondern einfach an die nächste Wand genagelt hätten, sähe es heute in allen Bauernstuben so aus. Und ein Gläubiger, der um den Beistand Gottes bittet, würde sich freilich nicht bekreuzigen, sondern mit den Händen so alberne Bewegungen machen wie ein Pantomime, der sich an einer unsichtbaren Wand entlang tastet. Insofern war es nett von den Römern, dass sie uns diese Zumutung erspart haben.

Wie süß!

Ich habe keine Ahnung, was das für ein Tierchen ist, aber irgendwie ist es ganz reizend. Auf dem Weg zur Arbeit komme ich an dieser Kellerwohnung vorbei und jeden Tag scheint es hinter dem Fenster auf mich zu warten und hüpft aufgeregt hin und her. Dabei gibt es so süße kleine Laute von sich, so ‚Piep Wuff‘ oder auch ‚Mäh Muh‘. Ich glaube, es weiß selbst nicht genau, was es ist.